Peterson | Special Reserve 2018 – Curly Cut

Die Welt der Tabakhersteller, Marketingspezialisten und der Strategieanalysten großer Multi-Lifestyle Konzerne dreht sich derzeit monatlich einmal um die eigene Achse. Während Dunhill und McClelland Tabake verschwinden sollen, Germains auf der wundervollen Kanalinsel Jersey die Esoterica Tabake nur noch als virtuelle Chimäre führen (obwohl sie stante pede stur Gegenteiliges behaupten), läßt sich Peterson anscheinend nicht beirren. Und bringt als limitierten Jahrestabak einen außergewöhnlichen Curly Cut, der seine Herkunft nicht verleugnen kann. Dazu später.

Eines vorweg: die 100g Blechdose kommt im Schlafrock daher, was für ein Glück. Entfernt man die Pappschachtel, erscheint eine Tabaksdose, wie sie sich der Tobacco-Gourmet wünscht: Racing Green, als käme sie direkt von der grünen Insel. Schweigen wir darüber, bevor irgendein ÖDPler oder gar ein aufgewachter Eurobürokrat das kritisch betrachtet.


 
Der Tabak ist nicht luftdicht verschlossen, der Deckel läßt sich ohne Werkzeuge wie Laguioles, Opinels, Münzen oder sonstiges Instrumentarium öffnen. Sodann bietet sich ein besonderer optischer Augenschmaus, der Liebhaber von Escudo, Navy Rolls, Bulls Eye Flake und Stockton in vernehmliches Durchatmen bringt. Es ist das schönste Tabakbild, das mir in letzter Zeit untergekommen ist. Und die Curlies scheinen von Hand mit großer Sorgfalt in die Dose gefühlt worden zu sein.



Der Tabak besteht aus gerollten und dann in dünne Scheiben (Curlies) geschnittenen goldenen Virginias und Kentucky. Anders als der optisch sehr ähnliche Stockton liegt ein Hauch von Vanillearoma über den Rolls. Ich habe in den überall von Händlern verwendeten Standardtexten – wohl die des Herstellers oder Importeurs – den Begriff „Luxustabak“ gelesen. Was für ein Blödsinn, wobei ich nicht einmal weiß, was denn ein solcher wäre. Das würde ich allenfalls für meinen geheimen Bestand an Balkan Sobranie 759 oder altem Cope´s Escudo gelten lassen. Ich vermute, daß die Attribute „handgerollt“ und Preis vielleicht dazu geführt haben. Gehen wir darüber hinweg.

Der Geruch aus der geöffneten Dose ist sehr verführerisch, einfach köstlich. Nur habe ich aber mit aromatisierten Tabaken aller Couleur ein Problem, denn ich rauche auf der naturreinen Schiene. Doch hier ist es anders. Das leichte Aroma ist überhaupt nicht störend, im Gegenteil. Ich beruhige mich ob dieses persönlichen Sakrilegs, schließlich trinke ich ja auch Süßweine zur Vorspeise oder zum Dessert. Und dieser Peterson macht es mir wirklich leicht.

Um stilgerecht zu bleiben, befülle ich eine schwarze Peterson Spigot 999 und zwar so, wie ich es immer mache: mit der umstrittenen Knick&Falt Methode, mit der blutige Anfänger, Geduldlose oder Schnellraucher nicht klar kommen. Erst im oberen Drittel der Rauchkammer drösele ich eineinhalb Curliess auf, um einen leichten und vollständigen Anbrand zu erreichen.


 
Der Curly entwickelt sofort ein mittleres Aroma, eigentlich schmeckt mehr der Virginia durch als das Aroma, der Kentucky bringt die geschmackliche Tiefe. Entscheidend für die gleichbleibende Geschmacksentfaltung, die diesen Tabak trägt, ist wie immer ein besonders langsames Rauchen. Die fast unmerkliche geschmackliche Süße des hervorragend glimmenden Tabaks läßt kaum das typische Virginia-Heu schmecken und deutet auf einen Blender, der sein Kunstwerk versteht.

