Tabakdosen Design für die neue HU Tobacco Kollektion

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Das Frühjahr wird irgendwann doch noch kommen und damit auch die neue Tabak-Kollektion Frühjahr 2020 von HU Tobacco.
Aus dem Hause Hans Wiedemann wird es drei neue Tabake geben, bzw. Tabake, die überhaupt nicht neu, sondern im Gegenteil sehr alt sind.
Der Tabakblender aus dem Ries hat vor gut zwei Jahren drei Tabak-Mischungen im Klimaraum bei Kohlhase&Kopp einlagern lassen und wird sie vermutlich rechtzeitig zur Pfeifenmesse in Hamm (die Lohmarer Pfeifenmesse gibt es ja nicht mehr) vorstellen. Im Vorfeld ist bei so einer Neuerscheinung viel zu tun und so natürlich auch Etiketten zu entwerfen, was auch dieses Mal wieder mein Job war. Das wundervolle an einem solchen Auftrag ist, dass man schon mal einen ersten Blick, viel mehr ein paar Pfeifenfüllungen vorab erhaschen kann.

Bei den neuen Tabaken handelt es sich um eine Virginiamischung, einen Virginia/Perique und einen gemäßigten Engländer.
Ich habe alle drei geraucht, möchte aber nach ein paar wenigen Pfeifenfüllungen kein abschliessendes Urteil oder gar ein Review verfassen. Erstens ist es dafür noch zu früh und zweitens bin ich vermutlich auch nicht der genaueste Analytiker. Deshalb werde ich mich eher künstlerisch zu den drei neuen „Alten“ äussern. Die erste Idee, die mir in den Sinn kam, als mir Hans Wiedemann von seinem Plan, Tabake zu „agen“ berichtete, war ein Faß. Faßlagerung assoziiert man mit kultivierter Reifung. Altes Holz, liebevolle Behandlung, kurzum „Reife“, statt nur „Alter“.  Nicht nur der Kopf ist rund, auch ein Faß und eben auch eine Tabakdose (zumindest von einer Seite betrachtet).

Das Label sollte also eine Faßanmutung bekommen und weiter lief die kreative Assoziationskette. Fässer verbindet man mit Rum, Whisky, Wein, Branntwein, Bier … Letzteres fällt aus, weil da Alterung nicht positiv besetzt ist. Aus irgendeinem Grund blieben wir bei etwas „spanischem“ hängen … Mir kam es irgendwie spanisch vor 😉 … (Portwein ist für mich auch irgendwie spanisch … warum auch immer). Im Spanischen gibt es so tolle Bezeichnungen „Gran Reserva“, „Limitada“ und dann das grandiose ñ in Años. („ALT“ „n“ und dann „n“ auf dem Apple und „ALT“ und 0209 (Ñ) oder 0241 (ñ) auf dem Ziffernblock)

Bei den Namen der Tabake schlug ich deshalb etwas aus der spanischen Kultur vor. Vielleicht Cervantes, Goya, Velázquez … Ganz am Ende mit unseren Überlegungen sind wir noch nicht … Bis auf Rocinante, das Pferd von Don Quixote der Name gefiel uns spontan so gut … aber noch ist nichts final.

Das Faß malte ich mit Guache auf Gessokarton und bearbeitete es dann in Photoshop und Indesign zu einem ersten Label, welches ich dann in ein sogenanntes Mockup umwandle, welches ihr hier schon mal vorab zu sehen bekommt. Und weil ich ja, wie vielleicht einige von euch wissen, schon seit längerem unter die YouTuber gegangen bin, lag es natürlich nahe, einen kleinen Film über den Design-Prozess zu drehen.

