MacBaren | Burley Flake

Da treffe ich immer wieder auf gestandene Pfeifenraucher, die sich merkwürdig verhalten, wenn Tabake von MacBaren erwähnt werden. Von “ geht gar nicht“ bis „alle die gleiche süße Pampe“ oder „typisches MacBaren Flavour„. Wobei letzteres nicht verkehrt ist, wenn es einem Hersteller gelingt, unikate Merkmale zu schaffen, zumal z.B. die gepreßten MacBaren zu den absoluten Premium Flakes und Curlies zählen. Und niemand bringt seine Flakes so perfekt in die Rechteckdose, so daß sie wie aus „einem Guß“ aussehen. Aus Erfahrung weiß ich, das im befreundeten Singapore Pipe Smokers Club um Dr. Mike Loh damit viel unverkrampfter umgegangen wird. Seit kurzem ist der MacBaren Burley Flake auf dem Markt.

Ende der 1960er Jahre rauchte ich als Abwechslung zu meinen Dunhill und Sobranie Tabaken zwischendurch immer mal wieder eine MacBaren Mixture (heute Scottish Mixture, andere Rezeptur), Norwood (Burley-Virginia, gibt es wohl nicht mehr), den Navy Flake, den Mixture Flake sowie den außergewöhnlichen Stockton, der heute immer noch zu meinen Favouriten zählt.

Der seit kurzem in D erhältliche Burley Flake, wie gewohnt akkurat geschnitten und ebenso platziert in der mittleren Rechteckdose, wartet nicht mit dem erwarteten MacBaren Geruch auf. Erdig, nussig, mit dezentem Zigarrenduft und in Ansätzen fast ein wenig wie ein SG Kendal Plug. Er ist als milder Flake konzipiert, der nicht nur zu besonderen Anläßen geraucht werden will. Mild ist für viele ein relativer Begriff. Der Grundtabak, ein sehr kräftiger indonesischer Burley, wird abgemildert durch die Beimischung von leichterem Burley aus Brasilien und Malawi, eine MacBaren-typische Komponentenvielfalt. Abgerundet durch Virginias, ist ein komplexer, naturreiner Flake entstanden, der sicherlich einen erfahrenen Raucher braucht, um ihn richtig zu „errauchen“. Es mag einem fast seltsam für MacBaren vorkommen, aber es gibt anscheinend kein flavouring oder casing. Feststellbar ist jedenfalls keine der Aromatiersungsarten, weder im Geruch noch beim Rauchen.

Mac Baren Burley Flake

Also das gewohnte Prozedere: K&F * bringt 1,5 Scheiben in die mittelgroße Kammer der gestrahlten, kurzen Safferling, ein wenig aufgedröselter Takak obenauf. Der Flake ist perfekt konditioniert, er brennt sofort und glimmt gleichmäßig. Ein erdiger, voller und sehr runder Geschmack, süßlich – aber nicht aufdringlich -gefärbt durch den Virginia. Der zuvor festgestellte leichte Zigarrenduft macht sich überhaupt nicht im Geschmack bemerkbar. Und es gibt auch weder Spitzen noch ein Abflachen, der Tabak bleibt konstant während des Abbrands. Müßte ich eine Geschmacksbezeichnung für den Burley Flake nennen, so ist „süffig“ die wohl treffendste.

Und so gibt es eine zweifelsfreie Empfehlung für diesen Tabak von MacBaren, der für manchen gar zum Allzeittabak werden kann. Ich werde ihn jedenfalls öfter in die Wahl nehmen.

Und wenn ich schon dabei bin, ein Hohelied auf MacBaren zu singen, dann probieren Sie doch auch einmal diese zwei:

 

*K&F : Knick und Falt
mit K&F werden die Flakescheiben einmal geknickt und gefaltet oder gefaltet und geknickt oder zweimal gefaltet oder zweimal geknickt. Egal, jede andere Art der Befüllung einer Pfeife mit Flakes oder Curlies kann man getrost knicken. Nur Raucher mit zwei linken Händen, starrköpfige Alles-Verweigerer und Beratungsresistente lehnen die Methode ab. Immer schon, bereits seit seligen Forumzeiten.

 

 

 




Robert McConnell Heritage | Flake

Ein weiterer Hoffnungsträger für eingefleischte oder gelegentliche Dunhillianer, der den traurigen Dunhill Exodus überwinden hilft. So die Vermutung. Aber nach dem „Eclipse Gate“ bin ich etwas vorsichtiger mit der Übernahme solcher Aussagen geworden. Zählt doch der Dunhill Flake zu meinen favorisierten (naturreinen) Virginia Flakes und er gehört wie Escudo, Balkan Sobranie 759 und Penzance zu meiner Tabak DNA. So war es unabdingbar, einen Vergleich mit einer zu diesem Zweck geöffneten Original STG Dunhill Flake 2010er Version und dem neuen Renegaten durchzuführen.