 

Vielleicht führt eine solche Fertigkeit des Tobacconisten und ebensolche erstklassigen Kompeneten, dazu die Erfahrung eines gestandenen Tabak-Gourmets und Rauchers zu dem Gedanken, man habe doch gerade einiges an Luxus genossen. Zweifelsohne locker die 23 € /100g wert.

Resumee: dieser aromatisierte Curly Cut ist eine Sünde wert, immer wieder. Ein köstlicher Tabak mit eigenem Charakter, der auch zum Ende einer Pfeife hin nie bissig oder trocken wird. Für Freunde des „gemäßigten“ Virginias ein Muß.

Als Jahrestabak ist er limitiert, was wohl nicht die Menge, sondern die Verfügbarkeitsdauer betrifft. Die Dose ist nicht luftdicht, wie bereits erwähnt. Wer also eine gewisse Menge lagern will (sehr empfohlen), der sollte in Schraubdeckelgläser umfüllen und die leere Dose entweder ins Regal stellen oder Büroklammern darin aufbewahren.

Übrigens: wer gerne mal einen sonntäglichen Virginia-Nachmittag zelebrieren möchte, dem empfehle ich mit dem Huber Honeydew Flake (jetzt Virginia Golden Flake) und einem LBV Portwein zu beginnen, gefolgt vom Peterson Special Reserve 2018 und abgeschlossen mit einem Dunhill Flake oder Orlik Golden Sliced und dem einen oder anderen Single Malt, bloß keinen Bourbon oder ein anderes US-amerikanisches Getränk.

 




Bell`s Three Nuns | Vintage von 1920

1894 entwickelten J & F Bell in Glasgow den Curly Cut Three Nuns, der – wenn auch mit sehr wechselhafter Geschichte – bis heute erhältlich ist und zu den Tabaken wie Escudo und den Dunhills gehört, die stets kontrovers besprochen werden. Es gibt ungebrochene Enthusiasten und den Gegenpart, für den die drei Nonnen schlichtweg ungeniessbar sind. Wie immer, wenn Emotionen und die eigene Geschichte des Pfeifenrauchers ins Spiel kommen, ist alles richtig und doch vieles unsinning oder schlichtweg zu persönlich. Aus diesem Grunde, und weil ich nicht glaube, dass ich mit meinem Alter noch weitere 40 Jahre Tabakgenuß vor mir habe, öffne ich von Zeit zu Zeit einige Pretiosen aus meiner Vintage Tabak Sammlung, um Vergleiche zu den heutigen Versionen zu ermöglichen. Nach dem Ogdens St.Bruno Flake von 1940 [click] wurde in der Münchner Runde ein Three Nuns von 1920 geöffnet.

Ein wenig Tabakgeschichte vorweg. J & F Bell`s haben den Three Nuns lediglich 10 Jahre lang in Glasgow gefertigt. Das wird diejenigen verwirren, die heute noch behaupten, das die Bell`s Version um vieles besser sei als der seit etwa 1991 in Lizenz (von Imperial) durch Orlik produzierte. Denn die ebenfalls in Glasgow ansässige Mitchell & Sons Tobacco Company hatte 1904 Bell`s erworben. Damit gelangten u.a. die Three Nuns zur Imperial Tobacco (Great Britain & Eire) Company, zu deren Gründern auch Mitchell gehörte und wurden bis 1980 -dem Jahr der Schliessung der Mitchell Fabrik in Glasgow, von Mitchell hergestellt. Von da ab ist der Fortgang bei den Three Nuns für einige Jahre nebulös, vermutlich hat die Imperial Tochter Ogden in Liverpool die 3 Nonnen produziert, bis sich schließlich Orlik 1991 ihrer annahm. Das hat den Three Nuns nur gut getan, den Orlik mit seinem gewaltigen Tabaklager der besten Provenienzen ist in der Lage, eine solch gleichbleibende Qualität zu schaffen. Zwischenzeitlich wurde ein weiteres Nonnen-Kapitel geöffnet: der Tabak wird nicht mehr von Orlik, sondern von MacBaren hergestellt und hat nun aber auch jede Ähnlichkeit mit den Vorgängern verloren.

