Robert McConnell Heritage | My Mixture Barking Road

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Namentlich haben wir es hier mit einem schlichten Umzug zu tun: Von der Baker Street in den Londoner Osten, in die Barking Road. Der Hausstand wurde mitgenommen und in den neuen Räumen eingerichtet. Der neue Stil ist der alte, wenngleich die neue Bleibe ein wenig heller ausfällt als es die alte war. Alles wirkt eine Nuance großzügiger und weiter, aber das dunkle Parkett und die roten stoffbespannten Wände sind geblieben. Die alten hohen Bücheregale dominieren die Räume wie ehedem, nur die in dunkelbraunes Leder gebundenen Bücher hatten noch nicht genügend Zeit ihren gewohnten Staub anzusetzen. Der Strauß dunkelroter Dahlien und die Schale mit frischem Obst auf dem kleinen Tisch zwischen den schweren Ledersesseln erfüllen den Raum mit ihrem süßlichen Duft, dem es aber jetzt schon schwer fällt, sich gegenüber dem alten Muff des bedruckten Papiers zu behaupten. Draußen regnet es.

Als STG vor ziemlich genau zwei Jahren den Dunhill 221b Baker Street herausbrachte, war ich glücklich, denn ich hatte einen Tabak gefunden, der so ganz perfekt mein Standardsortiment an Latakia-lastigen Mischungen und Viginia- und Virginia/Perique Flakes und Curlies bereicherte. Schwer, kraftvoll, würzig und das alles ohne Latakia und ohne die süsse weiche Cremigkeit der Flakes. Wie fällt nun das Nachfolgeprodukt, der Robert McConnell My Mixture Barking Road aus? Kann er die Geschmackskomponenten, die den Baker Street so einzigartig gemacht haben, bewahren? Klare Antwort: Jein!

Zunächst ist das Tabakbild des McConnell Barking Road signifikant heller als beim Baker Street, was sich vor allem auf die verwendeten Virginias zurückführen lassen dürfte. Beim Duft des Tabaks aus der Dose dagegen lassen sich kaum Unterschiede ausmachen: der McConnell Barking Road ist etwas fruchtiger als es der Baker Street ist, aber der schwere Kentucky dominiert bei beiden Mixtures das Geruchsbild in identischer Weise. Das lässt erstmal hoffen und diese Hoffnung wird geschmacklich auch nicht enttäuscht!

Allerdings sind die Modifikationen schon spürbar. Es ist klar, dass der Robert McConnell My Mixture Barking Road keine 1:1 Übertragung des 221b Baker Street ist: Der Barking Road hat zwar auch diese prägende Erdigkeit des Vorbilds, was natürlich dem Kentucky geschuldet ist, auch an Körper kann er es mit seinem Vorbild aufnehmen, allerdings wirkt der McConnell Barking Road insgesamt etwas weicher, runder und vor allem süsser als der Dunhill 221b Baker Street. Kurz auf einen Nenner gebracht könnte man sagen, dass man hier zu Lasten der Würzigkeit auf etwas mehr Süsse gesetzt hat. Vielleicht auch mehr auf den Royal Yacht-Anteil mit seinem Casing? Aber dazu kann ich nichts sagen, denn den Nachfolger des Royal Yachts habe ich noch nicht geraucht. Der McConnell Barking Road ist immer noch ein ganz hervorragender Tabak, aber es ist ein kleiner Schritt in Richtung Mainstream, den man hier eingeschlagen hat. Ein kleiner Schritt zugegeben, aber ein Schritt.

Das muss per se kein Nachteil sein, vor allem könnte ich mir vorstellen, dass der Tabak so vielleicht eine Klientel anspricht, die etwas größer ist als die bisherige, denn vielen, denen der 221b Baker Street zu kantig war, könnte die My Mixture Barking Road mit ihrer ein bisschen schmeichelnden Süsse besser gefallen? Das Vorbild verleugnet der McConnell Barking Street trotzdem nicht, dazu sind die Veränderungen nicht substanziell genug, sodass ihn auch diejenigen gut rauchen werden können, die eingefleischte Fans des bisherigen 221b Baker Streets waren.

Insgesamt würde ich den Robert McConnell My Mixture Barking Road empfehlen. Das alte ausführliche Review des Dunhill 221b Baker Street hat nach wie vor seine Gültigkeit, nur muss man sich eben die höhere Süsse und das weichere Erscheinungsbild mit „reinlesen“! Der Barking Road ist immer noch eine gestandene, auch immer noch genug kantige Mixture, der man nur etwas mehr Charme verpasst hat. Es gibt ein bisschen Enttäuschung meinerseits, aber die Freude über das „Gerettete“ wiegt sie bei weitem auf!

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1 Antwort

  1. Die ex-Dunhill Rallye fordert von denjenigen unter uns, die nicht zu den pausenlosen Dauerrauchern zählen, derzeit einiges ab. Zu neugierig machen uns die detaillierten Reviews über die Robert McConnell Heritage Tabake. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
    Ich schliesse mich den Ausführungen über den Barking Road an, mir allerdings kommt es vor, als ob dieser Tabak sich stärker von Sherlocks Wohnsitz entfernt hat, als Peter es feststellt. Im Direktvergleich erscheint er mir auch ein wenig „glatt-gebügelt“. Allerdings ist das -wie immer, wenn es um Geschmack geht – eine sehr persönliche Empfindung, die Andere u.U. nicht nachvollziehen können.

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