Peterson (Dunhill): die Rolls und der Flake sind zurück!

Zeit war`s. Nun müßen wir uns endlich nicht mehr einreden, daß der Robert McConnell Heritage Highgate der Nachfolger des mittlerweile legendären Escudo / Dunhill DeLuxe Navy Rolls sei, obwohl er eigentlich ausschaut wie der Orlik Bulls Eye Flake und auch so riecht und schmeckt (vermutlich ist das bei Kohlhase & Kopp eh noch keinem aufgefallen :)) und der in der Mark II Auflage quietschgelb mutierte Flake keineswegs auch nur annähernd an den Dunhill Flake heranreicht. Beide Original STG Produktionen sind zurück und verfügbar. Sie schmecken so, wie wir es lieben und viele von uns so schmerzlich vermißt haben und in deren Folge gibt es auch wieder die Early Morning Pipe, die Night Cap und die 965 Mixture, nicht als gelbe Chimären, sondern in der von STG in der Murray`s Nachfolge hergestellten „Fassung“.

Im gestrigen Freitagsclub der Münchner Runde wurden die Rolls und der Flake ausgiebig getestet …. und ja, die Dunhills sind wieder da, originalgetreu, schmackhaft, wundervoll.

Wen stört es da, dass statt des Dunhill Schriftzugs nun aus vertragsrechtlichen Gründen Peterson steht, das übrige Design ist wie zuvor.

Für diese beiden Tabake brauchen wir kein neues Review schreiben und können auf die hier bereits veröffentlichten verweisen, die nun wieder Gültigkeit haben. Das zeigt, wie nachhaltig der pfeifenblog.de arbeitet :))

Petersen (Dunhill) DELUXE NAVY Rolls

Peterson (Dunhill) FLAKE




Cargo under sail – AVONTUUR Rum

„Es gibt sie noch, die guten alten Sachen“ oder so ähnlich lautet ein Werbespruch des namhaften Warenhauses für schöne Dinge aus zurückliegenden Zeiten, die eigentlich niemand braucht. Angewendet auf die neue Bewegung des althergebrachten Frachtensegeln allerdings ergibt das einen gänzlich anderen Sinn. Wie faszinierend und überzeugend die Idee ist, für gewisse Güter eine alternative Methode für den Transport zu schaffen, zeigt der TV Bericht des NDR „Frachtsegeln“ aus der Reihe „Die Nordstory“, den Sie am Ende des Berichtes ansehen können. Ein Muß für alle, die solchen Projekten aufgeschlossen sind. Ich bin zufällig beim mitternächtlichen Herumzappen auf die Sendung gestoßen und war HIN UND WEG. Das werden Sie auch sein, wenn Sie einem abenteuerlichen Optimismus, einer uneingeschränkten Passion und Leidenschaft trotz zunächst widriger Umstände, meist finanzieller Art, nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Und so lernte ich die Abenteuer des 100 Jahre alten Gaffelschoners „AVONTUUR“ kennen, seines unglaublichen Kapitäns Cornelius Bockermann und einer fantastischen Land und See Mannschaft, die den Atlantik, die Karibik und andere Gewässer besegelt. AVONTUUR ist das niederländische Wort für Abenteuer, wahrlich bezeichnend  für das ganze Timbercoast Projekt. Timbercoast, so der Name der Reederei aus dem kleinen historischen Elsfleth in Niedersachsen, verschifft Produkte an Orte, an denen sie nicht produziert werden können. Somit wird ein Zeichen gesetzt gegen die Umweltzerstörung durch die internationale Schiffahrtsindustrie, die nie gekannte Ausmaße angenommen hat.

Dagegen nimmt sich die durch die Automobilindustrie verursachte wie die viel gerühmten Erdnüsse des Herrn Breuer aus. Der Naturschutzbund Deutschland gibt bekannt, daß ein Kreuzfahrtschiff an einem Tag so viele Luftschadstoffe verursacht wie eine Million Autos. Berechnungen für Containerschiffe, owohl nicht direkt vergleichbar, zeigen aber adäquate Verhältnisse.

Dieses nachhaltige Frachtsegeln schafft umweltfreundlich per Windkraft eine Verbindung zwischen öko-fairer Produktion und einem verantwortungsvollem Konsum. Denn die Erzeuger und Lieferanten von Timbercoast sind allesamt kleine Unternehmen, die der Umweltschonung verpflichtet sind.

Die Frachten-Törns, die Nordamerika, Mexiko, die Karibischen Inseln, Azoren, Kanaren, Kapverden, Madeira und Portugal anlaufen, dauern in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten, bevor die AVONTUUR, derzeit noch der einzige Frachtensegler von Timbercoast, wieder in Elsfleth einläuft. Die gesegelten Waren, darunter Kaffee, Kakao, Rum, Gin, Korn, Schokolade, Honig und Salz, werden direkt im schönen Laden in Elsfleth und im Onlineshop angeboten. Dort habe ich auch die zwei Flaschen AVONTUUR Rum gekauft, die als  cargo under sail mein besonderes Augenmerk fanden. Wer im TV Bericht gesehen hat, wie die Crew an den Rum gelangt ist und mit welchen Mühen er an Bord geladen wurde, hat ein doppeltes Vergnügen an dieser Spirituose.


Die erfreuliche Zukunft: Kapitän Bockermann, der Visionär, hat im vergangenen Dezember einen ebenso realistisch visionären Investor gefunden, den deutschen Millardär Hans Georg Näder, ein besonderer Wohltäter auch auf anderen Feldern. Der passionierte Weltensegler und Besitzer der zur Zeit weltweit größten Carbon Segelyacht, die 70 Millionen Euro teure Pink Gin, plant mit Timbercoast zusammen eine Frachtensegler Flotte aufzubauen. Zwei Gleiche im Geiste haben sich zu einem Zeitpunkt getroffen, als für das AVONTUUR Abenteuer fast Matthäi am Letzten war und der Klabautermann bereits kräftig an den Masten zerrte. Welch ein Glück für diese von einer Botschaft für uns alle beseelten Idee.

