Pfeifen aus Indonesien: Exotisches – zumindest aus unserer Sicht

Ein knappes Jahr ist es nun her, dass ich zum ersten Mal Pfeifen aus Indonesien gesehen habe. Das war in Singapur. David Yu hatte sie mitgebracht und Bodo damals auch hier darüber geschrieben. Nun hat uns unser Freund Dr. Mike Loh bei seinem letzten Besuch in München vor drei Wochen wiederum einige Pfeifen aus Indonesien mitgebracht, was ich zum Anlass nehmen möchte, auch etwas darüber zu schreiben, denn manches, was ich da gesehen habe, wirkt doch für unsere Pfeifentradition ungewöhnlich und fremd, manches aber ebenso vertraut wie traditionell. Interessant allemal! Was die Materialen angeht wie auch die Formen!

Das erste, was mir damals in Singapur ins Auge gestochen ist, das war die Zweiteilung auf dem Tisch mit den indonesischen Pfeifen: da waren Bruyère-Pfeifen in Shapes, wie wir sie hauptsächlich aus Nordeuropa kennen, teilweise mit gestalterischen Extremen spielend, teilweise fast dänische Klassik. Allesamt formal mit großer Sicherheit und absolut professionell gemacht. Man hatte das Gefühl, dass manche Pfeifen von Uwe Jopps Bogenbohrungen inspiriert waren, eher klein und in ihrer ästhetischen Wirkung filigran, andere Shapes wiesen Richtung Bo Nordh oder Love Geiger, sehr gut gemacht ohne allerdings eine so eindrucksvolle Maserungsqualität bieten zu können.

Und dann waren da Pfeifen aus heimischen indonesischen Hölzern, auch alle eher filigran und klein, nicht selten mit Bambusapplikationen, die atemberaubend schön und ungewöhnlich ausehen. Die haben es mir besonders angetan. Hier war die Maserungsqualität vorhanden, aber eben ganz anders als wir das gewohnt sind. Die Hölzer kennen wir bei Pfeifen eher an Applikationen ansonsten aus dem Messerbau. Ich war auch sehr neugierig, wie sich diese Hölzer hinsichtlich der Geschmacksentwicklung präsentieren.

Aus Palmholz ist die Pfeife, die ich mir damals in Singapur gekauft habe. Das Shape des Kopfes ist eine tendenziell eher flache Pfanne, die im Portfolio des Pfeifenmachers öfter zu sehen war und das sich nur im Holmansatz unterschied, was darauf hindeutet, dass der Kopf für den Pfeifenmacher im Ansatz relativ schnell zu drehen ist. Dieser Kopf ist formal gelungen, vielleicht, wenn man mehrere davon gleichzeitig sieht, ein bisschen neutral und erstmal in seiner Form wenig spektakulär. Das ändert sich aber schnell, wenn man die verschiedenen Holmansätze und die Bambusholme in Kombination sieht! Denn jetzt werden hier recht individuell unterschiedliche Pfeifen daraus, was nicht zuletzt – ausser an den unterschiedlichen Bohrungswinkeln – auch vor allem an den ungewöhnlichen Bambusapplikationen liegt, über die hier die Natur gestalterisch mitregiert.

Überhaupt ist „Natur“ ein zentrales Stichwort bei der Behandlung des Bambus‘ hier, denn die Rhizomen sind ziemlich naturbelassen, also gerade mal die Wurzelansätze abgeschliffen und grob gereinigt, nicht zurechtgebogen, nicht gebleicht und nicht einmal poliert. Somit eher das Gegenteil dessen, was man von europäischen Bambuspfeifen kennt. Nun mag man einwenden, dass dies ein Zeichen von ungenügender Sorgfalt sein könnte, mir dagegen hat gerade diese unbehandelte Natürlichkeit gefallen, da sie die artifizielle Gesamterscheinung der Pfeife „erdet“ und besonders macht. Ich sehe dieses „Stehenlassen“ der Natur als ein gestalterisches Konzept des Pfeifenmachers, das sich in sehr vielen der gesehenen Bambuspfeifen beobachten lässt.

Der Kopf ist klassisch Crossgrain geschnitten, nur dass natürlich die „Birdseyes“ und das Grain des Palmholzes in ihrer Maserung etwas anders aussehen, als wir das vom Bruyère gewohnt sind. Da ich keinerlei Ahnung habe, ob und wie dieses Holz für den Pfeifenbau vorbereitet wird, ob es ausgekocht wird etc., war ich sehr neugierig auf den Geschmack der Pfeife und auch durchaus etwas skeptisch, was sich als vollkommen unbegründet erwiesen hat. Das mag aber auch daran liegen, dass die Brennkammerbohrung mit Einrauchpaste versehen war und der Palmholz-Holmansatz gerade mal fünf bis sechs Millimeter lang ist und zur Verbindung mit dem Bambusholm vermutlich ein Edelstahlröhrchen enthält. Das heißt, der Rauch und das Kondensat kommen eigentlich kaum mit dem Palmholz in Verbindung, eher dann mit dem Bambus und das kennen wir geschmacklich ja von unseren Bambuspfeifen. Der Geschmack dieser Pfeife ist also vollkommen unspektakulär und sehr seriös. Absolut kein Grund zur Sorge.

Das sehr filgrane Ebonit-Mundstück mit einem extrem flachen und bequemen Biss sitzt mit einem recht dünnen, ausgedrehten Zapfen im Bambusholm. Da kommt man nun zu einem der „Größe“ geschuldeten Problem: die Rauchkanalbohrung des Mundstücks ist so klein im Durchmesser, dass man zwar mit dünnen Pfeifenreinigern mit Nylonkern keinerlei Problem hat, mit unseren dicken konischen Pfeifenreinigern mit ihrem Metallkern aber nur mit der dünnen Seite in den Rauchkanal kommt. Will man also während des Rauchens den Rauchkanal komplett reinigen und nicht nur im Mundstück, muss man das Mundstück abnehmen. Rauchen kann man die Pfeife vollkommen problemlos, für den Zug reicht die Bohrung aus. Für unsere Pfeifenreiniger aber ist sie nicht gemacht. Vermutlich gibt es in Indonesien andere, dünnere? Die Pfeife stammt von einem Pfeifenmacher Namens Mayung.

Bei der zweiten Pfeife, die ich hier vorstellen möchte, habe ich auf den allerersten Blick gar nicht erkannt, dass auch sie nicht aus Bruyère-Holz gemacht ist, von oben aus der Ferne sieht das Holz mit seiner rötlichen Beize und seiner Maserung einem Bruyère-Kopf recht ähnlich. Wieder waren es die Form und die Bambusapplikation, die mir als erstes ins Auge gestochen sind. Erst auf den zweiten genaueren Blick wurde ich stutzig, denn auf der Kopfunterseite gibt es eine recht dunkle Ader, die ich bei Bruyère-Holz so noch nie gesehen hatte und bei näherer Betrachtung fielen dann einige Details auf, die auch hier auf ein einheimisches indonesisches Holz hinweisen: es handelt sich um Amboina-Maserholz, das in ähnlichen Wurzelknollen wächst wie wir es vom Bruyère kennen. Der Maserungsverlauf des Amboina Maserholzes ist zwar dem Bruyère ähnlich, im Detail aber weit weniger regelmäßig und erinnert diesbezüglich eher an das Maserholz des Erdbeerbaumes, der botanisch allerdings zur selben Familie gehört wie Erica arborea, also eng mit unserem Bruyère Holz verwandt ist. Was das Amboina-Holz aber deutlich unterscheidet, das ist – neben dem Grain und den Birdseyes, wie wir es beim Bruyère ja kennen – eine feine, recht dunkle Binnenmaserung entlang der Jahresringe, die zwar recht unregelmäßig auftritt, aber bei genauem Hinsehen doch fast überall zu sehen ist.

Mich würde in diesem Fall auch sehr interessieren, wie sich das Holz verhält, wenn man es sandstrahlt, genauer ob diese feine Binnenmaserung Auswirkungen auf das Relief der Jahresringe hat? Mal sehen, vielleicht gelingt es mir ja, mal einen Block aufzutreiben?

Formal und auch konstruktiv ist diese Pfeife, wenn man vom Einsatz einer Bambusapplikation als Gemeinsamkeit mal absieht, eigentlich das Gegenteil der oben vorgestellten Palmholzpfeife. Der Kopf ist nicht gedreht sondern frei gemacht und bewegt sich formal zwischen einem Disc-Fish (Shape) und einem mimetischen (Kugel-?) Fisch.

Der japanische Einfluss auf die Kopfform ist offensichtlich. Besonders sind die Asymmetrie des Shapes, der verwendete Bambus und die Tatsache, dass auf einen Holmansatz gänzlich verzichtet ist und der gesamte Holm aus Bambus besteht. Wenn ich das richtig sehe, dann ist der Bambus hier kein gewöhnliches Rhizom, wie es sonst so verwendet wird, sondern das Übergangsstück zwischen unterirdischem Rhizom und überirdischem Bambusrohr. Jedenfalls ist der größte Teil dieses Bambusholms innen hohl. Der Übergang zum Kopf ist in Form zweier „Spacer“ gestaltet, ein erster aus Ebonit, ein zweiter aus Bambus, der vermutlich den verbindenden Zapfen bildet. Der Abschluss des Bambusholms ist wiederum eine sehr schön und sauber gearbeitete Amboina Maserholz Applikation, die den Mundstückszapfen aufnimmt.

