Samuel Gawith – Squadron Leader

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Die Welt der Samuel Gawith Tabake ist vielfältig, sie zeigt uns die besten Virgina Flakes, wundervolle Plugs und Twists und hervorragende Blends. In Kendal /Cumbria, dem Lake District im Nordwesten Englands, wird noch nach nahezu unveränderter Methode seit über 200 Jahren Tabak geblendet, gepreßt, geschnitten – auf alten Maschinen, die erst solche Tabake möglich machen. Einer, der eigentlich nicht so richtig in das SG Programm paßt, ist dem zum Trotz eine der besten reinen English Mixtures, komponiert aus goldenen Virginias, Latakia und verschiedenen feinste Orienttabake: der Squadron Leader.

Alle, die wie ich , auf immer und ewig dem Balkan Sobranie 759 nachtrauern, vergleichen jede Englische Mischung aus dem Gedächtnis heraus mit dieser Legende. Nichts wird je an diesen Tabak heranreichen, da bin ich sicher. Und genauso sicher bin, daß ich längst den Nachfolger gefunden habe, der für mich nicht nur Ersatz wie der ähnliche Butera Pelican (leider ebenfalls zur Legende geworden) ist, sondern der auch in der gleichen Liga spielt. Ein weiterer Adept, wenn auch geschmacklich anders ausgelegt und nicht vergleichbar, ist der hier vorgestellte Squadron Leader. Die Dose öffnen, den Tabak auflockern, ihn riechen – ja, das ist eine Meistermischung.

Der Tabak besteht aus hellen und dunklen Virginias, die unterschiedlich breit geschnitten sind und eine geringe Süße ins Spiel bringen. Der Oriental, ein Mazedonier aus der Türkei, ist pfeffrig und doch sehr abgerundet. Er prägt den Tabak eindeutig. Zusammen mit einem cypriotischen schwarz-grünen Latakia, der den Räuchergeruch und -Geschmack einbringt, ist eine Mischung entstanden, wie sie typischer nicht sein kann. Selbst die jüngst aus dem Wettbewerb geschiedenen gestrigen „post Imperial-Dunhills“ des Typs English / Oriental reichten allesamt da nicht mehr heran.

Der Tabak ist relativ feucht, deshalb lasse ich ihn einen Tag offen stehen. Mit leichten Drehungen auf 2/3 des Füllvermögens einer Billiard gestopft, ist der Anbrand trotz des reichlichen Latakia -Anteils leicht zu bewerkstelligen. Zünden, drei bis vier Züge, ausgehen lassen, nachstopfen, erneut anzünden und er brennt herab ohne Unterbrechung bis zur reinweißen Asche. Dieser Engländer braucht keine Aufmerksamkeit, er bleibt kühl im Rauch. Er ist ein wundervoll leichter Blend, hat wenig Nikotin und über die Raumnote ist nicht viel zu erwähnen. English bleibt eben English. Aber die Mischung ist so ausgewogen (trotz des in der Grundnote vorherrschenden Latakias), daß er durchaus zum Alltag-Tabak werden kann, ein echter Dauerbrenner.

 

Verfügbar im gut sortierten deutschen Fachhandel und hier.


 

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Bodo Falkenried

exemplarischer Niederrheiner, seit über 50 Jahren in München daheim, genauso lang Pfeifen- und Tabaksammler, versessen auf Musik, Literatur und andere Künste. Unternehmer, Segler, Reisender [..unser Mann in Asien], Intensiver Marktgeher, immer an Feuer & Herd. Email an den Autor

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