Samuel Gawith – die 1792 Flake Bombe

1792 war nicht nur das Gründungsjahr für die Unternehmung des Tobacconisten Samuel Gawith, die uns heute noch maßgeblich im „Genußgriff“ hält, mit dem Habsburger Franz II. wurde auch der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Durch seinen Onkel und Vorgänger, Kaiser Joseph II, haben unsere armen österreichischen Freunde – und hier insbesondere die Tiroler- bis heute unter dem Tabakmonopol zu leiden. Und das bedeutet, daß sie die meisten der hier vorgestellten Tabake nur über dunkle Kanäle, verschwiegene Grenzstationen, hochgelegene Almen oder gar nicht bekommen können. So auch den im wahrsten Sinne des Wortes bombigen 1792 Flake.

Jörgen Larsen Bamboo – JL Grading

1792 Flake ist ein mustergültiger Virginia/Kentucky Flake, der aus dark fired* Tabaken besteht, die also im Ofen geröstet wurden. Anschliessend werden sie mit Wasserdampf befeuchtet und zu einem Cake gepreßt, der einige Stunden ruhen muß. Der Prozeß der Fermentierung hat eingesetzt. Nun wird dieser Cake in einer Presse unter hoher Hitze für drei bis vier Stunden (oder länger, je nach Rezeptur) quasi gebacken. Der jetzt recht dunkle Cake kühlt ab und verdichtet während des Auskühlens immer fester. Es entsteht ein Plug, der dann in Flakes geschnitten wird. Was den Tabak aber so besonders macht, ist ein durch aus der Tonkabohne gewonnenen Extrakt erzeugtes starkes Aroma, früher wurde es durch den mittlerweile zur Verwendung u.a. mit Tabak verbotenen Wirkstoff Cumarin erreicht. Cumarin wird unter anderem aus der Tonkabohne gewonnen. Und das beim 1792 Flake zur Aromatisierung eingesetzte natürliche Aroma ist ein Extrakt aus der Tonkabohne, der jetzt über die Flakescheiben gesprüht wird. Die Art und Dauer der Herstellung bestimmt u.a. auch den Nikotingehalt des Tabaks, dem beim 1792 Flake eine besondere Bedeutung zukommt.

 

Wie die anderen vor kurzem getesteten Samuel Gawith Flakes ist auch dieser hier nicht zu feucht und geradezu perfekt konditioniert. Wenn das so bleibt, dann entfällt zukünftig die Klage über die grundsätzlich zu feuchten SGs. Auch der Schnitt ist zufrieden-stellend und so kann der Rauchversuch beginnen. Natürlich wird die kleine JL Bamboo mit KNICK&FALT befüllt. Der 1792 Flake traut sich was. Sein Nikotingehalt ist dermaßen bombig, daß mir zum Ende der ersten, zweiten und dritten Pfeife, zwischen deren Gebrauch immer so 2-3 Stunden lagen, ziemlich blümerant wurde. Der Magen rief förmlich nach dem alten Hausmittel Kaiser Natron, das ich in der Küche zum blanchieren von Gemüse und gegen gelegentlich auftretendes Sodbrennen verwende und deshalb immer vorrätig habe. Das müßte eigentlich die Schlußbemerkung dieses Reviews sein, aber so sind Sie schon einmal im Bilde.

Zur erdigen, schwarzbrotartigen, kräftigen Malznote hat der Tabak ein ansprechendes „Waldmeister-Aroma“, das aber weder aufdringlich, aufgesetzt, noch künstlich wirkt und den Röst-Virginia hervorragend ergänzt. Obwohl er für meinen Geschmack zu den sehr starken Tabaken zählt ist, bringt er dennoch eine fast milde Grundstimmung.

Fazit

Ein bemerkswerter, sehr eigenständiger Virginia Flake mit „süffiger“ Hauptnote und durchdringender Wirkung, so daß ich ihn als besonderen Gelegenheitsrauch empfehle. Er verlangt den „ganzen Mann“ ob seiner geschmacklichen Stärke und seines hohen Nikotingehaltes. Er war einen, zwei Versuche wert, ich werde ihn allerdings nur noch in Ausnahmefällen rauchen.

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*Arten der Trocknung

Trocknung durch Sonne – Sun cured, z.B. Orient Tabake
Trocknung durch heiße Luft – Flue cured, z.B. Virginia Tabake
Trocknung an der Luft – Air cured, z.B. Burley Tabake
Trocknung über offenem Feuer – Dark fired, z.B. Kentucky (Würz-)Tabake, aber auch Burley




Samuel Gawith – Full Virginia Flake

Samuel Gawith aus Kendal im Lake District – daher der Begriff Lakeland Tabak – ist der legendäre Hersteller des Full Virginia Flake, der wie kein anderer aus der breiten Produktpalette der 1792 gegründeten Manufaktur das Herz der Liebhaber naturreinen Flakes höher schlagen läßt, mehr noch als der seines Bruders, des Kendal Plugs. Er ist ein Virginia der reinsten Art, egal, in welcher seiner 2 Aufmachungen er genossen wird. Sei es als Plug oder als Flake in der Rechteckdose. In jedem Fall handelt es sich um naturreinen Virginiatabak, der durch maschinelle Pressung „verbäckt“ und fermentiert wird. Unterstützt ist der Fermentierungsprozeß durch Hinzusetzung von Wasserdampf, je länger dieser Fermentprozeß dauert, je stärker ist der freigesetzte Zucker, der für eine starke Süße des Full Virginia sorgt.