Das Opfer war groß. Manische Tabaksammler und Horter werden das verstehen. Öffne ich wirklich eine der nun sehr, sehr raren Dunhill Flake Dosen, die mittlerweile überall abverkauft sind? Wie notwendig das war, zeigt sich sofort nach öffnen der beiden Dosen: der Geruch ist völlig unterschiedlich, das ist auch nach einer Stunde so geblieben. Der Robert McConnell Heritage Flake ist wesentlich heller in der Farbe und auch nicht so perfekt geschnitten wie der Dunhill. Erkennbar auf den Fotos: die Textur der Flakescheiben hat eine andere Dichte. Die Aufnahmen habe ich deshalb mit Tageslicht und ohne künstliche Beleuchtung gemacht. Weniger kritische Raucher mögen das vielleicht mit den oftmals zitierten ominösen Chargenschwankungen erklären wollen. Allein, das schliesse ich erst einmal aus. Jeder Hersteller, der eine Art Nachfolgetabak herausbringt – auch wenn K&K das bei der Heritage Linie nicht explizit anführt- wird bei der ersten Produktion besondere Sorgfalt anwenden. Optisch schon einmal ein deutlicher Unterschied, der sich natürlich nicht zwingend bei der Geschmacksprobe bemerkbar machen muß.

deutlich ersichtlich: fehlende Akkuratesse beim Heritage Flake

Wartet der Dunhill mit einem erdigen, fast etwas scharfen Grundton und leichter Pflaumen-/ Zitrusnote auf, so riecht der Heritage Flake wesentlich süßlicher und hat einen ganz leichten Richmond Navy Cut-Touch. Wohlgemerkt, beide Tabake werden von der STG hergestellt. Dennoch bin ich ab hier überzeugt, das die Rezeptur geändert ist und nicht nur geringfügig und aus Gründen der Rezeptur-Raison. Das ist nicht mehr der Dunhill Flake, wie ich ihn hier beschrieben habe. Und diese Annahme bestätigt der Rauchvergleich, der meinen Erwartungsansatz sinnvoller Weise von „Dunhill Flake-Ersatz“ zu einem „weiteren Virginia Flake“ gewandelt hat.

Der Heritage Flake ist perfekt konditioniert und kann sofort geraucht zu werden. Mit K&F habe ich eine Castello Tan Bulldog (Carlo Scotti Old Antiquar KK) befüllt. Dazu und zum Anzünden keine weiteren Anmerkungen. Alles gut.

Schnitt und Verbringung in die Dose kein Vergleich zum Dunhill Flake

Der Tabak entwickelt sich beim Rauchen, anders als der stets gleichbleibende Dunhill. Erscheint er zu Beginn eher beliebig, so wandelt er sich bei „Betriebstemperatur“ zu einem mittelkräftigen, würzigen Virginia, dessen geschmacklich naturreine Färbung kräftiges Heu zutage fördert, genau wie es sich bei einem naturreinen, dunklen Virgina gehört. Irritiert hat mich die Anbieter Erwähnung einer leichten Aromatisierung, dennoch bleibt die erforderliche Virginiasüße dezent und angenehm. Um welches Aroma es sich handelt, ob ein natürliches oder eine chemische Keule, bleibt unklar, allerdings ist das hinzugefügte Aroma ein signifikanter Unterschied zum Dunhill.

Links Dunhill Flake, rechts Heritage Flake

Dem Heritage fehlt insgesamt ein wenig die Tiefe des Dunhill, aber so bekommt er auch einen eigenen Charakter, den ich erdig-ehrlich benennen möchte. Der Heritage bleibt relativ weich im Geschmack und läßt jegliches Brennen und Kratzen außen vor.

Meinen geliebten Dunhill Flake werde ich schmerzlich vermissen, wenn die Bestände dermaleinst aufgebraucht sind, ein schrecklicher Gedanke an eine dunkle Zukunft. Den Robert McConnell Heritage Flake nehme ich als einen weiteren hervorragenden, eigenständigen Virgina Flake an, der sich gar nicht unter das Licht des ursprünglich vermuteten Nachfolgers stellen muß. Für die zwangsmäßig abgedankte Ikone allerdings ist er kein Ersatz. Da werde ich mich eher an den SG Full Virgiana Flake oder seine Plug Variante, den wundervollen Epikur, halten.

Robert McConnell Heritage Flake
hergestellt von STG für Kohlhase & Kopp
50g Runddose

 

 




Robert McDunhill : Nachlassverwaltung

Was in der Welt des Pfeifentabaks undenkbar schien, ist eingetreten: die Tabake mit dem weltweit wohl höchsten Bekanntheitsgrad sind abrupt Geschichte geworden. Selbst unbelehrbare Nostalgiker, für die Tabake von Dunhill bis vor wenigen Monaten immer noch von Sir Alfred ersonnen, handgemischt und von Gentlemen in der St.James Street probiert und erworben werden konnten, stehen vor dem emotionalen AUS. British American Tobacco (BAT), Inhaber der Markenrechte von Nightcap, Early Morning Pipe und Co., hat die Lizenzherstellung durch die Scandinavian Tobacco Group mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Beweggründe sind nicht wirklich erklärbar, liegen im Dunkeln und bieten Anlaß für zahlreiche Verschwörungstheorien. Schliesslich spülten die Tabake nicht unerheblichen Profit in die BAT Kassen (und nur ein geringer verblieb im Vergleich zu anderen Tabaken beim Fachhandel!) Warum aber nun dieser Schritt? Darüber haben wir uns mit Jens Meyer, Geschäftsleiter beim Münchner Branchenurgestein Pfeifen Huber, ausgiebig ausgetauscht. Er bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

Pfeifenblog (PB): Herr Meyer, auf der soben beendeten Intertabac offiziell geworden, liegen nun die ersten Robert McConnell „Dunhills“ in den Regalen. Wie kam es zu dieser doch etwas überraschenden Entwicklung?

Jens Meyer (JM): Scheinbar passt der – gemessen an modernen Rauchwelten wie den hippen e-Zigaretten – „altbackene“ Pfeifentabak mit seiner Suggestion von britischem Landedelmann-Understatement nicht mehr so recht in die Wunsch-Life Styles der eifrig herbei-gemarketingten jungen und dynamischen Märkte. BAT will sich wohl auf neue Produkte konzentrieren und auf ein verändertes Kundenverhalten einstellen. Sicherlich spielen aber auch die vielen, neuen gesetzgeberischen Anforderungen beim Verbraucherschutz eine Rolle, die bei der kommerziellen Betrachtung eine Rolle gespielt haben könnten. Aber so richtig kennt niemand die tatsächlichen Entscheidungsgünde der BAT.

