Bodo Mauk

Bodo Mauk visited Singapore some years ago.

It was very nice to meet him again in December 2018 in Munich, prior to Christmas.

Here’s a picture of all the pipes Mr. Mauk has made for me:




A Reverse Calabash by Jerry Zenn

This is a reverse calabash by Jerry Zenn, pipe maker from Kaoshiung, Taiwan. Click on this.

I’m so grateful he made this pipe to give me.

Jerry uses a combination of materials to make this unique pipe: aged briar, vintage Taiwanese bamboo and horn, mainly.

This is the third reverse calabash he has ever made and I’m extremely pleased with it.




Under the Tutelage of Jerry Zenn

Jerry Zenn, born in 1964, is a pipe maker based in Kaohsiung, Taiwan. Before making pipes full time since 2005, he was an auto mechanic for 25 years specializing in Volvos. Jerry’s pipes are very much coveted; he uses specially-harvested Oriental bamboo and horn for incorporating into his pipes and his pipes on sites like smokingpipes.com and scandpipes.com always sell out fast. I spent a few days in Kaohsiung with Jerry recently and made a pipe under his watchful eyes:

On the 2nd  Singapore Pipe Event 2018  it was Jerry Zenn Pipes which focussed the attention of Singapore Pipe Enthusiasts and our esteemed International Attendees as well.


 Signatures of Jerry Zenn

Jerry Zenn Formosan Purebred

Jerry Zenn Smooth Apple Horn

Jerry Zenn Rhodesian Bulldog & Formosan Dog

Please do not miss to read here !

 




Pfeifen und mehr (Pum) – das Gestrige

Ist es schon Nostalgie? Der Wunsch, Gewohnheiten zurück zu wünschen, zu konservieren, auch wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind und vor allem Erscheinungsbild und technische Möglichkeiten, die das moderne Publishing und neue Wege und Methoden der Kommunikation bieten, nicht mehr mitmachen können? Obwohl im letzten Jahr des Bestehens die Beteiligung, die Interaktion, die über das Lesen hinaus für ein Forum essentiell sind, drastisch zurückgegangen waren, melden sich immer noch zahlreiche Stimmen, die das Beenden von Pfeifen und mehr (PUM) bedauern und leider noch nicht die wesentlichen Fortschritte und Vorteile des Pfeifenblogs.de feststellt haben.
Das Forum Pfeifen und mehr (Pum) wurde von den Betreibern zum 31.12.2016 nach fast 10 Jahren Präsenz stillgelegt, um alle Aktivitäten in den Pfeifenblog.de einzubringen. Der Vorläufer von Pum war das einige Jahre zuvor mit wechselreicher Entwicklung betriebene und dennoch beliebte Forum Welt der Pfeife (WdP). Beide Foren, WdP und viel mehr der Nachfolger Pum zeichnete insbesondere aus, das neben Pfeife & Tabak ein breites Spektrum von Musik-, Literatur- und Lifestyle-Themen geboten wurden, in dem sich die Interessen der jeweiligen Betreiber spiegelten.
Im Laufe der Jahre entstand so eine sehr große Datenbank (ca. 80.000 Berichte) mit Tabakreviews, Berichten über Pfeifenmacher und andere „Marktbereiche“ und Begebenheiten um den Mikrokosmos Pfeife angesammelt, die dem Pfeifenblog.de weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung steht. Zahlreiche Artikel, vor allem über Tabak, sind bereits im Pfeifenblog.de integriert, mit den zeitgemäßen Korrekturen und Anpassungen, teilweise auch mit neuem Bildmaterial versehen. Das werden wir sukzessive fortsetzen.

