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Jane Birkin – Le Symphonique

Vergangene Woche traf ich mal wieder auf Jane Birkin. Leider nicht persönlich, sondern in der Arte-Sendung 28 Minutes. Irgendwie hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten, in ihr die Kulturikone wieder zu finden, die sie einmal war. Gut, 71 Jahre sind ein gestandenes Lebensalter und die wilden 1960/70er sind vorbei. Aber die Stimme und ihre Art zu reden verwischte diesen ersten, falschen Eindruck. Denn zu sagen hatte sie etwas, zu Trump, zum Brexit. Also kramte ich in meinen Plattenregalen, Stichwort „France“. Ja Du meine Güte, was da seit Jahren ungehört schlummert und in den letzten Nächten habe ich einige alte Heroinen und Recken aus frankophil geprägter Zeit, die sich nicht nur aufs Essen und den Wein beschränkte, hervorgeholt.: Francoise Hardy, Jacques Dutronc, Veronique Sanson, Francis Cabrel und … und …. Aber davon einmal später.

Jetzt Jane Birkin. Sie hat hat im vergangenen Jahr ein neues Album herausgebracht, Musik von Serge Gainsbourg, dem verblichenen Schwerenöter und Erotomanen. Symphonisch aufbereitet. Braucht natürlich kein Mensch außerhalb meiner Generation. Aber……, ach was, wer in seiner Jugendzeit statt Berlin, diesem unsäglichen West-Tatarstan, Paris im Frühjahr und die Côte im Sommer als mit Sehnsucht aufgeladenes Ziel gelebt hat, unverzichtbar. Wo ist diese Leichtigkeit, das Unbedeutende und Unverkrampfte, zwangsbotschaftslose in der Unterhaltung nur geblieben, das hier eine so wundervolle Stimmung erzeugt?

© Latitia Notarianni/Bestimage

© Latitia Notarianni/Bestimage

Ein sehr kühler Rosé, ein paar Oliven, Pissaladière, an einem frühen Abend, im Freien. Dafür müssen Sie selbst sorgen. Jane B. und Le Symphonique erhalten Sie von mir. Jetzt!

ZEIT-Archiv: Interview aus dem Jahre 2008