Robert McConnell Heritage | Majesty Elizabeth

Majesty Elizabeth – Ein guter Freund von mir erzählt hin und wieder die Geschichte von einem freiherrlichen Bekannten, irgendeines Baron Schlagmichtot, der in geselliger, überwiegend aristokratischer Runde von seinem Urlaub berichtete und diesen Bericht mit dem gewichtigen Satz abschloss: „Und dann haben wir noch die Tante Lizzy besucht“. Auf die fragenden Blicke seiner Zuhörerschaft erklärte er im vollendetsten Graf-Bobby-Tonfall: „Na – England!“ Unweigerlich musste ich an diese Geschichte denken, als ich meine neue Dose Robert McConnell Majesty Elizabeth aufgemacht und mir dabei vorgestellt habe, wie man in einem Gewerbegebiet zwischen Pinneberg und Hamburg ersonnen haben mag, der englischen Monarchin ein Denkmal zu setzen, das keinem anderen Zweck dient, als sich in Asche aufzulösen. Das aber immerhin mit sehr großem Genuss! Und das ist ja schließlich die Hauptsache!

Aus Dunhills Elizabethan Mixture, Hommage an ein ganzes Zeitalter, versinnbildlicht auf der Dose mit Butzenfenster, Tonpfeife, einem Buch und dem Modell einer englische Galeone, das alles auf einer Seekarte, den Bogen schlagend von Shakespeare zu Francis Drake, wurde durch die Neuauflage Robert McConnells Majesty Elizabeth. Welche Elizabeth ist egal. Hauptsache der Wiedererkennungswert stimmt! Und der stimmt nicht nur beim Namen, er stimmt auch beim Tabak!

Das Tabakbild von McConnells Majesty Elizabeth ist optisch nicht von der STG Version der Elizabethan Mixture zu unterscheiden, lediglich die Vorgängerversion von Murrays war etwas dunkler. Auch im Geruch aus der geöffneten Dose sind keinerlei Veränderungen zu bemerken. Die Veränderungen, die hier vorgenommen worden sind, sind so subtil, dass sie einem nicht auffallen.

Das einzige, was mir aufgefallen ist: für meinen Geschmack ist der Tabak der neuen McConnell Majesty Elizabeth ein wenig zu feucht. Nicht, dass man den Tabak so nicht rauchen könnte. Das kann man sehr gut. Aber wenn man ihn ein wenig abtrocknen lässt, entwickelt der Majesty Elizabeth etwas intensivere Geschmacksnoten. Alles in allem aber kein Problem. Mir ist das nur aufgefallen, denn im Gegensatz zur Majesty Elizabeth waren die anderen beiden von mir bislang probierten neuen McConnell Versionen der ehemaligen Dunhill Tabake, der Durbar Square und der My Mixture Barking Road, eher auf der trockeneren Seite, was mir persönlich lieber ist.

Das Abbrandverhalten ist trotz der höheren Feuchtigkeit absolut tadellos und somit eine der Stärken der alten Dunhill Elizabethan Mixture in die neue Version perfekt übersetzt! Geschmackliche Unterschiede kann ich keine nennenswerten feststellen, weshalb ich auch hier auf mein Review zur Elizabethan Mixture verweisen darf. Ich könnte nichts neues dazu schreiben. Dort finden sich auch Fotos vom Tabakbild der STG und der Murrays Version zum Vergleich, wenn man ihn denn bräuchte.

Zusammenfassend kann man konstatieren, dass diese Neuauflage für die Raucher ein großer Gewinn ist und die Unterschiede bei den von mir bislang gerauchten Mixtures entweder kaum wahrnehmbar sind oder sich in einem recht übersichtlichen Maß bewegen – im Gegensatz zum Robert McConnell Eclipse oder gegebenfalls zum Robert McConnell Flake, also den Press-Tabak Versionen. Wenn man bedenkt, dass die Wechsel von Dunhill zu Murrays und von Murrays zu STG jeweils wesentlich gravierender ausfielen, dann kann man froh sein, wieviel hier bewahrt wurde! Auch, wenn der eine Traditonsmarkenname durch einen anderen Traditonsmarkennamen ersetzt werden musste.




Robert McConnell Heritage | My Mixture Barking Road

Namentlich haben wir es hier mit einem schlichten Umzug zu tun: Von der Baker Street in den Londoner Osten, in die Barking Road. Der Hausstand wurde mitgenommen und in den neuen Räumen eingerichtet. Der neue Stil ist der alte, wenngleich die neue Bleibe ein wenig heller ausfällt als es die alte war. Alles wirkt eine Nuance großzügiger und weiter, aber das dunkle Parkett und die roten stoffbespannten Wände sind geblieben. Die alten hohen Bücheregale dominieren die Räume wie ehedem, nur die in dunkelbraunes Leder gebundenen Bücher hatten noch nicht genügend Zeit ihren gewohnten Staub anzusetzen. Der Strauß dunkelroter Dahlien und die Schale mit frischem Obst auf dem kleinen Tisch zwischen den schweren Ledersesseln erfüllen den Raum mit ihrem süßlichen Duft, dem es aber jetzt schon schwer fällt, sich gegenüber dem alten Muff des bedruckten Papiers zu behaupten. Draußen regnet es.