Es gibt neben einer Reihe anderer Highlights drei, die ich noch einmal ansprechen möchte, da sie anscheinend immer noch in vielen Köpfen der zuletzt 776 Mitglieder des Forums „herumspuken“: den Forumtabak EPIKUR, den Forum-Whisky BRAEVAL und das Projekt Pum-Jahrespfeife, letzteres tatsächlich eine Erfolgsgeschichte, die immer noch nachhallt. Der Epikur, ein Full Virgina Plug, wenn nicht gar der VA Plug schlechthin, ist vor einiger Zeit bereits in das Standardangebot vom exklusiven Vertrieb, Pfeifen Huber München, aufgenommen worden und sowohl im Shop im Münchner Tal wie auch online immer erhältlich.

Die Forumpfeife haben wir von 2010 bis 2016 einmal im Jahr als limited Edition angeboten und zwar jeweils als glatte und als gestrahlte Version. Die Form und das Design hat das „Trio Mysterioso“ erstellt, das heute im wesentlichen die drei Hauptautoren und Betreiber von Pfeifenblog.de stellt. Unter Steuerung von Jens Meyer von Pfeifen Huber München hat dann Poul Winslow die handgemachte Produktion durchgeführt, die in jedem Jahr zu einem meisterlichen Ergebnis geführt hat. Im Dezember gab es dann regelrecht spannende Bestellrallys, da die Editionen auf 30 Exemplare beschränkt waren und um ein gerechtes Verfahren zu haben ein ausgeklügelter online-Bestellablauf eingehalten werden mußte. Auch die Zustellung der Pfeifen wurde durch Pfeifen Huber professionell durchgeführt und in jedem Jahr gab es sehr zufriedene Pum-Mitglieder. Aber wie alle guten und schönen Dinge im Leben hatte auch die Pum-Forumpfeife ihre Zeit, die mit der 7. Ausgabe im Jahre 2016 endete. Die Pum Forumpfeifen sind heute gesuchte , wenn auch höchst rare Sammlerobjekte. Wer sie hat, trennt sich nicht.

Forumpfeife # 1

Forumpfeife # 2

Forumpfeife # 3


Zwischenstand Forumpfeifen # 1-3

Forumpfeife # 4

Forumpfeife # 5

Forumpfeife # 6

Forumpfeife # 7

Und je länger ich diese 14 Pfeifen betrachte, sie in die Hand nehme, das Material fühle und daran denke, wie aus der Idee ein richtig professionelles Projekt heranreifte, das vielen Forianern Freude gemacht hat, dann kommen mir ein paar eigenartige Gedanken ……. es war doch wirklich toll, so etwas zu schaffen, könnte das dem Pfeifenblog vielleicht auch gut anstehn? Ach, was. Das sind nur Träumereien zu spätmitternächtlicher oder frühmorgendlicher Stunde, ganz wie man es nimmt. Oder doch nicht??? Tatsächlich nur ein wenig Nostalgie?

Ich bereite mir jetzt erst einmal einen köstlichen Montagne d`Or von Mariage Frères………..

Ein kleines „Dönskes“ im Nachsatz: mein 14-Tage Set ist natürlich als „Forum-Museums-Set“ nicht geraucht und bisher habe ich dem gelegentlichen Drang widerstanden. Besonders schwer fiel es mir bei der ersten Forumpfeife. Da wurde mir doch tatsächlich vor 2/3 Jahren genau diese Pfeife von einem Forenfreund aus Griechenland zum Kauf angeboten, ebenfalls noch nicht geraucht. Sie kommt seit dem wöchentlich zum Einsatz. Ich weiß nicht, ob das Pum-Urgestein Skalli hier auch liest, aber ich habe mit ihm – „der mit den meisten Forumpfeifen“ – ein wenig gleichgezogen.