Das heißt, dass wir bei diesem Holm – naturbedingt – einen Reverse-Calabash Effekt haben, der beim Rauchen ganz vorzüglich funktioniert, aber einen, hier konstruktiv bedingten, Nachteil hat, denn der Pfeifenreiniger kann aufgrund des „gebogenen“ Reverse Calabash Effektes und der drei verschiedenen Bohrachsen nicht in den Rauchkanal zur Brennkammer geführt werden. Das ist keine Schlamperei, sondern das geht hier technisch nicht. Nur ist das Abnehmen des Mundstücks während des Rauchens wegen des Reversed Calabash Effektes hier natürlich überhaupt kein Problem. Die Pfeife lässt sich wunderbar rauchen (und auch problemlos reinigen), das Holz tritt geschmacklich nicht – wie etwa Olivenholz am Anfang – in den Vordergrund und durch den Reversed Calabash ist der Rauch ausserordentlich kühl! Am meisten hat mich die extrem aufwändige Konstruktion der Pfeife überrascht, vor allem, wenn man bedenkt, das die verschiedenen Bohrachsen nicht nur vertikal verschoben sind, sondern sie sind am Übergang von Kopf und Bambusholm, der extremen Asymmetrie geschuldet, auch seitlich versetzt. Gestempelt bzw. gelasert ist die Pfeife mit „LSK Indonesia“. Mehr weiss ich nicht, nur finde ich im Netz mit dieser Angabe keinen Pfeifenmacher. Vielleicht kann Mike hier weiterhelfen?

Die dritte Pfeife, die ich hier vorstelle, und die einzige, die nicht meine ist, stammt vom selben Pfeifenmacher wie unschwer am Stempel zu sehen ist. Auch sie ist aus Amboina Maserholz gemacht, nur in der Färbung walnussfarben und hat eine Applikation aus Mammutknochen, die wiederum mit einem Spacer abgesetzt ist. Im Gegensatz zu meinen beiden Bambus-Pfeifen ist diese Pfeife formal viel weniger exotisch, in ihr zeigt sich, wie gut der Pfeifenmacher auch klassische dänische Formen beherrscht. Das besondere an dieser Pfeife ist neben dem exotischen Holz die Gestaltung des Holmes, der so tailliert ist, dass er an der Ober- wie Unterseite jeweils eine feine aber sehr wenig akzentuierte Kante bildet. Durch die schrägen Auflageflächen am Holm liegt die Pfeife sehr schön in der Hand. Betrachtet man die Maserung des Holzes, fällt sofort auf, wie wild und unregelmäßig das Holz ist. Vor allem im Vergleich zu meiner Amboina Pfeife, die zwar auch ein paar wildere Zonen hat, alles in allem aber auch über verhältnismäßig dichte Maserung verfügt.

Nun kenne ich das Holz nicht und weiß daher nicht, ob es sich hier nur um ein innereres Holz handelt im Vergleich zum Holz meiner Pfeife oder ob das Holz generell so vergleichsweise wild gemasert ist. Man kann sich aber natürlich fragen, ob hier bei der Wahl der Oberflächengestaltung nicht der weitgehende Verzicht auf Kontrast (so wie bei meiner Pfeife) die glücklichere Wahl gewesen wäre? Ich würde denken, dass ein uniform dunklerer Kopf die schöne ruhige und sehr souveräne Form der Pfeife viel besser zum Ausdruck gebracht hätte und vor allem auch durch den dann extremeren Kontrast zur Applikation diese noch besser zur Geltung gebracht hätte. Aber vielleicht sind hier auch die ästhetischen Konzepte zu unterschiedlich und für uns nicht so einfach nachvollziehbar? Denn man kann ja unschwer sehen, dass der Pfeifenmacher bei seinen Pfeifen sehr genau weiss, was er macht, und alles andere als ein unsicherer Anfänger ist! Beeindruckend finde ich diese Pfeifen allemal, vor allem vor dem Hintergrund, dass es in Indonesien keine viele jahrzehntelange Pfeifenmachertradition gibt wie in Europa.

 

Nachtrag:

Da will ich das kleine, schön gemachte Ledersäckchen, das oben mal abgebildet ist und in das ich immer nur die Pfeife gesteckt habe, leer zu anderen Säckchen legen und denke mir: da ist doch noch irgendwas drin! Und in der Tat finde ich ein kleines Stückchen Karton, das quasi die außerordentlich liebevoll gestaltete Visitenkarte des Pfeifenmachers ist und das neben seinem Namen Lie Sek Kian auf der Rückseite auch ein Bild mit Pfeifen bietet, auf dem auch unsere beiden zu sehen sind. Sieht sehr stimmungsvoll aus, wie ich finde, gerade so als käme das Säckchen direkt aus den Tropen. Na ja, stimmt ja auch. Damit wäre auch die Urheberschaft geklärt.

 




Robert McConnell Heritage | Piccadilly Circus

Piccadilly Circus heißt also die neue „London Mixture“ in der Robert McConnell Heritage Reihe! Und so wird dieser Artikel nicht nur eine Beschreibung des neuen Tabaks beinhalten, man muss sich eigentlich auch ein paar Gedanken zum Werdegang der London Mixture machen, um dem Thema gerecht zu werden. London > City of London > Piccadilly Circus > ? Wir dürfen gespannt sein, wohin die Namensgebung eines großen Tabaks uns in Zukunft noch lokal hinschrumpft, sollte es nochmals einen Produktionswechsel geben, von denen die gute alte London Mixture schon einige hinter sich hat. Andererseits ist es nur allzu logisch, einen Namen zu wählen, den man sofort mit London assoziiert. Also „Piccadilly Circus“ nachdem der „City of London“ zu nah am Original angelehnt war und umgehend umbenannt wurde.

Alfred Dunhill „About Smoke“ Catalogue 1923 London Mixture

Der Referenztabak für Kohlhase & Kopps McConnell Heritage Piccadilly Circus war die STG Version von Dunhills „London Mixture“. Die London Mixture, ein Allzeit-Klassiker seit etwa 110 Jahren, war ein Tabak, der uns in vier verschiedenen Versionen vorliegt: dem „Original“ von Dunhill, produziert in England bis 1981, eine sehr seltene deutsche Lizenzproduktion von Van Eicken, über die man hier einen sehr schönen und klugen Artikel lesen kann, die uns in unserem Zusammenhang aber nicht weiter interessiert, die Version, die von Murray’s in Nordirland produziert wurde und schließlich die letzte Version, die von STG produziert wurde und im Jahr 2018 vom Markt verschwand.

Als „delightfully harmonious blend of Matured Virginia and Oriental Tobaccos. Soft and mellow, cool and fragrant“ wurde die London Mixture in Dunhills „About Smoke“ von 1923 angepriesen. In der Tat war die London Mixture im damaligen Tabak-Portfolio Dunhills eher rund, mild und ausgewogen im Vergleich zum „My Mixture 965“ oder dem „Durbar“, der ein größerer Bruder der London Mixture war, etwas akzentuierter mit einem höheren Latakia-Anteil. Das perfekte Wechselspiel zwischen den Virginias, den Orientals und dem Latakia zeichnete alle Versionen der London Mixture aus, obwohl sich diese Versionen stilistisch durchaus voneinander unterschieden haben. Allen war gemeinsam, dass die London Mixture immer ein perfekter Alldays Tabak war, sehr rund und trotzdem nicht langweilig. Unter den weniger extrovertierten Mixtures von Dunhill war sie immer mein Lieblingstabak und eine der Dunhill Mixtures, von denen ich, abgesehen von der deutschen Lizenzproduktion, alle Versionen geraucht habe. Und ich habe sie alle mit Genuss geraucht, auch die STG Version!

London Mixture und Derivate 1981 – 2019

Was nun interessiert, ist die Frage, wie der Robert McConnell Heritage Piccadilly Circus im Vergleich zum Vorbild abschneidet? Antwort: Gut, aber mit einigen Unterschieden, die wir gleich sehen können, wenn wir das Tabakbild des Piccadilly Circus mit dem der STG London Mixture vergleichen! Die London Mixture wartet hier mit einem gleichmäßigeren dunkelbraunen Bild mit nur wenigen helleren Highlights auf, während der Piccadilly Circus zwar im Endeffekt auch eher dunkelbraun daherkommt, aber nicht nur etwas heller als die London Mixture wirkt sondern auch viel kontrastreicher mit schwarzen und hellbraunen Höhen und deutlich sichtbarem grünlichem Oriental. Geschmacklich zeigen sich beide Tabake anfangs trotz der optischen Unterschiede erstaunlich ähnlich: Es sind die Virginias, die hier eine sehr solide Grundlage bilden und mit ihrer malzigen Süsse gepaart mit genügend Kraft den sofort wahrnehmbaren Latakia ausbalancieren. Die ätherischen Orientals verweben diese beiden geschmacklichen Pole sanft zu einem dezent farbigen Vorhang, bei dem das Grün und das Gelb, wie wir es von einer Herbstwiese her kennen, im Vordergrund stehen. Nichts drängt sich in den Vordergrund: weder die Rauchigkeit des Latakias, noch die geschmackliche Breite der Virginias noch die feine süssliche Heuigkeit der Orientals. Alles wirkt rund und harmonisch in sich geschlossen. Zumindest vom Entzünden der Füllung bis etwa zum Ende des ersten Drittels.