Pfeife: Unikat von Jörgen Larsen (JL) für die Reihe Kriswill Supreme – 360 ° straight grain

Der Full Virginia Flake ist völlig naturrein. Es gibt kein casing (wie vielfach behauptet), kein künstliches Flavour, nichts dergleichen. Was man schmeckt und riecht ist der reine, lediglich fermentierte Tabak. Es ist darauf zu achten, ihn langsam zu rauchen, um übergroße Hitzeentwicklung zu vermeiden. So bleibt der Genuß unverändert bis zum letzten Zug, der einen reinweißen Ascherest hinterläßt.

 

 

 

Zwar bin ich versucht, jetzt alle die Geschmacks- und Duftnuancen zu beschreiben, die ich glaube, zu empfinden. Ich erspare das den Lesern und rate einfach zum Selbstversuch.

Es gibt ihn in einer 50 g fassenden Rechteckdose. Der Tabak ist in der Dose flakeüblich geschichtet, wenn auch nicht so fein, wie wir es vom F&T Vintage, dem Orlik Golden Sliced oder Erinmore Flake u.a. gewohnt ist. Teilweise sind die Scheiben nicht einmal gleich lang. Sicher hat das keine geschmacklichen Auswirkungen, aber das Auge ißt bekanntlich mit. Der Tabak wird mit Knick / Falt gestopft und brennt natürlich leichter an als die Plug-Version. Geschmacklich kommt er mir nicht ganz so intensiv naturrein / süß / kräftig vor wie der Plug, was erklärlich ist und sich auch von der Schneidetechnik her ableiten läßt. Der Abbrand ist wunderbar, herrliche Virginiasüße füllt den Gaumen – und den Raum. Je länger der Tabak glüht, umso runder, vollmundiger und befriedigender wird sein Geschmack. Der Unterschied zum Plug erschließt sich nur dem erfahrenen Plug-iator, so daß die Flakeversion eindeutig zu empfehlen ist, wenn es darum geht, den wohl besten Full Virginia auf diesem Globus zu genießen und die behaupteten höheren Weihen des Plugs nicht im Vordergrund stehen.

Wem der Flake zu kräftig, zu süß oder sonstwie unbehaglich ist, kann auch den SG Best Brown Flake probieren, der aus den gleichen Tabaken besteht, aber einer kürzeren Fermentierungsdauer unterzogen wird.

Verfügbar im gut sortierten deutschen Fachhandel und hier.

 

Die ultimative Steigerung des FVF – klick ins Bild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samuel Gawith – Balkan Flake

Nach dem totalen Reinfall mit dem Black XX stand mir der weitere Sinn nach etwas geschmacklich abgehobenerem aus den Lakelands und da der Traditionalist Samuel Gawith vielfach bewiesen hat, wie gut er das eigentlich kann, habe ich mich nach Full Virginia Flake, Brown No.4 und Kendal Cream Flake (alle Reviews im Pfeifenblog) mal wieder dem Balkan Flake zugewandt, den ich einige Zeit nicht geraucht habe. Nicht zuletzt deshalb, weil der Tabakhändler meines ultimativen Vertrauens seit geraumer Zeit die gesamte SG Palette führt. Umwege über die Schweiz, das Veruneinigte Brexitreich oder gar die USA gehören nun zum Glück der trüblichen Vergangenheit an.

Vorweggenommen: fürwahr ein köstliches Raucherlebnis.

Für den Liebhaber alter, englischer Geschmacksrichtungen zählte der Penzance aus dem Hause Butera / Esoterica sicherlich zu den bevorzugten. Immer schon schwer zu beschaffen und mittlerweile wohl vollständig aufgegeben -wie einige namhafte Engländer aus der Reihe, die von Germains hergestellt wurden- hat er nun dem Balkan Flake ein zusätzliches Terrain in meiner persönlichen Rankingliste überlassen.

Wie die meisten Flakes von SG, war auch der Probant früher sehr feucht. Mich störte das nicht sonderlich, denn trocken werden sie ohne weiteres Zutun ohnehin. Probiert aber habe ich den Tabak für dieses Review aus einer neuen Charge von 2019 und da war der Flake fast schon etwas zu trocken. Chargenschwankung? Der Liaison mit Gawith & Hoggarth geschuldet? Ich werde das beobachten.

Aber der Duft! Der Duft, der aus der Dose entströmt, der bringt Dich weg. In ein englisches Comptoir, mit grünen oder braunen Carlton Chairs, mit dunklen Mahagoninmöbeln, hochglänzenden Bodendielen, mit der gut bestückten Bar mit Single Malts, alten Ports. Und all den Vintage-Tabaken wie Cope, Drucquer, Sobranie, Simmons und Fribourg & Treyer, den alten Dunhills und Bells.

Schwer erdig, Torf steht im Vordergrund, ein wenig Teer, Hafengeruch. Das ist der Latakia. Der Virginia bringt eine schwache Süße ins Geruchsbild. Für den Liebhaber naturreiner Tabake der Himmel auf Erden.