Als STG vor ziemlich genau zwei Jahren den Dunhill 221b Baker Street herausbrachte, war ich glücklich, denn ich hatte einen Tabak gefunden, der so ganz perfekt mein Standardsortiment an Latakia-lastigen Mischungen und Viginia- und Virginia/Perique Flakes und Curlies bereicherte. Schwer, kraftvoll, würzig und das alles ohne Latakia und ohne die süsse weiche Cremigkeit der Flakes. Wie fällt nun das Nachfolgeprodukt, der Robert McConnell My Mixture Barking Road aus? Kann er die Geschmackskomponenten, die den Baker Street so einzigartig gemacht haben, bewahren? Klare Antwort: Jein!

Zunächst ist das Tabakbild des McConnell Barking Road signifikant heller als beim Baker Street, was sich vor allem auf die verwendeten Virginias zurückführen lassen dürfte. Beim Duft des Tabaks aus der Dose dagegen lassen sich kaum Unterschiede ausmachen: der McConnell Barking Road ist etwas fruchtiger als es der Baker Street ist, aber der schwere Kentucky dominiert bei beiden Mixtures das Geruchsbild in identischer Weise. Das lässt erstmal hoffen und diese Hoffnung wird geschmacklich auch nicht enttäuscht!

Allerdings sind die Modifikationen schon spürbar. Es ist klar, dass der Robert McConnell My Mixture Barking Road keine 1:1 Übertragung des 221b Baker Street ist: Der Barking Road hat zwar auch diese prägende Erdigkeit des Vorbilds, was natürlich dem Kentucky geschuldet ist, auch an Körper kann er es mit seinem Vorbild aufnehmen, allerdings wirkt der McConnell Barking Road insgesamt etwas weicher, runder und vor allem süsser als der Dunhill 221b Baker Street. Kurz auf einen Nenner gebracht könnte man sagen, dass man hier zu Lasten der Würzigkeit auf etwas mehr Süsse gesetzt hat. Vielleicht auch mehr auf den Royal Yacht-Anteil mit seinem Casing? Aber dazu kann ich nichts sagen, denn den Nachfolger des Royal Yachts habe ich noch nicht geraucht. Der McConnell Barking Road ist immer noch ein ganz hervorragender Tabak, aber es ist ein kleiner Schritt in Richtung Mainstream, den man hier eingeschlagen hat. Ein kleiner Schritt zugegeben, aber ein Schritt.

Das muss per se kein Nachteil sein, vor allem könnte ich mir vorstellen, dass der Tabak so vielleicht eine Klientel anspricht, die etwas größer ist als die bisherige, denn vielen, denen der 221b Baker Street zu kantig war, könnte die My Mixture Barking Road mit ihrer ein bisschen schmeichelnden Süsse besser gefallen? Das Vorbild verleugnet der McConnell Barking Street trotzdem nicht, dazu sind die Veränderungen nicht substanziell genug, sodass ihn auch diejenigen gut rauchen werden können, die eingefleischte Fans des bisherigen 221b Baker Streets waren.

Insgesamt würde ich den Robert McConnell My Mixture Barking Road empfehlen. Das alte ausführliche Review des Dunhill 221b Baker Street hat nach wie vor seine Gültigkeit, nur muss man sich eben die höhere Süsse und das weichere Erscheinungsbild mit „reinlesen“! Der Barking Road ist immer noch eine gestandene, auch immer noch genug kantige Mixture, der man nur etwas mehr Charme verpasst hat. Es gibt ein bisschen Enttäuschung meinerseits, aber die Freude über das „Gerettete“ wiegt sie bei weitem auf!




Noch ein Heritage Tabak?

Es ist ja scheinbar Mode geworden, Tabake, die es nicht mehr zu kaufen gibt, unter sehr ähnlicher Bezeichnung und Dosengestaltung wieder auf dem Markt zu bringen.
Aus einer „Night Cap“ wurde kurzerhand ein „Night Club“, aus einer „Early Morning Pipe“ wurde ein „Early Bird“, was die Bedeutung der beiden Namen im Grunde ad absurdum führt, aber egal.
Ein ähnlicher Name, unterstützt durch geschickte Farbcodierung des Labels, soll dem verzweifelten Dunhill-Raucher den Weg zum gewohnten Tabak weisen. Das dies nicht immer gelingt und manchmal sogar zu bizarren Verwechslungen führt, wissen wir inzwischen.

Keinesfalls würde ich behaupten, dass dies eine plumpe Bauernfängerei ist. Niemals würde ich einem Tabakonisten unterstellen, dass er aus der Not verzweifelter Dunhillisten Kapital schlagen wolle oder gar, dass er irgendwelche Provinz-Hausmischungen als Dunhill Heritage Tabake zu horrenden Preisen verscheuern will.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Hersteller dieser – im übrigen wie tschechische Fußballtrikot-Fälschungen wirkenden – Tabaksdosen nur das beste im Sinn hatte. Er wollte die Lücke stopfen, die durch den Rückzug Dunhills aus dem Tabakgeschäft entstanden ist und dies aus reiner Menschenfreundlichkeit. Uns Pfeifenrauchern sollten diese wunderbaren Tabake erhalten bleiben.