Piccadilly Circus mit einer 1930/40er Comoy’s Grand Slam Patent, Shape 158 Small Apple

Dann entwickeln sich die beiden Tabake etwas unterschiedlich, allerdings in Nuancen um das gleich vorweg deutlich zu machen! Und zwar so, wie es der optische Eindruck der beiden Tabakbilder bereits vermuten ließ. Der Piccadilly Circus schlägt sich jetzt auf die blumigere, leichtere Seite. Die Orientals wirken frischer, unsere Herbstwiese hat noch nicht ganz soviel Sonne und Trockenheit abbekommen, weshalb die grünen Gräser noch die Oberhand behalten und im Duft die Kräutrigkeit noch wesentlich präsenter ist. Auch die Virginias scheinen mit ihrer Süsse letztlich etwas schmalbrüstiger auszufallen als Anfangs gedacht. Der Geschackseindruck ist sehr harmonisch, die Rauchigkeit des Latakias wirkt grüner eingefangen.

STG London Mixture mit Pre-WWII Dunhill Shell Briar Shape 36 Liverpool

Im kleinen Gegensatz zum Piccadilly Circus entwickelt sich die STG London Mixture etwas anders: sie wirkt geringfügig stärker und kräftiger, legt zum Ende hin etwas mehr zu als der Piccadilly Circus, allerdings nicht unbedingt was ihre Stärke angeht, der Eindruck ist eher dem etwas anderen Stil geschuldet, denn wo sich der Piccadilly Circus geschmacklich frischer und grüner entwickelt, da herrscht bei der London Mixture der Spätherbst mit seiner veränderten Aromatik! Dunkler, trockener, mit dem Duft von nassem Laub und Erde. Die Süsse des Tabaks wirkt schwerer und breiter, seine Rauchigkeit, wenngleich auch hier perfekt eingebunden, lastet harmonisch über der Frische. Blickt der Herbst des Piccadilly Circus noch auf den Spätsommer, so weist uns die London Mixture den Blick auf den Frühnebel, den ersten Schnee und das Wärmende eines Kaminfeuers. Aber wie schon weiter oben gesagt: es handelt sich hier um Nuancen, um die sich die beiden Tabake während der letzten beiden Drittel einer Füllung unterschiedlich entwickeln! In der Quintessenz ist der Piccadilly Circus als Nachempfindung der STG London Mixture ausgezeichnet gelungen und die beiden Tabake zeigen doch sehr ähnliche Charakterzüge, zumindest so ähnlich, dass man den Robert McConnell Piccadilly Circus problemlos als Nachfolger der STG Dunhill London Mixture rauchen kann!

Interessant wird es allerdings, wenn wir den Robert McConnell Heritage Piccadilly Circus und die STG Version der London Mixture in ihren unterschiedlichen Nuancen mit den beiden vorhergehenden Versionen der Dunhill London Mixture vergleichen, also der Murray’s Version nach 1981 und der originalen Dunhill Version von vor 1981! Nicht dass jetzt falsche Hoffnungen geweckt werden: keine der beiden Vorgängerversionen wird in irgendeiner Weise von der STG London Mixture oder dem Piccadilly Circus im Sinne einer möglichst nahen Kopie erreicht. Etwas, was allerdings auch die Murray’s Version im Vergleich zum Dunhill’schen Original überhaupt nicht geschafft hat! Das darf man ja nicht vergessen bei all den Fragen um die Authenzität der jeweiligen Neuauflagen und Produktionsverlagerungen. Viel sinnvoller scheint es mir, die Tabake für sich zu begreifen und Überschneidungen und Unterschiede deutlich zu machen.

Und bei diesen oben genannten etwas unterschiedlich verlaufenden letzten beiden Dritteln der STG Dunhill Mixture und des Piccadilly Circus nähern sich diese beiden Tabake dann doch auf ihre Art den Vorläuferversionen an: die STG London Mixture lässt mit ihrem dunkleren, kräftigeren und erdigeren Finish die Murray’s Version zumindest als ein Schatten nochmal durchblitzen – es war ja auch diese Version, welche durch die STG London Mixture ersetzt wurde. Aber wie gesagt „als Schatten“, denn von der erdigen Kraft der Murray’s Version ist die STG London Mixture sehr weit weg. Beim Piccadilly Circus dagegen ist es die leichtfüßigere Eleganz, die einen – wenn auch sehr sehr weiten – Blick auf das Dunhill Original wirft. Um einem Vergleich mit der Original Dunhill Mixture aber überhaupt standhalten zu können, ist der Piccadilly Circus viel zu schmalbrüstig. So ein Vergleich verbietet sich! Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass wir dann sehr alte Tabake mit sehr jungen vergleichen müssten. Nur bleibt uns keine andere Wahl, als genau das zu tun, wenn wir wissen wollen, worin sich ein bestimmter Stil eines Tabaks zeigt.

Es war Anfang 2007 als ein amerikanischer Bekannter von mir geschäftlich in München war und ich ihn bat, mir ein paar Dosen des gerade neu erschienenen Westminster von Greg Pease mitzubringen. Der war explizit von Pease als eine Nachempfindung der originalen Dunhill London Mixture kreiert worden. Zu meiner großen Freude und Überraschung brachte jener Bekannte damals nicht nur den georderten Westminster mit, sondern auch eine Dose der originalen Dunhill London Mixture. Einem direkten Vergleich stand nichts mehr im Wege und ich öffnete auch noch eine Dose Murray’s Dunhill London Mixture, die auch schon vom Markt verschwunden war, damit wir alle Versionen am selben Nachmittag gegeneinander rauchen konnten. Die STG Version der London Mixture gab es damals noch nicht.

Wir begannen mit der Dunhill Version, die ein mittelkräftiger, geschmacklich voller Tabak von unfassbarer Eleganz war: natürlich waren die rauchigen Primäraromen des Latakias altersbedingt fast vollkommen in das komplexe Geschmacksbild eingebunden, was eine frische Latakia-Mischung bei einem nennenswerten Latakia Anteil so gar nicht leisten kann, aber das Fantastische an diesem Tabak war, wie sich die Orientals in den Vordergrund gespielt haben und mit ihrer blumigen Art die durchaus vollen Virginias mühelos in Schach gehalten haben. Der Latakia lieferte nur einen dezent rauchigen und doch ätherischen Schleier.

Und just diese Raffinesse des Tabaks, dieses Wechselspiel von Orientals und Virginia, die geschmacklich sehr akzentuiert auftreten ohne in irgendeiner Weise schwer oder stark zu wirken, die hat Pease mit seinem Westminster perfekt erwischt, allerdings mit einem Latakiaanteil, der sich notgedrungen frisch viel prägnanter präsentiert als in einem sehr gereiften alten Tabak! Wir waren uns sicher, dass der Westminster sich da bewegt, wo die Original Dunhill Mixture frisch gewesen ist. Im Gegensatz dazu war die Murray’s Version mit ihrer erdigen Kraft so reizvoll wie ein gealterter Catcher. Damit keine Missverständnisse aufkommen: ich rauche auch die Murray’s Version gerne, nur liegen deren Qualitäten in einer kraftvollen Direktheit. Im Vergleich wirkt sie schwerfällig, fast plump und sehr weit weg von der Raffinesse des Originals.

Also: wenn jemand den Versuch wagen will und sich auf die Spuren der Original Dunhill London Mixture begeben möchte, so sei ihm der Westminster von Greg Pease wärmstens ans Herz gelegt! Will man aber die Mühen einer Tabakbestellung in den USA meiden und nur zum nächsten Tabakladen gehen und einen Tabak, der in diese Richtung geht, kaufen, dann hat man mit dem Robert McConnell Heritage Piccadilly Circus einen ebenso soliden wie brauchbaren Vertreter zur Verfügung!




Robert McConnell Heritage | Covent Garden

Denke ich an Covent Garden, dann denke ich nicht an Tabak. Unter all meinen Leidenschaften, derer es wirklich viele gibt, ist die Oper die größte. Die einzige, von der ich vielleicht ein bisschen was verstehe. Und deshalb ist es das Royal Opera House Covent Garden, woran ich bei diesem Namen denke. Nicht nur an viele lang vergangene legendäre Aufführungen, die uns dokumentiert sind, sondern auch an einen lieben Bekannten, einen Schotten, der in London lebt und der diese Opernleidenschaft teilt. Mit ihm saß ich vor vielen Jahren mal nach einer Aufführung an der Bayerischen Staatsoper in einem Wirtshaus und wir unterhielten uns beim Bier über Sängerinnen. Der Name einer damals zumindest stimmlich eher unerfreulichen Sopranistin fiel und er antwortete vollendet british: „Ich habe sie vor ein paar Jahren im Royal Opera House gehört. Es war einer dieser seltenen und denkwürdigen Momente, wo Debut und Abschiedsvorstellung auf denselben Abend fielen.“

Aber wie komme ich jetzt zum Tabak? Von gleichzeitigem Debut und Abschiedsvorstellung kann hier keine Rede sein, schon allein, weil ich vor diesem Review eine ganze Dose von Robert McConnells Covent Garden geraucht habe und das ist auch beim besten Willen nicht an einem Abend zu schaffen.

