AD: HU Tobacco | Khartoum

Zuerst: Das „AD“ steht davor, weil ich an der Entstehung dieser neuen Mischung nicht unmaßgeblich beteiligt war und deshalb dieser Text weniger ein Review als eher einen beschreibenden Entstehungsbericht darstellt. Will heißen, dass ich hier nicht unvoreingenommen sein kann! Trotzdem werde ich mein Bestes tun, um einen nachvollziehbaren Eindruck vom neuen Khartoum zu vermitteln.

Wie viele unserer geneigten Leser wissen, ist die sogenannte „Afrika-Reihe“ von HU Tobacco ein Gemeinschaftsprojekt von Hans Wiedemann und mir. Unser Ziel war, bzw. ist es, Mischungen zu kreieren, die sich ein bisschen abseits des Mainstreams bewegen, aber trotzdem so gestaltet sind, dass sie ihre Liebhaber finden. Das ist uns bislang ganz gut gelungen. Haben wir uns ganz am Beginn unserer Zusammenarbeit eher von einem Blick auf die amerikanische Tabaklandschaft inspirieren lassen, so finden wir in den letzten Jahren zunehmend für uns Neues oder schauen auch mal auf die alte englische Tradition, die wir dann aber immer ein auch ein bisschen eigenwillig interpretiert haben. Bei unseren letzten beiden Mischungen, dem Nyala und dem Manyara haben wir uns mit Zigarrenstilistik im Pfeifentabak beschäftigt und uns war damals schon klar, dass wir dieses Themenfeld mit einer seriösen Latakia-Mischung, und genau das ist der Khartoum, abschließen wollen. „Damals“ heißt vor vier Jahren. Vor etwa zweieinhalb Jahren haben wir dann konkret mit der Planung des Khartoums begonnen.

Die Entstehung

Wenn wir in all den Jahren etwas gelernt haben, dann ist es die Tatsache, dass man sich Zeit geben und lassen muss, will man zu einer Mischung kommen, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch was besonderes und bleibendes darstellt. Und die vor allem etwas darstellt, wo man unseren Stil, unsere Handschrift und unseren Geschmack wiedergespiegelt sieht bzw. schmeckt! Ich glaube, der Khartoum ist genau so ein Tabak, wo man unser beider Vorstellungen sofort erkennt, sofort die HU Afrika-Reihe erkennt, wo man sofort Identität erkennt. Dass dann mit dem Khartoum etwas rausgekommen ist, was meiner Meinung nach auch noch das Zeug zu einem echten „Latakia-Klassiker“ hat, das freut mich ganz besonders!

HU Tobacco Khartoum

Nun, begonnen haben wir da, wo die meisten Latakia-Mischungen, die Havanna Blattgut enthalten, auch sind, nämlich bei einer klassischen englischen Mischung aus Latakia, Virginias und Orientals und haben dann Havanna hinzugefügt. Die Ergebnisse waren durchaus gut rauchbar, auch mit Genuss rauchbar, aber irgendwie hat uns beide das nicht überzeugt. Warum? Weil es irgendwie nichts besonderes war. Man hatte immer den Eindruck, da wird zu einem Butterbrottabak Havanna beigemischt, damit sich auch der letzte Zigarrenraucher noch daran erfreut. Wir wollten aber, wie schon beim Nyala, nicht einen Pfeifentabak für Zigarrenliebhaber entwickeln, sondern einen reinen Pfeifentabak, der den Havanna-Anteil geschmacklich von der gewohnten Zigarre wegholt und neuartig einbettet.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir unseren Weg gefunden hatten und dieser Weg bestand erstmal darin, etwas wegzulassen, nämlich die Orientals! Das mag seltsam klingen, wenn man weiß, wie sehr Oriental in der Lage ist, in Mischungen weich zu verbinden und Harmonien herzustellen. Aber das Havanna Blattgut ist für sich schon ein sehr „weicher“ Tabak, nur ist es im Vergleich zum Oriental deutlich intensiver im Geschmack. Ihm fehlt diese leicht ätherisch feine Blumigkeit des Orientals völlig. Und um das auszugleichen, haben wir erstmal den Latakia-Anteil deutlich erhöht, denn der uns zur Verfügung stehende cypriotische Latakia hat genau diese „ätherischen“ Qualitäten, nur eben „in rauchig“. Zwischen dem Latakia und dem Havanna entstand in vielen Versuchen ein für uns perfektes Verhältnis, das immer noch auf der gleichen Basis stand, nämlich den Virginias, deren Anteil aber nun verringert war.