Degustationsnotiz: Der ungemein elegante wie schlanke Rum lebt von seiner feinfruchtigen Frische. Dezente Vanillenoten unterlegen zart den Geschmack nach Quitten und frischen Äpfeln. Die für viele karibische Rums so typischen breiten Zuckerrohr- und Karamelnoten fehlen völlig. Dieser Rum ist schlank und sehr klar in seiner Fruchtigkeit. Er bewegt sich weitab von jedem Mainstream, demonstriert aber mit jedem Schluck überzeugend, dass wir es hier mit einer absolut erstklassigen Spirituose zu tun haben! (PH)

Der Rum stammt von der 3. Reise der AVONTUUR – die Voyage 5, so der Projektname – ist in Vorbereitung. Nachdem er 8 bis 10 Jahre in Eichenfässern auf La Palma (Kanaren) gelagert war, hat die AVONTUUR ihn zweimal auf der Route Nordamerika-Karibik und zurück gesegelt, bevor die Fässer in Elsfleth gelandet sind und auf 0,5 l Flaschen (42% Vol) abgezogen wurden. Am kommenden Freitag, 30. August 2019, werden wir die erste Flasche in der Münchner Runde öffnen, dazu den einen oder anderen Shanty singen und in Kürze über das Ergebnis berichten.

Es blieb nicht bei dieser ersten Flasche Rum: pünktlich zum Freitagsclub der Münchner Runde am 06.09.2019 ist der AVONTUUR “ Karibik Rum Junger Wilder“ eingetroffen, begleitet von einigen Tafeln AVONTUUR Schokolade, deren gesegelter Kakao aus Belize stammt.


Degustationsnotiz: Dieser karibische Rum Agricole verrät uns seine Herkunft schon eher, denn hier finden wir jene Noten von sehr reifen Bananen, holziger Vanille und Zuckerrohr, allerdings auch in einer eher untypischen, für Rum ziemlich exotischen Art und Weise: hier hat das Fassfinish (es sind für die Fahrt Zweitbelegungen von Sauternesfässern nachdem der Rum ein Jahr vor Ort in Bourbonfässern lagerte) seine Folgen viel deutlicher hinterlassen, was an dem intensiven Weissweinton zu riechen und zu schmecken ist. Das sehr junge und eminent frische Distillat mit seinen schönen Kanten (es ist ja ein Rum Agricole) wirkt wie hinter einem feinen Weissweinschleier, der mit seinen Noten fast ein bisschen an eine sehr frische und feinfruchtige Weissweingrappa erinnert und mit dem Rum eine durchaus untypische Wechselwirkung eingeht. Auch dieser Rum ist weit weg vom Mainstream, aber für sich gesehen ein ebenso eigenständiges wie eigenwilliges Spitzenprodukt. Wer eine süsse Begleitung zur Zigarre sucht, sollte ihn aber eher meiden… Einziger Kritikpunkt meinerseits: man hätte ihm vielleicht ein paar Alkoholprozente mehr lassen können (es sind 38%), um seine Kanten sogar noch ein bisschen stärker zu zeigen!? (PH)

 

 

AVONTUUR Voyages 1 und 3, so ist „unser“ Rum gesegelt.

AVONTUUR Voyage 2

AVONTUUR Voyage 4 und 5

 




Die Rückkehr(?) der kleinen Dosen: Empire

Als T&P Jünger seit der Jungsteinzeit galt Planta fuer mich als Inbegriff mittelmäßigen Tabaks, der bisher nie in meine Pfeifen gelangt ist. Und ganz offen, ich habe mir nie die Mühe gemacht, Planta überhaupt näher zu betrachten. Zu perfekt ist das Angebot anderer Hersteller an hervorragenden Tabaken aller Couleur. Das so eine Einstellung nachgerade unklug sein kann, liegt auf der Hand. “Was interessieren mich Tatsachen, wenn ich Vorurteile pflegen kann”, wie mein geschätzter Namensvetter – Bodo II, der generös der Münchner Runde den freitäglichen Clubraum stellt, als goldene Regel bei unseren endlosen, eifernden Konversationen aufzeigt.

Planta. Es war an einem frühen Freitag Nachmittag vor 3 Wochen, an dem sich die *Münchner Vor-Runde gewöhnlich beim Fachhändler ihres Vertrauens einfindet. Wieder einmal (ja wie oft denn noch?) wurde über die idiotische Entwicklung bei Tabakdosen gesprochen. Das ein Flake nicht in eine runde Dose gehört, weil es in der Tat negative Auswirkungen auf den Tabak hat, solange er nicht rund geschnitten ist und das die so beliebten, praktischen kleinen rechteckigen Dosen schon seit langem verschwunden sind, beschäftigt uns alle wieder und immer wieder.

Kein Hersteller schafft es, allen gesetzlichen Bestimmungen bei der Verwendung von kleinen Rechteckdosen nachzukommen oder man entzieht sich den unikaten Dosenformen aus Kostengründen und zu Gunsten einer uniformen runden Behältnislandschaft oder, wie Samuel Gawith, die immer schon die grossen Rechteckdosen verwendet haben. MacBaren bildet eine Ausnahme und hat bei den Flakes die schönen kleinen Dosen beibehalten.

 

 

 

 

 

 

 

Kein weiterer Hersteller? Doch !! …… und jetzt kommt Planta ins Spiel.