Jens Meyer

PB: Wäre es denn nicht naheliegend gewesen, dass STG als aktuell letzter Hersteller der Dunhill-Tabake das Geschäft übernommen hätte?

JM: Ja, sicher, aber die zwei Giganten konnten sich vermutlich nicht über einen Preis einigen. Also: Dunhill Tobacco ade. Wobei zu beachten ist, dass die Markenrechte für Dunhill Tabake nach wie vor bei der BAT liegen, aber derzeit nicht mehr vermarktet werden.

PB: Jetzt ist Hoffnung aufgekommen durch den deutschen Tabakhersteller und Importeur Kohlhase & Kopp. Bringen die wirklich die „Fortsetzung der Legende“ und hat sie Marktchancen?

JM: Das Image von Dunhill war von jeher ein zwiegespaltenes. Es gab die 100prozentigen Liebhaber, die -wenn nicht die meisten, so zumindest aber 2-3 Tabake als ihre unerreichbaren Allzeit-Lieblinge verinnerlicht haben und jene, für die Dunhill lediglich ein falsch verstandener Nimbus war, der seine herausragende Position bei den ambitionierten Pfeifenrauchern auch durch nichts rechtfertigen konnte. In ihren Augen am wenigsten durch Qualität und Geschmack. Liest man sich die Reviews der letzten Jahre in den digitalen Medien durch, so kann man fast von einem Dunhill-Bashing reden, dem die überzeugte, unbeirrbare Front der Fans gegenüber stand. Tatsache aber bleibt, dass Dunhill Tabake mit ihrer wechselvollen Geschichte und ihren unterschiedlichen Produzenten bis in unsere Zeit der Inbegriff des Pfeifentabaks sind und dabei einem nostalgischen Environment gehuldigt haben, in dem sich die Dunhillianer wohlfühlten. Kohlhase & Kopp sind durchaus in der Lage, mit ihrer neuen Robert McConnell „Heritage“ Reihe die durch den BAT Rückzug entstandene Lücke zu schliessen. Zumal die Rechte an der gut eingeführten Marke Robert McConnell ohnehin bei Kohlhase & Kopp liegen. Und ja, ich kann mir sogar eine Belebung des Umsatzes für diese Tabake vorstellen, da viele Raucher neugierig auf die „Nachfolger“ sind und sicher den einen oder anderen Tabak wieder entdecken werden.

Jens Meyer, Pfeifen Huber –  mit Alexander Broy und Peter Hemmer

PB: Wir erinnern noch an die erst vor zwei Jahren aufgekommene Beliebtheit der neu aufgelegten „Vintage Dunhills“, über die hier im Blog ausführlich berichtet wurde. Auch diese sind jetzt bereits Geschichte, Schnee von gestern. Was deckt die Heritage Reihe davon ab und wer stellt die Tabake überhaupt her, die dann unter der Marke Robert McConnell erscheinen?

JM: Lassen Sie es mich so sagen: alle 18 aufgegebenen Dunhill Tabake leben unter Robert McConnell weiter. Unter anderen Bezeichnungen, mit veränderten Etiketten, aber nahezu unveränderter Rezeptur. Denn der Hersteller ist wieder STG.


Jens Meyer: natürlich werden die Mischungen nicht 100% den Dunhills entsprechen, da geht es vermutlich auch um Rechte an den Rezepturen. Einige Mischungen werden komplett von STG hergestellt, einige mischt Kohlhase & Kopp aus den STG Grundtabaken. Also können wir leichte Unterschiede erwarten, die aber sicherlich nicht signifikant sein werden.

Ausnahme sind die ehemaligen Dunhill DeLuxe Navy Rolls (aka Escudo), deren Marken- und Rezepturrechte nicht bei Dunhill, sondern stets bei STG lagen. Diese werden von STG völlig unverändert als „Eclipse“ erstellt, so wie auch der Nachfolger des Dunhill Flake, der jetzt einfach nur Flake heißt.

PB: Also bleibt es spannend, oder besser, es wird spannend. Denn in den nächsten Wochen testen wir die einzelnen Tabake im Detail und stellen sie im Blog vor. Ihnen, Herr Meyer, danken wir für die profunden Informationen.


Review-Plan

Bodo: Eclipse, Flake, City of London

Peter: My Mixture Barking Road, Black Flake, Majesty Elizabeth, The Old Sign, Durbar Square

Alexander: 5 Years Matured, Ready Rubbed

Blogger + Reviewer: Bodo, Alexander und Peter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Legende

Sag beim Abschied

Das Ende Teil 2

Trauer & Gram

Vintage Rallye

Aus für McClelland

Review: Baker Street

Review: Dark Flake

Review: Elizabethan

Review: Ye Olde Sign

Review: Durbar

Review: Dunhill Flake

Review: Ready Rubbed

Review: Three Years Matured

 

 

 

 




Robert McConnell Heritage | Eclipse

An dem Thema und daraus folgenden Diskussionen habe ich mich seit seligen Forumzeiten missionarisch aufgerieben. Sind Escudo (A+C Christensen), Dunhill Deluxe Navy Rolls und die diversen Bulls Eye Flakes identische Tabake oder nicht? Schliesslich werden sie alle in Dänemark von Orlik (STG) hergestellt.  Die in ihrer Beweisführung stimmige Antwort ist hier im Blog an verschiedenen Stellen nachzulesen. Soeben haben wir sogar diesen Artikel veröffentlicht, er spricht für sich. Nun aber sind wir nach dem Marlin Fall wiederum unserer investigativen Blog-DNA zum Opfer gefallen. Der als 100%iger Nachfolger des Dunhill Deluxe Navy Rolls propagierte Eclipse aus der neuen Heritage Reihe von Robert McConnell (Kohlhase & Kopp) ist ab sofort im Fachhandel verfügbar. Es wurde davon ausgegangen, dass die Rezeptur des Eclipse genau der des DDLNR entspricht, zumal der Hersteller STG (Scandinavian Tobacco Group) diese Curlies hergestellt hat und das nun weiterhin für Robert McConnell tut, die Markenrechte besitzt und nicht wie bei anderen Dunhills die BAT. Und die Namensgebung sowie die farbliche Gestaltung des Etiketts deuteten darauf hin.