Jetzt ging es „nur“ noch darum, dieser Basis ein bisschen „auf die Beine zu helfen“ und da hat uns die Erfahrung, die wir mit unseren Latakia-Mischungen im Lauf der Jahre gemacht hatten, ungemein geholfen: wir haben beim Khartoum denselben Kunstgriff probiert, den wir beim Fayyum gefunden hatten, nämlich etwas unaromatisierten Black Cavendish und etwas Kentucky hinzuzufügen, was auch in Verbindung mit dem Havanna Blattgut perfekt funktioniert, und dem ganzen dann abschließend mit einer gerade richtigen Portion Perique den letzten Pfiff zu geben. So ist im Wesentlichen der Khartoum entstanden.

Das Lustige ist eigentlich, dass ich beim Proberauchen gegen Ende, also bei der Feinabstimmung, immer das Gefühl hatte, der Tabak wird mehr und mehr eine „klassische“ Mischung, wie es sie vielleicht schon vor 120 Jahren gegeben haben könnte, dabei bewegen wir uns hier wirklich auf neuem Terrain, was die Komposition angeht. Aber der Geschmackseindruck ist so hinreissend „Old School“ im positivsten Sinne!

Als Hans in seiner Beschreibung des Khartoums auf seiner Seite geschrieben hat, der Khartoum würde die HU Tobacco Afrika-Reihe „krönen“, da dachte ich im ersten Augenblick, das klingt nach Abschluss. Dabei hätte ich schon noch ein bisschen Munition im Kopf für neue Tabake, aber je mehr ich den Khartoum jetzt rauche, desto glücklicher bin ich mit dem Ergebnis und finde schon, bei aller Bescheidenheit, dass der Khartoum schon ein ziemliches „Monument“ in unserer Reihe ist.

Die Beschreibung

HU Tobacco Khartoum

Aber wie ist der Khartoum denn jetzt eigentlich? Öffnet man die Büchse, dann findet man keinen olfaktorischen Humidorraum, sondern stattdessen strömt einem eine balsamisch weiche Wolke dezidierter Rauchigkeit entgegen. Zwar lässt sich das Havanna Blattgut ausmachen, aber doch sehr gebändigt und dezent eingebunden. Das Tabakbild ist dunkel mit mittelbraunen und hellbraunen Highlights, insgesamt sehr attraktiv und harmonisch. Es läßt ästhetisch Erahnen, was nun geschmacklich folgt.

Entzündet man den Khartoum, was vollkommen unkompliziert ist, denn die Mischung ist ein gleichmäßiger Ribbon Cut, der eher auf der trockeneren Seite daherkommt, dann hat man sofort einen sehr breiten flauschig weichen Teppich von ätherischer Latakia-Rauchigkeit im Mund, der begleitet wird von Röstnoten wie etwa dunkel gebackener Brotkruste, von nussigen Aromen, die, obwohl cremig, wenig süß wirken (nicht wie Gebäck, eher wie Nüsse in einem orientalischen Essen), und von einer sehr interessanten Erdigkeit, die dem Havanna Blattgut und dem Kentucky zuzuschreiben ist.

Interessant ist diese Erdigkeit deshalb, weil die beiden Charaktere sehr unterschiedlich sind: der Kentucky wirkt ein bisschen wie trockene Erde, auf die die Sonne scheint, während das Havanna Blattgut an feuchten dunklen Waldboden erinnert. Diese so erreichte Erdigkeit ist raffiniert, Kentucky und Havanna ergänzen sich perfekt, mit dieser Art von Erdigkeit entsteht ein Wechselspiel mit dem Rest, das ganz weit weg von Monothematik ist und vor der Kulisse des Latakias hier eigentlich die Mischung rockt! Dass dann doch auch immer wieder mal die schwere Fruchtigkeit des Periques duchblitzt, ist das Tüpfelchen auf dem „i“, wobei diese Trockenfrüchte-Aromatik im Vergleich zu Rauch und Erdigkeit durchaus auch etwas Frisches mitbringt und gleichzeitig die schokoladige Seite des Periques wie geschmacklich sehr trockene Bitterschokolade wirkt.

