Noch ein Heritage Tabak?

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Es ist ja scheinbar Mode geworden, Tabake, die es nicht mehr zu kaufen gibt, unter sehr ähnlicher Bezeichnung und Dosengestaltung wieder auf dem Markt zu bringen.
Aus einer „Night Cap“ wurde kurzerhand ein „Night Club“, aus einer „Early Morning Pipe“ wurde ein „Early Bird“, was die Bedeutung der beiden Namen im Grunde ad absurdum führt, aber egal.
Ein ähnlicher Name, unterstützt durch geschickte Farbcodierung des Labels, soll dem verzweifelten Dunhill-Raucher den Weg zum gewohnten Tabak weisen. Das dies nicht immer gelingt und manchmal sogar zu bizarren Verwechslungen führt, wissen wir inzwischen.

Keinesfalls würde ich behaupten, dass dies eine plumpe Bauernfängerei ist. Niemals würde ich einem Tabakonisten unterstellen, dass er aus der Not verzweifelter Dunhillisten Kapital schlagen wolle oder gar, dass er irgendwelche Provinz-Hausmischungen als Dunhill Heritage Tabake zu horrenden Preisen verscheuern will.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Hersteller dieser – im übrigen wie tschechische Fußballtrikot-Fälschungen wirkenden – Tabaksdosen nur das beste im Sinn hatte. Er wollte die Lücke stopfen, die durch den Rückzug Dunhills aus dem Tabakgeschäft entstanden ist und dies aus reiner Menschenfreundlichkeit. Uns Pfeifenrauchern sollten diese wunderbaren Tabake erhalten bleiben.

Dass dies bei den Navy Rolls nicht wirklich gelang, lag bestimmt daran, dass der Schülerpraktikant die falschen Röllchen in die Eclipse-Dosen gepackt hat, die sehen sich aber auch alle verflucht ähnlich diese blöden Medaillons, Escudos, Rollcakes … runde Scheiben halt. Auch dass in die Robert McDunhill Flake-Dose die Hausmischung 246 von Tabak Hüttensköller aus Castrop-Rauxel gewandert ist, ist bestimmt auf den eifrigen aber nicht gleichermaßen aufmerksamen jungen Mann zurückzuführen. Die nächsten Chargen werden bestimmt wieder richtig sortiert im Handel sein und der Praktikant wieder zurück in den wohlmeinenden Händen seiner Steiner-Pädagogen.

Gänzlich verblüfft war ich allerdings, als mir ein Tabak mit dem merkwürdigen Namen „Penzayyum“ in die Hände fiel. Der Name kommt mir nicht ganz unbekannt vor. Er erinnert mich an irgendetwas ich komme nur leider nicht drauf …
Auch das ungewöhnliche Dosendesign habe ich schon einmal irgendwo gesehen. Auch dieser mir bisher unbekannte Tabak scheint ein so genannter „Heritage-Tabak“ zu sein. Wenn Sie lieber Leser mir auf die Sprünge helfen könnten, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen.

Der Tabak schmeckt jedenfalls großartig, satt nach Latakia und hat dabei eine solche Weichheit, dass er Mund zu schmelzen scheint, ich bin überwältigt.

Und so verbleibe ich, endlich doch versöhnt mit der Heritage-Mode, Ihr Alexander

 

 

Alexander Broy

Alexander Broy ist Künstler, Flaneur und Blogger mehr von ihm gibt es in seinem Künstlertagebuch unter: http://broy.de zu lesen.

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8 Antworten

  1. Ja, das ist ja endlich mal wieder ein mundwässender Bericht. Auch ich habe den Penzayyum neulich im Web gefunden. Leider wurde die Bestellung nicht ausgeführt, da ich gleich 20 Dosen bestellen wollte, der Bestand aber nur 2 Stück auswies. Daraufhin wurde mein Warenkorb geschlossen und ich konnte nicht erneut bestellen. Ich habe dem Webshop einen Brief geschrieben (Ausland, Luftpost) und auf den Fehler hingewiesen. Nur befürchte ich, das allein durch diesen Artikel soviele Pencanze Fans versuchen zu ordern, das die Webseite wieder zum erliegen kommt. Mal sehen ….

  2. Erno Menzel sagt:

    Ich wusste es doch, auf den Hans im Ries ist Verlass, und das wieder Herr Broy als Etikettenverantwortlicher gewonnen werden konnte ist hollywoodreifes, oscarverdächtiges großes Kino. Leider weiß der Onlineshop nicht, dass Hessen ein Bundesland ist, Mist…

  3. WillyR sagt:

    Die Frage ist doch: Wo bleiben „And So To Sleep“, „Blackton“, „Brightpool“, „Carchester“, „Dordiff“, „Knightsbridge“, „Margarete“, „Warheaven“, „Scarborough Fair“, „Dùn Barra“, „Rambrake“ oder „Pemsgate“?

  4. Rainer Kockegey sagt:

    Anbetracht des äußerst kreativen (wenn auch vermutlich offensichtlich inspirierten…) Döslndesigns, das auch in meinen ergrauten Zellen die Frage nach einem möglichen Dejà-Vu hervorruft, wäre das doch evtl. DIE ultimative Lösung für alle, die frei nach Sten Nadolny die Langsamkeit für sich entdeckt haben, und mit dem gelegentlich etwa 5-sekundigen Auftauchen der Kräutermischung von der Kanalinsel im einschlägigen Online-Handel einfach nicht Schritt halten können.
    Selbiges gälte für völlig tiefenentspannte Zeitgenossen, die auf einschlägigen Pfeifen- und Tabakakquisitionsveranstaltungen (vulgo Lohmar, Speyer, und so…) noch am frühen Nachmittag nach einer Dose Fayyum Kake fragen… die für mich wiederholt und immer amüsanteste Interpretation des Terms „Optimismus“…

    Offen bleibt somit nun allerdings, wer denn nun so ein genial gestaltetes Dösl mit (b)rauchbarem Inhalt füllt ?
    Mit dem Gebrösel von der Kanalinsel wird es bekanntermaßen nicht funktionieren, denn da scharren permanent solvente Chinesen noch vor Fertigstellung der übernächsten Charge in den Startlöchern.
    Selbiges gälte für die bizepsbeanspruchende streng limitierte Kellerpressung aus Rieslingen (=Pfälzer Sprachfaulheit für Reimlingen im Ries) … denn Quantität hat Qualität schon immer geschadet…
    Tja… Alexander, als möglicher Ausweg aus dieser Misere… …versuch dich doch mal mit einem ‚Krambel Käik‘ – selbstverständlich mit adäquatem Inhalt – Möge der Dank der Meute mit dir sein.

    Happy photoshopping,
    Rainer

  5. antonis sagt:

    wo gibt es den diesen Tabak zu kaufen ?
    hab nirgends was gefunden ?

    gruss
    antonis

    • Peter Hemmer sagt:

      Hallo Antonis,
      also das Penzayyum-Etikett ist exklusiv nur für Leser von pfeifenblog.de! So steht es zumindest drauf!

      Oder: Leider gibt es diesen Tabak nicht wirklich, es handelt sich bei dem Beitrag um ein Satire, die das Kopieren berühmter Tabake zum Thema hat. Leider! Aber ich rede mal mit dem Hans – wäre bestimmt ne Bombenidee!? 😉

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