Zum Glück sind die Flakes dünn geschnitten. Nicht selbstverständlich bei den Kendalianern, die das Geschäft bereit seit 1792 betreiben und immer noch Ausreißer bei den Chargen hinbekommen. Was gerne mit Chargenschwankungen erklärt wird (auch bei anderen Tobacconisten), ist meistens einfach Schlamperei und mangelnde Qualitätskontrolle.

Ich habe eine zweite Dose geöffnet, und da sieht das Tabakbild ein wenig anders aus.
Die Flakes zeigen eine hohe Pressdichte, die verschiedenen Tabaksorten sehen aus wie aus einem Guß, erst bei einiger Vergrößerung lassen sich Strukturen auf dem Foto erkennen:

Mit Knick & Falt befülle ich eine Stanwell Shape 11, die zum Proberauchen mit ihrem breiten Kopf geeignet erscheint. Obenauf kleinere Tabakkrümmel, damit das Anzünden leichter geht. Wichtig, wie bei allen Plugs, Flakes und Curlies, daß die gesamte Oberfläche in Brand gesetzt wird. Ab da beginnt der Rauchgenuß, der sich nach wenigen Minuten, nach Erreichen der Betriebstemperatur, einstellt.

 

Erstaunlich ist immer wieder, wie sanft und milde der Balkan Flake ist, weder kratzig, noch mit brachialer Nikotinladung wartet er auf. Er bleibt ein Mittelgewicht bis zum Ende. Der geübte Langsamraucher wird es zu einem trockenen, weiß-grauen Ascherest bringen. Wem die Pfeife öfter ausgeht oder sie unbedingt während eines Dauerlaufs rauchen muß, kann einiges an Kondensat erwarten.

 

 

 

 


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Robert McConnell – Highgate, Mark II

Mitleid ist angebracht mit dem deutschen Fachhandel, so er denn die Robert McConnell Heritage Tabake vom Distributor Kohlhase & Kopp bezieht. Entweder gibt es die Funktion eines Produkt Management nicht bei den Rellingern oder aber dieses ist von allen guten Geistern verlassen, das Management sollte man da gleich mit einschließen. 18 -ACHTZEHN!!!- „neue“ Tabake nach dem hinreichend bekannten Debakel auf einmal auf den Markt zu werfen und zu hoffen, das außer die drei bis höchstens fünf großen deutschen Fachhändler einen Bestand aufbauen können und wollen, ist im günstigen Fall blauäugig. Das alles interessiert mich allerdings mittlerweile wenig (so wie sich K&K nicht für den Konsumenten interessiert), seit im November vergangenen Jahres nach der großangelegten Dunhill-Nachfolge Propaganda eine saubere Bruchlandung hingelegt wurde, die hochnotpeinlich war. Wir haben hier und hier  berichtet.

Nun aber sind sie wieder da, die Heritages. Und bereits an den Fachhandel ausgeliefert.

Heißen jetzt zwar anders und sind mit neuem Label ausgestattet, damit womöglich nur niemand einen Bezug auf die früheren Dunhill-Ikonen herstellen kann. Dennoch finden Sie am Ende dieses Artikel eine Referenzliste, die Ihnen weiterhelfen kann, auch wenn das sicher nicht im Sinne des Distributors ist. Wen schert`s !

Lassen wir das aber alles hinter uns und kommen zu dem Tabak, der mich  schon im vergangenen November brennend interessiert hat: den Nachfolger des Dunhill Deluxe Navy Rolls. Er wurde im vergangenen Jahr flugs in Eclipse unbenannt, war allerdings keineswegs der Navy Rolls oder ein ähnlicher Ersatz, sondern der Orlik Bulls Eye Flake, der in Deutschland nur als Davidoff Flake Medaillion oder bei DTM als Bulldog Roper’s Roundels Flake verfügbar ist. Kann passieren. Das aber, obwohl nun als Highgate veröffentlicht und wiederum als Navy Rolls propagiert, erneut der Bulls Eye Flake in der Dose liegt, macht mich sprachlos.

 

Das alte „verbotene“ Eclipse“ Etikett mit Filzstift geschwärzt und einfach überklebt …

Kein Wort auf der rückseitigen Inhaltsangabe von Black Cavendish als „Markenkern“ dieses Tabaks, erwähnt wird lediglich Virginia und Louisiana Perique. Hält K&K erfahrene Navy Rolls Raucher eigentlich für unbedarft oder völlig neben sich stehend?

Die gute Nachricht: während die anderen Heritage Tabake wohl nicht der ursprünglichen STG-Dunhill Rezeptur entsprechen, sondern vorsätzlich nur richtungsähnlich sind (siehe unsere Reviews aus dem vergangenen Jahr), ist der Highgate exakt der Orlik Bulls Eye Flake. Für Liebhaber dieses Tabaks sehr schön, dürfte er nun flächendeckend im Fachhandel erhältlich sein. Der Unterschied zu den zwei identischen Mitbewerbern liegt nur im Preis: Davidoff für 17,90€/50g und Bulldog Roper’s Roundels Flake für 24,50€/100g.

Ich kann mir eine Beschreibung des Highgate ersparen, denn ich habe ihn heute bereits mehrfach geraucht, auch im Direktvergleich mit den Orlik und Davidoff Derivaten, kommt letztlich ja alles von Orlik / STG. So bleibt mir nur erneut der Verweis auf dieses Review.