HU Tobacco Khartoum

Kuit Apple Army Mount mit Hornmundstück, hergestellt von Ben Wade in Leeds etwa 1907

Das Faszinierende am Khartoum ist nun, dass das vorhin Beschriebene unglaublich harmonisch und weich gebettet wirkt, trotz eminenter Rauchigkeit, trotz Erdigkeit, trotz großen Volumens! Der Khartoum ist zwar, schon allein dem hohen Latakia-Anteil geschuldet, kein besonders nikotin-starker Tabak, aber er ist sehr körperreich und voluminös, also schon ein Tabak, den man vielleicht eher nach dem Abendessen raucht als zum Frühstück.

Der Khartoum ist ein recht ergiebiger Tabak, er glimmt wirklich sehr sehr langsam und gleichmäßig, was ein problemlos kühles Rauchen garantiert. Geschmacklich ist er ein eher geradliniger Tabak, der sich erst im letzten Drittel verändert, indem dann die Virginias mit ihrer Cremigkeit und der Perique im Verhältnis zu Rauch und Erdigkeit noch zulegen! Ich würde denken, der Tabak ist tendenziell eher für erfahrenere Raucher, die Latakia wirklich schätzen. Als einen Einstiegstabak in die Latakiawelt sehe ich den Khartoum nicht. Jemand, der Latakia nicht wirklich liebt, sollte zumindest gewarnt sein!

Kurz zum Etikett

Mit der Gestaltung des Etiketts haben wir uns was Neues einfallen lassen, indem wir die Tageszeit umkehren wollten und unsere stilisierte Afrika-Landschaft beim Khartoum vor einem Nachthimmel zu sehen sein soll. Dass diese Nacht nun so dunkel ausgefallen ist, liegt nicht an Alexanders Entwurf, sondern am Drucker des von uns so sehr geschätzten Herstellers, heißt: die „richtigen“ Etiketten werden korrigiert und in Zukunft deutlich heller ausfallen! Abschließend möchte ich noch sagen, dass Kohlhase & Kopp, die die Afrika-Reihe für HU Tobacco herstellen, auch hier wieder eine richtig gute Arbeit geleistet haben! Danke!

10 Antworten

  1. Don Perique sagt:

    Eine wirklich bemerkenswerte Leistung, sich – geschmacklich weit vom Mainstream entfernt – auf ein solches Projekt einzulassen. Ich hoffe, der Tabak wird seine Liebhaber finden! Was mich betrifft, wurde ich beim Durchlesen wieder an den Nyala erinnert, der seit längerem auf meiner Beobachtungsliste steht. Ich denke, auch Wünsche haben ihre Reihenfolge 😉

  2. Lieber Peter,
    ich bin ausserordentlich gespannt auf diesen Tabak. Nach diesem ausführlichem Review um so mehr.
    Er scheint ja so besonders zu sein, dass er das Zeug zum Klassiker hätte. Ob das wirklich so ist, wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entscheiden. Ich bin gespannt.

    • Es ist sehr interessant, einmal in die Beweggründe und Mechanismen einer solch aufwändigen Tabakentwicklung eintauchen zu können und diese kompetenten, anregenden „Offenbarungen“ findet man ja so gut wie nie. In der Regel müssen wir Tabakliebhaber uns doch mit den langweiligen, lapidaren Herstelleraussagen abfinden. Dafür herzlichen Dank, auch für die erkennbare Mühe, die in der anspruchsvollen Berichterstattung ersichtlich ist.

      Dennoch möchte ich einen weiteren Aspekt aufzeigen, der mich ein wenig umgetrieben hat, zumal ich mich seit sehr langer Zeit mit der historischen und geopolitischen Entwicklung der Region beschäftige und mich auch in Khartoum mehrfach aufgehalten habe.

      Finden oder Schaffen von Namen sind eine wichtige Phase in der Lifecycle Planung neuer Produkte. In der Regel -und in Unternehmen- sind dafür Marketing und Produktmanagement zuständig. Eine von vielen anderen ist die Prämisse, keine negativ besetzen Begriffe zu verwenden. Warum, das liegt auf der Hand. Ich erinnere an den fast schon amüsanten faux pas von Mitsubishi mit dem Modellnamen Pajero, der für japanische Ohren schön klingen mag, für Spanier aber ein häufig gebräuchliches Schimpfwort abgibt.