Bereits gestern begannen wir mit den ersten Tests der Dunhill Erbfolger und sinnvollerweise mit dem Tabak, bei dem eine 100ige Identität vermutet wurde. Die Überraschung war groß: mitnichten entspricht der Eclipse dem DDLNR, sondern es ist eindeutig der Orlik Bulls Eye Flake, erkennbar durch seinen dunklen Black Cavendish Kern, eben das „Bullenauge“.

Unbestritten ist der Bulls Eye Flake ein fantastischer Premiumtabak und es ist eine Bereicherung, dass wir ihn endlich auch in D kaufen können, ohne untaugliche, teuere und prozedural aufwändige Aktionen über Dänemark oder gar die USA. Er ist aber nun mal kein Escudo oder DDLNR und schmeckt gänzlich anders.

ES IST UND BLEIBT EIN ANDERER TABAK ALS DER DDLNR!!!! *

Wenn K&K da nicht nachlegt, wird der DDLNR nachfolgelos vom Markt verschwinden. Die geringe Hoffnung bleibt, dass es sich um einen Verpackungsfehler handelt (wie weiland beim Marlin Flake) und vielleicht der Bulls Eye als offizieller Robert McConnell Tabak als Eclipse Bulls Eye oder ähnlich zusätzlich angeboten wird.

Für diese tiefgründige MARKETING – IDEE erheben wir keinerlei monetäre Forderungen oder melden gar Rechte an, K&K – macht es einfach.

Es ist müßig zu erwähnen, dass ein gestrig nach Mitternacht durchgeführter Vergleichsrauch und die heutige morgendliche Wiederholung dieses Ergebnis brachte: das ist der Orlik Bulls Eye Flake. Allerdings haben sich irgendwelche Marrkkkettting-Eleven eine neue Bezeichnung für Curly Cut Tabake einfallen lassen. Der Eclipse ist jetzt ein Coin-Cut Flue-Cured African and Perique Tobacco. African was? Banane, Palme oder Savanne? Mann oh Mann …… alter Wein in neuen Schläuchen.

*Glaubt es oder glaubt es nicht ……… an der offensichtlichen Beweisführung kommt niemand vorbei.




Esoterica Tobacciana – verlorene Welt

Was wäre unsere Leidenschaft für Tabake ohne Mythen, ohne Geschichterl rund um das geniale Kraut. Wenn man nicht gerade ein Suchtraucher ist, für den es einfach nur qualmen muß, dann sind diese Mythen wichtiger Bestandteil der Passion. Dunhill, Bell (Three Nuns), Drucquer, Cope (Escudo), Sobranie (Balkan 759) und andere, vielfach längst vergangene Namen aus unserer Genußwelt, rufen wir uns immer wieder in Erinnerung.

Eine solche Tabaklegende ist die Esoterica Tobacciana des Amerikaners Michael Butera, ein Pfeifenmacher und Tabakblender, der als Seiteneinsteiger in den 1970er Jahren begonnen hatte und es zu einer gewissen Berühmheit brachte. Sein Meisterstück lieferte er wohl mit der Esoterica Tabakserie, die exklusiv für ihn in Europa von JF Germain & Son auf Jersey Island hergestellt wurde. Bekanntester Tabak aus der Serie ist der herausragende Mottled Flake (Crumble Cake)  Penzance, nach dem Balkan Sobranie 759 einer der am meisten vermissten Tabake aus vergangenen Zeiten. Vielleicht liegt es an den begrenzten Kapazitäten beim kleinen Hersteller Germain, aber seit gut 5 Jahren waren die Esotericas ständig ausverkauft, nur wenige Tabake verfügbar, teilweise konnten auch nur 1 bis 2 Dosen bestellt werden. Das grenzte schon fast an Prohibition. Wurde in online shops Verfügbarkeit signalisiert -teilweise mit Vorankündigung für Stammkunden – so war der Bestand in Minuten abverkauft.  Nun aber erscheinen seit ein, zwei Jahren nur noch die „out of stock“ Hinweise. Und obwohl mir JF Germain seinerzeit auf eine schriftliche Anfrage über die angezweifelte Zukunft dieser Tabake geradezu empört widersprochen hat, sah und sieht die Wirklichkeit anders aus. Vor wenigen Jahren hat Butera  die Esoterica Serie und andere Tabaka an den Distributor Arango verkauft. An der Verfügbarkeit hat sich nichts geändert – es gibt keine. Und das wird sich kaum ändern, zumal nun auch die Distributoren keine Lust mehr auf ein solches Handelsgebaren haben,  q.e.d :


in memoriam




Bullls Eye Flake – Orlik, Davidoff, Stokkebye

Es mag ein wenig unübersichtlich erscheinen bei den Flaggschiffen der Virginia Curly Cuts: Escudo, Dunhill DeLuxe Navy Rolls, Orlik Bullseye Flake, Peter Stokkebye`s Luxury Bullseye Flake und  Davidoff Medaillon Flake – und alles kommt mittlerweile aus den Maschinen von Orlik (STG Scanadinavian Tobacco Group) aus Dänemark. Steht für mich durch diverse Tests dieser Tabake aus unterschiedlichen Bezugsquellen fest, das der Escudo und der DDLNR von Aussehen und Geschmack völlig identisch sind, so gibt es bei den Orlik Bullseye Flakes, den Davidoff Flake Medaillons und dem Peter Stokkeby`s Luxury Bullseye ohnehin keinen Zweifel. Da besteht der Unterschied nur in der Verpackung und in einem teilweise irrwitzigen Preisunterschied.

