NIGHTHAWKS – Next to the Roxy-live

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Jeder Musikliebhaber hat sie, die Songs und Alben, die etwas ganz besonderes in ihm auslösen. Die zur Antwort auf die längst abgedroschene Frage gehören, welche Überlebensutensilien man auf die einsame Insel mitnehmen würde. Bei mir wären es so viele, daß ich mich nicht der Mühe unterziehen möchte, zur Insel zu reisen. Ich bliebe da lieber daheim, in der Nähe meines Musikreproduktionsequipments, also im wesentlichen in Griffnähe zu meinem Audioserver. 🙂

Ein paar von diesen Besonderen allerdings, einige wenige, spielen in meiner Oberliga, in der sich die Gänsehautaspiranten, die Perfekten, die überirdischen Musiker begegnen. Mit ihren Werken, die manchmal Stimmung brauchen, um Stimmung zu erzeugen, die den Hörer auf Schwingen tragen oder abheben lassen, die Umgebung einfach auflösen. Da geht mir so mit Arbour Zena und den Titeln Hourglass 1 und 2 (Staircase) von Keith Jarret, Witchi-Tai-To (Oregon, Out of the Woods), All Blues von Ron Carter (Pick em), Santana`s Caravanserai, Song of Aeolus und Out of Season von Soft Machine, Scarborough Fair von Sea Level und … und … und …. das Live-Album Next to Roxi der deutschen Fusion Band Nighthawks. Das Album des Monats für Juni/Juli.

 

 

Deutsche Jazzrock Fusion Formationen haben es schwer in Deutschland. Diese Stilrichtung, die exzellente und sehr individuelle Musiker braucht, ist etwas für eingefleischte Liebhaber, die gerne abwegig hören. Wird Fusion „angenehm“ und spannungslos gespielt, landet sie meistens bei der Kaufhaus- oder Fahrstuhlmusik. Dabei geht es sehr wohl auch anders, wie die Nighthawks seit 1998 mit ihren stets abwechslungsreichen Alben beweisen. Eines davon gehört in meine Oberliga: Next to Roxy, live aufgenommen im November 2018 in der Hamburger Fabrik

*Edward Hopper, Nighthawks, 1942: Das Bild hat die Bank zu ihrem Namen inspiriert

Die zwei „Haupt-Nighthawks“ Dal Martino (Bass, Gitarre, Keyboard) und Reiner Winterschladen (Trompete, Flügelhorn, Saxes) werden live von exzellenten Musikern begleitet, die alle zur Topliga deutscher Künstler zählen und nahezu alle Stilrichtungen beherrschen.

„Ohrenöffner“ auf dem Album sind Hace Mucho (3) und Blue Steel Silver (5). Unter die Haut gehende Bläsersätze, pulsierende Rhythmen, schnelle Gitarrenriffs und -soli. Eine perfekte Melange an Schwingungen, die vom Hörer regelrecht Besitz ergreifen. Und am besten Nachts genossen werden sollte, wenn möglich im Freien.
Und nun viel Vergnügen – ich gönne mir einen dazu einen Boulevadier, wahrscheinlich aber zwei.


Die derzeitig verfügbaren NIGHTHAWKS Alben

*Edward Hopper, Nighthawks, 1942. From: The Art Institute of Chicago, Fifty-third Annual Exhibition of American Paintings and Sculpture. Chicago: 1942.


Die oben erwähnte Gänsehaut-Musik


Bodo Falkenried

Bodo Falkenried

exemplarischer Niederrheiner, seit über 50 Jahren in München daheim, genauso lang Pfeifen- und Tabaksammler, versessen auf Musik, Literatur und andere Künste. Unternehmer, Segler, Reisender [..unser Mann in Asien]. Intensiver Marktgeher, immer an Feuer & Herd, sofern in der Nähe. Email an den Autor  

5 Antworten

  1. Avatar Roland Hautmann sagt:

    Servus Bodo, tolle Scheibe! Danke für die Vorstellung. Die Nighthawks sind generell eine gute Band. Was Du in Deiner Diskographie vergessen hast ist die CD/DVD „Live in Hamburg“, eine klasse Aufnahme und starke Bilder eines Konzerts im Rahmen eines NDR-Festivals in den Container-Docks des Hamburger Hafens.

  2. Karl Hirsch Karl Hirsch sagt:

    Damit niemand rätselt: Das Wikingerle bezieht sein Geplapper auf die Bildunterschrift „Edward Hopper, Nighthawks, 1942: Das Bild hat die Bank zu ihrem Namen inspiriert“. Ist schon richtig, daß man immerzu ein bissel ans Geld denkt.

    • Dank Dir Alpenfex ist mir dann endlich der Fehler bei der Bildbeschreibung aufgefallen, natürlich muß es „Band“ statt „Bank“ heißen. Laß ich aber so stehen, damit das alles verständlich wird. Außerdem bedauere ich sehr, dass ich solch grottenschlechtes, modernes Zeugs vorgestellt habe …. ich wollte nicht schon wieder den Gabalier, DJ Ötzi, die Kastelruther, John Otti Band oder den Andreas Hofer Gedächtnischor auftischen. Vielleicht als nächstes Album mal wieder die Familienmusik Waldauf oder die Zillertaler Weisenbläser, auch die Nauderer Schupfamusi und die Kramsacher Ganggalbichler hätte ich im Programm. Vielleicht wählen wir das per Akklamation aus …. bitte alle mitmachen.

  3. Ich habe auf die Kommentare nicht zeitgleich geantwortet. Das hat natürlich eine Ursache: seit unser „Head of Deep Space IT& Media“ Alexander für uns arme Admins einen massiven elektronischen Zutrittsblocker eingebaut hat, der bei jedem login zwingend einen auf dem Smartphoe erzeugten Wechselcode anfordert, müßte ich mein iPhone immer am Mann haben. Das aber ist nicht der Fall, da ich mich wenigstens in meinem Haus „barrierefrei“ bewegen will und sich dieser Hemmschuh immer gerade an einem anderen Platz befindet. Und eh ich jetzt treppauf, treppab renne – warte ich, bis ich mich mobilphonebewährt am PC befinde. Die Segnungen der modernen Welt sind mannigfaltig.

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