Dass dies bei den Navy Rolls nicht wirklich gelang, lag bestimmt daran, dass der Schülerpraktikant die falschen Röllchen in die Eclipse-Dosen gepackt hat, die sehen sich aber auch alle verflucht ähnlich diese blöden Medaillons, Escudos, Rollcakes … runde Scheiben halt. Auch dass in die Robert McDunhill Flake-Dose die Hausmischung 246 von Tabak Hüttensköller aus Castrop-Rauxel gewandert ist, ist bestimmt auf den eifrigen aber nicht gleichermaßen aufmerksamen jungen Mann zurückzuführen. Die nächsten Chargen werden bestimmt wieder richtig sortiert im Handel sein und der Praktikant wieder zurück in den wohlmeinenden Händen seiner Steiner-Pädagogen.

Gänzlich verblüfft war ich allerdings, als mir ein Tabak mit dem merkwürdigen Namen „Penzayyum“ in die Hände fiel. Der Name kommt mir nicht ganz unbekannt vor. Er erinnert mich an irgendetwas ich komme nur leider nicht drauf …
Auch das ungewöhnliche Dosendesign habe ich schon einmal irgendwo gesehen. Auch dieser mir bisher unbekannte Tabak scheint ein so genannter „Heritage-Tabak“ zu sein. Wenn Sie lieber Leser mir auf die Sprünge helfen könnten, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen.

Der Tabak schmeckt jedenfalls großartig, satt nach Latakia und hat dabei eine solche Weichheit, dass er Mund zu schmelzen scheint, ich bin überwältigt.

Und so verbleibe ich, endlich doch versöhnt mit der Heritage-Mode, Ihr Alexander

 

 




Robert McConnell Heritage | Durbar Square

Erst vor wenigen Jahren wieder neu aufgelegt hat sich Dunhills Durbar, immerhin eine Mixture, die zum Urgestein der Dunhill Tabake zählte, schnell etabliert und wurde – nicht nur bei mir – zu einer der beliebtesten Latakia-Mischungen der Marke. Seit 2018, wie hier zu lesen, ist Dunhills Durbar schon wieder Geschichte. Wirklich? Nein! Nur der Markenname fehlt. STG bzw. Kohlhaase&Kopp haben die Mixture als Robert McConnell Durbar Square „gerettet“. Die Frage ist nur, wie gut ihnen das gelungen ist? Nach den Meldungen zum Flake und der Erfahrung des Eclipse war ich da erstmal sehr skeptisch, denn es hieß ja: alle Tabake außer dem Eclipse seien leicht verändert worden und wenn schon der „unveränderte“ Eclipse ein deutlich anderer Tabak ist, wie mag dann aus dem Durbar ein Durbar Square geworden sein? Meine Neugier war groß.

Die erste Frage, die sich stellt, ist die nach dem Tabakbild und dem Geruch aus der Dose: während sich im Geruch keine nennenswerten Unterschiede ausmachen lassen, ist das Tabakbild ganz geringfügig anders, nämlich etwas mehr dominiert vom bräunlichen Blattgut in Relation zum grünlichen, das aber auch beim Durbar nur vereinzelt durchscheint. Der Latakiaanteil dürfte einigermaßen identisch sein. Daß hier nur geringfügig an der Rezeptur gedreht wurde, das kann man sehen.

Stellt sich als nächstes die Frage nach dem Geschmack und den Raucheigenschaften. Ich habe nun von jeder Version sechs Füllungen geraucht, zweimal sogar simultan, um die Unterschiede zu erkunden. Nun muss man aber bedenken, dass der Dunhill Durbar im Gegensatz zum McConnell Durbar Square ja zwangsweise nicht ganz frisch in der Dose ist (der Dunhill muss ja noch 2017 produziert worden sein), was grundsätzlich schon einen Unterschied macht, denn Tabak entwickelt sich und zwar relativ stark in den ersten zwei Monaten nach dem Mischen und konfektionieren und dann langsam und stetig. Das ist ein bisschen wie beim Wein.

Wenn man also diesen „Vorsprung“, den die alte Version hat, berücksichtigt, dann würde ich zu dem Schluss kommen, dass hier zwar geschmacklich Unterschiede festzustellen sind, diese aber eben dem Reifevorsprung geschuldet sind und so marginal ausfallen, dass sich das Geschmacksbild nicht verändert hat und alle Charakteristiken, für die die Dunhill Version steht bzw. stand, sich auch in der neuen Robert McConnell Version wiederfinden. Erleichtert darf ich deshalb für diejenigen, die eine präzisere Beschreibung des Tabaks wollen, auf mein Review zum Dunhill Durbar verweisen, ich könnte nichts anderes zur McConnell Verion schreiben! Meine Empfehlung hat der neue wie der alte Tabak: wenn einem der Dunhill Durbar gefallen hat, kann man ohne jegliche Bedenken auch Robert McConnell’s Durbar Square kaufen!