Zunächst fällt zum Escudo /DDLNR ein optischer Unterschied auf: der Davidoff, dessen Scheiben zwar vom Umfang her ein wenig kleiner sind, hat in der Mitte einen dunklen Black Cavendish Kern, so daß tatsächlich der Eindruck eines Auges entsteht. Die Virgina und Perique Bestandteille scheinen feiner “ gesponnen“ zu sein. Der Cavendish macht auch den entscheidenden Geschmacks- und Duftunterschied zum Escudo aus. Ein feiner, ausgewogener Tabak, der sich gleichwertig zum Escudo mit nur geringer Geschmacksvariante darstellt. In der frisch geöffneten Dose liegen peinlich genau aufeinenandergelegte, wunderschöne Scheiben mit einer ganz feinen Struktur, die muß ein penibler Buchhalter oder Revisor verpackt haben. Der Tabak verströmt einen süßen, kräftigen Duft. Der Escudo riecht im Gegensatz dazu etwas feiner, ausgewogener. Das Anbrennen, der vorzüglich gleichmäßige Abbrand, die elegante Raumnote – alles das kennen wir von den Brüdern. Er kommt mir nur ein wenig kräftiger vor (Nikotin?), vor allem, wenn Pfeife und Tabak insgesamt wärmer geworden sind. Nicht unangenehm, diese zunehmende Stärke.

Das Original, der Orlik Bull`s Eye, unterscheidet sich überhaupt nicht von den anderen zwei Derivaten, lediglich das Etikett ist ein anderes. Und die Verfügbarkeit, die Deutschland ausklammert.

Dann ist da noch der Peter Stokkeby´s Luxury Bullseye Flake, den ich einfach mal als preisgetriebene Marketingidee abhandeln möchte. Der Unterschied zu den beiden anderen Bullenaugen besteht ausschliesslich im Bulk-Verpackungsformat und einem sehr, sehr attraktiven Preis. Allerdings ist angeraten, ihn in Schnappdeckelgläser umzufüllen, wenn größere Mengen längere Zeit gelagert werden sollen. Erhältlich nur in den USA, derzeit zum Preis von 5,60€ für 50g und 100g für 10,53. Kauft man gar 24 oz = 1,2 KG, dann sinkt der Preis auf 5,25 € je 100 g. Obwohl wir im Blog üblicherweise keine Preise nennen, so machen wir hier eine Ausnahme. Zumal der Davidoff in der 50g Dose immerhin 16,20 € kostet.

Fazit für alle drei Varianten:ein erstklassiger Tabak, wunderbar in Duft und Geschmack und eine interessante Ergänzung zum Escudo, der mir in der Abrundung des Geschmacks über eine ganze Pfeifenlänge doch noch ein wenig perfekter erscheint, vor allem in der gebackenen Variante, die bei mir Standard ist. Escudo heißt jetzt übrigens Eclipse!

 

Nachsatz

Dank aufmerksamer Leser soeben noch den folgenden Hinweis bekommen: ein weiteres Derivat wird in Deutschland auch von Dan Tobacco unter dem Namen Roper`s Roundels angeboten !

 




Drucquer & Sons – Blairgowrie, Scottish Blend

Über die dem Mythenreich entronnen Tabake von Drucquer & Sons haben wir bereits hier berichtet. Zwischenzeitlich sind weitere Lieferungen bei mir eingetroffen, so daß ich endlich das gesamte Sortiment horte. Das versetzt mich in die komfortable Lage, meine Raucherlebnisse mit den einzelnen Tabaken sukzessive zu schildern. Sicherlich wird unsere kompetente Leserschaft das große Opfer und den Σίσυφος-anten Aufwand erkennen und durch möglichst gewogene Kommentare belohnen. Ich beginne mit dem Blairgowrie.

Der Blairgowrie ist ein typischer, kräftiger Scottish Blend. Die Komponenten sind ein reifer und gealterter Virgina, abgemischt mit Perique, verschiedenen Orient Tabaken und einer „Prise“ cypriotischem Latakia. Ein casing oder flavouring wird nicht verwendet, ergo liegt uns eine naturreine Mischung vor. Der so zusammengestellte Blend wird zunächst zu K(c)akes gepresst und zwecks weiterer Reife einige Monate gelagert. Anschliessend in Scheiben geschnitten und diese dann vollständig aufgerieben (fully rubbed). Dieses Format sorgt für den kräftigen Geschmack, aber auch für einen hervorragenden gleichmäßigen Brand.

große Bulldog von Former (Hans Nielsen), gefertigt 1985, Erstbesitz

Die Schnittbreite der Tabakkomponenten ist nahezu gleich, das gilt auch für die Schnittlänge, der Schnitt selbst ist kaum feststellbar feiner als z.b. beim Dunhill Ready Rubbed. Dadurch läßt sich die Start-Pfeife – hier eine Former Bulldog aus dem Jahre 1985 – einfach und perfekt befüllen. Das Anzünden ist ein Kinderspiel. Ich habe die Dose eine Nacht lang geöffnet stehen lassen, um eine optimale Konditionierung der Mischung zu erhalten, die mir nach öffnen des Pull-Deckels ein wenig zu feucht erschienen ist.