Die Empire Reihe besteht aus drei verschieden Tabaken, sämtlich Flakes: Empire Perique, Empire Latakia und Empire Virginia. Alle drei kommen in den kleinen Rechteckdosen aus dem letzten Jahrhundert daher. Was für ein Augenschmauß. Innen sind die Flakescheiben noch durch eine durchsichtige, verschlossene Cellophanhülle “versiegelt”. So eine sorgfältige Verpackung hätte ich in der heutigen „kostenoptimierten“ Zeit nicht erwartet.

Gleich vorweg: der Virginia ist geschmacklos, langweilig und nichtssagend, der Latakia nahezu ohne Nuancen und gemessen an anderen Latakia Flakes flach und entbehrlich.
Aber der Perique: ein Glücksgriff.

Nach entfernen der Cellophan Hülle (dazu muß der Tabak einmal aus der Dose entnommen werden) strömt ein satter Brotgeruch entgegen. Die Primärnote stammt vom Perique, dem ein wenig  Orient Tabak und dark fired Virginia zugegeben wurde. Obwohl eine gewisse Süße die Vermutung nach einem Flavour zuläßt, glaube ich, daß diese aus dem Tabak selbst herrührt. Keinesfalls ist das ein für Planta so typisch aromatisierter Tabak.
Die Flakescheiben sind etwas dicker geschnitten als bei den Gepreßten von MacBaren, Capstan oder denen von Pfeifen Huber und auch die Preßdichte ist ein wenig niedriger, gibt aber ein schönes Tabakbild ab. Knick&Falt, meine bevorzugte Füllmethode, zeigt hier gewisse Schwächen, denn der Empire Perique löst sich relativ schnell in seine Bestandteile auf. Also, ein „hineindrehen“ in die Rauchkammer macht diesmal etwas mehr Sinn und schafft eine lockere Füllmenge trotz der Stärke der Scheiben und erspart das vollständige Aufdröseln.

Das Anzünden geschieht pflegeleicht, denn der Flake ist optimal konditioniert. Mild mit wenig Nikotin, aber kräftigem Periquegeschmack, schmeckt er in der Tat ausgezeichnet. Süffig und ohne jegliche Spitzen, glimmt er von Anfang bis zum „süßen“ Ende. Und das mag für manchen Abenteuer-Raucher zur Crux werden, dem ein durchgängig gleicher Rauchgenuß zu langweilig ist. Für mich aber ist es eher Ausdruck einer gelungenen Mischung und führt zu der Einschätzung, daß der Empire Perique ein richtiger Alltagstabak ist, der dem Raucher nicht schnell zuviel wird. Selbst wenn man ihn, wie ich es in den letzten Wochen getan habe, mehrfach am Tage raucht.

Fazit: ein gelungener Perique/Virginia Flake, dessen Abrundung durch Orientabak (e) u.a. eine leichte pfeffrige Note einbringt. Und die kleine Rechteckdose ist ein willkommener Zusatz.

Über Empire Latakia -selbst gebacken ein Beliebiger – und Virginia möchte ich keine weiteren Worte verlieren, da gehe ich jetzt lieber mit einem Buch in den Garten und rauche den Perique.

Empire Perique, Planta
9,90 € – kleine 50g Rechteckdose

Nicht durch Selbstversuch überprüft: vermutlich identisch mit Peter Heinrichs Reserve Crue No. 9, den Planta wohl als OEM-Version liefert.

*Münchner Vor-Runde: jeden Freitag um ca. 15:00h trifft sich die Münchner Runde in ihrem Clubraum. Einige allerdings rauchen schon gegen 14:00h vorher eine Pfeife bei Pfeifen Huber im Tal, das ist die Münchner Vor-Runde.

UPDATE 15.09.2019: Planta wurde von MacBaren übernommen und ist als Tabakhersteller Geschichte.




Tabak und geflügelte Worte: Penzance neu verpackt ?

In der vom Bertelsmann Buchclub geprägten 1960er Viertelwissen Gesellschaft, vielfach immer noch als Bildungsbürgertum bezeichnet, fand man in (fast) jeder Familie Büchmanns Sammlung der geflügelten Worte. Immerhin aus dem 19. Jahrhundert stammend – die erste Ausgabe gab es 1864 – gilt es weiterhin als ein Standardwerk für zitatenwütige Menschen. Jetzt habe ich wieder einmal darin geblättert, um die Tabak-Odyssee der letzten Monate zu verarbeiten, die anders als die homerische für mich völlig unbefriedigend geendet hat. Und der heutige Schlußpunkt wurde durch den iconischen Penzance gesetzt.

Die Situation ist hinreichend bekannt: ein Tabak, der jahrelang zu unseren Favoriten gehörte, der etwas Besonderes war, wird plötzlich nicht mehr hergestellt. Oder schlimmer noch, einst verschwunden, wieder als 100 % ig dem Original entsprechend auf den Markt geworfen. Die Pfeifenkommunen, darunter natürlich auch wir mit unserem Pfeifenblog.de, überschlagen sich mit der Bekanntgabe der Rauchergebnisse, in denen sich alle Einschätzungen und Erkenntnisse wiederfinden, die unser Sprachschatz so abgibt: exakt wie das Original, besser oder schlechter als das Original, kein Vergleich mit dem Original, gänzlich anderer Tabak, zu teuer oder zu billig, wird nicht mehr gebraucht, es gibt doch längst den Ostbahn-Schräg geflakten Machorka Curly, der um Längen besser ist/schmeckt und außerdem in den heute so geschmähten und raren Plastiktüten verpackt ist. Habe ich einmal als abschreckendes Beispiel hier erlebt.