MacBaren | Burley Flake

Da treffe ich immer wieder auf gestandene Pfeifenraucher, die sich merkwürdig verhalten, wenn Tabake von MacBaren erwähnt werden. Von “ geht gar nicht“ bis „alle die gleiche süße Pampe“ oder „typisches MacBaren Flavour„. Wobei letzteres nicht verkehrt ist, wenn es einem Hersteller gelingt, unikate Merkmale zu schaffen, zumal z.B. die gepreßten MacBaren zu den absoluten Premium Flakes und Curlies zählen. Und niemand bringt seine Flakes so perfekt in die Rechteckdose, so daß sie wie aus „einem Guß“ aussehen. Aus Erfahrung weiß ich, das im befreundeten Singapore Pipe Smokers Club um Dr. Mike Loh damit viel unverkrampfter umgegangen wird. Seit kurzem ist der MacBaren Burley Flake auf dem Markt.

Ende der 1960er Jahre rauchte ich als Abwechslung zu meinen Dunhill und Sobranie Tabaken zwischendurch immer mal wieder eine MacBaren Mixture (heute Scottish Mixture, andere Rezeptur), Norwood (Burley-Virginia, gibt es wohl nicht mehr), den Navy Flake, den Mixture Flake sowie den außergewöhnlichen Stockton, der heute immer noch zu meinen Favouriten zählt.

Der seit kurzem in D erhältliche Burley Flake, wie gewohnt akkurat geschnitten und ebenso platziert in der mittleren Rechteckdose, wartet nicht mit dem erwarteten MacBaren Geruch auf. Erdig, nussig, mit dezentem Zigarrenduft und in Ansätzen fast ein wenig wie ein SG Kendal Plug. Er ist als milder Flake konzipiert, der nicht nur zu besonderen Anläßen geraucht werden will. Mild ist für viele ein relativer Begriff. Der Grundtabak, ein sehr kräftiger indonesischer Burley, wird abgemildert durch die Beimischung von leichterem Burley aus Brasilien und Malawi, eine MacBaren-typische Komponentenvielfalt. Abgerundet durch Virginias, ist ein komplexer, naturreiner Flake entstanden, der sicherlich einen erfahrenen Raucher braucht, um ihn richtig zu „errauchen“. Es mag einem fast seltsam für MacBaren vorkommen, aber es gibt anscheinend kein flavouring oder casing. Feststellbar ist jedenfalls keine der Aromatiersungsarten, weder im Geruch noch beim Rauchen.

Mac Baren Burley Flake

Also das gewohnte Prozedere: K&F * bringt 1,5 Scheiben in die mittelgroße Kammer der gestrahlten, kurzen Safferling, ein wenig aufgedröselter Takak obenauf. Der Flake ist perfekt konditioniert, er brennt sofort und glimmt gleichmäßig. Ein erdiger, voller und sehr runder Geschmack, süßlich – aber nicht aufdringlich -gefärbt durch den Virginia. Der zuvor festgestellte leichte Zigarrenduft macht sich überhaupt nicht im Geschmack bemerkbar. Und es gibt auch weder Spitzen noch ein Abflachen, der Tabak bleibt konstant während des Abbrands. Müßte ich eine Geschmacksbezeichnung für den Burley Flake nennen, so ist „süffig“ die wohl treffendste.

Und so gibt es eine zweifelsfreie Empfehlung für diesen Tabak von MacBaren, der für manchen gar zum Allzeittabak werden kann. Ich werde ihn jedenfalls öfter in die Wahl nehmen.

Und wenn ich schon dabei bin, ein Hohelied auf MacBaren zu singen, dann probieren Sie doch auch einmal diese zwei:

 

*K&F : Knick und Falt
mit K&F werden die Flakescheiben einmal geknickt und gefaltet oder gefaltet und geknickt oder zweimal gefaltet oder zweimal geknickt. Egal, jede andere Art der Befüllung einer Pfeife mit Flakes oder Curlies kann man getrost knicken. Nur Raucher mit zwei linken Händen, starrköpfige Alles-Verweigerer und Beratungsresistente lehnen die Methode ab. Immer schon, bereits seit seligen Forumzeiten.

 

 

 




Robert McConnell Heritage | Flake

Ein weiterer Hoffnungsträger für eingefleischte oder gelegentliche Dunhillianer, der den traurigen Dunhill Exodus überwinden hilft. So die Vermutung. Aber nach dem „Eclipse Gate“ bin ich etwas vorsichtiger mit der Übernahme solcher Aussagen geworden. Zählt doch der Dunhill Flake zu meinen favorisierten (naturreinen) Virginia Flakes und er gehört wie Escudo, Balkan Sobranie 759 und Penzance zu meiner Tabak DNA. So war es unabdingbar, einen Vergleich mit einer zu diesem Zweck geöffneten Original STG Dunhill Flake 2010er Version und dem neuen Renegaten durchzuführen.