Außerdem gibt es überhaupt keinen Grund, bei diesem Tabak und seiner Qualität, die Dose nach der ersten Füllung zu entsorgen oder zu hoffen, dass sich irgendwer anderes daran erfreut. Man kann den Covent Garden, sofern man englische Mischungen mag, problemlos und durchaus auch mit Genuss rauchen. Das ist ein sehr solider Tabak. Und das ist ja schon mal was. Allerdings hat dieser Tabak eine Vorgeschichte und damit kommen wir dann doch zu einem Problem und vielleicht sogar zur erwähnten Abschiedsvorstellung. Aber der Reihe nach:

Der Covent Garden ist eine mittel-kräftige englische Mischung aus einer anständigen Portion Latakia, die recht gut mit Orient, Virginia und Perique balanciert ist. Das Tabakbild ist eher dunkel, aus der geöffneten Dose riecht er verführerisch rauchig ohne fordernd zu wirken. Er schmeckt rauchig mit ein paar recht dezenten Trockenfruchtnoten durch den Perique und das ganze auf einem schönen Teppich aus Orientals und Virginia. Das, was diesem Tabak fehlt, ist eine unverwechselbare Persönlichkeit. Ein solcher Tabak könnte auch als kräftigere englische Hausmischung in einem Händlersortiment stehen. Einem Anfänger würde man sie vermutlich dort nicht empfehlen, obwohl der Covent Garden durchaus als Einstieg in die vollere englische Richtung auch für den Anfänger gut geeignet wäre, weil ihm große Kanten oder gar eine größere Keule, die er auspacken könnte, völlig fehlen.

Der Hersteller Kohlhase & Kopp hat den Covent Garden vorher kurzfristig unter dem Namen „Night Club“ auf den Markt gebracht und jetzt sind wir bei der Vorgeschichte: Der Night Club und damit auch der Covent Garden ist als Ersatz für die eingestellten Dunhill Tabake aus der STG Produktion gedacht gewesen. Der Dunhill Tabak, dem der Covent Garden (Night Club) nachempfunden wurde, ist die STG Version von Dunhills Night Cap. Diese Nachbildung ist, bis auf ein paar Nuancen, bei denen der Covent Garden meiner Meinung nach sogar besser abschneidet, weil er akzentuierter wirkt, recht gut gelungen. Allerdings kommen wir hier zu einem schier grotesken Sündenfall, an dem Kohlhase und Kopp erstmal vollkommen unschuldig ist.

Der Dunhill Night Cap, ob aus der originalen Dunhill Produktion (also vor 1981) oder der Murray’s Produktion, war ein Monument an Tabak! Ein fast endloses Geschmacksvolumen im Wechsel zwischen Latakia und Perique, kraftvoll und auch durchaus stark! Auch stark polarisierend, aber für diejenigen, denen der Night Cap zuviel war, gab es im Dunhill Portfolio ja reichlich Alternativen! Und just dieses beeindruckende Monument Night Cap wurde beim Produktionswechsel von Murray’s zu STG zu einer schier lächerlichen Karikatur geschrumpft! Alles, was den alten Night Cap ausgezeichnet hat, wurde bis zur Unkenntlichkeit glattgebürstet. Mehrheitstaugliche Beliebigkeit war das Resultat – und just dem ist der Covent Garden nachempfunden! Und dabei schneidet er sogar geringfügig besser ab als die STG Version des Night Caps!

Aber warum Kohlhase & Kopp bei dieser großen Fülle „neuer“ Tabake, die man da unter der McConnell Heritage Reihe auf einmal auf den Markt geworfen hat und die in dieser Fülle ja auch erstmal verkauft werden müssen, die Gelegenheit ausgelassen hat, diesen STG Sündenfall rückgängig zu machen und sich beim Covent Garden (Night Club) am Dunhill Original oder der Murray’s Version zu orientieren, das verstehe ich nicht. Nicht nur, dass man den eingefleischten Dunhill Fans ein Monument zumindest ansatzweise hätte zurückgeben können, es wäre auch ein Marketing Coup für die ganze Serie geworden, wenn man auf das „Original“ zurückgegriffen hätte. Was wir jetzt letztlich haben, ist dieselbe Gleichförmigkeit wie vorher. Das ist in meinen Augen kein Gewinn.

 




Dornröschen Boulevardier

Noch vor dem Text eine Schwarzweißfotografie, Querformat über die ganze Seite, rechts unten weiß beschriftet: „CHURCHWARDEN CLUB’S WEEKLY SESSION AT HARRY’S NEW-YORK BAR, I.B.F. HEADQUARTERS 5, RUE DAUNOU, PARIS“. Die Fotografie zeigt zehn Herren mittleren und gesetzten Alters, zeitgemäß elegant gekleidet, zumindest für den späten Nachmittag, in einem holzvertäfelten Gastraum um eine Reihe Tische sitzend. Ein Kellner steht dahinter. Sie alle haben lange weißtönerne Churchwardens im Mund oder auch in der Hand. Diese Fotografie der Pfeifenraucher ist der Einstieg in eine der Bibeln der Cocktailkultur, Harry McElhone’s „Barflies and Cocktails“, erschienen 1927 in Paris.

Die Geschichte

Harry’s New York Bar war nicht nur für die Verbreitung amerikanischer Barkultur in Europa von großer Bedeutung, sie war auch Treffpunkt der amerikanischen Kulturszene im Paris der zwanziger Jahre. Zu den Stammgästen zählten in dieser Zeit Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald, Cole Porter, George Gershwin um nur einige zu nennen. In „Midnight in Paris“ fällt plötzlich einer aus unserer Zeit in deren Welt und wird von diesem Flair und seinen Protagonisten eingefangen.

 

War es bei vielen Bartendern die amerikanische Prohibition, die sie nach Europa verschlug, so zogen die günstigen Lebenshaltungskosten durch den starken Dollar und den schwachen Franc viele Amerikaner nach Paris, weil die sich dort einen luxuriöseren oder unbeschwerteren Lebensstil leisten konnten als in den USA – von den liberalen Sitten ganz zu schweigen.

Unter ihnen war auch ein gewisser Erskine Gwynne, der in Paris als Journalist, Schriftsteller und Herausgeber eines Magazins für amerikanische Expats sein Glück versuchte. Gwynne, New Yorker High Society, mit den Vanderbuilts verwandt, seine Schwester die Geliebte des Dukes of Kent, war genau von der Sorte Mensch, die man unter seriösen Charakteren vielleicht mit einem Hauch Neid gemeinhin als Lebemann bezeichnet. Sechs Jahre, von 1927 bis 1932, überdauerte sein Magazin, das er recht passend „Boulevardier“ nannte. Boulevardiers, das waren elegante Gentlemen, die in den feinen Vierteln flanierten oder in den Straßencafés sitzend angeregt und kultiviert die Zeit mit alkoholischen Getränken totschlugen.

„THE BOULEVARDIER the magazine that is read before, between and after cocktails“ so heißt es in der ganzseitigen Anzeige im „Barflies and Cocktails“ und just in diesem Buch, auf Seite 80 um genau zu sein, ist ein Cocktail zum ersten Mal erwähnt, der den Namen „Boulevardier“ trägt und als dessen Schöpfer Erskine Gwynne genannt wird, in einem Teil des Buches, in dem anekdotische Drinks „invented by these typical Men-About-Town“ vorgestellt werden. „Cocktails Round Town“ heißt das Kapitel und sein Autor war ein gewisser Arthur Moss, der, ganz wie es der Zufall so will, auch Redakteur bei Gwynnes „Boulevardier“ war. Nüchtern betrachtet läge nichts näher als hier eine ganz profane Marketingstrategie zum Vorteil aller Beteiligten anzunehmen. Aber es wäre langweilig angesichts unseres Sujets nüchtern zu bleiben und so trinken wir uns Erskine Gwynne als einen ebenso engagierten wie kreativen Trinker schön! Quasi als einen Bruder im Geiste des legendären Conte Negroni in Florenz, nach dem immerhin einer der klassischen Aperitiv-Cocktails benannt wurde.

Der Cocktail

Und jetzt sind wir nach dem ganzen historischen Trara endlich beim Kern des Themas angekommen, dem Cocktail! Oder besser: den Cocktails, denn den Boulevardier kann man eigentlich nicht für sich betrachten, man muss ihn in Beziehungen stellen, was schnell deutlich wird, wenn man sich das Rezept, wie es von Harry McElhone oder Arthur Moss überliefert wurde, anschaut: da ist von 1/3 Bourbon, 1/3 Campari und 1/3 rotem Vermouth die Rede.

Das klingt gut, das kann man sich leicht merken, das klingt wie ein Negroni, bei dem das Drittel Gin einfach durch Bourbon (oder Rye-Whiskey) ersetzt worden ist. Also wie ein raffinierter Winter-Negroni, in dem die kantige Frische des Gins der süßen Gebäck-Wärme des Bourbons weichen mußte. In der Tat wird der Boulevardier in vielen Artikeln wie auch in Zubereitungsanleitungen als eine Negroni-Variante behandelt, was diesem Drink aber in keinster Weise gerecht wird, auch wenn es hinsichtlich seiner Zubereitung natürlich vollkommen parallel zugeht. Der Negroni, zu Beginn der zwanziger Jahre in Florenz entstanden, wurde erst Anfang der fünfziger Jahre zum ersten Mal publiziert, hat sich aber sehr zügig zum Klassiker gemausert, während der Boulevardier nach seiner Publikation ebenso zügig in einen sehr tiefen Dornröschenschlaf verfiel. Der Prinz, der unser alkoholisches Dornröschen dann öffentlichkeitswirksam erweckte, hieß „The New York Times“, die über einige Artikel hinweg einen „neuen Cocktailklassiker“ aus Prohibitionszeiten wieder einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hatte.