Nebenbei bemerkt: wer noch den Three Nuns von Mitchell oder gar von Bell geschmacklich in Erinnerung hält, um das Gegenteil zu behaupten, möge sich bitte jetzt und hier melden oder für immer schweigen. Biologisch jedenfalls wär er eine größere Sensation als der Tabak selbst.

Vermutlich stammt der Three Nuns von 1920 (lt. den Unterlagen des Vorbesitzers, von dem ich 5 Dosen 1971 gekauft habe) und wurde somit von Mitchell innerhalb der Imperial Tobacco Company in Glasgow hergestellt. Die Dose ist verlötet, das ist nicht die originale Verschlußmethode. Wie ich aber erfahren konnte, wurde das vor allem vor dem 2. Weltkrieg häufig gemacht. Ein alter Konservendosenöffner (Wickelöffner) wird benötigt. Die Überraschung ist groß: der Tabak ist nach 90 Jahren in perfekter Kondition, kein bißchen trocken, nicht krümelig – schlichtweg perfekt. Das Tabakbild ist etwas gräulich, gibt aber keineswegs den tatsächlichen Zustand wieder.

 

Eine straight grain- Il Ceppo mit Silberrand und mittlerem Füllvermögen wird herangezogen.Ich verzichte diesmal auf die probate Knick/Falt-Methode und schichte die kleinen Curlies flach in die Rauchkammer, 5 Scheiben. Obenauf zerkrümmele ich ein weitere Scheibe, zum besseren Anbrand.

Es sei mir nachgesehen: ein Glas Yelh Vinho Port, mit 35 Jahren nicht einmal halb so alt wie der Three Nuns, muß mich einstimmen. In vor-Orlik Zeiten bestand der Three Nuns aus Virginia und Perique, was heute wohl nicht mehr der Fall ist.


Und das ist der wesentliche Unterschied zur modernen Version. Der Tabak glimmt sofort, vom Start weg eine Virginia Bombe, sehr nikotinhaltig und zum jüngeren Bruder überhaupt nicht strohig oder kratzig. Der Hauptgeschmack ist natürsüßer, trockener, uralt-gereifter Virgina, das wird vom Perique noch intensiviert. Man muß sich Zeit nehmen, muß den Tabak verinnerlichen. Natürlich – mit dem Wissen über Herkunft und Alter schwurbelt sich so manch Krauses in die Gedankenwelt, was womöglich andere nicht nachvollziehen können. Das behalte ich jetzt auch mal für mich und überlasse es der Münchner Runde, diesen Faden weiter zu spinnen.


Nach gut 2 Stunden, in denen der Tabak keine Spitzen brachte, sondern sich unverändert als weicher, satter Virgina mit wundervoller Süße zeigt, gebe ich auf. Mein Magen wünscht eine Pause (ich nenne es das Erinmore Flake Syndrom), der Port muß wieder her, zum kompensieren.

Ein Fazit erspare ich mir: es kann überhaupt nicht objektiv sein, wenn man eine Vintage- oder Antik Affinität hat. Der Tabak kam mir überirdisch vor, gleichsam wie mein Cope`s Escudo, der real aber dem heute perfekten Orlik-Escudo in der gebackenen Version zumindest nicht über ist. Es war eine tolle Erfahrung, aber da ich viele alte oder gut „ge-agete“ Tabake besitze, auch keine unikate.