Odyssee:  aus Ithaka zurück nach München und ständig im Einsatz – Forumpfeife #1, Seriennummer 14




Eine Caminetto mit Deckel

Der Herbst hat Einzug gehalten und mit ihm kommt nach diesem extrem trockenen und sonnigen Sommer, die kalte und feuchte Jahreszeit. Die bunten Blätter fallen, die Eichkatzerl und die Eichelhäher werfen Kastanien und Eicheln nach unten, da konnte ich gerade noch rechtzeitig eine neue Pfeife mit Deckel erwerben. Meine allererste Caminetto. Meine Faszination für Deckelpfeifen habe ich ja hier schon einmal beschrieben. Nicht auszudenken, dass mir einmal beim Malen nebliger Auen und prächtiger, bunt belaubter Bäume, Flora und Fauna in den „Kamin“ fallen, welcher ja auf italienisch „Camino“ heisst und in seiner Verniedlichungsform „Caminetto“ genannt wird. Die Legende besagt, dass die drei Gründer dieser italienischen Pfeifenmanufaktur eines langen Abends bei Pfeife und Wein am offenen Kamin saßen und dabei auf diesem Firmennamen kamen. „Caminetto – La Pipa del Baffo“, Die Pfeife mit dem Schnauzbart. Die drei besagten Herren, trugen alle einen Schnauzer und kamen so auch gleich auf ihr Logo. Ich gehe davon aus, dass das ein sehr kreativer und vor allem sehr weinseliger Abend war, den sie vor dem Kamin verbrachten.

Giuseppe Ascorti arbeitete seit 1959 als Pfeifenmacher bei Castello, bis er sich 1968 selbstständig machte und mit dem Pfeifenmacher Luigi Radice eine kleine Pfeifenmanufaktur in ihrer Heimatstadt Cucciago gründete. Mit Gianni Davoli, der einen Tabakladen in Mailand betrieb, fanden die beiden einen Partner für eine weltweiten Distribution ihrer Pfeifen. Im Kielwasser des großen Castello-Booms vor allem in den USA erzielten die drei mit Ihren hochwertigen, handgemachten Pfeifen schon bald rasenden Absatz. Das Konzept war einfach und wirkungsvoll, sie boten die gleiche Qualität wie Castello und das zur Hälfte des Preises. Schon bald hatte die kleine Firma Caminetto mehr Aufträge, als sie bewältigen konnte und sie wuchs und wuchs. Moderne Maschinen wurden eingesetzt und die Produktion gesteigert. Aber wie es manchmal so kommt, waren die drei sich immer mehr uneins, gerade was die maschinelle Produktion der Pfeifen und die darunter leidende Qualität anging. Ende der Siebziger verließ Radice das Unternehmen und auch Ascorti gründete bald darauf mit seinem Sohn Roberto eine neue Firma unter ihrem Familiennamen Ascorti. Kurz darauf zerstörte ein verheerender Brand die gesamten Werkstätten von Caminetto, die zu dieser Zeit nur noch von Davoli geführt wurde. Was auch immer damals genau geschah, wir werden es vermutlich nie erfahren.

Jedenfalls kaufte sich Giuseppe Ascortis Sohn, Roberto Ascorti den Namen Caminetto zurück und die Firma erhob sich unter seinem Regiment wie Phoenix aus der Asche, nur sind die Preise der Caminettos inzwischen schon lange nicht mehr nur halb so hoch, wie die der Castellos.

Meine Caminetto ist eine rustizierte Pot, die folgendermaßen gemarkt ist: Caminetto HAND MADE CUCCIAGO-ITALY 8L10
Meine Recherchen haben ergeben, dass sie 2010 (10) gemacht wurde und sie das sogenannte Business-Finish (8) hat – rustiziert und rot, was das L bedeutet, weiss ich leider nicht.

Der Deckel, auf dem sich eine Gravur des Schnauzbartes und der Zahl 800 – Silber? befindet, ist seitlich aufschiebbar und sehr schön gearbeitet. eine kleine Nut in der Unterseite der Mechanik verhindert, dass man den Deckel über die Mitte hinausschiebt. Wirklich raffiniert gelöst und funktional.

Geraucht habe ich die Pfeife noch nicht, da warte ich immer noch auf den richtigen Moment, aber ich wollte sie als Anlass nehmen, einmal etwas über Caminetto zu schreiben.