Was bin ich trotz mich vermeintlich im Besitz höherer Weihen der Tobaccologie wähnend auf die blödsinnigsten und vermutlich ungeprüften Empfehlungen von Tabakspezialisten und zahlreichen Hausmarken-Fachhändlern hereingefallen. Habe Zeit, Geld und textlichen Aufwand betrieben, um letzlich diesen ganzen Schmarrn hinzuschmeißen und aufzugeben. Und sitze wieder klargeistig, entspannt bei meinem Balkan, den Spezialisten Full Virginia Flake, Epikur und Fayyum Kake, gönne mir ab und zu einen Penzance oder Sobranie 759, auch ein Marlin oder Orlik Golden Sliced mischt sich mit dem Honeydew Flake (jetzt Golden Flake) darunter und bin …… rundum zufrieden.

Denn diese Mischungs-Verführer haben ab sofort keine Macht mehr über mich, müssen an mir vorbei laborieren oder, um im derzeitig angesagtem Duktus zu reden “ können mich jetzt aber mal so was von …. im Mondschein begegnen“, als da u.a. wären:

Hausmischung Bonner Koepp – Night Cap
Gerd Jansen Hausmischung 45 – My Own Blend 800 Ö
Gerd Jansen Bengal Slices – Bengal Slices –
Balkan Sobranie Mischung oder 759 – gefühlt eintausend verschiedene Anbieter, nur einer hats getroffen
Peter Heinrichs Strang – Escudo/ Navy Rolls als Plug, sieht so aus, ist es aber nicht
Robert McConnell Heritage – alle Tabake versprechen eine Nähe zu Dunhill – Pustekuchen!


Dies ist nur ein kleine Auswahl, die ich mir in jüngster Zeit „gegönnt“ habe. Den Vogel abgeschossen aber hat vor zwei Tagen ein Tabak, dessen Original Legende ist und das zu meiner Tabak DNA gehört: der 1820 Flake von JF Germains, der in vielen Foren und Blogs als der Penzance in anderer Verpackung, da vom gleichen Hersteller, gepriesen wird. Erhältlich nur in den USA und in Brexit UK. Letztere aber liefern nicht mehr ins Ausland, zumindest nicht ins europäische. Also habe ich mein Netzwerk ins Spiel gebracht. Ein englischer Freund, seit Geburt Nichtraucher, wurde gebeten, den 1820 Flake online an seine UK Adresse zu bestellen und einer weiteren Freundin zu übergeben, die einen Termin in Frankfurt/M wahrnehmen mußte. Sodann habe ich einen Münchner Bekannten aufgetan, der just an diesem Tag ebenfalls in Frankfurt zu tun hatte, brachte beide zusammen und vorgestern wurden mir zwei Pouches (!) in München ausgehändigt. Zu diesem Zeitpunkt war mir der horrende Preis von 38€ für 100g noch wurscht.

aus Online Shops in den USA & UK- Meinungsvielfalt !




Der erste Dämpfer war die Verpackung: ein grünschwarzer Gawith & Hoggarth Pouch mit einem simplen Eitkett „JF Germains 1820 Flake 50g. Aha, da hat der Online Shop wohl selbst von einer größeren Liefermenge „abgefüllt und umverpackt“, natürlich entspricht das nicht der Abbildung auf der Shopseite. Und auch keineswegs dem Schnitt des Penzance, der in einer 50g Rechteckdose mit aufrechtstehenden Krumble Kake Scheiben verkauft wurde. Alles zu verschmerzen, wenn sich denn der Penzance in den Pouches befunden hätte. Was der sofortige Geruchstest ergab und was sich am nächsten Tag durch einen Direktvergleich mit dem Original bestätigte: alles, nur kein Penzance. Tabakbild, Farbe, Geruch und selbstredend der Geschmack gänzlich anders. qed, denn ich war nicht allein. Der Zeuge mag sich äußern, so er denn hier liest.

Nun kann man diesen Tabak gut rauchen, ein kräftiger, ehrlicher Latakia/Orient, aber keine Spur von Flake oder Kake, vielleicht ist er als „selbstzerbröselnd“ konzipiert. Glaube ich zwar nicht, denn auf so eine Idee kommt in dem paralysierten Vereinigten Königreich derzeit, außer vielleicht Banksy, wohl niemand, da läuft ja eher alles auf Selbstzerstörung hinaus.  Aber wenn ich pochierte Jacobsmuscheln bestelle, möchte ich nicht frische Austern serviert bekommen, obwohl mir diese auch vorzüglich munden. Oder so: eine Currywurst Schranke darf nicht ungefragt durch einen Schaschlikspiess ersetzt werden.

Zurück zu Büchmann:

den Tag nicht vor dem Abend loben, nicht in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah, den Krieg um Troja nicht mit dem Zwillingsei beginnen, des Treibens müde sein, den Schein nicht die Wirklichkeit erreichen lassen, das Wenige nicht leicht aus den Augen verlieren und das Früher alles besser war, fand ich treffend für meine Suche nach dem unwiederbringlich Vergangenem. Die Suche ist jetzt eingestellt. Sie war ein vollständiger Mißerfolg. Dabei mache ich den Anbietern keinen Vorwurf, sie wissen es einfach nicht besser.

Ähem: die Suche ist eingestellt? Und was ist jetzt mit den neuen Dunhill Tabaken, die uns STG in Kürze auf den Tisch legt? Die, die einigen aus der K&K Heritage Reihe den Garaus machen werden? Aber selbstverständlich – kaufen, rauchen, beschreiben, bewerten ……. wozu sind wir Blogger?

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UPDATE 28. September 2019 : die Rolls & der Flake sind endlich zurück und verfügbar !


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Robert McConnell Heritage – Dschungelführer

Auf vielfachen Wunsch eine Gegenüberstellung von Dunhill, Robert McConnell Heritage Mark I und Mark II Tabaken. Alle Bilder sind in der Reihenfolge ihrer Entsprechungen abgebildet, so daß ein schneller Direktvergleich möglich ist.