Aber ein Vergleichsrauch mußte heute dann doch noch erfolgen. Dazu wählte ich einen Three Nuns von 1999 aus, mit einer DM/€ Preisauszeichnung. (Das war vorgeschrieben, als der € 1999 als Buchgeld eingeführt wurde). Auch dieser Tabak ist perfekt konditioniert, ja sogar etwas feucht. Ein wesentlich helleres Tabaksbild zeigt sich. Mit gleicher Methode, aber in eine kleine Jörgen Larsen gefüllt, habe ich etwas Mühe, den Anbrand hinzubringen. Nach zwei, drei Versuchen ist endlich eine gleichmäßig glimmende Oberfläche da. Voller, sehr trockener Virginiageschmack, nur eine leichte Süße, ein ganz anderer Genuß wie der 1920er. Fehlt der Perique, unabhängig von den Auswirkungen des Altersunterschiedes?

Three Nuns 1920 (Imperial) und 1999 (Orlik)

Obwohl ich sehr, sehr behutsam und langsam rauche, stellt sich nach einer halben Stunde ein vordringliches Kratzen ein und die virginiatypische Heu-Note wird mir zu trocken. Das Erinmore-Syndrom kündigt sich an. Ich gebe auf, räume nach Zweidritteln den Pfeifenkopf aus. Scheinbar hat die 11-jährige Ruhephase dem Orlik-Three Nuns keine Verbesserung gebracht. Im Gesamten fehlt mir bei den Nonnen die Komposition, mir sind sie zu „einfarbig“. Da ziehe ich den Escudo, einen MacBaren Stockton oder Dunhill Flake um einiges vor.

Im Vergleich, was Wunder, ist der Three Nuns von 1920 ein geschmacklich farbenfroherer Tabak, der in Verbindung mit dem Periqueanteil überzeugt. Da die Vintageversion nicht jedem zugänglich ist, bleibt der heutige Three Nuns wohl nur den Enthusiasten vorbehalten.




Capstan | eine sehr aktuelle Flake Legende

Bevor ich in den frühen 1970ern zum erstenmal Kenntnisse  über den Capstan Navy Cut erhielt, hatte ich mich schon einige wenige Jahre zuvor mit dem Capstan-Antrieb von Magnettonbändern auseinandergesetzt. Bei Sony gab es sogar einen Doppel-Capstanantrieb. Aber das ist eine andere Geschichte, wenn auch meine alten Studer und Revox oder die Sony 755A ab und zu noch einmal angeworfen werden. Dank Capstan kein Jaulen und Wimmern, keine Tonhöhenschwankungen. Eine andere Situation finden wir heute allerdings beim Capstan Navy Cut Blue, wenn man zahlreichen Wortmeldungen von echten oder selbstgefühlten Tabakkennern glauben mag

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Capstan Navy Cut war immer da, vermutlich hat Eva auch keinen Apfel gepflückt, sondern ihrem Adam einen Capstan verabreicht. Und der wird wohl damals ähnlich bewußtseinserweiternd gewesen sein, wie der angebliche Apfel, der zu diversen Erkenntnissen bei den beiden geführt haben soll. Erstmal feststellbar ist er so um 1893-1895 und der Hersteller waren  W.D. & H.O.Wills. Die hatten schon seit ungefähr 1790 eine Vorgeschichte, diverse Beteiligte, Umfirmierungen, bis dann endlich 1830, also gut 65 Jahre bevor sie den Capstan schufen, die Firma entstammt, die dann diesen Tabak „erfunden“ hat.

Da sehr viele halbgare Informationen in Foren und Blogs unterwegs sind, habe ich mir das Buch W.D. & H.O. Wills and the development of the UK tobacco Industry: 1786-1965 (Economic History) zugelegt, eine wissenschaftliche Auftragsarbeit, die das Unternehmen in Auftrag gegeben hat. Eine schöne, sehr persönliche Website ist auch diese hier, die allerdings das Thema Pfeifentabak völlig außer acht läßt. Wenn Sie weitergehende Informationen benötigen und Ihnen die folgenden nicht ausreichen sind, so fragen Sie mich einfach. Ich kann Ihnen aber versichern, der Tabak und seine beschriebenen Eigenschaften werden sich dadurch nicht ändern.