NACHTRAG: Während ich diese Pfeife gerade mit zwei wunderbaren Dunhill Navy Rolls Scheiben rauche, ist mir aufgefallen, dass der Deckel – wie es sonst nämlich immer der Fall ist – gar nicht heiß wird, sondern höchstens lauwarm. Das liegt daran, dass unter dem Silberdeckel noch eine ungefähr ein bis zwei Millimeter dicke Bruyereschicht angebracht ist. Das schützt davor sich beim Rauchen die Finger zu verbrennen. Schlau gelöst.




Eine Pfeife von: Castello

Es gibt so Pfeifen, die sind schon auf den allerersten Blick so schräg und seltsam, dass man sich sofort denkt „um Gottes Willen, was ist denn da passiert?“ Solche Pfeifen finden sich im Oeuvre bekannter Pfeifenmacher als auch in der Welt der Serienproduktion mit ihren meist kanonischeren Formen. Gerade dort fallen sie besonders auf, weil dem Betrachter das Abweichen von klar ersichtlichen formalen Normen eher ins Auge sticht als bei Freeforms, die tendenziell individuelleren wie freieren Gestaltungsprinzipien unterworfen sind. Da braucht es dann schon manchmal etwas mehr Expertise, um zu erkennen „dass da was passiert ist“.

Die Pfeife, die ich hier vorstellen möchte, stammt von Castello, der Pfeifenmanufaktur aus dem oberitalienischen Cantù, deren Pfeifen ebenso berühmt wie kultig sind: berühmt für ihre extrem klaren, strengen und vor allem kraftvollen klassischen Formen wie für ihre wundervollen Straight Grains meist unter Variierung des Dublin-Shapes. Nur wenige Marken weltweit sind so stilbildend gewesen wie Castello mit seinem typischen „Castello-Stil“: italienischer Pfeifenadel mit klassischem und durchaus auch exklusivem Understatement – hier nur zu vergleichen mit und übertroffen von Dunhill.

Und dann sowas hier! Auf den ersten Blick ist für jeden ersichtlich, dass diese seltsame Pfeife eigentlich etwas anderes hätte werden sollen, nämlich eine ganz klassisch strenge Halfbent-Rhodesian mit einem Sattelmundstück, ein absoluter Formklassiker und wäre sie das geworden, was sie hätte werden sollen, dann hätte ich sie hier nicht vorgestellt.

Ganz offensichtlich ist hier während des Erstellens des Kopfes etwas schiefgegangen. Was das war, ist im Nachhinein schwer zu eruieren. Denkbar wäre etwa ein großer Defekt im Holz, der nicht sofort sichtbar war und den man nicht mehr unter der „Sea Rock“- Rustizierung oder „Old Antiquari“- Sandstrahlung verbergen wollte. Ich würde eher vermuten, dass der Pfeifenmacher beim Ausschleifen des Holm/Kopf-Überganges aus Versehen mit der Schleifscheibe an die gedrehte Kopfkante gekommen ist und so das klassische Shape unwiederbringlich ruiniert hat, indem er dem perfekten Kreis der Kante eine zu deutliche Einbuchtung verpasst hat, die sich selbst durch eine Rustizierung des Kopfes nicht hätte kaschieren lassen.

Die Frage, „was hier passiert ist“, ist aber gar nicht die entscheidende! Die entscheidende Frage ist, was dann daraus gemacht wurde: der Pfeifenmacher hat den Kopf nicht weggeworfen, sondern er hat aus der Einbuchtung kurzerhand ein neues Gestaltungsprinzip gemacht und zwar eines, das nicht in erster Linie ästhetischen Regeln folgt. Für all diese Einbuchtungen finden sich funktionale Gründe, was man sofort bemerkt, wenn man die Pfeife in die Hand nimmt und in der Hand hält und zwar ganz gleich ob in der rechten oder linken Hand: überall da, wo man seinen Daumen oder Zeigefinger auch plaziert, da ist eine Einbuchtung und zwar genau in der (zumindest für die Größe meiner Hand bzw. meiner Finger) passenden Form.