Ein Boom, geradezu ein Hype setzte ein, Bars wurden nach dem Cocktail benannt, hatten quasi aus dem Nichts ihren klassischen „Signature Drink“, über kaum einen anderen „neuen“ Cocktail wurde vergleichbar viel geschrieben. Klar: eine solche Gründungslegende ist zu verlockend, einen „Klassiker“ aus der Prohibitionszeit (wieder) zu entdecken ist für einen Mixologen so spannend, wie für einen Archäologen der Fund einer bislang unbekannten hellenistischen Aphrodite und für den philologisch ambitionierten Trinker ist es eh ein Stück Glückseligkeit! Aber ist das alles gerechtfertigt?

Nicht nur gerechtfertigt, es ist das mindeste, denn der Boulevardier ist in meinen Augen ein Weltklassecocktail, der sich hinsichtlich Raffinesse und Komplexität durchaus mit den großen Ikonen unter den Cocktails messen kann! Selbst mit dem Manhattan, von dessen Seite aus man sich dem Boulevardier ebenfalls nähern kann. Drinketymologisch und historisch gesehen sogar zwingend nähern muss: Alle am Boulevardier, an seiner Kreation wie Publikation, beteiligten Personen kamen aus der amerikanischen Cocktailtradition. Diese Tradition kann man vor dem Hintergrund des Manhattans auch schmecken, denn die Kombination von Bourbon oder Rye-Whiskey mit rotem Vermouth ist bei beiden Drinks essentiell. Das, was den Manhattan vom Boulevardier neben der Whiskey-Gewichtung unterscheidet, das ist das bittere Element: im Manhattan wird die Balance mit zwei Spritzern Angostura Bitter erreicht, hochprozentig und sehr konzentriert, im Boulevardier durch ein Drittel Campari, was dem Cocktail nicht nur zu mehr Fruchtigkeit verhilft, sondern der Bitterkeit geschmacklich eine süßere wie „cremigere“ Textur verleiht.

Das Rezept

Letztlich ist das alles, wie bei gut gemixten Cocktails generell, eine Frage der Balance und da ist man an dem Punkt angelangt, sich das Rezept, bzw. seine Varianten genauer anzuschauen! Befolgt man das Ur-Rezept des Boulevardiers mit seinen Dritteln, dann stellt man schnell fest, dass es überhaupt nur wirklich gut funktioniert, wenn man einen sehr hochwertigen und geschmacklich entsprechend komplexen Bourbon oder Rye-Whiskey verwendet, der auch bei einem Anteil von einem Drittel noch „genug lange Hosen anhat“. Nimmt man dagegen ein „einfacheres“ Qualitätsprodukt, dann gerät es schnell in den Hintergrund, weil Campari und Vermouth zusammen einen solchen Whiskey „bitterlich zukleistern“.

Diesem Problem wird in vielen Boulevardier-Rezepten dadurch begegnet, den Whiskey-Anteil zu erhöhen, was zwar wunderbar funktioniert, was das Originalrezept aber verändert – und zwar deutlich in Richtung Manhattan mit seinen zwei Teilen Whiskey zu einem Teil Vermouth plus Angostura Bitter! Nun sind Cocktailrezepte ja keine in Stein gemeißelten Gebote, deren Modifizierung oder Nichtbeachtung mit ewigem Fegefeuer bestraft würden. Sie sind Bauanleitungen, die einen Rahmen vorgeben und die Breite des Rahmens hängt von den verfügbaren Produkten und ihren unzähligen Kombinationsmöglichkeiten ab.

Das Originalrezept des Boulevardiers schränkt hier allerdings ein, denn ein Drittel besteht aus einer festen Konstante, nämlich dem Campari! Haben wir mit den Dritteln Whiskey und Vermouth Alcoholica genannt mit jeweils einer weiten Auswahl an stilistisch zum Teil recht unterschiedlichen Produkten, so legt uns das Drittel Campari, ein bestimmtes Produkt mit seinem definierten Charakter, ein bisschen fest, denn die Auswahl an Whiskey und Vermouth muss so erfolgen, dass der Campari-Anteil eingebunden wird. Ein guter Boulevardier erfordert also nicht nur einen sehr charakterstarken vollen Whiskey (oder höheren Whiskey Anteil), sondern auch einen entsprechenden Vermouth.

Mit einem schlanken und besonders blumigen Vermouth oder einem ausgesprochen bitteren Vermouth kann man den Campari nicht so gut in Balance setzen. Entweder wird sich der Vermouth nicht richtig behaupten können oder der Drink gerät zu bitter. Versucht man mit einem leichten blumigen Vermouth das, was mit dem Whiskey Anteil funktioniert, nämlich ihn einfach etwas zu erhöhen, dann bekommt man einen Drink, der übersüsst wirkt. Als Geheimtipp kann man meine Wahl jetzt nicht gerade bezeichnen, aber ein Spitzenvermouth, der auch im Boulevardier sehr gut harmoniert, ist Carpano Antica Formula! Auf der Basis von Campari und Antica Formula hier zwei Rezepte:

1 Teil Michter’s Small Batch Bourbon Whiskey

1 Teil Campari Bitter

1 Teil Carpano Antica Formula

oder

1,5 Teile Bulleit 95 Rye Whiskey

1 Teil Campari Bitter

1 Teil Carpano Antica Formula

Der Michter’s Bourbon macht schon beim ersten Schluck deutlich, dass er sich nicht unterkriegen lässt: kraftvoll mit allen süßen Noten, die man von einem Bourbon erwartet, sind es vor allem eine schöne leichte Rauchigkeit, pfeffrige Noten und dezent Trockenfrüchte, wie getrocknete Aprikosen und kandierte Orangenschalen, die sich wunderbar mit dem Campari und dem Vermouth ergänzen. Trotz der süßen Aromen ist dieser Bourbon im Finish geschmacklich relativ trocken, was verhindert, dass der Boulevardier zu süß gerät. Der Bulleit 95 Rye Whiskey hat dagegen ganz andere Qualitäten: weniger komplex, dafür sehr rund und würzig, rollt er den beiden anderen Protagonisten den roten Teppich aus. Und damit er das nicht allzu leise und verhuscht macht, nimmt man ein bisschen mehr! Der Boulevardier mit dem Michter’s Bourbon ist eher eine akzentuierte kantige Version, die mit dem Bulleit Rye die gefälligere und rundere Interpretation eines Bouevardiers.

Das Glas

Alle Zutaten werden nun zusammen auf Eis kaltgerührt und dann in ein Glas abgegossen. Aber in welches? Jetzt stehen wir wieder vor der Entscheidung, von welcher Seite wir uns dem Boulevardier nähern wollen: von der Negroni Seite, also in einem Tumbler mit Eis, oder von der Manhattan Seite, also in einem gekühlten Cocktailglas ohne Eis. Beides geht gut, ich persönlich bevorzuge das Cocktailglas, nicht nur, weil ich mich eh schon lange auf die Manhattan-Seite geschlagen habe, sondern weil mir die geschmackliche und olfaktorische Entwicklung, die ein so komplexer Drink nimmt, wenn er langsam wärmer wird, viel interessanter erscheint als ein Drink, der konstant kalt langsam vor sich hin verwässert. Das kleine Maß an Schmelzwasser, das alkoholreichere Cocktails brauchen, um ihre Aromen aufzuschließen, haben wir ja bereits mit dem Rühren erzeugt.

Aber ganz egal, für welches der beiden Gläser wir uns nun entschieden haben, den Abschluss bildet in beiden Versionen etwas absolut essentielles: Man presst zum Schluss das ätherische Öl einer knackigen sowie unbehandelten Orangenzeste über den Drink und streicht den Glasrand mit dieser Zeste ab bevor man sie in den Drink gibt. Diese frischen Orangennoten, die sich in Form von Ölschlieren sichtbar auf der Oberfläche des Boulevardiers bilden, sind für die Balance des Cocktails fundamental, weil sie ihm die nötige Frische verleihen. Eine fruchtige Zitrusfrische, welche die reife gedeckte Fruchtigkeit des Vermouths und des Camparis ausgleicht und ergänzt! That’s it! Cheers!

Boulevardier und Tabak

Aber warum schreibe ich jetzt eigentlich diesen ganzen abgefahrenen Sermon und mache mir über so ein Zeugs meine Gedanken? Das ist ja ein Pfeifenblog, oder? Eben! Drum! Denn jetzt schließen wir den Kreis und kehren wieder zu unserem Pfeifenraucherstammtisch vom Anfang des Artikels zurück: Dieser hier von mir vorgestellte Cocktail, der Boulevardier, ist in meinen Augen DER perfekte Cocktail zu einer Pfeife, vor allem, wenn sie mit englischen Mischungen gefüllt ist. Der Boulevardier ist süß, sodass er die Tabakaromen wundervoll zur Geltung kommen lässt und unterstützt, er ist kraftvoll wärmend obwohl er erfrischend kalt ist, er ist sehr fruchtig ohne die den Tabak störende Säure, er ist anregend bitter und hat genug feine Kanten um das Gegenteil von gefälliger Langeweile zu sein. Die Komplexität des Boulevardiers steht der Komplexität eines guten Tabaks nicht nach, diese Gefahr besteht eher anders herum, aber der Drink erschlägt den Tabak auch nicht, denn dazu ist er viel zu raffiniert. Gerade die Rauchigkeit von Latakia-Mischungen kann gut neben dem Boulevardier bestehen. Auch natursüsse Virginia- oder Virginia/Perique Tabake gehen sehr gut, allerdings fehlt der Reiz des Kontrastes, den der Latakia hier bietet. Die Kombination Boulevardier und Pfeife ist Genuss pur. Schlicht unanständig gut und das wollte ich euch nicht vorenthalten!