      Khartoum ist nicht nur unter Historikern und Politologen ein solch negativ besetzer Name. Befasst man sich mit der seit Gründung um 1820 unrühmlichen Hauptstadt der heutigen Republik Sudan, dann ist sie seitdem und aktuell ein extremer Krisenfall. Nicht nur, dass hier mit der Errichtung des Mahdi Kalifats unter dem selbsternannten Führer Muhammad Ahmad der Beginn des modernen Djihadismus festgestellt werden kann (vornehmlich gegen Ägypten und Großbritannien), auch gibt ein ehemals führender Handelsplatz für Sklaven keinen probaten Namen für ein Genußmittel ab. Zieht man die aktuellen Probleme in dieser Region (Spaltung des Sudan, Darfur-Konflikt, Khartoum-Resolution) oder gar den Überfall auf die Deutsche Botschaft vor 10 Jahren ins Kalkül, dann ist diese Namensauswahl wenig sensibel. Niemand käme heute auf die Idee, ein Produkt Kabul, Ghaza, Srebrenica oder Gulag Gorski zu nennen.
      Das Verwenden von Khartoum aus rein phonetischen Gesichtspunkten oder weil er als Fortsetzung einer Produktreihe eben zu passen scheint, ohne sich zuvor mit der Bedeutung befasst zu haben, erscheint mir fragwürdig.

      Wer meinen Gedankengang nachvollziehen möchte, dem empfehle ich unbedingt zwei Standardwerke aus und über die Zeit, in der Khartoum in Europa mit Entsetzen verbunden war:

      Feuer und Schwert im Sudan – Rudolph Slatin Pascha, 1896 –
      Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi (The River War) – Winston Churchill, 1899
      beide im Buchhandel erhältlich

      und die aktuelle Verhältnisse darstellenden

      Krieg im Lande des Mahdi – Thilo Thielke, 2006
      Das Reich des Mahdi – Erhard Oeser, 2012

      Ich wünsche den Entwicklern, dass der Tabak die hochgesteckten Erwartungen erfüllt. Probieren kann ich ihn erst Ende Oktober und bin schon sehr gespannt.

  3. Peter Hemmer sagt:

    In erster Linie ist Khartoum der Ort, wo Blauer Nil und Weißer Nil zusammenfließen und damit ein geographischer Schlüsselpunkt in Afrika.

    Dass man wegen des Mahdi Aufstands vor 140 Jahren und den daraus resultierenden Konflikten heute einen Tabak nicht „Khartoum“ nennen sollte, finde ich, gelinde gesagt, arg an den Haaren herbeigezogen. Vor allem, wenn man, wie du das tust, im historischen Blick das zu Grunde liegende Hauptproblem vollkommen ausser acht lässt, nämlich den imperialistischen Kolonialismus! Wenn ich mir nur kurz überlege, wieviel Ausbeutung und Elend dieser über die Welt gebracht hat, dann dürfte ich als ersten Tabak überhaupt meinen geliebten „Westminster“ nicht mehr rauchen, denn dort sitzt die Quelle allen Übels! Dass du uns hier ausgerechnet Slatin („Im folgenden Jahr versuchte er sich als Schatzsucher im Sudan“) und Churchill empfiehlst, spricht Bände! Aber vielleicht unterschätze ich das Problem? Vielleicht rauchen Afro-Amerikaner Tabake, die Tennesee oder Louisiana-Flake heißen, auch nur mit einem komischen Gefühl in der Magengrube? Oder einer der Haustabake vom Huber, „Münchner Rauch“, der Hobbyhistoriker merkt auf: München, war da nicht was? Genau: Hauptstadt der Bewegung! Um Gottes Willen, wie kann man nur so unsensibel sein? Oder der „Presbyterian“? Vor dem Hintergrund des Missbrauchskandals mehr als fragwürdig! Oder oder oder….