Der Pfeifenmacher bei Castello, der diese vogelwilde Rhodesianvariante gemacht hat, der hat dieses elend harte Bruyère-Holz so geformt als hätte er eine Kugel Knetmasse in der Hand gehabt und leicht zugedrückt: das Ergebnis ist eine perfekte Ergonomie und eine mustergültige Umsetzung des alten „Form Follows Function“. Die neue Form ist keine technische Form mehr, wie es die sauber gedrehte Rhodesian gewesen wäre, diese neue Form ist eine organische Form geworden, die sich der menschlichen Hand an dient. Und das ist nicht wenig!

Man mag die ästhetische Erscheinung dieser Pfeife jetzt so spannend finden wie ein (selbstverständlich) maßgearbeitetes Zahnimplantat, aber ich wusste in dem Moment, in dem ich diese Castello zum ersten Mal in meiner Hand hatte, dass sie eine meiner Lieblingspfeifen sein wird. Und ganz offensichtlich hatte ihr Vorbesitzer ein ähnlich inniges Verhältnis zu ihr, denn die Pfeife war nicht nur oft (und Gottseidank gut und englisch) geraucht worden, sie war auch viel in der Hand des Vorbesitzers, was man an der abgegriffenen Sandstrahlung der „Old Antiquari“-Castello gut sehen kann. Wabisabi pur! Und sie gefällt mir auch, denn sonst hätte ich sie mir gar nicht erst näher angesehen und sie in die Hand genommen. Gar nicht auszudenken, was ich verpasst hätte… Die Größenrelation wäre etwa eine Dunhill Group 3, also auch gerade meine bevorzugte Größe. Eigentlich schade, dass es so viele klassische Rhodesian Halfbents gibt und so wenige wie die meine. Vielleicht auch nur diese eine, wer weiß?




Singapore : Überraschung aus Indonesien

Auf der 2. Singapore Pfeifen & Tabak Ausstellung im Oktober 2017 waren sie zu sehen, wundervolle Bruyere Pfeifen aus Taiwan und China, formvollendet und mit hervorragender Ausarbeitung. Wir haben darüber berichtet, siehe Link.
Ich bin mal wieder soeben zurück aus Singapore und habe neben den üblichen geschäftlichen Aktivitäten wieder wundervolle, anregende Stunden mit den Freunden aus dem Pfeifen- und Zigarrengeschehen um den großen Impressario Dr. Michael Loh herum erleben dürfen. Besonders gefreut hat mich, dass die erfahrene Pfeifen- und Tabaksammlerin Avril Gan, wichtiges Mitglied des Singapore Pipe&Cigar Club seit den Anfängen, extra einen vierstündigen Flug aus Macau zurückgelegt hat, um uns zu treffen.  Sehr schön auch: Peter Hemmer mit Familie befand sich in dieser Woche ebenfalls in der Stadt, bei ihnen war Urlaub pur angesagt.

Nachdem in den letzten Jahren die Lokalitäten für das wöchentliche Samstagsrauchen immer weniger Gelegenheiten für ein ansprechendes Zusammenkommen boten, hat Dr. Mike nun mit der Grande Vida Club Lounge im vergangenen Jahr einen Wohlfühl-Ort gefunden, der keine Wünsche für stilvolle Treffen mehr unerfüllt läßt. Und das täglich, Sonntags allerdings ist Ruhetag.



Die Gruppe in Singapore wächst ….. erfreulich. Und auch die Aktivitäten der einzelnen Mitglieder sind wirklich vielfältig. So verschaffte uns David Yu eine besondere Überraschung, in dem er eine Auswahl an Pfeifen aus Bruyere und Palmholz des Pfeifenmachers Mayung aus Indonesien mitgebracht hat, die sich nicht nur durch eine (fast) perfekte Verarbeitung, sondern durch gefällige Formen sofort Aufmerksamkeit verschaften.