Das Opfer war groß. Manische Tabaksammler und Horter werden das verstehen. Öffne ich wirklich eine der nun sehr, sehr raren Dunhill Flake Dosen, die mittlerweile überall abverkauft sind? Wie notwendig das war, zeigt sich sofort nach öffnen der beiden Dosen: der Geruch ist völlig unterschiedlich, das ist auch nach einer Stunde so geblieben. Der Robert McConnell Heritage Flake ist wesentlich heller in der Farbe und auch nicht so perfekt geschnitten wie der Dunhill. Erkennbar auf den Fotos: die Textur der Flakescheiben hat eine andere Dichte. Die Aufnahmen habe ich deshalb mit Tageslicht und ohne künstliche Beleuchtung gemacht. Weniger kritische Raucher mögen das vielleicht mit den oftmals zitierten ominösen Chargenschwankungen erklären wollen. Allein, das schliesse ich erst einmal aus. Jeder Hersteller, der eine Art Nachfolgetabak herausbringt – auch wenn K&K das bei der Heritage Linie nicht explizit anführt- wird bei der ersten Produktion besondere Sorgfalt anwenden. Optisch schon einmal ein deutlicher Unterschied, der sich natürlich nicht zwingend bei der Geschmacksprobe bemerkbar machen muß.

deutlich ersichtlich: fehlende Akkuratesse beim Heritage Flake

Wartet der Dunhill mit einem erdigen, fast etwas scharfen Grundton und leichter Pflaumen-/ Zitrusnote auf, so riecht der Heritage Flake wesentlich süßlicher und hat einen ganz leichten Richmond Navy Cut-Touch. Wohlgemerkt, beide Tabake werden von der STG hergestellt. Dennoch bin ich ab hier überzeugt, das die Rezeptur geändert ist und nicht nur geringfügig und aus Gründen der Rezeptur-Raison. Das ist nicht mehr der Dunhill Flake, wie ich ihn hier beschrieben habe. Und diese Annahme bestätigt der Rauchvergleich, der meinen Erwartungsansatz sinnvoller Weise von „Dunhill Flake-Ersatz“ zu einem „weiteren Virginia Flake“ gewandelt hat.

Der Heritage Flake ist perfekt konditioniert und kann sofort geraucht zu werden. Mit K&F habe ich eine Castello Tan Bulldog (Carlo Scotti Old Antiquar KK) befüllt. Dazu und zum Anzünden keine weiteren Anmerkungen. Alles gut.

Schnitt und Verbringung in die Dose kein Vergleich zum Dunhill Flake

Der Tabak entwickelt sich beim Rauchen, anders als der stets gleichbleibende Dunhill. Erscheint er zu Beginn eher beliebig, so wandelt er sich bei „Betriebstemperatur“ zu einem mittelkräftigen, würzigen Virginia, dessen geschmacklich naturreine Färbung kräftiges Heu zutage fördert, genau wie es sich bei einem naturreinen, dunklen Virgina gehört. Irritiert hat mich die Anbieter Erwähnung einer leichten Aromatisierung, dennoch bleibt die erforderliche Virginiasüße dezent und angenehm. Um welches Aroma es sich handelt, ob ein natürliches oder eine chemische Keule, bleibt unklar, allerdings ist das hinzugefügte Aroma ein signifikanter Unterschied zum Dunhill.

Links Dunhill Flake, rechts Heritage Flake

Dem Heritage fehlt insgesamt ein wenig die Tiefe des Dunhill, aber so bekommt er auch einen eigenen Charakter, den ich erdig-ehrlich benennen möchte. Der Heritage bleibt relativ weich im Geschmack und läßt jegliches Brennen und Kratzen außen vor.

Meinen geliebten Dunhill Flake werde ich schmerzlich vermissen, wenn die Bestände dermaleinst aufgebraucht sind, ein schrecklicher Gedanke an eine dunkle Zukunft. Den Robert McConnell Heritage Flake nehme ich als einen weiteren hervorragenden, eigenständigen Virgina Flake an, der sich gar nicht unter das Licht des ursprünglich vermuteten Nachfolgers stellen muß. Für die zwangsmäßig abgedankte Ikone allerdings ist er kein Ersatz. Da werde ich mich eher an den SG Full Virgiana Flake oder seine Plug Variante, den wundervollen Epikur, halten.

Robert McConnell Heritage Flake
hergestellt von STG für Kohlhase & Kopp
50g Runddose

 

 




C&D Bluegrass | Er brennt

Bei diesem Namen schwingt ja bei mir so viel an Gefühlen und Assoziationen mit. Ich halte die kleine blau, weiss, schwarze Blechdose in Händen auf der eine stilisierte Mandoline und der Name in schwarz in einem klassischen Saloon-Font abgebildet sind und lasse meine Gedanken schweifen.

Für die erste Füllung habe ich eine zarte, filterlose Poker von Foundation by Musico vorgesehen. Da ich weder Mandoline noch Banjo besitze, erscheint mir eine Westerngitarre noch am geeignetsten für ein gemeinsames Foto. Ich knipse mit dem Handy wild herum, alle Fotos werden irgendwie schief, ich sollte mir etwas mehr Mühe geben und eine Kamera und ein Stativ verwenden, ausserdem wäre eine Fotoleuchte eine Bereicherung. Aber ich will den Tabak probieren und habe keine Lust.

„Wieso erwähnt er jetzt eigentlich schon wieder diese bescheuerte Mandoline?“, denkt sich vielleicht der eine oder andere Leser. „Was ist überhaupt eine Mandarine Mandoline und was hat die mit einem Tabak zu tun, der blaues Gras heisst.“ 

Nein, natürlich fragen sich unsere Leser so etwas nicht, schliesslich sind sie umfassend gebildet, weltoffen und in sämtlichen Musikstilen der Welt zuhause.