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1)WD&HO Wills · 2) Orlik · 3) MacBaren

Um die Wende des 19. Jahrhunderts befanden sich die britischen Tabakmanufakturen in einem harten Wettbewerb mit der American Tobacco Company. Um dem zu begegnenen, schlossen sich W.D. & H.O. Wills, John Player & Sons und ein Dutzend weiterer Hersteller zur Imperial Tobacco Company (of Great Britain & Ireland) zusammen, die lange als Imperial Tobacco Limited bestand und seit 2016 Imperial Brands Plc heißt, allerdings nur noch Zigaretten herstellt.

Auch Ogdens, der Hersteller der berühmten Flakes Gold Block (1902) und St.Bruno Flake (1896) aus Liverpool, schlupfte unter die Decke von Imperial, wurde allerdings im Jahre 19xx vollständig aufgegeben. Im ehemals imposanten Büro- und Fabrikgebäude werden zukünftig luxuriöse Appartments zu erwerben sein. Ein ähnliches Schicksal erfuhr 1904 der Three Nuns, der nicht mehr von J&F Bell in Glasgow, sondern von der  Mitchell & Sons Tobacco Company (geschlossen 1980) hergestellt wurde, die ebenfalls zu Imperial gehörte. Nach deren Schließung  wurden die Nonnen dann von Odgens hergestellt, bis auch diese Fabrik geschlossen wurden. Erst 1991 finden wir den Three Nuns wieder, bei Orlik. Als dann die Will`s Factory geschlossen wurde, traf es auch den Capstan: Imperial hat die Produktion an Orlik lizenziert, der wurde dann ebenfalls ab 1991 in Assens/ Dänemark hergestellt. 2012 hat MacBaren den Three Nuns und den Capstan nach Imperial Lizenz hergestellt und dabei die STG Rezeptur übernommen. 2015 erwarb MacBaren schliesslich die Namensrechte an allen Imperial Brands, so daß die Dänen nun die Eigentümer der Brands sind.

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Das Hauptgebäude von WD & HO Wills in den 1930er Jahren, imposant und der Bedeutung der Tabakindustrie entsprechend
copyright by Messrs. Mardon, Son & Hall.

Soweit zur Geschichte des Capstans, an vielen Stellen im Web nachzulesen. Da ich im Besitz von Capstan Navy Cut Blue aus drei unterschiedlichen Produktionen bin, bietet sich ein Vergleichsrauch an. Immer mit dem Gedanken, dass so etwas eigentlich obsolet ist, wenn lediglich noch der aktuelle, von MacBaren gefertigte Tabak erhältlich ist. Wem nutzt es, wenn mir der Orlik Capstan um Längen besser als selbst der noch in Bristol von Wills hergestellte bekommt? Dessen Zustand ist zwar gut, aber vermutlich ist sein Geschmack durch das Alter nicht mehr der originäre. Aber auch der neuzeitliche MacBaren Capstan bleibt -um einiges realistischer, da zeitnäher – hinter dem Orlik zurück. Orlik soll übrigens die technische Ausrüstung von Wills übernommen haben, das ist aber nicht belegbar. Und ob die dann zu MacBaren wanderte, ist unwahrscheinlich. Denn MacBaren ist bestens und sehr modern ausgestattet.

capstan001-1000Der Capstan ist ein Virginia Flake, der aus verschiedenen flue-cured Virginias besteht, die bis zu 3 Monate gepresst und so fermentiert werden. Orlik und jetzt MacBaren verwenden ein dezentes top flavour, die sich naturlich unterscheiden und so den wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Versionen ausmachen. Deshalb können beide Capstan Versionen geschmacklich überhaupt nicht identisch sein, selbst wenn die gleichen Basistabake verwendet würden. Und jetzt wird es noch eimal spannend.