David Yu – der Entdecker des indonesischen Pfeifenmachers Mayung

Pfeifen von Mayung aus Bruyere, vielfach mit Bambus Applikationen


Aus Palmholz: Apple / Tomato Bent mit extremer Bogenbohrung

Mayung „erntet“ den Bambus in seinem Garten, in Tasikmalaya auf West-Java

Und es konnte nicht ausbleiben: diese zwei indonesischen Exponate konnte ich mir nicht entgehen lassen. Die ersten zwei Fotos zeigen eine Bruyere Pfeife mit elegantem Schwung und Bogenbohrung, die restlichen Bilder stammen von einer Palm Holz Pfeife, zu der der Bambus Holm ausgezeichnet passt.

  

Damit nicht genug: zwei überraschend gelungene Tabake, die ohne weiteres unseren gewohnten Anforderungen standhalten, vertieften die angenehme Erfahrung dieses Nachmittags: von einer kleinen Plantage in Sumatra stammen aus einer Serie – Original Formula Heritage -ein wohlschmeckender Full Virgina, der leicht nach Cumarin duftete und ein Scottisch Blend. Obwohl Sumatra und Java eher für Zigarrentabake bekannt sind, widmen sich kleine Manufakturen zunehmend der Pfeifentabakherstellung. Die Dosen bestehen aus harter Pappe, die durch einen Alu-Deckel verschlossen wird. Keine schlechte Idee! Sicherlich wird es an anderer Stelle im Blog in nächster Zeit ein Review über die beiden Tabake geben.

 

Und hier noch einige Impressionen aus der Grande Vida Club Lounge …….

entspanntes Clubleben im Grande Vida, 5 Hoe Chang Road, Singapore: www.grandevida.com.sg

von L nach R: David Yu, Peter Hemmer, Julian und Avril Gan

 




Bodo Mauk | Projekt Nr. 2

Ja, es gab noch ein Projekt – nicht nur das BM II Jörgen Larsen Projekt. Und um es vorweg zu nehmen, es war ein Alptraum für einen Pfeifenmacher.
Wenn ich mich recht erinnere, ist auch hierüber bereits an anderer Stelle berichtet worden. Bodo I. hatte eine Pfeife gesehen, die er unbedingt seiner Sammlung einverleiben wollte. Es war eine Peterson Spigot, die allerdings einem passionierten Pfeifensammler gehörte. Der wollte sie auch gegen Gewaltanwendung nicht hergeben. Besonders hatte ihm das außergewöhnliche Cumberland-Spigot Mundstück angetan, wenigstens das hat er dann käuflich erworben. Eines Tages kam er auf mich zu und fragte: „kannst Du mir hierfür eine Pfeife bauen“?

Normalerweise entwirft man eine Pfeife einschließlich eines passenden Mundstücks. Der umgekehrte Weg – die Pfeife dem Mundstück entsprechend zu bauen – ist allerdings sehr ungewöhnlich. Außerdem sollte sie eine recht helle Beizung erhalten, um das wunderschöne Cumberland-Mundstück besser hervorzuheben. Letztendlich ließ ich mich überreden und fing an, einen passenden Kopf zu fertigen.


Nachdem sie fertig und wunschgemäß hell gebeizt war, war sofort klar, dass ich die Pfeife so nicht abgeben würde.

Also sprach ich mit Bodo und sagte ihm, dass die Pfeife unmöglich aussieht und ich sie nur abgeben werde, wenn wir sie dunkel beizen. Einsichtig stimmte er zu und so habe ich eine meiner schönsten Pfeifen gemacht, wenn auch nur zur Hälfte. Na ja, eigentlich insgesamt !



Es ist schon erstaunlich, wie so eine Farbänderung das gesamte Pfeifenbild verändert. Ganz so schlimm, wie anfangs geschildert, war die Umsetzung des Projekts natürlich nicht.
Aber es war einfach eine Herausforderung, die mir am Ende viel Spaß gemacht hat.




Mit Edelweiss, Kuh und Deckel | BBK Pfeife aus der Schweiz

Nicht immer ist das Wetter in den Bergen ideal zum Pfeifenrauchen.