Falls jetzt noch jemand Lust hat, im „Barflies and Cocktails“ von 1927 zu blättern und sich anregen lassen möchte: der Link und da findet ihr auch die anfangs beschriebene Fotografie… und hier die passende Musik dazu, die im Filmclip schon kurz zu hören war! Viel Vergnügen bei der Zeitreise!

 




Samuel Gawith | Grousemoor

Grousemoor? Grousemoor? … Da war doch was? Genau! Damals vor fast 20 Jahren war bei diesem Lakelands-Testpaket, das mir meine erste Begegnung mit dem Ennerdale bescherte, auch ein Stück Grousemoor Plug dabei und wie beim Ennerdale auch mußte ich die Füllung Grousemoor Plug nach einigen Zügen entsetzt räumen. Ein Tabak, der für wen auch immer aber eindeutig nicht für mich gemacht wurde! Aber erstens ist das fast zwanzig Jahre her und zweitens ist Plug ja nicht gleich Mixture und drittens rauche ich den Ennerdale inzwischen hin und wieder ja auch sehr gerne. Also habe ich mir gedacht, ich probiere es nochmal mit dem Grousemoor.

GrousemoorWarum man den Grousemoor jetzt ausgerechnet nach der Moorhuhnjagd – die Flinte liegt auf dem Boden, die Hunde sitzen zufrieden daneben – rauchen soll? Keine Ahnung! Ginge es nach dem Geschmack, dann wäre der Grousemoor eher was für den Nachtisch eines anständigen Abendessens? Anstelle von süssem Gebäck? Aber ich bin ja auch kein Jäger!

„Grousemoor“, darunter „Golden Virginia Tobaccos“ steht auf der Vorderseite, „Eine Kombination aus per Hand entrippten Flue Cured Blättern“ auf der Rückseite. Von Aromatisierung steht da nichts! Irritierend! Schließlich kann ich mich noch all zu gut an die Bombe erinnern, die ich damals entsorgt hatte. Aber wie gesagt: Plug ist nicht gleich Mixture!

Öffnet man die Dose, dann hat man ein beeindruckend schönes Tabakbild von hellgelbem, goldenen Virginia-Blattgut vor Augen, das aber auch schon auf eine kleine Tücke hinweist, denn der Grousemoor ist nicht sehr homogen geschnitten: da wechseln sich feine Streifen mit gar nicht so kleinen Blattfetzen ab, was zwar optisch sehr attraktiv ist, für das Stopfen aber etwas Aufmerksamkeit bedeutet. Dann der Geruch. Leichte Zitrusnoten! Honig oder besser Bienenwachskerzen! Und dunkle Brotkruste! Dazu dezent florale Noten, wie wir sie von vielen der aromatisierten Lakeland-Virginias kennen. Das ganze allerdings mitnichten so intensiv, wie mir das vom Plug in Erinnerung ist.

GrousemoorEntzünden lässt sich die Füllung Grousemoor eigentlich recht problemlos, allerdings empfiehlt es sich wegen der Schnittart des Grousemoor auf Pfeifen zurückzugreifen, die nicht weniger als 20mm Brennkammerdurchmesser aufweisen. Das erleichtert das Rauchen ungemein. Mir geht es zumindest so. Dann der Geschack: Voluminös! Wundervoll süße Virginianoten, die sich immer behaupten können, und eine vollmundige Aromatisierung, die einem einerseits sehr vertraut vorkommt und die einen andererseits irritiert.

Das Vertraute sind die Zitrusnoten und der Honig, wie wir es ganz dezent von Orlik Golden Flake oder nicht ganz so dezent vom Huber Golden Flake (Ex Honeydew) her kennen, allerdings beim Grousemoor wesentlich intensiver als bei diesen beiden. Dazu gesellen sich nun florale Noten, die den Tabak leicht „seifig“ erscheinen lassen und sofort seine Herkunft und die damit verbundene Handschrift verraten. Gegen Ende der Füllung haben wir geschmacklich leichte Marzipannoten, womit der Grousemoor einen Blick zum Ennerdale riskiert. Im Vergleich zum Ennerdale fehlt es dem Grousemoor, was die Aromatisierung angeht, aber deutlich an Raffinesse! Der Grousemoor wirkt fast geradlinig und bei weitem nicht so geheimnisvoll. Hinsichtlich des Aromavolumens und des Crossovers, das der Grousemoor erzeugt, kann er sich aber schon mit dem Ennerdale messen: wir haben hier einen Hocharomaten in der Pfeife. Einen durchaus angenehmen! Der Grousemoor ist der ideale Tabak, wenn einem der Huber Golden Flake gefällt und man mal den Schritt zur englischen Aromatisierung wagen möchte!

GrousemoorDas Abbrandverhalten des Grousemoor ist tadellos, auch hält der Grousemoor sein Aroma kontinuierlich und zwar sowohl was die Aromatisierung angeht als auch was den Tabakgeschmack angeht, der immer präsent ist. Der Grousemoor ist zwar leichter als der Grousmoor Plug (der auch deutlich dunkler ist!), aber er ist kein leichter Tabak! Man kann ihn durchaus als Medium bezeichnen!

Einen Versuch ist der Tabak absolut wert!




Samuel Gawith | Skiff Mixture

Da sitzt er nun allein in seiner Jolle, der Segler. Noch nicht mal eine Pfeife raucht er. Klar, soll man ja auch nicht wegen des guten weil starken Windes und außerdem hat er ja genug damit zu tun, den anderen noch vor Windermere einzuholen. Vermutlich geht es also um die Pfeife danach? Und die ist englisch, keine Frage! An den Balkan denkt man da nicht, auch wenn sich der in Samuel Gawiths Skiff Mixture recht präsent zeigt.

Skiff MixtureGleich vorweg: die Skiff Mixture ist mein Lieblings-Latakiablend im Portfolio von Samuel Gawith! Und so war ich foh, dass es zum großen aber ungleich plumperen Bruder Squadron Leader schon ein Review gibt und mir hier die Skiff Mixture bleibt. Über den Squadron Leader etwas zu schreiben, heißt über einen kraftvollen Athleten zu schreiben, der mit seiner geradlinigen Art beeindruckt. Der ist eher ein Schwergewichtsboxer. Bei der Skiff Mixture begeben wir uns zum Florettfechten! Spitzentabake sind beide, gar keine Frage, Latakia haben beide satt und trotzdem könnte der stilistische Unterschied nicht größer sein!

Der Importeur Kohlhase&Kopp beschreibt den Tabak wie folgt: „Eine sogenannte Orient Mischung. Verschiedene Arten von Flue Cured geben dem Skiff die gelben und braunen Sprenkel. Gemischt mit Turkish- und Latakia-Tabaken.“

Skiff MixtureBetrachten wir das Tabakbild der Skiff Mixture, dann haben wir in der Tat eine satte Ribbon Cut Latakia Mischung mit wundervollen Kontrasten in den Virginias und Orientals. Nun sind Latakia, Virginia und Orientals ja auch die Kompenenten des Squadron Leaders und trotzdem kommt ein ganz anderer Tabak raus. Das liegt in erster Linie an den verwendeten Virginias, die der Skiff Mixture eine viel schlankere Basis geben als das beim Squadron Leader der Fall ist und die im Wechsel mit den Orientals und dem Latakia ein Feuerwerk an Raffinesse entfachen: Da kommen nicht nur in ewiggleicher Abfolge große rote beeindruckende Lichtbälle, da regnet es mal grüne Girlanden und zwischendurch glitzert es hell auf. Als ob eine Füllung Skiff Mixture einer geheimen Regie folgt – nie plakativ immer raffiniert! Die Virginias haben gerade genug Kraft und malzige Süsse um den Latakia mit seiner Rauchigkeit zu bändigen und die Orientals mit ihrer ätherischen Schlankeit verbinden das zu einer formidablen Vorstellung. Sie sind der eigentliche Regisseur des Ganzen! Und sie sorgen dafür, dass sich der Tabak während des Abbrands immer ein bisschen neu entwickelt und Spitzen freigibt.

Skiff MixtureEndzündet man eine Füllung Squadron Leader, dann weiß man vom ersten bis zum letzten Zug, was man hat. Und was man hat, ist ganz ohne Frage hervorragend! Aber das ist es dann auch. Eine Füllung Skiff Mixture zeigt alle Nuancen, die eine Balkan-Mischung haben kann und das immer mal so und dann wieder anders, von rauchig, süß, ätherisch, Malz, Kräuter, braun, grün bis schwarz. Sie ist das Gegenteil von geradliniger Konstante sondern ein sich während des Rauchens immer weiter entwickelndes Erlebnis. Für mich ist die Skiff Mixture einer der Referenztabake für Balkan-Mischungen schlechthin! Ob man sie nun als Allday-Tabak raucht und nur mal als Abwechslung, ich kann die Skiff Mixture nur jedem Latakia-Liebhaber ans Herz legen!

Das Entzünden und der Abbrand sind vollkommen problemlos. Der Tabak raucht sich gut bis zum Ende, ohne dass er zu stark würde oder sich geschmacklich zum Ende der Füllung hin auf irgendeine Seite schlagen würde. Von der Stärke her ist die Skiff Mixture höchstens mittelkräftig.