Alfred Dunhill Tabake bis Oktober 2018

STG Scandinavian Tobacco Group


Robert McConnell Heritage Mark I (Oktober 2018-Oktober 2018)

STG Scandinavian Tobacco Group – Kohlhase & Kopp


 

Robert Mconnell Heritage Mark II (ab März 2019)

STG Scandinavian Tobacco Group – Kohlhase & Kopp

Sobald unser Head of Graphics, Art & Webdesign endlich von seinem bierseligen Kalvarienberg-Pfingstausflug aus fränkischer Flur zurück wieder zum Dienst erscheint, stellen wir auch eine schöne Grafik der Heritage Mark II ein, bis dahin bitte nur den Informationsgehalt zur Kenntnis nehmen.

22.06.2019: Nachdem der Herr Künstler schon wieder irgendwelche Almen heimsucht, habe ich selbst ein wenig die Grafik optimiert, allerdings bleibt für ihn noch Raum zur Optimierung.!!!!!!!

25.6.2019 Hätte er ein Alphorn zur Hand gehabt oder einen Juchitzer abgesetzt, hätte er mich viel schneller erreichen können. Als würde ich E-Mails lesen … Jetzt bin ich extra ins Tal herab geeilt, um die Grafik schnell neu zu malen. Jetzt gehts gleich in die Fränkische Schweiz, wo die Berge nur „Buggel“ sind, aber das Bier viel besser als in Österreich. Berg Heil …

ACHTUNG ! Eclipse (Mark I) / Highgate Mark II) entsprechen nicht dem Dunhill DeLuxe Navy Rolls, sondern sind unverändert der Orlik Bulls Eye Flake.

 

Mit der Maus über die Tabelle fahren und scrollen, auch Tiroler können das, sofern sie willens sind.

Pfeifenblog Cross Ref Dunhill-RMc Heritage 12.03.2019


Links zu den Pfeifenblog Heritage Reviews

Robert McConnell Heritage | Piccadilly Circus

Robert McConnell Heritage | Covent Garden

Robert McConnell Heritage | Regent Street | ehemals Majesty Elizabeth

Robert McConnell Heritage | Barking Road | ehemals My Mixture Barking Road

Robert McConnell Heritage | Oriental Square | ehemals Durbar Square

Robert McConnell Heritage | Flake

Robert McConnell – Highgate, Mark II

Robert McConnell Heritage | Eclipse

Robert McConnell Heritage | Ready Rubbed

 




Dr. John † | Hymnen aus New Orleans

Dr. John alias Malcolm „Mac“ John Rebennack Jr., Beiname „The Night Tripper, geboren 1941 in New Orleans, ist überraschend vorgestern 77 jährig einem Herzinfarkt erlegen. Kaum ein Musiker der neuzeitlichen populären Musik hat die Mississippi Schwüle, das kreolische Erbe und den speziellen musikalischen Lebenstil zwischen Voodoo, Psychodelic, R & B, Blues und Rock, typisch für den Süden der USA und speziell New Orleans, so treffend wiedergegeben. Stets atmospärische Musik, vielfach schräg, vielfach Voodoo und Gumbo ….

Er hat lange nicht veröffentlich – zuletzt 2014 Ske-Dat-De-Dat – The Spirit of Satch, eine vielseitige Reminiszenz an einen anderen großen Sohn der Stadt, Louis Armstrong,  aber das Repertoire der Veröffentlichungen ist umfangreich, ich besitze über 20 seiner Alben, es gibt aber noch weit mehr. Für Dr.John Einsteiger seien die zwei Alben  Dr. John Plays Mac Rebenack Vol 1 und 2  empfohlen →

 

Ich stelle hier vor die CD N’Awlinz Dis, Dat, or D’Udda ( lautsprachig für: New Orleans, dies, das und anderes) aus dem Jahre 2004, relaxed, laid back oder was für Attribute gewöhnlich damit verbunden werden, aber so klingt es tatsächlich. Bitte achten Sie auf die Titel „When the Saints….“ und lassen Sie sich von einer wieder einmal unglaublichen Mavis Staples vereinnahmen. Ja, es ist heiß, es ist schwül in New Orleans, es riecht nach Absinth und Gumbo und all das werden Sie aus Ihren Lautsprechern hören, verspüren.

Sie sollten einen guten Drink zur Unterstützung wählen, einen, der die spezielle Stimmung Dr. John`s Musik fördert, zum Beispiel den Boulevardier, hier treffend beschrieben. Und meine Favoriten Escudo/Navy Rolls oder der satte Epikur tun ein weiteres, um ein wenig kreolisch zu fühlen. Und vielleicht lesen Sie dazu den detailreichen Nachruf aus der Süddeutschen Zeitung.

Dr. John war stets ein Vermittler zwischen Blues, Jazz, Latin, Mardi Gras, kreolischen und psychodelischen Einflüssen, vielfach überlagert von Voodoo Kult Stimmungen. Mit ihm spielten “ Gott und die Welt“ und auf diesem Album u.a.  B.B. King, Willie Nelson, Mavis Staples und Cyril Neville, sehen Sie weiter unten die Liste der Lieder dieses Albums, ich habe die beteiligten Musiker aufgeführt. Und wer nicht sogleich vom ersten Stück Quatre Parishe wegbeamt, muß zu Helene Fischer oder auf das Boot mit Florian wechseln.