Nicht immer ist das Wetter in den Bergen ideal zum Pfeifenrauchen.

Irgendwo in einem Forum tauchte neulich die Frage auf, ob man eine Pfeife auch bei schlechtem und kalten Wetter draussen rauchen dürfe. Das ist so eine typische Anfängerfrage, wie sie im Winter im Wochentakt im Netz auftaucht. Einige alte Hasen beruhigten den ängstlichen Pipen-Novizen, dozierten etwas von Brenntemperaturen im Innenraum von mehreren hundert Grad und einem dagegen nur marginal erscheinenden Unterschied zwischen plus/minus zehn Grad Aussentemperatur.

Wenn sich aber einer berufen fühlt, ein Statement zum Pfeifenrauchen bei kältestem Dreckswetter abzugeben, dann bin das natürlich ich. Als enthusiastischer Bergwanderer, manischer Freiluft-Maler und Pfeifenraucher kenne ich den ewigen Kampf der Elemente nur zu gut. Auf dem Berg heisst es immer alle gegen einen und zwar alle gegen das Feuer in meiner Pfeife.

Die Diskussion in besagtem Pfeifenforum nahm dann eine andere Richtung und zwar die des möglichen Erwerbes einer Pfeife mit Deckel. Alfred Dunhill war, glaube ich der erste, der sich mit asymmetrischen Rauchkammern des Kampfes gegen den Fahrtwinde im offenen Automobil annahm. Peterson stellt einige sehr hübsche und klassische „Silver Cap“ Pfeifen her, die mit einem klappbaren Silberdeckel ausgestattet sind. Forscht man dann ein wenig weiter, findet man auch Deckelpfeifen von anderen Herstellern, wie Vauen und Jean Claude van Damme. Das Grundkonzept des Deckels auf der Pfeife ist allerdings schon sehr viel älter. Im Alpenland waren früher alle Gesteckpfeifen mit Klappdeckel versehen, sowie auch die sogenannten Jägerpfeifen. Ist ja auch einleuchtend, wer außer einem verrückten Landschaftsmaler, ist so viel bei Wind und Wetter auf den Bergen, wie der Jager und natürlich auch der Schütz.

Auch wenn man bei mir nicht von einer Sammlung sprechen kann, besitze ich doch so manch ein Pfeifchen. Auch einige mit viel Bling-Bling, Silberrand, Goldringerl, Army-Mounts und Spigots, allerdings kein einziges mit einem Deckerl. Fast schon eine Schand, stellte ich bei der Lektüre jenes Forenstranges fest. Mein erster Gedanke war, dass ich unbedingt so eine schöne Peterson Silver Cap Bent brauche, die kann man beim Malen schön zwischen den Zähnen hängen lassen und sie würde Wind und Wetter trotzen. Die Ernüchterung kam, als ich sah, dass es auch auf dem Estate-Markt kein Stück unter zweihundert Euro gab. Für einen armen Künstler natürlich unerschwinglich, also suchte ich weiter. Eine Jäger- oder Gesteckpfeife ist selbst mir zu unmodern und sperrig und eine billige Pipe aus Frankreich oder Polen mag ich auch keine haben.

Wie es oft im Leben kommt, taucht in den Momenten tiefster Schwärze und Niedergeschlagenheit dann doch wieder von irgendwoher ein Lichtlein auf. In meinem Falle stieß ich auf einen Hersteller aus der Schweiz, dessen Pfeifen wie geschaffen für mich schienen. Nicht nur, dass sie einen Deckel hatten, nein sie waren auch über und über mit silbernen Ornamenten verziert. Es waren Kühe, Edelweiße und Gamsen, es war einen Pracht an alpenländischem Kitsch, ich war sofort verliebt. In der Pipedia fand ich einen Eintrag zu dem Hersteller B.B.K Brunner-Buhofer, kurz auch Bru-Bu genannt. Ich lege Ihnen diesen Artikel sehr ans Herz, will hier nicht alles wiederholen, sondern nur kurz zusammenfassen.