Ein sehr schönes, ausgewogenes Tabakbild

Nach wenigen Minuten gleichmäßigen Rauchens kann ich feststellen, dass sich um einen leicht- bis mittelstarken Blend handelt, der ein hervorragendes, breites Geschmacksbild erzeugt. Eine leichte Virginiasüße ist die Grundnote, der Perique sorgt für Kraft und Tiefe, lediglich der Latakia ist ein wenig schwach auf der Brust. Aber schliesslich ist der Blairgowrie ein Scottish- und kein Latakia Blend. Raucht der Geniesser langsam, so glimmt  der Tabak sehr gleichmäßig. Auffallend – auch das ein Gütezeichen für das außergewöhnlich gelungene Blending von Altmeister GL Pease – ist das Ausbleiben von Geschmacksspitzen. Der Blairgowrie verhält sich von Anfang bis zum kondensatarmen Ende wohltuend angenehm, aber es ist beiliebe kein beliebiger, sondern ein charaktervoller, eigenständiger Tabak, der den Beschaffungsaufwand unbedingt lohnt.

Fazit: ein Tabak, wie aus dem „Bilderbuch“. Mittelkräftig, mit vollem, naturreinen Geschmack, der Liebhabern von Virginias und Orientals gleichermassen munden wird. Die augenscheinlich sorgfältige Bearbeitung über den gesamten Herstellungsprozeß schafft eine Qualität, die für den geneigten Raucher den angestrebten zurfriedenstellenden Genuß verschafft. Jedenfalls ist das mein Eindruck.

 

Druquer & Sons Ltd “ Blairgowrie“
Blender: GL Pease
Hersteller: Cornell & Diehl, USA
100g oder 200 g (großer Preisvorteil)
erhältlich nur in den USA bei Smokingpipes.com
Bestellungen online, Lieferung unproblematisch auch nach DACH.




Ägyptische Nächte

Schmerzhaft ist die Erkenntnis über die Veränderungen in der arabischen Welt, präziser dem Maghreb, dem Nahen und Mittleren Osten, von Teilen der Levante. Reisende wie ich, die diese Regionen seit den 1970er Jahren immer wieder durchquert haben, die über Freundschaften gebieten, die moderne Menschen heute schnöde als Netzwerk bezeichnen würden, ohne zu wissen, worin der Unterschied liegt, haben vielfach ein wehmütiges Gefühl, denken Sie an vergangenen Dekaden. „Früher war alles besser“ ist selbstredend ein Euphemismus und alles andere als wahrhaftig. Und dennoch gefallen wir uns in dieser Meinung, geniessen das Wissen über die jüngere, unwiederbringliche Vergangenheit.

Seit langem liegt ein gutes Dutzend Bücher von arabischen Schriftstellern, die ich hier vorstellen wollte, auf einem Bücherstapel. Allein, es fehlte bisher an der Zeit, der Muße und vor allem an der richtigen Stimmung.

Abdulrachman Manif, Nedim Gürsel, Orhan Pamuk, Ahmed Hamdi Tanpinar, Thorkhild Hansen, Elsa von Kamphoevener, Mirza Abu Taleb, Slatin Pascha und Winston Churchill sind mit Romanen, mit Reise-
beschreibungen und Biographien, mit ihren persönlichen Schicksalen, heute noch gegenwärtig. Sie halten sich wie zahlreiche andere in meinem osmanisch / arabischen Bücherschrank auf. Über die aber möchte ich heute nicht schreiben, sondern habe mir mit Alaa-al Aswani, Nagib Machfus und Waguih Ghali drei herausragende ägyptische Schriftsteller ausgesucht, die ägyptisches Leben zu unterschiedlichen Epochen des 20ten Jahrhunderts faszinierend und unterhaltsam schildern. Nicht das heutige, das oftmals fehlgeleitete, das gebeutelte und ausgebeutete, der Spielball dummer, verbrecherischer Mächte, sondern das romanhafte, glamouröse, nicht immer wirklichkeitsgetreu Geschilderte aus einer für den westlichen Reisenden so exotischen Welt. Die glorifizierte Epoche nach dem Ende des osmanischen Reiches, als es noch einen König gab.

Alaa al-Aswani (1957) ist einer der bedeutendsten Autoren in Ägypten, lebt und arbeitet in Kairo als Schriftsteller, Journalist und Zahnarzt. Sein Erstlingswerk, der Jakubjian – Bau,  wurde zu einem internationalen Bestseller und zwischenzeitlich verfilmt.

Der Jakubijan-Bau – 2002
Alaa al-Aswanis Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig – und eigentlich nie in dieser Direktheit – gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muss, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt. Opulent, in bunten Bildern beschreibt al-Aswani das vornehme Kairo, das dreckige, Religion, Politik, Sex und Liebe, Terror.

Lenos Verlag
ISBN 978 3 85787 381 2

Der Automobilclub von Kairo – 2013
Ende der 1940er Jahre herrschen im Automobilclub von Kairo unter den surrenden Ventilatoren Extravaganz und Dekadenz: Paschas, Monarchen und Diplomaten gehen ein und aus. Auch der König zählt zu den Stammgästen, er kommt regelmäßig zum Pokerspielen und sucht die schönsten Frauen für die Nacht. Den Reichen zu Diensten steht eine Armada von schlechtbezahlten, schikanierten Dienern, Kellnern und Köchen – bis sie den Aufstand proben. In seinem Roman ‚Der Automibilclub von Kairo‘ erzählt Alaa al-Aswani von Herrschaft und Diktatur und lässt einen Mikrokosmos lebendig werden, der für die Zerrissenheit eines ganzen Landes, seiner Heimat Ägypten, steht. Nuanciert und verblüffend nah an unserer Gegenwart. Skurril und märchenhaft bereits der Einstieg, wenn Kamil Gaafar und seine Schwester Saliha unerwartet dem Roman entsteigen und in die Wirklichkeit des Schriftstellers eintreten, plötzlich vor seiner Tür stehen, gekleidet im Stil der 1940er Jahren.