Ich erkläre es trotzdem, nur um mich wichtig zu machen und mit meinem Wissen zu prahlen. „Bluegrass“ nennt man eine Musikrichtung aus der amerikanischen Volksmusik – Country-Music. Benannt ist diese Mischung aus Hillbilly-Country, Blues und Swing nach der ersten Band, welche sich nach ihrem Heimatstaat Kentucky – dem Bluegrass State – „Bill Monroe and his Blue Grass Boys“ nannten.

Wikipedia erklärt mir, dass mit Bluegrass das von den nährstoffreichen Böden Kentuckys gesättigte, bläulich wirkende Gras gemeint ist. Soviel zum blauen Gras. Die vorherrschenden Instrumente des Bluegrass sind die Mandoline, die Fidel und das Banjo. Interessanterweise wird meist auf das Schlagzeug verzichtet, dafür schlagen die Begleitinstrumente einen sehr eingängigen und typischen Rhythmus.

Jetzt stürmen die Assoziationen oder? Das Kopfkino beginnt: Die Soggy-Botton-Boys singen in eine Blechdose, die Smokey-Mountains, der Appalachian Trail, selbstgebrannter Rye-Whiskey, Landwirte in karierten Hemden ohne nennenswerte Schulbildung, Allison Krauss, Earl Scruggs und die Grand Ole Opry … Na, also geht doch und jetzt schnell die Dose öffnen:

„Ketchup und Grass!“ 

Na ja, der Ketchup Geruch wird wieder vergehen, der ist halt typisch für die amerikanische Tabak Einweck-Methode, der Grasgeruch wird bleiben. Virginias hell und rot, eine kräftige Prise Perique und Dark Fired Kentucky verspricht der Hersteller Cornell & Diehl.

Ich höre etwas Alison Krauss, den Soundtrack von „Brother where are thou“, Dolly Partons legendäre Live-Show „Heartsongs“ aus ihrer Smokey Mountain Heimat und rauche dabei.

Ich geniesse diese Stunde der Muße und die gedanklichen Reise durch den Bluegrass State, aber der Tabak, ich bin etwas ratlos, nach was hat er noch gleich geschmeckt? Ich weiss es nicht.

Am nächsten Tag trifft sich wieder der Münchner Pfeifenclub in den Räumen am Gollierplatz, dorthin werde ich ihn mitnehmen, sollen sich doch die anderen mal dazu äussern.

Und das haben sie dann auch. Vier weitere Herren fanden sich neugierig auf diesen, nur in den USA erhältlichen Tabak, und wir kamen zu einem einstimmigen und eindeutigen Ergebnis:  „Er brennt“.

 




Robert McDunhill : Nachlassverwaltung

Was in der Welt des Pfeifentabaks undenkbar schien, ist eingetreten: die Tabake mit dem weltweit wohl höchsten Bekanntheitsgrad sind abrupt Geschichte geworden. Selbst unbelehrbare Nostalgiker, für die Tabake von Dunhill bis vor wenigen Monaten immer noch von Sir Alfred ersonnen, handgemischt und von Gentlemen in der St.James Street probiert und erworben werden konnten, stehen vor dem emotionalen AUS. British American Tobacco (BAT), Inhaber der Markenrechte von Nightcap, Early Morning Pipe und Co., hat die Lizenzherstellung durch die Scandinavian Tobacco Group mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Beweggründe sind nicht wirklich erklärbar, liegen im Dunkeln und bieten Anlaß für zahlreiche Verschwörungstheorien. Schliesslich spülten die Tabake nicht unerheblichen Profit in die BAT Kassen (und nur ein geringer verblieb im Vergleich zu anderen Tabaken beim Fachhandel!) Warum aber nun dieser Schritt? Darüber haben wir uns mit Jens Meyer, Geschäftsleiter beim Münchner Branchenurgestein Pfeifen Huber, ausgiebig ausgetauscht. Er bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

Pfeifenblog (PB): Herr Meyer, auf der soben beendeten Intertabac offiziell geworden, liegen nun die ersten Robert McConnell „Dunhills“ in den Regalen. Wie kam es zu dieser doch etwas überraschenden Entwicklung?

Jens Meyer (JM): Scheinbar passt der – gemessen an modernen Rauchwelten wie den hippen e-Zigaretten – „altbackene“ Pfeifentabak mit seiner Suggestion von britischem Landedelmann-Understatement nicht mehr so recht in die Wunsch-Life Styles der eifrig herbei-gemarketingten jungen und dynamischen Märkte. BAT will sich wohl auf neue Produkte konzentrieren und auf ein verändertes Kundenverhalten einstellen. Sicherlich spielen aber auch die vielen, neuen gesetzgeberischen Anforderungen beim Verbraucherschutz eine Rolle, die bei der kommerziellen Betrachtung eine Rolle gespielt haben könnten. Aber so richtig kennt niemand die tatsächlichen Entscheidungsgünde der BAT.

Jens Meyer

PB: Wäre es denn nicht naheliegend gewesen, dass STG als aktuell letzter Hersteller der Dunhill-Tabake das Geschäft übernommen hätte?

JM: Ja, sicher, aber die zwei Giganten konnten sich vermutlich nicht über einen Preis einigen. Also: Dunhill Tobacco ade. Wobei zu beachten ist, dass die Markenrechte für Dunhill Tabake nach wie vor bei der BAT liegen, aber derzeit nicht mehr vermarktet werden.