1871 wurde der schweizer Bauernsohn Joseph Brunner aus Kleinlützel zu einem Pfeifen-Dreher in die Lehre geschickt. Er soll nach der Lehre dann in Staint Claude gearbeitet haben. Zurück in der Heimat machte er sich 1878 im Haus seines Vaters selbstständig. Das Geschäft florierte und wuchs zu einem ansehnlichen Familienbetrieb mit ca. 200 Mitarbeitern heran. In den 1930er Jahren kam die Fabrik dann ins Straucheln, was wohl an der billigen Massenproduktion der Franzosen aus Staint Claude lag, die den schweizer Markt überschwemmte. 1932 stieg dann ein Herr Buhofer in den Betrieb ein und Bru-Bu erweiterte seine Produktion um geschnitzte Souvenirartikel. Bis in die 1970 Jahre funktionierte das wohl auch ganz gut, dann musste die Fabrik endgültig schliessen.

Wer sich die typischen BBK Pfeifen einmal ansieht, wird feststellen, dass die Grenze zum Kitsch schon sehr oft und das auch nicht unerheblich überschritten wurde. Zum Teil in der Tradition alpenländischer Jägerpfeifen mit diesen mit „Beiss-Tellern“ ausgestatteten Mundstücken, die mit einem dünnen Silberketterl am Holm befestigt wurden. An den silbernen Almblumen und – viechern, die in die Pfeifenköpfe genagelt wurden scheiden sich bestimmt auch die Geister. Und sie haben fast immer einen Klapp-Deckel und um den ging es mir ja schliesslich.

Das gute Stück, welches ich bei Ebay für fünfzehn Euro ersteigerte hatte allerdings weder Mundstück noch Ketterl. Es war nur ein Billard-Pfeifenkopf. Mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht. Die Pfeife wurde geputzt und gewienert. Mit Alkohol und Silberpolitur rückte ich ihr zu Leibe, dann bürstete ich das Holz mit Öl ein, bestellte mir ein langes, schlankes Ebonit-Mundstück bei der Firma Janzen. Nach ein paar Stunden Schleifen und Polieren, strahlte die Pfeife eine Eleganz aus, die sie in ihrem früheren Leben bestimmt nie gekannt hatte. Sie raucht sich ganz wundervoll, sowohl mit offenem, als auch mit geschlossenem Deckerl. Nur auf dem Berg habe ich sie noch nicht dabei gehabt, das kommt aber bestimmt noch, versprochen. Angezündet wird sie dann selbstverständlich mit einem Pfeifen-Benzin-Sturmfeuerzeug an dem sich sicher auch die Geister scheiden werden, aber das ist eine andere Geschichte, die hier sicher auch bald erzählt werden wird.

 

 




Lars Ivarsson 1944-2018

Lars IvarssonEr war der Sohn eines der größten Pfeifenmacher aller Zeiten, er war der Vater der größten Pfeifenmacherin und er war selbst einer der größten Pfeifenmacher unserer Zeit, in den Augen nicht weniger war er der beste Pfeifenmacher. Gestern ist Lars Ivarsson nach schwerer Krankheit gestorben.

Der Pfeifenwelt wird er immer präsent sein in seinen wundervollen Pfeifen und seinen Formen, die für viele andere Pfeifenmacher so stilbildend wirken, die bleiben werden, und die immer an ihn erinnern werden. Er hat uns wirklich sehr viel hinterlassen! Die Faszination der Perfektion, den großen Einfallsreichtum, dem er mit allergrößter Akribie zu einem ganz bescheidenen wie großartigen Understatement verholfen hat. Das Ergebnis war pure Schönheit. Wir müssen dankbar sein! Mit dieser Dankbarkeit im Rücken sind unsere Gedanken bei seiner trauernden Familie. Möge er in Frieden ruhen! Obwohl ich ihn nicht persönlich gekannt habe, tut es mir unendlich Leid.