Verlag Fischer
ISBN 978 3 596 19013 3

Waguih Ghali (1927 oder 1929 -†1969)
Snooker in Kairo (1964) ist der einzige Roman dieses Autors, der durch Suizid 1969 in London aus der Welt getreten ist. Der ägyptische Ich-Erzähler Ram und sein Freund Font, ihre Familien und Freunde stammen aus der Oberschicht, sie sind eher europäisch, aber nicht arabisch geprägt und schon gar nicht religiös. Es ist das Kairo der 1950er-Jahre, das heute sehnsüchtig verklärt wird. Und es geht um die Liebe Rams zur Jüdin Edna.  Waguhi Ghalis glänzend geschriebener, einziger Roman wurde während des arabischen Frühlings zu einem Fanal für die Demonstrierenden, weil das von ihm beschriebene Ägypten unter Nasser mit seiner Repression so sehr an die Gegenwart erinnert. Die jungen Leute verachten die dekadente Schicht, aus der sie teilweise kommen, und bleiben doch gefangen in den Annehmlichkeiten, die sie gewohnt sind, sie wirken orientierungslos und verloren, zynisch, empfindsam, komisch, anarchisch und voll Lebenshunger. „Snooker in Kairo“ zeichnet ein faszinierendes Zeitbild, mit trockenem Humor und voller Melancholie, und erzählt die aufwühlende, gefährliche Liebesgeschichte zwischen Ram und Edna.

Verlag C.H. Beck
ISBN 978-3406719028

Nagib Machfus (1911-2006), in Kairo geboren und dort 94-jährig verstorben, zählt wie al-Aswani zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart und glt als der Vater des ägyptischen Romans. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 40 Romane, Novellen und Kurzgeschichten. 1988 erhielt er als bisher einziger arabischer Autor den Nobelpreis für Literatur.

Meine Liebe gilt den Bewohnern der Gassen. Nicht nur der alten Gassen von Kairo, sondern der Gassen der ganzen Welt. Nagib Machfus

Die Midaq-Gasse – 1947
Einst glänzte die Midaq-Gasse wie ein Stern in der Geschichte des mächtigen Kairo. Inzwischen sind die Arabesken am berühmten Kirscha-Kaffeehaus bröcklig und morsch geworden, aber immer noch ist die Gasse erfüllt vom Lärm ihres eigenen Lebens. Hier laufen die Fäden zusammen, hier strömen die Menschen ein und aus. Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, al-Hilu mit seinem Friseursalon, der alte Dichter, den keiner mehr hören will, seit es das Radio gibt, der stolze Chef der Handelsfirma, ja sogar der düstere Zita, der aus Menschen Krüppel macht, damit sie besser betteln können – sie alle spüren die neue Zeit, deren Rhythmus die Stadt erobert. Jeder sucht seinen eigenen Weg in die Zukunft. Umm Hamida, Chronistin aller Nachrichten und wandelndes Lexikon aller Missetaten, hat täglich mehr zu erzählen über die Geheimnisse dieser Gasse, denn eine Welt ist in Unordnung geraten. In diesem Roman wird eine Altstadtgasse von Kairo zum Mikrokosmos einer Welt im Umbruch.

Unionsverlag
978 3 293 20686 1

Karnak-Café – 1974
Alt und Jung, Arm und Reich, Männer und selbst einzelne Frauen treffen sich im Karnak-Café, angelockt vom guten Kaffee und der schillernden Kurunfula, einer ehemaligen Tänzerin und Besitzerin des Cafés. Sie erzählen aus ihrem Leben, teilen Freude und Leid und manch müßiggängerische Stunde. Als drei junge Stammgäste plötzlich verschwinden und später verstört zurückkehren, ist es vorbei mit der heiteren Kaffeehausatmosphäre. Aus der einstigen Oase der Kameradschaft wird ein Ort des Argwohns, an dem sich die alte Vertrautheit zwischen den Menschen nur schwer behaupten kann. Das Trauma der Niederlage Ägyptens im 6-Tagekrieg 1967 und die dadurch entstandene gesellschaftliche Veränderung sind eindrucksvoll auf diesen nur 120 Seiten eingeflossen. Wie auch die Midaq-Gasse für mich ein moderner Karawanserai Roman.

Unionsverlag
ISBN 978 3 293 20501 7

Kairo-Trilogie – 1956 /1957
Die drei Romane Zwischen den Palästen, Palast der Sehnsucht und Zuckergässchen, zusammengefasst in der Kairo Trilogie, verschafften dem Autor weltweite Anerkennung. In diesen drei Werken, erzählt er die Geschichte einer Kairoer Kaufmannsfamilie über drei Generationen hinweg. Sie spürt den Wandlungsprozessen nach, welche die Gesellschaft während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund der Modernisierung und der Kontakte mit dem Westen durchläuft. Die Trilogie brachte Mahfuz den ägyptischen Staatspreis für Literatur ein.

Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich: Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang, und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt. Als die Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen an die Oberfläche kommen, verstricken sich die Familienmitglieder immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen. Seine Ehefrau Amina, eine Gestalt von mythischer Tiefe, in der Welt der Geister heimischer als in der Welt der Menschen, wagt sich zum ersten Mal hinaus auf die Straße. Der Sohn wie die Tochter verfallen einer unschicklichen Liebe. Und draußen auf der Straße beginnt der blutige Kampf um nationale Unabhängigkeit, wird in Demonstrationen und Streiks das Ende des britischen Protektorates gefordert. Abd al-Gawwad’s Familie bleibt von der Tragik der Ereignisse nicht verschont, der Riß, der durch Ägypten zieht, macht auch nicht vor der Familie halt.