Was mir noch zum Highgate in den Sinn kommt? Ein wirklich toller Tabak, eine rundum gelungene Rezeptur und wenn meine Bestände an Peter Stokkebye`s Luxury Bulls Eye Flake einmal zu Ende gehen werden – so ca. 2040, dann bin ich 90 Jahre alt – kaufe ich selbstredend den Highgate. Und bis dahin erfreue mich immer wieder an dem wunderschönen London Song von Ray Davies vom Storyteller Album:

…. But when you think back to all the great Londoners, William Blake, Charles Dickens, Dick Whittington, Pearly kings, barrow boys, Arthur Daley, Max Wall, And don’t forget the Kray twins, But if you’re ever up on Highgate Hill on a clear day, You can see right down to Leicester Square (London, London), Crystal Palace, Clapham Common, right down to Streatham Hill…..

Damit verabschiede ich mich nun vom Heritage Thema und widme mich interessanteren Tabaken. Denn der Flake, auf den ich bereits im vergangenen Jahr gesetzt habe, hat sich als Aromat entpuppt und ist damit für mich ausgeschieden. Und für meine früheren Dunhill Heroen habe ich längst abseits vom Heritage probaten Ersatz gefunden.

Pfeifenblog Cross Ref Dunhill-RMc Heritage 12.03.2019

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Björn Larsson – Long John Silver

Gibt es Jemanden in unseren Breiten, der die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson nicht verschlungen hat? Schwer vorstellbar. Die erzählerische Meisterschaft des nur 44 jährig an Tuberkulose auf Samoa verstorbenen Schotten brachte uns den wohligen Schauer seiner Romane aus dem viktorianischen Zeitalter in die Jugendstube und die Schatzinsel war beileibe nicht der einzige: Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Der Junker von Ballantree, Catriona und St.Ives sowie zahlreiche Reiseabenteuer sind eine auch heute noch attraktive Lektüre. Peter Hemmers Review über den Navy Flake von Samuel Gawith, in der er so treffend aus der Schatzinsel zitiert, brachte mir den Roman in Erinnerung und die Faszination stellte sich wieder ein. Und da lande ich nun bei dem schwedischen, segelnden Autor Björn Larsson, den ich 1991 durch den wundervollen Roman Der Keltische Ring kennen gelernt habe und den ich hier vor einiger Zeit bereits vorgestellt habe. Seinen internationalen Durchbruch hatte Larsson 1995 aber mit der romanhaften, fiktiven Biographie über Long John Silver, den einbeinigen Schiffskoch aus der Schatzinsel. Long John Silver, den Björn Larsson der Schatzinsel entlehnt hat und den er selbst „den abenteuerlichen Bericht über mein freies Leben und meinen Lebenswandel als Glücksritter und Feind der Menschheit“ erzählen läßt.
Silver, grölend und gewitzt, führt uns hautnah in die haarsträubenden Lebensverhältnisse der Seeleute und Piraten des 18. Jahrhunderts. Opfer ausbeuterischer Kapitäne und erschüttender Willkür sind sie allesamt und so wechselt Silver ohne Skrupel auf die unehrbare Seite des Gesetzes. Er erzählt unsentimental und mit einer empörenden Selbstverständlichkeit durch den Strom der Erfahrungen: Schiffbruch, Verrat, Versklavung, Verstümmelung. Seine Geschichten sind mindestens so komisch wie schockierend. Doch das „Logbuch meines Lebens“, wie der alte Pirat seinen Bericht nennt, ist weit mehr: er hat ein Leben jenseits der Gesetze gelebt, vor allem aber jenseits ungerechter, unglaubwürdiger Gesetze. Weil sie vor seinen Augen keinen Bestand haben, durchzieht Meuterei sein Leben wie ein roter Faden. Im Schatten des Galgens lebt er und hier ringt er seinen bizarren Erfahrungen Bruchstücke einer neuen Lebenslehre ab.

Und so gilt für mich, was Fabian Kastner seinerzeit im Svenska Dagbladet so treffend beschrieben hat:

Ich glaube Larsson. Unbedingt!
Ich weiß, daß ich diesen Roman immer wieder lesen werde – weil er so herrlich halsbrecherisch zwischen Fiktion und Wirklichkeit wechselt. Larsson löst grundlegende Konstruktionsprobleme mit beinahe provozierender Unkompliziertheit…… Dem Autor ist es es gelungen, zwischen Büchern und Jahrhunderten einen Resonanzraum zu schaffen, in dem der Tradition verpflichtete Käuze und superintellektuelle Intertexttualisten soch von derselben Stimme gleich gut unterhalten lassen können.

Zitat aus Svenska Dagbladet 2008

Und wem die Erzählung von „ihm selbst“ noch nicht genug ist, der kann auf das über dreistündige Hörspiel zurückgreifen. Ich aber empfehle, zwischen den einzelnen Kapiteln des Buches immer mal wieder in das wundervolle Album des schwedischen Bassisten Lars Danielssson Libretto III aus dem Jahre 2017 hineinzuhören.