PB: Jetzt ist Hoffnung aufgekommen durch den deutschen Tabakhersteller und Importeur Kohlhase & Kopp. Bringen die wirklich die „Fortsetzung der Legende“ und hat sie Marktchancen?

JM: Das Image von Dunhill war von jeher ein zwiegespaltenes. Es gab die 100prozentigen Liebhaber, die -wenn nicht die meisten, so zumindest aber 2-3 Tabake als ihre unerreichbaren Allzeit-Lieblinge verinnerlicht haben und jene, für die Dunhill lediglich ein falsch verstandener Nimbus war, der seine herausragende Position bei den ambitionierten Pfeifenrauchern auch durch nichts rechtfertigen konnte. In ihren Augen am wenigsten durch Qualität und Geschmack. Liest man sich die Reviews der letzten Jahre in den digitalen Medien durch, so kann man fast von einem Dunhill-Bashing reden, dem die überzeugte, unbeirrbare Front der Fans gegenüber stand. Tatsache aber bleibt, dass Dunhill Tabake mit ihrer wechselvollen Geschichte und ihren unterschiedlichen Produzenten bis in unsere Zeit der Inbegriff des Pfeifentabaks sind und dabei einem nostalgischen Environment gehuldigt haben, in dem sich die Dunhillianer wohlfühlten. Kohlhase & Kopp sind durchaus in der Lage, mit ihrer neuen Robert McConnell „Heritage“ Reihe die durch den BAT Rückzug entstandene Lücke zu schliessen. Zumal die Rechte an der gut eingeführten Marke Robert McConnell ohnehin bei Kohlhase & Kopp liegen. Und ja, ich kann mir sogar eine Belebung des Umsatzes für diese Tabake vorstellen, da viele Raucher neugierig auf die „Nachfolger“ sind und sicher den einen oder anderen Tabak wieder entdecken werden.

Jens Meyer, Pfeifen Huber –  mit Alexander Broy und Peter Hemmer

PB: Wir erinnern noch an die erst vor zwei Jahren aufgekommene Beliebtheit der neu aufgelegten „Vintage Dunhills“, über die hier im Blog ausführlich berichtet wurde. Auch diese sind jetzt bereits Geschichte, Schnee von gestern. Was deckt die Heritage Reihe davon ab und wer stellt die Tabake überhaupt her, die dann unter der Marke Robert McConnell erscheinen?

JM: Lassen Sie es mich so sagen: alle 18 aufgegebenen Dunhill Tabake leben unter Robert McConnell weiter. Unter anderen Bezeichnungen, mit veränderten Etiketten, aber nahezu unveränderter Rezeptur. Denn der Hersteller ist wieder STG.


Jens Meyer: natürlich werden die Mischungen nicht 100% den Dunhills entsprechen, da geht es vermutlich auch um Rechte an den Rezepturen. Einige Mischungen werden komplett von STG hergestellt, einige mischt Kohlhase & Kopp aus den STG Grundtabaken. Also können wir leichte Unterschiede erwarten, die aber sicherlich nicht signifikant sein werden.

Ausnahme sind die ehemaligen Dunhill DeLuxe Navy Rolls (aka Escudo), deren Marken- und Rezepturrechte nicht bei Dunhill, sondern stets bei STG lagen. Diese werden von STG völlig unverändert als „Eclipse“ erstellt, so wie auch der Nachfolger des Dunhill Flake, der jetzt einfach nur Flake heißt.

PB: Also bleibt es spannend, oder besser, es wird spannend. Denn in den nächsten Wochen testen wir die einzelnen Tabake im Detail und stellen sie im Blog vor. Ihnen, Herr Meyer, danken wir für die profunden Informationen.


Review-Plan

Bodo: Eclipse, Flake, City of London

Peter: My Mixture Barking Road, Black Flake, Majesty Elizabeth, The Old Sign, Durbar Square

Alexander: 5 Years Matured, Ready Rubbed

Blogger + Reviewer: Bodo, Alexander und Peter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Legende

Sag beim Abschied

Das Ende Teil 2

Trauer & Gram

Vintage Rallye

Aus für McClelland

Review: Baker Street

Review: Dark Flake

Review: Elizabethan

Review: Ye Olde Sign

Review: Durbar

Review: Dunhill Flake

Review: Ready Rubbed

Review: Three Years Matured

 

 

 

 




Robert McConnell Heritage | Eclipse

An dem Thema und daraus folgenden Diskussionen habe ich mich seit seligen Forumzeiten missionarisch aufgerieben. Sind Escudo (A+C Christensen), Dunhill Deluxe Navy Rolls und die diversen Bulls Eye Flakes identische Tabake oder nicht? Schliesslich werden sie alle in Dänemark von Orlik (STG) hergestellt.  Die in ihrer Beweisführung stimmige Antwort ist hier im Blog an verschiedenen Stellen nachzulesen. Soeben haben wir sogar diesen Artikel veröffentlicht, er spricht für sich. Nun aber sind wir nach dem Marlin Fall wiederum unserer investigativen Blog-DNA zum Opfer gefallen. Der als 100%iger Nachfolger des Dunhill Deluxe Navy Rolls propagierte Eclipse aus der neuen Heritage Reihe von Robert McConnell (Kohlhase & Kopp) ist ab sofort im Fachhandel verfügbar. Es wurde davon ausgegangen, dass die Rezeptur des Eclipse genau der des DDLNR entspricht, zumal der Hersteller STG (Scandinavian Tobacco Group) diese Curlies hergestellt hat und das nun weiterhin für Robert McConnell tut, die Markenrechte besitzt und nicht wie bei anderen Dunhills die BAT. Und die Namensgebung sowie die farbliche Gestaltung des Etiketts deuteten darauf hin.