Unionsverlag
ISBN 3 86150 398 0

 

 

Fotos & Texte: Bodo Falkenried, teilweise unter Verwendung von Verlagstexten




Trauer & Gram um Dunhill Tabak ist Schnee von Gestern

Ein Teil der Gemeinde trägt Schwarz, Andere wiederum hat es kalt gelassen: die Produktion von Dunhill Tabaken wurde vor kurzem aufgegeben und Early Morning Pipe, Nightcap und all die übrigen traditionsreichen Tabaknamen sind perdü. Selbst für die Markenrechte, vermutlich zu teuer, hat sich kein Hersteller interessiert. Nun allerdings sind alle (!) Tabake sofort erhältlich, zwar unter anderer Bezeichnung und unter dem renommierten, wohlbekannten Brand Robert McConnell, der Hersteller aber ist der gleiche. Die phantasievolle Namensgebung ermöglicht problemlos die Zuordnung zu den legendären Vorgängern. Die Welt ist gut !


Ich verstehe noch nicht warum, aber irgendwie verspüre ich eine diebische Freude ! Und die Ultra-Orthodoxen Dunhillianer, die ohnehin alle alten, lackierten Dosen aufbewahrt haben, werden die McConnell Tabake sicherlich umverpacken.

 

 

Übrigens: über 10 Dunhill Tabake sind hier im Blog bereits „reviewed“, einfach ein wenig stöbern…. oder

Baker Street 221 B

Dark Flake

Elizabethan Mixture

Ye Olde Sign

Escudo / Navy Rolls

Durbar

Dunhill Flake

Ready Rubbed

Three Year Matured Virginia

Vintage Rallye

 




Singapore : Überraschung aus Indonesien

Auf der 2. Singapore Pfeifen & Tabak Ausstellung im Oktober 2017 waren sie zu sehen, wundervolle Bruyere Pfeifen aus Taiwan und China, formvollendet und mit hervorragender Ausarbeitung. Wir haben darüber berichtet, siehe Link.
Ich bin mal wieder soeben zurück aus Singapore und habe neben den üblichen geschäftlichen Aktivitäten wieder wundervolle, anregende Stunden mit den Freunden aus dem Pfeifen- und Zigarrengeschehen um den großen Impressario Dr. Michael Loh herum erleben dürfen. Besonders gefreut hat mich, dass die erfahrene Pfeifen- und Tabaksammlerin Avril Gan, wichtiges Mitglied des Singapore Pipe&Cigar Club seit den Anfängen, extra einen vierstündigen Flug aus Macau zurückgelegt hat, um uns zu treffen.  Sehr schön auch: Peter Hemmer mit Familie befand sich in dieser Woche ebenfalls in der Stadt, bei ihnen war Urlaub pur angesagt.

Nachdem in den letzten Jahren die Lokalitäten für das wöchentliche Samstagsrauchen immer weniger Gelegenheiten für ein ansprechendes Zusammenkommen boten, hat Dr. Mike nun mit der Grande Vida Club Lounge im vergangenen Jahr einen Wohlfühl-Ort gefunden, der keine Wünsche für stilvolle Treffen mehr unerfüllt läßt. Und das täglich, Sonntags allerdings ist Ruhetag.



Die Gruppe in Singapore wächst ….. erfreulich. Und auch die Aktivitäten der einzelnen Mitglieder sind wirklich vielfältig. So verschaffte uns David Yu eine besondere Überraschung, in dem er eine Auswahl an Pfeifen aus Bruyere und Palmholz des Pfeifenmachers Mayung aus Indonesien mitgebracht hat, die sich nicht nur durch eine (fast) perfekte Verarbeitung, sondern durch gefällige Formen sofort Aufmerksamkeit verschaften.


David Yu – der Entdecker des indonesischen Pfeifenmachers Mayung

Pfeifen von Mayung aus Bruyere, vielfach mit Bambus Applikationen


Aus Palmholz: Apple / Tomato Bent mit extremer Bogenbohrung

Mayung „erntet“ den Bambus in seinem Garten, in Tasikmalaya auf West-Java

Und es konnte nicht ausbleiben: diese zwei indonesischen Exponate konnte ich mir nicht entgehen lassen. Die ersten zwei Fotos zeigen eine Bruyere Pfeife mit elegantem Schwung und Bogenbohrung, die restlichen Bilder stammen von einer Palm Holz Pfeife, zu der der Bambus Holm ausgezeichnet passt.

  

Damit nicht genug: zwei überraschend gelungene Tabake, die ohne weiteres unseren gewohnten Anforderungen standhalten, vertieften die angenehme Erfahrung dieses Nachmittags: von einer kleinen Plantage in Sumatra stammen aus einer Serie – Original Formula Heritage -ein wohlschmeckender Full Virgina, der leicht nach Cumarin duftete und ein Scottisch Blend. Obwohl Sumatra und Java eher für Zigarrentabake bekannt sind, widmen sich kleine Manufakturen zunehmend der Pfeifentabakherstellung. Die Dosen bestehen aus harter Pappe, die durch einen Alu-Deckel verschlossen wird. Keine schlechte Idee! Sicherlich wird es an anderer Stelle im Blog in nächster Zeit ein Review über die beiden Tabake geben.

 

Und hier noch einige Impressionen aus der Grande Vida Club Lounge …….

entspanntes Clubleben im Grande Vida, 5 Hoe Chang Road, Singapore: www.grandevida.com.sg

von L nach R: David Yu, Peter Hemmer, Julian und Avril Gan