Darum werde ich jetzt auch gar nicht mehr so viel dazu schreiben, sondern sage: „FILM AB:“

Ein seriöses Review der Tabake wird es hier sicherlich auch bald geben, aber vielleicht von einem anderen (etwas seriöseren) Autor dieses Blogs. Da wird dann bestimmt auch geklärt werden, ob sich der Aufwand und die damit verbundenen Kosten der Lagerung von Erfolg gekrönt waren.
Eines kann ich schon vorab spoilern: (ich verrate es im Film ohnehin) Einer der drei Tabake ist, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, der absolute Wahnsinn …

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Alexander Broy

Alexander Broy ist Künstler, Grafiker und Filmemacher. Mehr von ihm gibt es in seinem Künstlertagebuch zu lesen oder auf Youtube: anzuschauen.

9 Antworten

  1. Jens Meyer Jens Meyer sagt:

    Charmant, informativ und neugierig machend, Danke

  2. Karl Hirsch Karl Hirsch sagt:

    Na, dann freu ich mich einmal theoretisch auf den Tabak Nr. 2, die schöne Dose und das den blaustrümpfigen Freudentötern durch das Verbotsnetz geschlüpfte Rundetikett. Ende des obligaten Elogenteils.

    Das mit der Lösungsmittelangst ist für mich unnachvollziehbar, wenn auch im Zeitgeist der verpflichtenden universalen Verängstigung im Verbund der um sich greifenden absoluten Unwissenheit als naheliegend hingenommen. Und diese unwissenden Fürchthühner wollen Pfeiferaucher sein? Ich hoffe inständig, daß das einem nicht ganz ernstgemeinten Einfall Alexanders zuzuschreiben ist.
    Falls es aber doch stimmen sollte und noch jemand lernfähig ist: Der Dosendeckel ist ein metallischer, nicht poröser Festkörper. Die hauchdünne Kleberschicht des Etiketts schafft es bestenfalls das darunterliegende Standardetikett zu durchdringen. Und vor dem Lösungsmittel des Standardetiketts hat man sich bisher auch nicht gefürchtet.

    • … die Welt gehört schließlich den Furchtlosen. Ich setze mal eins drauf, damit sich die Welt- und Genußzweifler, die Genußfernen, erregen können: wann immer ein Flake sturzgerade und nahtlos in der Dose liegt, wird sicherlich – wie bei MacBaren – Kleber eingesetzt. Der führt unmittelbar zu Blindheit, Ap(p)etitlosigkeit, Impotenz und zur Zahnfäule.

      • Karl Hirsch Karl Hirsch sagt:

        Genau! Wie soll das eben wieder im Old London Beitrag erwähnte Knick/Falt Verfahren ohne Kleber auch funktionieren können? Und es sind gerade die hitzebeständigen Kleber, die erstens nicht nachzuweisen und zweitens eine Chemikalie sind, die die Außerirdischen benutzen um uns gefügig zu machen. Studien haben bewiesen, daß bereits winzige Mengen – z.B. ein einzelner Pfeifenraucher – genügen, um den ganzen Planeten in einen Kindergarten zu verwandeln. Bereits geschehen? qed , nein, nicht Quantenelektrodynamik.

        • … im Unterschied zur QED, die bei wichtigen Gleichungen wie z.B. Dirac und Schrödinger, eigentlich nicht bewiesen werden kann, hat Dein planetarischer Kindergartenvergleich diese Hürde bereits genommen. Man schaue sich nur um, begebe sich gedanklich ausnahmsweise in die derzeitige Parteienlandschaft, ergo q.e.d. Und wenn ich allein daran denke, daß diese Spezies bestimmt, was auf Tabakdosen an Warnhinweisen angebracht werden muß und noch wird …… wieder einmal feiert der Dilettantismus fröhliche Urständ. Bleibt zu hoffen, das die schönen HU-Dosendesign nicht bald für die Katz sind ……

  3. Hallo,

    ist denn schon klar, wann die Tabake in den Verkauf gehen sollen? Hamm hat ja nicht stattgefunden leider. Und seitdem beobachte ich die HU-Tabake noch intensiver als eh schon.

    Besten Dank!

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