 




Samuel Gawith Brown No. 4 – delikater Dreh

Wer -wie ich – gelangweilt ist von den bei vielen Rauchern just wieder aufkeimenden Frühlingsgefühlen für die nächste „Versuchsanordnung“ der vermurksten K&K Nachfolge für die derzeit eingestellten Dunhill-Legenden, findet genügend interessantere Tabake bei unseren deutschen Fachhändlern. Allen voran bietet neben HU-Tobacco und Pfeifen Huber der Traditionshersteller Samuel Gawith mit seinen Lakeland Tabaken eine fantastische Palette von Plugs, Flakes,Twists und Blends, deren intensive „Durchforschung“ mehr Sinn macht, als sich drögen Vergleichen von Substituten zu widmen.

Samuel Gawith (SG) feiert in kleines Revival, da viele Tabake, die es bisher nicht in Deutschland gegeben hat, offensichtlich nach der Wiedervereinigung der cumbrischen Ur-Tobacconisten Samuel Gawith und Gawith & Hoggarth plötzlich erhältlich sind. Nach dem kürzlich hier vorgestellten KC Flake nun eine weitere Besonderheit, der Brown No. 4, einer der seltenen Ropes oder Twists. Ein naturreiner Schmackofatz von außerordentlicher Beschaffenheit.

Im Untertitel nennt SG den Brown No. 4 „ Kendal Twist„, Ausdruck seines besonderen Formats. Wie ein Seil werden verschiedene Tabake in Handarbeit zu einem gar nicht so streng geflochtenem Strang gesponnen und dann bis zu vier Wochen in der Presse gelagert. Der Druck allerdings ist nicht mit dem für Flakes zu vergleichen, denn der Twist bleibt – einer Zigarre ähnlich – relativ weich. SG verwendet für den Kendal Twist – klingt das nicht anregender als das profane Brown No. 4 ? – einen mittelbraunen dark fired Virginia, dem nussiger Burley hinzugefügt ist.

Obwohl ich mich von Zigarren fern halte, erinnert mich der Twist an ein solches „Rauchgebilde“, das mir zunehmend an den freitäglichen Clubtagen der Münchner Runde begegnet. Nur tritt er nicht so akkurat auf. Und was immer man an anderer Stelle lesen kann: nein, nein und nochmals NEIN, er hat bis auf das Format aber auch gar nichts mit diesem fürchterlichen Twist gemein, dessen Name nicht genannt werden darf, wie mein Freund Harry sagen würde. Stark allerdings ist er wie dieser und damit, sowie auch durch das Format, nicht gerade ein Tabak für Raucheleven.

Der Doseninhalt soll 50g betragen und das ist wohl nicht immer genau von der „Prinzenrolle“ herunter zu schneiden, deshalb liegen ein ein paar wenige lockere Abschnitte bei. Geschnitten wird der Twist mit dem bekannten Vintage Forum Cutter, einem Opinel oder scharfem Taschenmesser. Die Stärke der Scheiben sollte denen eines Navy Rolls oder Escudo entsprechen.

Mit Knick&Falt die Pfeife befüllen. Der Twist glimmt sofort und verbreitet einen erdigen, nussigen mit ganz leichter Virginiasüße versehenen Geschmack und Duft. Wenn man von einem naturreinen Erlebnis sprechen will, dann jetzt. Ein Tabak wie aus dem Bilderbuch, optisch und geschmacklich. Da stört nichts an irgendwelchen zusätzlich hinzugefügten flavours oder casings, das ist überwältigend.

Der Brown No.4 brennt sehr gleichmäßig, erfordert aber Ruhe und Gelassenheit. Seine Stärke nimmt ab der Hälfte erheblich merklich zu und das ist auch das einzige Manko. Also beileibe kein Alltagstabak oder einer für Einsorten-Raucher. Für den Virginia Liebhaber aber ein Highlight und sei es als Sonntagstabak.

 

Samuel Gawith Brown No.4
Kendal Twist
50 g Rechteckdose

im gut sortierten deutschen Fachhandel und hier.


 

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Kendal Cream Flake – Lakeland Magie

An diesem wunderschönen Sonntagmorgen, gleich nach den Andechser Laudes um Fünfe in der Früh, will ich einmal mehr unserer Legislative danken und auch den Verbotsheroen/-heroinen  und “Unfreiheitlichen Gedankenlesern”, die Volkes Willen vorschreiben, lenken und weitgehend außer Kraft setzen. Die unsere übervölkerte Welt end-lich retten und durch herausragende Vorschriften, die unter vielen anderen mein Leben in die Hand genommen haben, wodurch z.B. aus meinem geliebten Honeydew Flake ein Golden Flake wurde. Dessen Genuss mich nun nicht mehr umgehend zu den Engeln schickt und meine irdische Verweildauer ab sofort deutlich verlängern wird.

Gleichsam erging es einem Tabak (wie jedem Tabak, dessen Name Gelüste hervorgerufen oder wenigsten Informationern geliefert hat), der wie kein zweiter die Magie der Lakeland Tabake heraufbeschwört, der mit  köstlich nur unzureichend beschrieben ist und der in unserem Tabakland nicht immer und nicht überall erhältlich war: der Kendal Cream Flake von Samuel Gawith.

Der Tobacconist meines ultimativen Vertrauens hat den Lakelands von SG vor einiger Zeit einen eigenen, blickfangenden Regalplatz eingeräumt und so – seit jeher ein Anhänger des cumbrischen Herstellers – wähle ich wieder häufiger dessen Tabake: Full Virginia Flake, St. James Flake, Brown No.4, Navy Flake, Squadron Leader – und den herausragenden KC Flake. KC Flake ? Ein Marketing Gag von KC & the Sunshine Band, der in den 1970er Jahren erfolgreichen Miami Sound Disco Band (That’s the way I like it)? Mitnichten, zum Glück.