Der mir vorliegende Wills Capstan ist noch ein mit Cumarin versetzer Tabak, der reichlich von der Tonka Bohne gekostet hat. In Europa seit langen Jahren verboten, da Cumarin -trotz Verwendung in der Heilpraxis – als toxisch gilt und Lebensmitteln nicht zugesetzt werden darf. Später hat Imperial offensichtlich die Tonka Bohne in einem eigens entwickelten Flavour verwendet – dem Stanuned. In dem hier einzusehenden Bericht, der auch interessanterweise tiefen Einblick gewährt, in welchen Verpflechtungen innerhalb von BAT und Imperial der Capstan produziert wurde. Ich kann hier nicht näher darauf eingehen, ansonsten komme ich nie zum Test des Tabaks.

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Capstan „Original“ – von Wills, ca. 1970, gut konditioniert und mit Stanuned als Flavour -Cumarin/Tonka – Made in England

Also: obwohl fast alle Händler davon sprechen, dass es sich um einen „naturbelassenen“ Virginia handelt, ist das nicht richtig. Denn – und ich spreche jetzt von der aktuellen MacBaren Version- gibt es auch hier ein leichtes Flavour. Ob das jetzt aus natürlichen Aromen besteht, oder wie weiland bei dem Vor-Orlik Tabak aus dem teils künstlichen Stanuned- weiß ich nicht.

Aber das macht eben auch den MacBarens aus: im Geschmack und im Rauch ist er „naturrein“, ein wenig Heu, ein wenig Wiese, eine ganz, ganz leichte Süße und ein fantastischer Abbrand. Läßt man das ganze, eigentlich überflüssige Geschreibsel über die Capstan-Vergangenheit unbeachtet, so ist der Capstan Navy Cut – MacBaren Release- ein sehr sauber produzierter feiner Virginia, der sich durch weniger auszeichnet, als durch gar nichts. Eine Empfehlung für diejenigen, die mit Ausflügen in die Virgina-Flake Welt gerade erst beginnen, obwohl die mit dem Huber Virginia Flake (8,60€!) oder gar mit dem MacBaren Pure Virginia (11,00€) besser bedient sind. Flake-Raucher wie ich, die stets die Orlik Version in der Erinnerung haben oder diese von Zeit zu Zeit auch noch rauchen können, werden enttäuscht sein. Für sie ist der „neue“ Capstan (11,00€), immerhin seit fast 3 Jahren auf dem Markt, ein nett aussehender, sehr flach und eindimensional schmeckender Presstabak. Wäre da nicht der große Name, er bliebe weitgehend unbeachtet.

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Capstan „Imperial – Orlik“, 1994, Flavour von Orlik, kein Cumarin

Ganz anders die alte, nicht mehr erhältliche Orlik-Version, die Sammler vermutlich noch in großen Stückzahlen horten. Denn der Capstan gehörte auch bei mir zu den All-Day-Smokes und mußte, wie der Balkan Sobranie 759, wie Penzance und Escudo, immer in ausreichender Menge im „Lager“ vorhanden sein. Mein Bestand besteht zur Hälfte sogar aus der gebackenen Variante. Das ist ein Flake, kräftig, ein wenig „dunkel“ im Geschmack, geschmeidig -rund. Darüber liegt eine Virginia-Süße, die teils naturrein, teils aus dem Flavouring stammt. Niemals unangenehm. schlichtweg ein sattes Raucherlebnis mit sehr englischer Grundnote. Alles, was der MacBaren Capstan missen läßt.