Quatre Parishe
When the Saints Go Marching In feat. Mavis Staples
Lay My Burden Down feat. Mavis Staples
Marie Laveau feat. Cyril Neville
Dear Old Southland feat. Nicholas Payton
Dis, Dat or d’Udda
Chickee le Pas feat. Cyril Neville, Mardi Gras Indians
The Monkey feat. Eddie Bo, Mavis Staples
I Ate Up the Apple Tree feat. Randy Newman
You Ain’t Such a Much feat. Snooks Eaglin, Willie Nelson
Hen Layin‘ Rooster feat. Clarence „Gatemouth“ Brown, B.B. King
Stakalee
Eh Las Bas
St. James Infirmary feat. Eddie Bo
Time Marches On feat. Willie Nelson , B.B.King
I’m Goin‘ Home feat. Cyril Neville





Samuel Gawith – die 1792 Flake Bombe

1792 war nicht nur das Gründungsjahr für die Unternehmung des Tobacconisten Samuel Gawith, die uns heute noch maßgeblich im „Genußgriff“ hält, mit dem Habsburger Franz II. wurde auch der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Durch seinen Onkel und Vorgänger, Kaiser Joseph II, haben unsere armen österreichischen Freunde – und hier insbesondere die Tiroler- bis heute unter dem Tabakmonopol zu leiden. Und das bedeutet, daß sie die meisten der hier vorgestellten Tabake nur über dunkle Kanäle, verschwiegene Grenzstationen, hochgelegene Almen oder gar nicht bekommen können. So auch den im wahrsten Sinne des Wortes bombigen 1792 Flake.

Jörgen Larsen Bamboo – JL Grading

1792 Flake ist ein mustergültiger Virginia/Kentucky Flake, der aus dark fired* Tabaken besteht, die also im Ofen geröstet wurden. Anschliessend werden sie mit Wasserdampf befeuchtet und zu einem Cake gepreßt, der einige Stunden ruhen muß. Der Prozeß der Fermentierung hat eingesetzt. Nun wird dieser Cake in einer Presse unter hoher Hitze für drei bis vier Stunden (oder länger, je nach Rezeptur) quasi gebacken. Der jetzt recht dunkle Cake kühlt ab und verdichtet während des Auskühlens immer fester. Es entsteht ein Plug, der dann in Flakes geschnitten wird. Was den Tabak aber so besonders macht, ist ein durch aus der Tonkabohne gewonnenen Extrakt erzeugtes starkes Aroma, früher wurde es durch den mittlerweile zur Verwendung u.a. mit Tabak verbotenen Wirkstoff Cumarin erreicht. Cumarin wird unter anderem aus der Tonkabohne gewonnen. Und das beim 1792 Flake zur Aromatisierung eingesetzte natürliche Aroma ist ein Extrakt aus der Tonkabohne, der jetzt über die Flakescheiben gesprüht wird. Die Art und Dauer der Herstellung bestimmt u.a. auch den Nikotingehalt des Tabaks, dem beim 1792 Flake eine besondere Bedeutung zukommt.

 

Wie die anderen vor kurzem getesteten Samuel Gawith Flakes ist auch dieser hier nicht zu feucht und geradezu perfekt konditioniert. Wenn das so bleibt, dann entfällt zukünftig die Klage über die grundsätzlich zu feuchten SGs. Auch der Schnitt ist zufrieden-stellend und so kann der Rauchversuch beginnen. Natürlich wird die kleine JL Bamboo mit KNICK&FALT befüllt. Der 1792 Flake traut sich was. Sein Nikotingehalt ist dermaßen bombig, daß mir zum Ende der ersten, zweiten und dritten Pfeife, zwischen deren Gebrauch immer so 2-3 Stunden lagen, ziemlich blümerant wurde. Der Magen rief förmlich nach dem alten Hausmittel Kaiser Natron, das ich in der Küche zum blanchieren von Gemüse und gegen gelegentlich auftretendes Sodbrennen verwende und deshalb immer vorrätig habe. Das müßte eigentlich die Schlußbemerkung dieses Reviews sein, aber so sind Sie schon einmal im Bilde.

Zur erdigen, schwarzbrotartigen, kräftigen Malznote hat der Tabak ein ansprechendes „Waldmeister-Aroma“, das aber weder aufdringlich, aufgesetzt, noch künstlich wirkt und den Röst-Virginia hervorragend ergänzt. Obwohl er für meinen Geschmack zu den sehr starken Tabaken zählt ist, bringt er dennoch eine fast milde Grundstimmung.

Fazit

Ein bemerkswerter, sehr eigenständiger Virginia Flake mit „süffiger“ Hauptnote und durchdringender Wirkung, so daß ich ihn als besonderen Gelegenheitsrauch empfehle. Er verlangt den „ganzen Mann“ ob seiner geschmacklichen Stärke und seines hohen Nikotingehaltes. Er war einen, zwei Versuche wert, ich werde ihn allerdings nur noch in Ausnahmefällen rauchen.

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*Arten der Trocknung

Trocknung durch Sonne – Sun cured, z.B. Orient Tabake
Trocknung durch heiße Luft – Flue cured, z.B. Virginia Tabake
Trocknung an der Luft – Air cured, z.B. Burley Tabake
Trocknung über offenem Feuer – Dark fired, z.B. Kentucky (Würz-)Tabake, aber auch Burley




Samuel Gawith – Full Virginia Flake

Samuel Gawith aus Kendal im Lake District – daher der Begriff Lakeland Tabak – ist der legendäre Hersteller des Full Virginia Flake, der wie kein anderer aus der breiten Produktpalette der 1792 gegründeten Manufaktur das Herz der Liebhaber naturreinen Flakes höher schlagen läßt, mehr noch als der seines Bruders, des Kendal Plugs. Er ist ein Virginia der reinsten Art, egal, in welcher seiner 2 Aufmachungen er genossen wird. Sei es als Plug oder als Flake in der Rechteckdose. In jedem Fall handelt es sich um naturreinen Virginiatabak, der durch maschinelle Pressung „verbäckt“ und fermentiert wird. Unterstützt ist der Fermentierungsprozeß durch Hinzusetzung von Wasserdampf, je länger dieser Fermentprozeß dauert, je stärker ist der freigesetzte Zucker, der für eine starke Süße des Full Virginia sorgt.