KC Flake ist der heute profanisierte Kendal Cream Flake. Unverändert geblieben ist die Rezeptur, seine fantastische Qualität und das zarte Flavour, das mir früher schon immer ein wenig magisch vorgekommen ist. Liegt wohl an den Lake District Bildern in meinem Kopf.

Der Kendal Cream Flake besteht aus mehreren, verschiedenen Virginias und Burleys, denen ein wundersames, leichtes Flavour zugegeben wurde, das mich an Tonka und Karamell erinnert. Der Geruch ist so appetitlich, daß ich hineinbeißen möchte. Wie häufig bei SG liegt der Flake “ungeordnet” in der Dose, ist aber wenigsten gleichmäßig geschnitten, außerdem nicht zu feucht. Beides nicht sooo typisch für SG. Ich empfehle unbedingt, die Pfeife mit Knick&Falt zu befüllen, damit die Komposition in Gänze genossen werden kann und nicht aufgelöst nach ihren Komponenten daherkommt. Das wäre nicht einmal der halbe Genuß.

Wie alle anderen SG Flakes, Twists and Plugs glimmt auch der Kendal Cream Flake ausgezeichnet, so er nicht zu feucht ist. Das Besondere an ihm ist die hervorragende Gleichmäßigkeit in Abbrand und Geschmack. So weich, so cremig wie er aus der Dose riecht, so schmeckt er auch. Der Tabak bringt überhaupt keine Spitzen, er ist süffig wie ein alter Bordeaux und eben so kräftig, ohne das sich eine Übersättigung einstellt. Die Würzigkeit der Burleys bringt einen hauchfeinen Pfeffer zu den Virginias und der ist dann eher ein Kampot Pfeffer, denn unser gemeiner Küchenpfeffer. Ich verspüre eine gewisse Erdigkeit und man sollte sich schon einiges an Aufmerksamkeit vornehmen, um die wundervollen Virginia Nuancen und ihre Mitwirkenden herauszufinden. Es lohnt einmal mehr, einen solchen Tabak nicht beim Joggen oder beim Iron Man Lauf zu rauchen, sondern sich ein Höchstmaß an Ruhe und Ausgeglichenheit zu gönnen. Alles andere kann warten.

Ach ja, dazu paßt das soeben erschienene Album von Rymden, Reflections and Odyssees. Das skandinavische Trio um Bugge Wesseltoft scheint die Stücke beim Genuß von Kendal Cream Flake eingespielt zu haben.

 

Sieht einfach schöner außer, das alte Label.

 

Ein Tabak in dieser Güteklasse sollte ein Wochenend-/Sonntagstabak bleiben. Für mich reiht er sich nach einigen Jahren der Absenz wieder in das Virginia Duo um den Orlik Golden Sliced und Huber`s Golden Flake ein, das er hervorragend ergänzt. Und wenn ich dann genug Süße und Magie genossen habe, dann bedarf es eines Epikur oder den einen oder anderen aus der English/Orient Sektion: Huber Balkan aka Balkan Sobranie 759 und (1) Olsen 800 Ø. und (2) Olsen 800 Ø .

Samuel Gawith KC Flake
50 g Rechteck Dose
Virginia-Burley Flake, Flavoured

im gut sortierten Fachhandel und hier


 

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Jerry Zenn Bamboo

Den taiwanesischen Pfeifenmacher Jerry Zenn lernten wir auf der 2. Singapore Pipe Show im vergangenen Jahr kennen und Dr. Mike Loh hat außerdem hier ausführlicher  und hier kurz berichtet.

Bekanntlich haben uns Mike Loh, Avril Gan und Alec Molloy – alle vom Singapore Pipe & Cigar Smokers Club- im Dezember in München besucht, nach dem sie zuvor einige schöne Tage bei unseren Freunden in „Pfeife & Tabak“, Jörg Wittkamp und Heinz Schwarzkopf, in Köln verbracht hatten. Jerry Zenn sandte mir einen herzlichen Gruß und der bestand aus dieser hier:

Kennen wir Bambus in der Regel als Applikation oder in der Verwendung als ganzer Holm oder als dessen Bestandteil, ist in diesem Fall der Pfeifenkopf aus Bambus gefertigt.

Der Holm besteht aus Metall und einem dünnen Bambusrohr, an dessen Ende das Ebonitmundstück eingeführt wird. Die Verbindung von Metall, Bambusrohr und Mundstück ist pflanzlich, in etwa vergleichbar mit unseren Weidenzweigen, die zum Korbflechten verwendet werden, nur feiner.

Obwohl der Kopf ziemlich wuchtig aussieht, ist die Bamboo in ihrer Gesamtheit optisch ein „Federgewicht“, wozu die sehr schlanke Holm / Mundstück Kombination wesentlich beiträgt. Ich werde sie für Virgina-Perique Flakes einsetzen und mit einem süffigen Escudo / Navy Rolls beginnen. Ein lauwarmer Reiswein passt bestimmt gut.