    • Da gerät wohl gerade etwas gehörig durcheinander.
      Das ein seit über 150 Jahren in München ansässiges Tabakhaus einen Tabak Münchner Rauch oder sonstwie in Verbindung zu seinem Heimatort benennt, ist einleuchtend. Mir ist wohl entgangen, das HU Tobacco jetzt im Sudan ansässig ist oder dort eine Dependance eröffnet hat. 🙂
      Die Mahdiya (ca. 1880-1898) habe ich nur angeführt, um einen Ursprung des aktuellen und noch wesentlich schlimmeren Zustands der Region aufzuzeigen, nicht jeder Leser mag das gerade auf dem Schirm haben. Allein in jüngster Zeit (ab den 1970ern) – zeigt sich Khartoum (wie vielfach Hauptstädte als Synomom für einen Staat gebräuchlich sind) als massiv korrupter Staat, in dem fortgesetzter Völkermord, radikaler Islamismus und Unterdrückung System sind, der maßgeblich für nahezu alle Probleme in der Sahelzone, in Eritrea, Äthiopien,Tschad u.a.) mit die Verantwortung trägt. Und darauf bezieht sich meine Kritik, nicht auf zurückliegende, mögliche Ursprünge. Diese Verhältnisse, so glaube ich, treffen wir in München nur sehr selten an, zumindestens ist es mir bisher nicht aufgefallen.

      Natürlich muß man den historischen, den kolonialen wie auch den heutigen Imperialismus einbeziehen, aber das würde kaum in einem Kommentar des Blogs sinnvoll sein.

      Es gibt einen Unterschied von der jetztzeitigen Auswahl Khartoums als Namensgeber für einen Tabak zu den Beispielen wie Presbyterian etc. Anders als Khartoum, als dieser Name für ein deutsches Produkt gewählt wurde und bereits hinreichend als Moloch für unsägliche Verbrechen an Staat und Bevölkerung bekannt ist, war beim Presbyterian die Öffentlichkeit vor zig Jahren wohl kaum allgegenwärtig über einen fürchterlichen Mißbrauchsskandal informiert.

      PS: Slatin und Churchill, die kritische Anführung von Dir verstehe ich nicht.

  4. Klaus Schrayßhuen sagt:

    Hallo Liebe Pfeifen-und Zigarrenfreunde,
    ich beginne ,wie bei mir üblich und auch bewährt,mit der ,,schweren und unangenehmen Kost“(da kann es anschließend nur besser werden).
    Über die Themen Politik und Geschichte könnte,sofern man die Zeit hätte,tage-und wochenlang diskutieren-persönlich halte ich es mit Immanuel Kant´s kategorischem Imperativ(frei übersetzt:was du nicht willst,usw.).
    Recht haben Sie Beide,Herr Falkenried und Herr Hemmer-Mißstände gehören angesprochen,auch wenn es lange vorbei ist,daß aufgrund dieser Mißstände keine neuen und zukünftigen entstehen.
    Doch jetzt zu Erfreulicherem-mit Erstaunen und Freude habe ich festgestellt,daß der neue Tabak kaum noch irgendwo erhältlich ist-zeigt dies doch die Bereitschaft,neues auszuprobieren und vielleicht auch ganz neue Wege im Bereich ,,Tabakgenuß“ zu beschreiten.
    Gleichzeitig ,,belohnt“es natürlich auch die Entwickler von einem neuen Genußprodukt,wenn ,,praktisch in´s Blaue“,bestellt wird-aufgrund der überaus hohen Qualität des sonstigen Sortimentes jedoch auch durchaus nachvollziehbar.
    Vielen Dank auch für die ausführliche Beschreibung der Entstehung-für Außenstehende wahrscheinlich nicht bekannt,wieviel Enthusiasmus und Arbeit dahinterstehen.

    Herzliche Grüße,
    Klaus S.

    P.S.persönlich werde ich noch etwas mit dem Probieren zuwarten-viel Latakia und kein Orient-was der Schwabe nicht kennt raucht er(noch)nicht.

