Rustizierte Pfeifen

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Nachdem Peter hier im Pfeifenblog sehr ausführlich und hoch interessant über Sandgestrahlte Pfeifen berichtet hat, möchte ich mal die Aufmerksamkeit auf rustizierte Pfeifen lenken. Zum geschichtlichen Hintergrund und den Ursprüngen kann ich nichts beitragen, da ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt habe.

Ich habe nur gelesen, dass Carlo Scotti unter dem Markennamen Castello die ersten hochwertigen rustizierten Pfeifen auf den Markt gebracht hat.

So sind auch für mich die Sea Rocks das Non plus Ultra dieser Pfeifenvariation.

 

Am weitläufigsten ist allerdings die Meinung verbreitet, dass hier nur minderwertiges Holz verwendet oder Einschlüsse kaschiert werden.
Da ich aber diese extrem aufgeraute Oberfläche sehr interessant finde, habe ich mal versucht solche Pfeifen zu bauen.
Ich lasse mich nicht besonders von der Maserung beeinflussen, sondern plane von vornherein eine rustizierte Pfeife. Sollte sich allerdings zeigen, dass der Kopf eine extrem schöne Maserung aufweist würde ich sie natürlich in glatt vollenden.

 

Leider habe ich keine Bilder vom Entstehungsprozess gemacht, was ich aber vielleicht später noch mal nachreichen kann.

 

 

Nur so viel, die Fertigung ist recht aufwendig. Nach dem fertigstellen des Pfeifenkopfes schlägt man mit einem Stechbeitel Löcher bzw. Kerben in das Holz und bearbeitet dann die Oberfläche mit einem mörderischen Instrument.

 

 

 


 
 
 
Oft wird der Kopf dann schwarz gebeizt und wie bei den sandgestrahlten Pfeifen weiter behandelt. Es gibt allerdings auch helle oder Naturbelassene Versionen.

 

Die teilweisen recht scharfkantigen Erhebungen lassen sich auch mit einer harten Bürste, mit starken Kunststoffborsten bearbeiten und so das Ganze etwas glätten.

Neben dem optischen Effekt gibt es noch einen anderen Aspekt.

Durch die künstlich vergrößerte Oberfläche wird der Kopf mehr gekühlt und wird dadurch nicht so leicht heiß. Routinierte Pfeifenraucher werden natürlich einwenden, dass dies auch bei glatten nicht passiert wenn man sie denn richtig raucht.

Frauen kann man allerdings mit dieser Stilrichtung nicht imponieren. Meine Frau findet diese Pfeifen grässlich und wie ich von Fachhändlern gehört habe, scheint die überwiegende Mehrheit der Frauen das ebenso zu sehen.

Ich muss zugeben, dass dies meine Meinung allerdings nicht beeinflusst.

 

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6 Antworten

  1. Preusse sagt:

    Hallo Bodo,
    ich denke, dass diese Machart schon sehr speziell ist, mag man oder nicht. Ich nicht so sehr. Gerade die letzte von Dir gezeigte würde ich als leprös bezeichnen wollen. Abgesehen davon, dass der Macher sehr wohl wissen muss, was er tut und dazu sicher auch ein gerüttelt Maß an Erfahrung gehört, sehen diese Pfeifen für mich immer irgendwie halbfertig aus. Durch dieses kraterartige Finish verliert die Pfeife m.E. nach eine eigenständige Form. Es sind keine Linien erkennbar, keine Übergänge, irgendwie nichts.
    Da ziehe ich eine schöne Strahlung à la David Enrique vor.

    Gruß Jens

  2. Karl Hirsch sagt:

    Ein Geschlecht, welches glatte Haut bevorzugt, wird immer auch den glatten Pfeifen den Vorzug geben. Nur keine Erinnerung an Verschrumpeln oder ähnliches.

    Rustizierte Pfeifen müssen allerdings meisterlich gefertigt werden, sonst wirds nur peinlich. Bei einer gut rustizierten sollte man sozusagen zweimal hinschauen müssen, ob das nicht sandgestrahlt ist. Die Italiener waren da sicher Meister ihres Fachs, neben der hochpreisigen Castello gab es fürs Volk auch ansehnliche Exemplare von Rossi. Aber wie gesagt, man muß sein Metier beherrschen. Und nicht wieder auf die Frauen hören. Oder auf Jens ;-).

    Wie man den offensichtlich selbstgebasteltetn „Rustikator“ dann sachgemäß anwendet, sollte uns Bodo II doch einmal visualisieren. Lieber Bodo, Du mußt das Marterinstrument ja nur an eine fertige Pfeife so dran halten, daß man sieht wie Du da genau zu Werke gehst. Ich machs sicher nicht nach.

    Eine Nahaufnahme zusätzlich zu den recht kleinen Gesamtansichten wäre übrigens auch noch wünschenswert.

  3. Stephan sagt:

    Grundsätzlich ist das schon eine Geschmacksfrage. Mittlerweile mag ich rustizierte Pfeifen sehr gerne. Mir gefallen Bodos Pfeifen gut. Die obersten beiden sogar ausgesprochen gut. Ich finde auch, daß die Rustizierung ruhig diese Krater – wie Jens sie nennt – haben soll. Man sollte schon deutlich sehen, ob eine Pfeife sandgestrahlt oder rustiziert ist. Meine Castellos und Ascorti haben zum Teil ähnlich tiefe Krater, wie ich sie auf den Bildern von Bodo erkenne.
    Größere Bilder wären für mich auch wünschenswert.
    Und Karl,was die glatte Haut anbelangt: Du traust Dich ganz schön in der heutigen Zeit so etwas öffentlich zu schreiben, einer Zeit in der harmlose Gedichte als sexistisch verfemt werden, Grid Girls in der Formel I abgeschafft werden und ich darauf warte, daß Autoren wie Pitigrilli bald wieder auf dem Index landen. Auch wenn ich rustizierte Pfeifen mag. Bei den Wesen (hoffentlich ist das neutral genug), mit denen ich näher in Kontakt komme lege ich aber schon Wert darauf, daß sie nicht allzu rustiziert daherkommen. Das schließt sich nicht aus.

    Gruß
    Stephan

    • Ich mag rustizierte Pfeifen ebenfalls und sehe sie nicht als „armen Bruder“ der sandgestrahlten. Rustizierung heißt eben auch „Krater“ als bewußtes Stilmittel und das kann ungemein spannend sein, siehe hier.

    • Stephan, Karl sitzt sicher in seinem Tiroler Bergnest, deutsche me-too Apologeten würden vermutlich schon am Zirler Berg, spätestens am Brenner scheitern.Gegen Österreicher und Italiener (beide eher unwahrscheinlich, da diese dem Weiblichen immer große Hochachtung entgegenbringen), wüßte er sich bestimmt zu schützen. Die Schweizer -starke Verbände aus Graubünden und St.Gallen- könnten ihm Probleme bereiten. Da wird er zur Abwehr irgendwelche grauenhafte Nachkriegstabake (Vernebelungstaktik) einsetzen können, die er immer lose in seinen Jackentaschen mitführt. 🙂

      Summa summarum: Karl ist sicher, was immer er sagt und schreibt.

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