Bereits gestern begannen wir mit den ersten Tests der Dunhill Erbfolger und sinnvollerweise mit dem Tabak, bei dem eine 100ige Identität vermutet wurde. Die Überraschung war groß: mitnichten entspricht der Eclipse dem DDLNR, sondern es ist eindeutig der Orlik Bulls Eye Flake, erkennbar durch seinen dunklen Black Cavendish Kern, eben das „Bullenauge“.

Unbestritten ist der Bulls Eye Flake ein fantastischer Premiumtabak und es ist eine Bereicherung, dass wir ihn endlich auch in D kaufen können, ohne untaugliche, teuere und prozedural aufwändige Aktionen über Dänemark oder gar die USA. Er ist aber nun mal kein Escudo oder DDLNR und schmeckt gänzlich anders.

ES IST UND BLEIBT EIN ANDERER TABAK ALS DER DDLNR!!!! *

Wenn K&K da nicht nachlegt, wird der DDLNR nachfolgelos vom Markt verschwinden. Die geringe Hoffnung bleibt, dass es sich um einen Verpackungsfehler handelt (wie weiland beim Marlin Flake) und vielleicht der Bulls Eye als offizieller Robert McConnell Tabak als Eclipse Bulls Eye oder ähnlich zusätzlich angeboten wird.

Für diese tiefgründige MARKETING – IDEE erheben wir keinerlei monetäre Forderungen oder melden gar Rechte an, K&K – macht es einfach.

Es ist müßig zu erwähnen, dass ein gestrig nach Mitternacht durchgeführter Vergleichsrauch und die heutige morgendliche Wiederholung dieses Ergebnis brachte: das ist der Orlik Bulls Eye Flake. Allerdings haben sich irgendwelche Marrkkkettting-Eleven eine neue Bezeichnung für Curly Cut Tabake einfallen lassen. Der Eclipse ist jetzt ein Coin-Cut Flue-Cured African and Perique Tobacco. African was? Banane, Palme oder Savanne? Mann oh Mann …… alter Wein in neuen Schläuchen.

*Glaubt es oder glaubt es nicht ……… an der offensichtlichen Beweisführung kommt niemand vorbei.




Esoterica Tobacciana – verlorene Welt

Was wäre unsere Leidenschaft für Tabake ohne Mythen, ohne Geschichterl rund um das geniale Kraut. Wenn man nicht gerade ein Suchtraucher ist, für den es einfach nur qualmen muß, dann sind diese Mythen wichtiger Bestandteil der Passion. Dunhill, Bell (Three Nuns), Drucquer, Cope (Escudo), Sobranie (Balkan 759) und andere, vielfach längst vergangene Namen aus unserer Genußwelt, rufen wir uns immer wieder in Erinnerung.

Eine solche Tabaklegende ist die Esoterica Tobacciana des Amerikaners Michael Butera, ein Pfeifenmacher und Tabakblender, der als Seiteneinsteiger in den 1970er Jahren begonnen hatte und es zu einer gewissen Berühmheit brachte. Sein Meisterstück lieferte er wohl mit der Esoterica Tabakserie, die exklusiv für ihn in Europa von JF Germain & Son auf Jersey Island hergestellt wurde. Bekanntester Tabak aus der Serie ist der herausragende Mottled Flake (Crumble Cake)  Penzance, nach dem Balkan Sobranie 759 einer der am meisten vermissten Tabake aus vergangenen Zeiten. Vielleicht liegt es an den begrenzten Kapazitäten beim kleinen Hersteller Germain, aber seit gut 5 Jahren waren die Esotericas ständig ausverkauft, nur wenige Tabake verfügbar, teilweise konnten auch nur 1 bis 2 Dosen bestellt werden. Das grenzte schon fast an Prohibition. Wurde in online shops Verfügbarkeit signalisiert -teilweise mit Vorankündigung für Stammkunden – so war der Bestand in Minuten abverkauft.  Nun aber erscheinen seit ein, zwei Jahren nur noch die „out of stock“ Hinweise. Und obwohl mir JF Germain seinerzeit auf eine schriftliche Anfrage über die angezweifelte Zukunft dieser Tabake geradezu empört widersprochen hat, sah und sieht die Wirklichkeit anders aus. Vor wenigen Jahren hat Butera  die Esoterica Serie und andere Tabaka an den Distributor Arango verkauft. An der Verfügbarkeit hat sich nichts geändert – es gibt keine. Und das wird sich kaum ändern, zumal nun auch die Distributoren keine Lust mehr auf ein solches Handelsgebaren haben,  q.e.d :


in memoriam