Großer Dank an Jerry Zenn für dieses unikate Kunstwerk und auch an Hermes Mike.

 

 




Samuel Gawith | Bothy Flake

Samuel Gawith hat uns seit 1792 zahlreiche hervorragende Tabake beschert und die Einordnung Lakeland Tobaccos geschaffen – zusammen mit Gawith & Hoggarth, mit denen sie seit der Trennung von 1865 ab März 2015 wieder vereint sind. Zahlreiche SG-Tabake sind hier im Pfeifenblog.de beschrieben, darunter auch der hervorragende Forum Plug EPIKUR. Der SG Bothy Flake ist bereits seit Herbst 2014 in Deutschland erhältlich und wird als  A Kearvaig Pipe Club Tobacco ausgewiesen. Bothy bezeichnet eine Hütte/Schutzhütte in meistens abgelegener Gegend, in der Regel ganz minimal ausgestattet. In ein solches Bothy ziehen sich die Herren des Kearvaig Pipe Club gelegentlich zu illustren Veranstaltungen zurück, die sie leider sehr geschmackvoll und honorig dokumentieren und auf ihrer Webseite (Meet the Crew!!!) veröffentlichen. Ich gehe darauf nicht weiter ein, die Fotos auf der Webseite sprechen für sich und lassen nicht vermuten, daß der Club sich wirklich dem passionierten Tabakgenuß und schönen Rauchgeräten widmet. Wie immer: cha­cun à son goût.

Der Flake, in der vorliegenden Dose einigermaßen gleichmäßig dünn geschnitten, wofür SG nicht gerade bekannt ist, gibt ein schönes Tabakbild ab. Allerdings: verglichen mit der Sorgfalt, die MacBaren oder Orlik (STG) auf den Schnitt verwenden, liegen immer noch Welten dazwischen. SG bleibt halt einfach schluderig.

sechs Flake-Scheiben, sechs unterschiedliche Stärken, das muß man erst mal hinbringen…

Ein üblicher SG Virginia mit wenig Latakia und vorgeblich mit „typischem Highland Malt Whisky“ veredelt. (eher wohl ESSENZ!!!!). Den riecht nur, wer die Inhaltsangabe vorher gelesen hat, ansonsten kann auch Terpentin oder irgendein Lacklöser verwendet worden sein. Sie sehen schon, wohin die Reise geht.

Der Flake ist ausnahmsweise nicht klatschfeucht, sondern zum „Sofortverzehr“ geeignet. Er läßt sich nach fachmännischer Befüllung unproblematisch anzünden und brennt oder glimmt, je nach Gusto. Und das war`s.

.. ist zwar dem Geschmack nicht abträglich, aber schön verpackt ist anders.

Ich weiß nicht, wie es gelingt, ein Nullaroma beim Abbrand zu erreichen. Ein geschätztes Mitglied der Münchner Runde, ausgewiesener Tabakkenner, spricht häufig von der Eindimensionalität gewisser Tabake. Ich habe das stets als ein schönes, aber nicht wirklich anwendbares und allgemeinverständliches Kriterium angenommen, bin nun aber durch den Bothy Flake erhellt worden. Es gibt tatsächlich auch noch eine Null-Dimension.

Mir fehlt die Fähigkeit, diesen Flake subtiler zu beschreiben, weil es eben nichts gibt, was zu berichten wäre. Weder etwas Negatives, noch es etwas Gutes. Das reine Nichts. Nach drei Versuchen habe ich es aufgegeben. Warum stelle ich ihn dann überhaupt vor? Na ja, die Dose ziert ein schöner Aufkleber.

Bessere Virginia Flakes gibt es zuhauf, auch aus der SG Produktion. Nimmt man den Dunhill Flake zum Vergleich (noch teilweise erhältlich, aber leider bereits Schnee von gestern), dann scheint der von einem anderen Stern zu kommen.

Samuel Gawith
Bothy Flake
A Kearvaig Pipe Club Tobacco
50g Rechteckdose
erhältlich im deutschen Fachhandel

 

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WERBUNG ! …. hinaus auf die Strassen

Bekanntlich sind die Betreiber von Pfeifenblog …… stop: kann jemand mal ein anderes Wort wie Betreiber vorschlagen, schliesslich führen wir keinen Baumarkt, keine Tankstelle oder gar ein Bordell. Und bitte nicht Admins, Sysops oder ähnlich malerische Bezeichnungen. Bis Sie etwas gefunden haben, spreche ich einfach mal vom Trio. Also Da Da Da und cut, noch einmal von vorn.

Wie unsere Leser wissen, hat das Trio eine starke Affinität zu allem, was mit gepflegtem Essen & Trinken in Verbindung steht. Ständig wird gekocht und gemixt, bepflanzt und geerntet, wobei der gezielte, sorgfältige Einkauf wichtiger Vorgang aller kulinarischer Wege ist. Somit: bevor an den Herd, geht es erst einmal auf den Markt. Wohlgemerkt, ich spreche nicht ausschließlich von der wichtigen Alltagsküche. Während Alexander der bajuwarisch-fränkischen Landküche ein Hohelied singt, Peter sich lebensweg-bedingt der mediterranen und vor allem der römischen Küchenwelt verschrieben hat, gibt es von mir ein spezielles Augenmerk auf die Genüsse Asiens. Nachdem ich fast vierzig Jahre lang ausnahmslos alle asiatisch-pazifischen Regionen mehrmals im Jahr bereist habe und das weiterhin tue, naheliegend.