    • Danke Klaus für Ihren Kommentar. Bitte erlauben Sie einige wenige Anmerkungen dazu. In unseren Diskussionen, den Kontroversen, den Kritiken geht es ja niemals um das „Recht haben“, sondern immer um einen Austausch von Gedanken, von Ansichten und Standpunkten, von Wissen und Erfahrungen. Das sehen wir als Wesen unseres pfeifenblog.de, einen lebendigen Dialog, ohne das wir aufeinander losgehen. Gerne führen wir ein geschliffenes Wort, nicht allein um des Unterhaltungswertes willen, sondern als Unterstreichung von Engagement und „Herzblut“, mit dem wir zugange sind. Ich wünsche mir, dass es zu vielen Themen wesentlich mehr Äußerungen von Lesern geben würde, gerne auch kontroverse. Solange wir nicht aufeinander schiessen, sondern miteinander sprechen, diskutieren, uns gemeinsam freuen oder auch gegensätzlich manchmal den Kopf schütteln, lakonisch mit den Schultern zucken, ist alles gut. Nur: mit mehr „Verkehr“ könnte es noch besser sein.

      Ich bin noch bis ca. Ende Oktober auf den Wassern unterwegs und habe keine Möglichkeit, an den neuen Tabak zu gelangen. Aber dann, dann werde ich zuschlagen, bis der Schornstein raucht 🙂
      Bis dahin sind Sie mir alle schon um zig Pfeifenlängen mit Khartoum voraus, können längst mitreden, während ich zunächst einmal nur wie der „Blinde über die Farb“ mutmaßen kann.

      Und nun folge ich Ihnen, was unseren gemeinsamen Freund Immanuel betrifft: ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

      Bleiben Sie uns weiterhin gewogen …..

  5. Manfred Arenz sagt:

    Hallo Sprachpolizei,

    Vorschlag zu mehr politischer-zeitgeistiger Korrektheit:
    – nennt den Tabak um in „Pforzheim-Mitte“
    – gendert das Review noch mal

    Kopfschüttelnd (wie wohl beansichtigt)

  6. Cornelius sagt:

     (1) Natürlich kann man einen Tabak in einer Afrika-Reihe „Khartoum“ nennen. Evoziert Afrikanisch-Arabisches, Fremdes, so wie all die anderen Namen der Afrika-Reihe, dazu eine stilisierte nächtliche Afrikalandschaft, wenn sie denn in der nächsten Auflage sichtbar wird. Ist doch schön, nur die deutsche Schreibweise „Khartum“ wäre mir lieber gewesen. (2) Aber unreflektierter Afrika-Kitsch ist es schon, wenn ich auf der HU Tobacco-Seite neben einer Sicht auf Khartum von „einer Reise nach Khartoum“ lese, auf die sich Hans und Peter virtuell gemacht haben. Falls sie wirklich mal in den Sudan wollen, bitte die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts beherzigen. Und die einschlägigen Amnesty-Berichte oder die Länderberichte in „Le Monde Diplomatique“ lesen, vielleicht will man da doch nicht hin, nicht mal virtuell. (3) Bodo, dass Du die Namensgebung in Kenntnis des Landes und seiner Geschichte als „fragwürdig“ bezeichnest und zur Diskussion stellst, finde ich gut. Hat mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht.

  7. Alexander sagt:

    Ist hier eigentlich schon etwas über den Tabak selbst geschrieben worden? Vermutlich deshalb nicht, weil ihn ausser mir noch keiner geraucht hat. Deshalb wird jetzt hier nur über den Namen herum gescheithaferlt.

    Für den neuen HU-Katalog mussten neue Fotos geschossen werden und auf seltsame Weise sind dabei im Fotostudio ein paar Tabakdosen weggekommen. Darunter auch eine Dose „Khartoum“. Geraucht habe ich ihn – nun schon mehrmals – in meiner Atelier-Dunhill – einer 1975er Shell Billard. Zuhause will ich es mir nicht mit meiner Liebsten verscherzen, da kommen nur „duftende“ Tabake in die Pfeife. Aber im Atelier lasse ich mir die englischen Tabake gerne schmecken.

    Ich habe kaum je einen solch weichen und samtigen Latakia-Tabak, wie den Khartoum geraucht. Er ist deutlich rauchig, aber hat überhaupt keine Schärfe oder gar Säure. Ganz mild und sanft … Den Havanna konnte ich nicht wirklich herausschmecken, der Tabak ist überhaupt nicht zigarrig, er ist ein ausgewogener milder Tabak, der mir ganz ausgezeichnet schmeckt, ihr solltet ihn vielleicht auch mal probieren und zwar ganz unvoreingenommen….

    Deshalb gehe ich ihn jetzt gleich auch wieder rauchen…

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