Pfeife: Unikat von Jörgen Larsen (JL) für die Reihe Kriswill Supreme – 360 ° straight grain

Der Full Virginia Flake ist völlig naturrein. Es gibt kein casing (wie vielfach behauptet), kein künstliches Flavour, nichts dergleichen. Was man schmeckt und riecht ist der reine, lediglich fermentierte Tabak. Es ist darauf zu achten, ihn langsam zu rauchen, um übergroße Hitzeentwicklung zu vermeiden. So bleibt der Genuß unverändert bis zum letzten Zug, der einen reinweißen Ascherest hinterläßt.

 

 

 

Zwar bin ich versucht, jetzt alle die Geschmacks- und Duftnuancen zu beschreiben, die ich glaube, zu empfinden. Ich erspare das den Lesern und rate einfach zum Selbstversuch.

Es gibt ihn in einer 50 g fassenden Rechteckdose. Der Tabak ist in der Dose flakeüblich geschichtet, wenn auch nicht so fein, wie wir es vom F&T Vintage, dem Orlik Golden Sliced oder Erinmore Flake u.a. gewohnt ist. Teilweise sind die Scheiben nicht einmal gleich lang. Sicher hat das keine geschmacklichen Auswirkungen, aber das Auge ißt bekanntlich mit. Der Tabak wird mit Knick / Falt gestopft und brennt natürlich leichter an als die Plug-Version. Geschmacklich kommt er mir nicht ganz so intensiv naturrein / süß / kräftig vor wie der Plug, was erklärlich ist und sich auch von der Schneidetechnik her ableiten läßt. Der Abbrand ist wunderbar, herrliche Virginiasüße füllt den Gaumen – und den Raum. Je länger der Tabak glüht, umso runder, vollmundiger und befriedigender wird sein Geschmack. Der Unterschied zum Plug erschließt sich nur dem erfahrenen Plug-iator, so daß die Flakeversion eindeutig zu empfehlen ist, wenn es darum geht, den wohl besten Full Virginia auf diesem Globus zu genießen und die behaupteten höheren Weihen des Plugs nicht im Vordergrund stehen.

Wem der Flake zu kräftig, zu süß oder sonstwie unbehaglich ist, kann auch den SG Best Brown Flake probieren, der aus den gleichen Tabaken besteht, aber einer kürzeren Fermentierungsdauer unterzogen wird.

Verfügbar im gut sortierten deutschen Fachhandel und hier.

 

Die ultimative Steigerung des FVF – klick ins Bild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samuel Gawith – Balkan Flake

Nach dem totalen Reinfall mit dem Black XX stand mir der weitere Sinn nach etwas geschmacklich abgehobenerem aus den Lakelands und da der Traditionalist Samuel Gawith vielfach bewiesen hat, wie gut er das eigentlich kann, habe ich mich nach Full Virginia Flake, Brown No.4 und Kendal Cream Flake (alle Reviews im Pfeifenblog) mal wieder dem Balkan Flake zugewandt, den ich einige Zeit nicht geraucht habe. Nicht zuletzt deshalb, weil der Tabakhändler meines ultimativen Vertrauens seit geraumer Zeit die gesamte SG Palette führt. Umwege über die Schweiz, das Veruneinigte Brexitreich oder gar die USA gehören nun zum Glück der trüblichen Vergangenheit an.

Vorweggenommen: fürwahr ein köstliches Raucherlebnis.

Für den Liebhaber alter, englischer Geschmacksrichtungen zählte der Penzance aus dem Hause Butera / Esoterica sicherlich zu den bevorzugten. Immer schon schwer zu beschaffen und mittlerweile wohl vollständig aufgegeben -wie einige namhafte Engländer aus der Reihe, die von Germains hergestellt wurden- hat er nun dem Balkan Flake ein zusätzliches Terrain in meiner persönlichen Rankingliste überlassen.

Wie die meisten Flakes von SG, war auch der Probant früher sehr feucht. Mich störte das nicht sonderlich, denn trocken werden sie ohne weiteres Zutun ohnehin. Probiert aber habe ich den Tabak für dieses Review aus einer neuen Charge von 2019 und da war der Flake fast schon etwas zu trocken. Chargenschwankung? Der Liaison mit Gawith & Hoggarth geschuldet? Ich werde das beobachten.

Aber der Duft! Der Duft, der aus der Dose entströmt, der bringt Dich weg. In ein englisches Comptoir, mit grünen oder braunen Carlton Chairs, mit dunklen Mahagoninmöbeln, hochglänzenden Bodendielen, mit der gut bestückten Bar mit Single Malts, alten Ports. Und all den Vintage-Tabaken wie Cope, Drucquer, Sobranie, Simmons und Fribourg & Treyer, den alten Dunhills und Bells.

Schwer erdig, Torf steht im Vordergrund, ein wenig Teer, Hafengeruch. Das ist der Latakia. Der Virginia bringt eine schwache Süße ins Geruchsbild. Für den Liebhaber naturreiner Tabake der Himmel auf Erden.

Zum Glück sind die Flakes dünn geschnitten. Nicht selbstverständlich bei den Kendalianern, die das Geschäft bereit seit 1792 betreiben und immer noch Ausreißer bei den Chargen hinbekommen. Was gerne mit Chargenschwankungen erklärt wird (auch bei anderen Tobacconisten), ist meistens einfach Schlamperei und mangelnde Qualitätskontrolle.

Ich habe eine zweite Dose geöffnet, und da sieht das Tabakbild ein wenig anders aus.
Die Flakes zeigen eine hohe Pressdichte, die verschiedenen Tabaksorten sehen aus wie aus einem Guß, erst bei einiger Vergrößerung lassen sich Strukturen auf dem Foto erkennen:

Mit Knick & Falt befülle ich eine Stanwell Shape 11, die zum Proberauchen mit ihrem breiten Kopf geeignet erscheint. Obenauf kleinere Tabakkrümmel, damit das Anzünden leichter geht. Wichtig, wie bei allen Plugs, Flakes und Curlies, daß die gesamte Oberfläche in Brand gesetzt wird. Ab da beginnt der Rauchgenuß, der sich nach wenigen Minuten, nach Erreichen der Betriebstemperatur, einstellt.

