Jakob Bro | Bay of Rainbows

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Was vielleicht aus der Sprache der Rapper entlehnt sein könnte, trifft nichts weniger als zu. Bro ist tatsächlich der ungekürzte Nachname des dänischen Gitarristen Jakob Bro, der sich seit langem in die Elite der Saitenspieler des temoprären Jazz gespielt hat. Nach dem noch gar nicht so lang zurückliegenden Fortgang von Larry Coryell, Alan Holdsworth, John Abercrombie und Chuck Loeb hat er sich einen internationalen Spitzenplatz erobert. Und das mit mittlerweile über 14 Alben, daß soeben erschienene Fünfzehnte stelle ich Ihnen hier vor: Bay of Rainbows – live At The Jazz Standard, New York 2017. Jakob Bro ist ein Meister der leisen, akzentuierten Töne. Ein Lautmaler, der sich nie prätentiös in den Vordergrund spielt, sondern stets Partner des Ganzen bleibt. Kein Al Di Meola, kein John McLaughlin. Und so nimmt es nicht Wunder, dass er einige Alben zusammen mit dem herausragenden Bill Frisell aufgenommen hat, sie scheinen Brüder im Geiste zu sein.

© ECM Records

Bro wird von ECM Records aus München verlegt, das sich in den vergangenen nun fast 50 Jahren als wohl eines der interessantesten internationalen Labels etabliert hat. Ein Verdienst von ECM ist sicherlich die Förderung von Künstlern aus der nordischen Jazz Szene und deren Verbindung zur amerikanischen. Das sucht in der heutigen Zeit seinesgleichen. Bay of Rainbows ist eine live-Aufnahme als Trio mit Thomas Morgan (Bass) und Joey Baron (Schlagzeug). In dieser Besetzung wurde bereits das 2016er Album Streams aufgenommen, das Down Beats, das führende amerikanische Jazz Magazin, als magische Musik, die sich nicht kategorisieren oder fixieren lässt. Die Songs von ‚Streams‘ lassen sich am besten als Juwelen beschreiben, die sich in der Luft drehen, Licht reflektieren und brechen beschreibt.

 

© Emanuele Maniscalco/ECM Records Jakob Bro, Thomas Morgan, Joey Baron

Nicht nur durch die gleiche Besetzung kann das neue Album als Fortsetzung von Streams gesehen werden. Alle Stücke sind Kompositionen von Jakob Bro und bereits auf früheren Alben erschienen, erfahren nun aber durch das kongeniale Zusammenspiel der drei Musiker völlig neue Ansätze und einen anderen Ausdruck. Schnelle thematische Wandelbarkeit, unerwartete Wechsel und die traumhafte Verbundenheit des Trios schaffen ein Werk von exaltierter Schönheit. Als Musterbeispiel für gelungene Spontanität können die zwei unterschiedlichen Versionen des Titels „Mild“ gelten. Wenn Ihnen diese Musik gefällt, dann möchte ich auf den Katalog von Jakob Bro aufmerksam machen, der am Ende des Artikels veröffentlicht ist.

Ich wünsche Ihnen musikalische Aufregung und Spannung beim Hören.

 

Jakob Bro Katalog 2003 – 2018

 

 

 

Bodo Falkenried

exemplarischer Niederrheiner, seit über 50 Jahren in München daheim, genauso lang Pfeifen- und Tabaksammler, versessen auf Musik, Literatur und andere Künste. Segler, Reisender [..unser Mann in Asien], Intensiver Marktgeher, immer am Herd.

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