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Samuel Gawith | Navy Flake

„Fifteen men on the dead man’s chest — Yo-ho-ho, and a bottle of rum! Drink and the devil had done for the rest — Yo-ho-ho, and a bottle of rum!“ Das war mein erster Gedanke, als ich vor vielen Jahren diesen Flake zum ersten Mal gekauft habe. Virginia, Latakia und Rum! Als ich ihn dann geraucht habe, musste ich schnell feststellen, dass wir hier weder im „Admiral Benbow“ noch mit Long John Silver auf hoher See sind, sondern, wie der Name schon sagt, bei der Navy und da geht’s deutlich gesitteter zu als bei den Piraten. Der Navy Flake von Samuel Gawith ist weit weg von einer maßlos überbordenden Rauch- und Rum-Orgie, er ist so ausgeklügelt und fein balanciert, dass er auch in einen englischen Oberklasse-Club passen könnte. Und da durchaus auch zu einem angeregten Gespräch über die Schatzinsel, denn eine solche stellt der Tabak in meinen Augen dar.

Der Reihe nach! Der deutsche Importeur Kohlhase&Kopp charakterisiert den Tabak kurz, prägnant und treffend wie folgt: „Traditionell gepresste Virginia-Tabake mit einer Prise Latakia und köstlichem Rum, der dem Navy Flake einen mittelstarken aromatischen Geschmack verleiht.“ Im Prinzip hat der Navy Flake die gleiche Basis wie der Balkan Flake von Samuel Gawith, nur dass der Latakia Anteil deutlich reduziert ist, was logischerweise zur Folge hat, dass den Virginias hier viel mehr Platz eingeräumt wird. Dass Samuel Gawith „Virginia“ ausnehmend gut kann, bedarf eigentlich keiner Erwähnung, es ist fast schon ein Garant für die hohe Qualität eines S.Gawith Blends! Im Fall des Navy Flakes ist das aber besonders, weil hier mit Rum aromatisiert wurde, was den Virginias eine sehr dezente Fruchtigkeit im Sinne eingelegter Rosinen verleiht. Bei diesem Satz müsste man jetzt „sehr dezente“ in Majuskeln schreiben!

Das Tabakbild des Samuel Gawith Navy Flakes ist erstmal unspektakulär: es sind dunkelbraune Flakescheiben mit ein paar fast schwarzen und hellbraunen Spitzen, eher von der etwas dickeren Sorte und diese sind auch nicht ganz so biegsam und elastisch wie etwa die Scheiben des Best Brown Flakes oder des Full Virigina Flakes, was vielleicht auch dem Latakia geschuldet ist, dessen Anteil bei geschätzt 10-15% liegen dürfte.

Das Stopfen der Pfeife ist hier eine Kombination zwischen Falten und Zerbröckeln der Flakescheiben. Man muss ein bisschen aufpassen und darauf achten, dass man den Tabak gleichmäßig in die Brennkammer einfüllt. Das ist nicht ganz so einfach wie bei homogeneren Flakescheiben, stellt aber letztlich auch kein Problem dar. Aufpassen sollte man auch hinsichtlich der Feuchtigkeit des Tabaks, denn er ist relativ feucht in der frisch geöffneten Dose, was vor allem das Entzünden nicht ganz einfach gestalten kann. Ein bis zwei Stunden trocknen lassen vor dem Stopfen ist hier hilfreich! Das Entzünden das Tabaks erfordert schon mal drei bis vier Anläufe bis der Tabak gleichmäßig glimmt, aber dann lässt er sich gleichmäßig langsam und kühl rauchen. Man braucht also ein bisschen Aufmerksamkeit und Erfahrung beim Stopfen, aber dann glimmt der Navy Flake sehr gutmütig und vor allem sehr langsam vor sich hin. So kann man eine Füllung Navy Flake durchaus als sehr ergiebig bezeichnen.

In Geschmack offeriert uns der Navy Flake einen breiten Teppich eher schwerer süßer Virignianoten, die zwischen Malzsüsse, Erdigkeit und feuchtem Unterholz wechseln und von einer dezenten Rauchigkeit durch den Latakia begleitet werden. Um den Navy Flake zu mögen, muss man nicht unbedingt ein einfleischter Latakia-Raucher sein, aber man sollte Latakia auch nicht verabscheuen. Er ist deutlich spürbar aber nicht dominant, das sind hier die Virginias! Das Rumcasing dagegen verleiht nur einen Hauch von Rum-Rosinen-Fruchtigkeit, das geschmacklich wunderbar ergänzt, aber wirklich im letzten Winkel des Navy Flakes angesiedelt ist und alles Alkoholische weglässt. Der Navy Flake ist geschmacklich ein ausnehmend voller Tabak, aber hinsichtlich seines Nikotingehaltes leichter als man denkt: „Medium“ trifft hier am ehesten zu! Die Geschmackskomponenten halten sich über die ganze Füllung konstant, nur die Latakia-Rauchigkeit nimmt im letzten Drittel der Füllung etwas zu ohne den Tabak aber zu dominieren. Für mich persönlich ist der Samuel Gawith Navy Flake kein Alltagstabak, aber ich rauche ihn zwischendurch immer sehr gerne. Absolut eine Empfehlung wert!


 

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Paul Olsen | MY OWN BLEND 800 Ø

Es gibt so Tabake, die hat man mal vor vielen Jahren geraucht, fand sie ganz gut, ohne dass sie einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen hatten, und dann begegnen sie einem etliche Jahre später und man ist plötzlich sehr angetan und fragt sich, wieso man nicht schon viel früher gemerkt hat, dass es sich bei dem einen oder anderen um regelrechte Juwelen handelt. Ein solcher Tabak ist für mich der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø von STG. Ein Juwel ganz ohne Zweifel und ich hätte es vermutlich noch nicht einmal gemerkt, wenn es nicht hier schon ein Review zu dem Tabak gegeben hätte und mir nicht vom Autor dieses Reviews vor einem knappen Jahr eine Dose des Paul Olsen My Own Blend 800 Ø geschenkt worden wäre. Seitdem rauche ich ihn immer mal wieder und freue mich jedesmal.

Paul Olsen My Own Blend 800 ØDer Paul Olsen My Own Blend 800 Ø hätte durchaus da Zeug dazu, einer meiner Standardtabake zu sein, wäre er in Deutschland erhältlich. Es gibt ihn aber nur in Dänemark. Schade eigentlich. Wie es überhaupt in der Paul Olsen Reihe, seien es die Standard Blends wie die Individuel Blends (zu der der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø gehört), einige Tabake gibt, die wunderschön sind. Die älteren werden sich noch an den Dannebrog oder den Kong Frederick erinnern, die auch hierzulande erhältlich waren.

Paul Olsen My Own Blend 800 ØDer Paul Olsen My Own Blend 800 Ø ist im weitesten Sinn eine englische, satt latakialastige Mischung auf Virginiabasis mit Black Cavendish, Kentucky und Perique. Der Tabak ist hervorragend ausbalanciert und stilistisch etwas besonderes, denn er ist mit seinen ausgeprägten Primäraromen fast ätherisch modern, während er aber auf der anderen Seite ein großes Fenster zu den „schweren“ englischen Klassikern wie Simmons Down The Road, Balkan Sobranie Smoking Mixture oder Dunhills 965 mit ihrer maskulinen Erdigkeit offen lässt. Diesen erdigen Stil, den man heute fast nur noch beim Squadron Leader von S.Gawith findet, paart der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø mit Raffinesse und einer Spur Leichtigkeit, eine Stilistik, die dem Squadron Leader vollkommen fehlt. Mir geht’s hier aber nur um den stilistischen Vergleich, geschmacklich unterscheiden sich die Tabake alle sehr voneinander!

Paul Olsen My Own Blend 800 ØDer Paul Olsen My Own Blend 800 Ø ist ein klassischer Ribbon Cut, der in perfekter Konditionierung aus der 100g Malerdose daherkommt und sich erwartungsgemäß vollkommen problemlos stopfen, entzünden und rauchen lässt. Problemlos bis zum Ende der Füllung, wobei der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø ein Tabak ist, der sich „entwickelt“ beim Rauchen: Er beginnt mild, unglaublich weich und samtig. Der Latakia sorgt für die Rauchigkeit, weich eingebettet in die perfekte Balance von Virginia, Black Cavendish und Kentucky(?). Wie in einem dicken behaglichen Federbett. Erst so ab der Hälfte der Füllung verändern sich die Verhältnisse und der Geschmack wird nicht nur deutlich voller, er wird jetzt auch erdiger und kantiger. Die weiche Cremigkeit ist weg, dabei blitzt nun ganz leicht die schokoladige Trockenfrüchtenote des Periques durch und sorgt wieder für eine schöne Balance im Kontrast zur rauchigen Erdigkeit. Langweilig wird einem mit dem Paul Olsen My Own Blend 800 Ø nie!

Paul Olsen My Own Blend 800 ØWas ganz interessant ist, das ist die Tatsache, dass der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø von der Grundkonstruktion her – sieht man mal vom Perique ab – dem HU Fayyum nicht ganz unähnlich ist, nur dass die Komponenten anders gewichtet sind: Der Latakiaanteil des Fayyums ist etwas höher und die Virginias sind kraftvoller. Trotz seiner Erdigkeit wirkt der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø im Vergleich zum Fayyum ein bisschen wie die kleine Schwester, die aber nicht weniger attraktiv ist! Vielleicht ist der Paul Olsen My Own Blend 800 Ø nicht ganz so imposant wie der Fayyum oder gar der Fayyum Cake, aber auf eine andere Art genauso tiefgründig. Auf jeden Fall handelt es sich, wie es auf den Papierscheibchen in den aktuellen Dosen so schön heißt, um „fineste kvalitet“. Fazit: Sehr zu empfehlen!