Wie jeder ambitionierte Kochenthusiast hat sich im Laufe meines Lebens eine unüberschaubare Bibliothek von Koch- und sogenannten Lifestyle Büchern angesammelt. Immer wieder nehme ich mir vor, kein einziges Kochbuch, keine Rezeptsammlung mehr zu kaufen. Na ja, vielleicht das eine oder andere aus vergangenen Zeiten, wie z.B. dieses wunderschöne Kompendium, die Ausnahmen sind mittlerweile aber auch schon wieder ausgeufert. Aber das mache ich bald einmal Gegenstand eines anderen Artikels.

Jetzt folgt in Abkehr unseres Grundsatzes, keine Werbung im Blog zu dulden, in ungewohnter Weise genau diese. Allerdings in eigener Sache. In ureigener sogar. Ich meine damit, zu unserem Nutzen und Vorteil. Denn was wir jetzt für Sie bereithalten, wird Sie zu fantastischen kulinarischen Quellen in Asien führen. Ich bin jedenfalls so begeistert davon, das ich meine Asia-Kochbuch Sammlung nur noch anfasse, wenn ich fertig mit dem Kochen bin und bereits beim Digestif sitze. Ausgenommen von dieser neuen Attitude sind die zwei umfangreichen Vietnam Bände von Luke Nouyen und das liebgewonne Büchlein über die Heritage Küche von Singapore, das mir meine hochgeschätze, liebe Freundin Avril Gan vom Singapore Pipe & Cigar Smokers Club einst schenkte, die mich bei unzähligen Pfeifenrunden mit vielen faszinierenden Geschichten von ihrer Großmutter und deren Kochkünste im alten, noch malayischen Singapore so anregend unterhalten hat. Mein bevorzugtes Rezept aus dem prä-touristischen Singapore – Bak Kut Teh – können Sie am Ende des Artikel nachlesen und für 10 Mitglieder halte ich eine kleine Überraschung bereit, aber davon später in den Kommentaren.

Heute finden wir in unseren Städten an jeder Ecke irgendeinen Asia Imbiß, ein Sushi Take Away, eine unüberschaubare Anzahl von teils krude komponierten Indisch-Thai-China-Mongolisch International Küche – Restaurants, die ich mich weigere, überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Wer so etwas anbietet, meistens mit einer 100-seitigen Menükarte, kann nicht ernstgenommen werden. Und seine Gäste ebenfalls nicht.

Dabei beginnen die neuen meist vietnamesichen Restaurants oder Garküchen, wenn letztere auch eher Imbißstände sind, bei uns ganz vielversprechend. Das Klima und unsere hygienischen Bestimmungen lassen kein authentisches Street Food zu. Aber vor allem der Geschmack der Deutschen bewirkt, das nach wenigen Monaten eine Anpassung an deren Vorlieben vorgenommen wird. Statt Fischsauce ( puuuh….) zieht Maggi ein, Chili gibt es nur noch als hömopathischen Hauch (wie scharf ist denn scharf bei Ihnen? Scharf ist scharf! Oh, dann besser nicht scharf) und alles wird in Kokosmilch ertränkt.

Wie es sein könnte und tatsächlich in Asien ist, zeigt uns ein fantastischer Blog, der sich ganz dem Thema Asia Street Food widmet und der ein Leuchtturm in der Flut der Food Blogs ist: der gleichnamige Asia Street Food Blog von Heike und Stefan Leistner.

Alles beginnt mit der perfekten Übersicht über die Länder und deren Kultur und Küchen, die die zwei immer wieder bereisen:  Korea, Taiwan, China, Vietnam, Thailand, Malaysia, Indonesia,  Cambodia und Laos. Vor 10 Jahren entstand die Idee, die Erfahrungen, die gewonnenen Freundschaften, in einen Blog einzubringen. Die mittlerweile enorme Anzahl von Rezepten aus den verschiedenen Länderküchen wird mit hervorragendem Bildmaterial vorgestellt, alle Gerichte sind untermauert durch eigene Erfahrungen und auch für den nicht so sattelfesten Koch relativ einfach nachzukochen. Ich könnte hier noch länger schwärmen, aber bevor Sie ob dieser Schwärmerei in Zweifel geraten, schauen Sie selbst nach. Ich bin mir sicher, Sie werden Ihr optimales virtuelles Asia Koch Buch entdecken.


Effizientes Knowhow – in der Blog Pantry


 

Asia Street Food live: Heike Leistner im Einsatz vor Ort – (c) asiastreetfood

Wie aufwändig Heike & Stefan vor Ort recherchieren und wie kompetent sie Warenkunde betreiben, zeigt die aktuelle Vorstellung zum Thema Fischsauce, die in Vietnam unverzichtbar ist und eine herausragende Bedeutung genießt. Peter Hemmer und ich sind bereits dem Vorschlag für die weltbeste Fischsauce gefolgt und sind begeistert.

 

 

 

 

 

Leider ist es so: das iPad in der Küche hat bei uns Einzug gehalten, was zumindestens an den Büchern keine „Kochspuren“ mehr hinterläßt. Und mit ihm der Blog Asia Street Food.

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BakKutTeh

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