 

Erstaunlich ist immer wieder, wie sanft und milde der Balkan Flake ist, weder kratzig, noch mit brachialer Nikotinladung wartet er auf. Er bleibt ein Mittelgewicht bis zum Ende. Der geübte Langsamraucher wird es zu einem trockenen, weiß-grauen Ascherest bringen. Wem die Pfeife öfter ausgeht oder sie unbedingt während eines Dauerlaufs rauchen muß, kann einiges an Kondensat erwarten.

 

 

 

 


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Robert McConnell – Highgate, Mark II

Mitleid ist angebracht mit dem deutschen Fachhandel, so er denn die Robert McConnell Heritage Tabake vom Distributor Kohlhase & Kopp bezieht. Entweder gibt es die Funktion eines Produkt Management nicht bei den Rellingern oder aber dieses ist von allen guten Geistern verlassen, das Management sollte man da gleich mit einschließen. 18 -ACHTZEHN!!!- „neue“ Tabake nach dem hinreichend bekannten Debakel auf einmal auf den Markt zu werfen und zu hoffen, das außer die drei bis höchstens fünf großen deutschen Fachhändler einen Bestand aufbauen können und wollen, ist im günstigen Fall blauäugig. Das alles interessiert mich allerdings mittlerweile wenig (so wie sich K&K nicht für den Konsumenten interessiert), seit im November vergangenen Jahres nach der großangelegten Dunhill-Nachfolge Propaganda eine saubere Bruchlandung hingelegt wurde, die hochnotpeinlich war. Wir haben hier und hier  berichtet.

Nun aber sind sie wieder da, die Heritages. Und bereits an den Fachhandel ausgeliefert.

Heißen jetzt zwar anders und sind mit neuem Label ausgestattet, damit womöglich nur niemand einen Bezug auf die früheren Dunhill-Ikonen herstellen kann. Dennoch finden Sie am Ende dieses Artikel eine Referenzliste, die Ihnen weiterhelfen kann, auch wenn das sicher nicht im Sinne des Distributors ist. Wen schert`s !

Lassen wir das aber alles hinter uns und kommen zu dem Tabak, der mich  schon im vergangenen November brennend interessiert hat: den Nachfolger des Dunhill Deluxe Navy Rolls. Er wurde im vergangenen Jahr flugs in Eclipse unbenannt, war allerdings keineswegs der Navy Rolls oder ein ähnlicher Ersatz, sondern der Orlik Bulls Eye Flake, der in Deutschland nur als Davidoff Flake Medaillion oder bei DTM als Bulldog Roper’s Roundels Flake verfügbar ist. Kann passieren. Das aber, obwohl nun als Highgate veröffentlicht und wiederum als Navy Rolls propagiert, erneut der Bulls Eye Flake in der Dose liegt, macht mich sprachlos.

 

Das alte „verbotene“ Eclipse“ Etikett mit Filzstift geschwärzt und einfach überklebt …

Kein Wort auf der rückseitigen Inhaltsangabe von Black Cavendish als „Markenkern“ dieses Tabaks, erwähnt wird lediglich Virginia und Louisiana Perique. Hält K&K erfahrene Navy Rolls Raucher eigentlich für unbedarft oder völlig neben sich stehend?

Die gute Nachricht: während die anderen Heritage Tabake wohl nicht der ursprünglichen STG-Dunhill Rezeptur entsprechen, sondern vorsätzlich nur richtungsähnlich sind (siehe unsere Reviews aus dem vergangenen Jahr), ist der Highgate exakt der Orlik Bulls Eye Flake. Für Liebhaber dieses Tabaks sehr schön, dürfte er nun flächendeckend im Fachhandel erhältlich sein. Der Unterschied zu den zwei identischen Mitbewerbern liegt nur im Preis: Davidoff für 17,90€/50g und Bulldog Roper’s Roundels Flake für 24,50€/100g.

Ich kann mir eine Beschreibung des Highgate ersparen, denn ich habe ihn heute bereits mehrfach geraucht, auch im Direktvergleich mit den Orlik und Davidoff Derivaten, kommt letztlich ja alles von Orlik / STG. So bleibt mir nur erneut der Verweis auf dieses Review.

Was mir noch zum Highgate in den Sinn kommt? Ein wirklich toller Tabak, eine rundum gelungene Rezeptur und wenn meine Bestände an Peter Stokkebye`s Luxury Bulls Eye Flake einmal zu Ende gehen werden – so ca. 2040, dann bin ich 90 Jahre alt – kaufe ich selbstredend den Highgate. Und bis dahin erfreue mich immer wieder an dem wunderschönen London Song von Ray Davies vom Storyteller Album:

…. But when you think back to all the great Londoners, William Blake, Charles Dickens, Dick Whittington, Pearly kings, barrow boys, Arthur Daley, Max Wall, And don’t forget the Kray twins, But if you’re ever up on Highgate Hill on a clear day, You can see right down to Leicester Square (London, London), Crystal Palace, Clapham Common, right down to Streatham Hill…..

Damit verabschiede ich mich nun vom Heritage Thema und widme mich interessanteren Tabaken. Denn der Flake, auf den ich bereits im vergangenen Jahr gesetzt habe, hat sich als Aromat entpuppt und ist damit für mich ausgeschieden. Und für meine früheren Dunhill Heroen habe ich längst abseits vom Heritage probaten Ersatz gefunden.

Pfeifenblog Cross Ref Dunhill-RMc Heritage 12.03.2019

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UPDATE 28. September 2019 : die Rolls & der Flake sind endlich zurück und verfügbar !