 




Eine Pfeife von: Castello

Es gibt so Pfeifen, die sind schon auf den allerersten Blick so schräg und seltsam, dass man sich sofort denkt „um Gottes Willen, was ist denn da passiert?“ Solche Pfeifen finden sich im Oeuvre bekannter Pfeifenmacher als auch in der Welt der Serienproduktion mit ihren meist kanonischeren Formen. Gerade dort fallen sie besonders auf, weil dem Betrachter das Abweichen von klar ersichtlichen formalen Normen eher ins Auge sticht als bei Freeforms, die tendenziell individuelleren wie freieren Gestaltungsprinzipien unterworfen sind. Da braucht es dann schon manchmal etwas mehr Expertise, um zu erkennen „dass da was passiert ist“.

Die Pfeife, die ich hier vorstellen möchte, stammt von Castello, der Pfeifenmanufaktur aus dem oberitalienischen Cantù, deren Pfeifen ebenso berühmt wie kultig sind: berühmt für ihre extrem klaren, strengen und vor allem kraftvollen klassischen Formen wie für ihre wundervollen Straight Grains meist unter Variierung des Dublin-Shapes. Nur wenige Marken weltweit sind so stilbildend gewesen wie Castello mit seinem typischen „Castello-Stil“: italienischer Pfeifenadel mit klassischem und durchaus auch exklusivem Understatement – hier nur zu vergleichen mit und übertroffen von Dunhill.

Und dann sowas hier! Auf den ersten Blick ist für jeden ersichtlich, dass diese seltsame Pfeife eigentlich etwas anderes hätte werden sollen, nämlich eine ganz klassisch strenge Halfbent-Rhodesian mit einem Sattelmundstück, ein absoluter Formklassiker und wäre sie das geworden, was sie hätte werden sollen, dann hätte ich sie hier nicht vorgestellt.

Ganz offensichtlich ist hier während des Erstellens des Kopfes etwas schiefgegangen. Was das war, ist im Nachhinein schwer zu eruieren. Denkbar wäre etwa ein großer Defekt im Holz, der nicht sofort sichtbar war und den man nicht mehr unter der „Sea Rock“- Rustizierung oder „Old Antiquari“- Sandstrahlung verbergen wollte. Ich würde eher vermuten, dass der Pfeifenmacher beim Ausschleifen des Holm/Kopf-Überganges aus Versehen mit der Schleifscheibe an die gedrehte Kopfkante gekommen ist und so das klassische Shape unwiederbringlich ruiniert hat, indem er dem perfekten Kreis der Kante eine zu deutliche Einbuchtung verpasst hat, die sich selbst durch eine Rustizierung des Kopfes nicht hätte kaschieren lassen.

Die Frage, „was hier passiert ist“, ist aber gar nicht die entscheidende! Die entscheidende Frage ist, was dann daraus gemacht wurde: der Pfeifenmacher hat den Kopf nicht weggeworfen, sondern er hat aus der Einbuchtung kurzerhand ein neues Gestaltungsprinzip gemacht und zwar eines, das nicht in erster Linie ästhetischen Regeln folgt. Für all diese Einbuchtungen finden sich funktionale Gründe, was man sofort bemerkt, wenn man die Pfeife in die Hand nimmt und in der Hand hält und zwar ganz gleich ob in der rechten oder linken Hand: überall da, wo man seinen Daumen oder Zeigefinger auch plaziert, da ist eine Einbuchtung und zwar genau in der (zumindest für die Größe meiner Hand bzw. meiner Finger) passenden Form.

Der Pfeifenmacher bei Castello, der diese vogelwilde Rhodesianvariante gemacht hat, der hat dieses elend harte Bruyère-Holz so geformt als hätte er eine Kugel Knetmasse in der Hand gehabt und leicht zugedrückt: das Ergebnis ist eine perfekte Ergonomie und eine mustergültige Umsetzung des alten „Form Follows Function“. Die neue Form ist keine technische Form mehr, wie es die sauber gedrehte Rhodesian gewesen wäre, diese neue Form ist eine organische Form geworden, die sich der menschlichen Hand an dient. Und das ist nicht wenig!

Man mag die ästhetische Erscheinung dieser Pfeife jetzt so spannend finden wie ein (selbstverständlich) maßgearbeitetes Zahnimplantat, aber ich wusste in dem Moment, in dem ich diese Castello zum ersten Mal in meiner Hand hatte, dass sie eine meiner Lieblingspfeifen sein wird. Und ganz offensichtlich hatte ihr Vorbesitzer ein ähnlich inniges Verhältnis zu ihr, denn die Pfeife war nicht nur oft (und Gottseidank gut und englisch) geraucht worden, sie war auch viel in der Hand des Vorbesitzers, was man an der abgegriffenen Sandstrahlung der „Old Antiquari“-Castello gut sehen kann. Wabisabi pur! Und sie gefällt mir auch, denn sonst hätte ich sie mir gar nicht erst näher angesehen und sie in die Hand genommen. Gar nicht auszudenken, was ich verpasst hätte… Die Größenrelation wäre etwa eine Dunhill Group 3, also auch gerade meine bevorzugte Größe. Eigentlich schade, dass es so viele klassische Rhodesian Halfbents gibt und so wenige wie die meine. Vielleicht auch nur diese eine, wer weiß?




Robert McConnell Heritage | Regent Street | ehemals Majesty Elizabeth

Majesty Elizabeth – Ein guter Freund von mir erzählt hin und wieder die Geschichte von einem freiherrlichen Bekannten, irgendeines Baron Schlagmichtot, der in geselliger, überwiegend aristokratischer Runde von seinem Urlaub berichtete und diesen Bericht mit dem gewichtigen Satz abschloss: „Und dann haben wir noch die Tante Lizzy besucht“. Auf die fragenden Blicke seiner Zuhörerschaft erklärte er im vollendetsten Graf-Bobby-Tonfall: „Na – England!“ Unweigerlich musste ich an diese Geschichte denken, als ich meine neue Dose Robert McConnell Majesty Elizabeth aufgemacht und mir dabei vorgestellt habe, wie man in einem Gewerbegebiet zwischen Pinneberg und Hamburg ersonnen haben mag, der englischen Monarchin ein Denkmal zu setzen, das keinem anderen Zweck dient, als sich in Asche aufzulösen. Das aber immerhin mit sehr großem Genuss! Und das ist ja schließlich die Hauptsache! Seit März 2019 wird dieser Tabak unter dem Namen Regent Street vermarktet!

Aus Dunhills Elizabethan Mixture, Hommage an ein ganzes Zeitalter, versinnbildlicht auf der Dose mit Butzenfenster, Tonpfeife, einem Buch und dem Modell einer englische Galeone, das alles auf einer Seekarte, den Bogen schlagend von Shakespeare zu Francis Drake, wurde durch die Neuauflage Robert McConnells Majesty Elizabeth. Welche Elizabeth ist egal. Hauptsache der Wiedererkennungswert stimmt! Und der stimmt nicht nur beim Namen, er stimmt auch beim Tabak!

Das Tabakbild von McConnells Majesty Elizabeth ist optisch nicht von der STG Version der Elizabethan Mixture zu unterscheiden, lediglich die Vorgängerversion von Murrays war etwas dunkler. Auch im Geruch aus der geöffneten Dose sind keinerlei Veränderungen zu bemerken. Die Veränderungen, die hier vorgenommen worden sind, sind so subtil, dass sie einem nicht auffallen.

Das einzige, was mir aufgefallen ist: für meinen Geschmack ist der Tabak der neuen McConnell Majesty Elizabeth ein wenig zu feucht. Nicht, dass man den Tabak so nicht rauchen könnte. Das kann man sehr gut. Aber wenn man ihn ein wenig abtrocknen lässt, entwickelt der Majesty Elizabeth etwas intensivere Geschmacksnoten. Alles in allem aber kein Problem. Mir ist das nur aufgefallen, denn im Gegensatz zur Majesty Elizabeth waren die anderen beiden von mir bislang probierten neuen McConnell Versionen der ehemaligen Dunhill Tabake, der Durbar Square und der My Mixture Barking Road, eher auf der trockeneren Seite, was mir persönlich lieber ist.

Das Abbrandverhalten ist trotz der höheren Feuchtigkeit absolut tadellos und somit eine der Stärken der alten Dunhill Elizabethan Mixture in die neue Version perfekt übersetzt! Geschmackliche Unterschiede kann ich keine nennenswerten feststellen, weshalb ich auch hier auf mein Review zur Elizabethan Mixture verweisen darf. Ich könnte nichts neues dazu schreiben. Dort finden sich auch Fotos vom Tabakbild der STG und der Murrays Version zum Vergleich, wenn man ihn denn bräuchte.

Zusammenfassend kann man konstatieren, dass diese Neuauflage für die Raucher ein großer Gewinn ist und die Unterschiede bei den von mir bislang gerauchten Mixtures entweder kaum wahrnehmbar sind oder sich in einem recht übersichtlichen Maß bewegen – im Gegensatz zum Robert McConnell Eclipse oder gegebenfalls zum Robert McConnell Flake, also den Press-Tabak Versionen. Wenn man bedenkt, dass die Wechsel von Dunhill zu Murrays und von Murrays zu STG jeweils wesentlich gravierender ausfielen, dann kann man froh sein, wieviel hier bewahrt wurde! Auch, wenn der eine Traditonsmarkenname durch einen anderen Traditonsmarkennamen ersetzt werden musste.