Dafür allerdings ist auch MacBaren berühmt: das Tabakbild. Eine Flakescheibe schaut hier beim Orlik so akkurat wie bei den Svendborgern aus. Und damit beginnt ja bei jedem Tabak schon einmal der Genuß. Leider ist die kleine, längliche 50g direkt-bedruckte Dose verschwunden, wie überall.

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Deutlich sichtbare Unterschiede: links oben das MacBaren Release-der aktuelle Capstan, rechts oben der Orlik aus dem Jahre 1992, unten der Capstan von WD & HO Wills, ca 1970




Tabak backen | … das Altern überlistet ?

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Flakes und Curlies, bei denen Backen sich sehr bewährt hat

Der Amerikaner Fred Hanna hat augenscheinlich als erster das Thema Tabak Backen beschrieben. Darunter ist nichts anderes zu verstehen, als die bei vielen Tabaksorten bei jahrelanger Lagerung zu erzielende Veränderung von Konsistenz, Geschmack und Duft durch einen künstlichen Prozeß zu erzeugen.

Tabak wird – noch vakuumiert oder auch geöffnet – in den Dosen oder in wiederverschließbaren Behältnissen (z.B. Schnappdeckelgläser) für die Dauer von mindestens 5 Stunden einer Backofenhitze von mindestens 85 – höchstens 90 Grad C ausgesetzt. Danach muß er abkühlen, in der Regel verschließen sich Dosen ohne Vakuum auch wieder. Bei allen Tabakarten, die ich gebacken habe, hat sich eine deutliche Verbesserung ergeben, teilweise sogar sensationell (Escudo, Marlin Flake, Orlik Golden Sliced). Allerdings habe ich nur Flakes und Plugs dieser Prozedur ausgesetzt und keinerlei Erfahrung mit losen Mischungen.

Mittlerweile gehört der Backvorgang bei den o.a. Sorten für mich zum Standard. Unverzichtbares Werkzeug: ein professionelles Backofenthermometer, da auch hochwertige Öfen in der Regel ungenau heizen.

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Davidoff Flake Medallions

Gebackener Tabak dunkelt erheblich nach, so wie auch ein 20jähriger Oldie sich farblich verändert hat. In der Regel verliert er alle geschmacklichen Spitzen und Unebenheiten, das Aroma wird voller, weicher und vielfach kräftiger. Natürliche Virginias z.B. profitieren im besonderen davon. Ein gebackener Escudo hat (fast) nichts mehr mit dem gemeinen Escudo zu tun, obwohl das bereits einer der besten Curlies ist. Tobacco Oldies wie ich, die noch lange Zeit den Cope`s Escudo rauchen konnten, werden ihn wiederauferstanden wähnen. Rattray`s Marlin Flake macht eine ähnliche Verwandlung durch, während der aus gleichem Hause (K & K) stammende Hal o` the Wynd hier aber kläglich versagt. Der Orlik Golden Sliced, früher ein Cumarin-Tiger, ist nun völlig cumarinfrei und ein ebensolcher Back-König. Er verändert sich gleichsam sensationell wie der Escudo.

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Escudo – eine Orgie der Sinne

Hervorragende Ergebnisse habe ich erzielt bei den Lakeland Plugs von Samuel Gawith, wobei ich mich da auf den Kendal Plug und den Full Virgina Plug beschränke. Während der „roh“ sehr naturrein schmeckende Kendal Plug eine Hinwendung zum FVA macht, dabei aber das geliebte leicht strohige Aroma behält, wird dieser zur Geschmacksgranate. Allerdings muß man das mögen. Nicht gewöhnen konnte ich mich an den RB Plug und den Cannon Plug sowie den Holker oder Oxenfisl-Twist, jeweils in der gebackenen Form. Die sind für mich „roh“ schon teilweise grenzwertig.

Die abgebildeten Behältnisse aus Glas werden benötigt für Plugs, Twists und Curlies, die nicht in Dosen geliefert werden. Pouches sind selbstverständlich untauglich und dürften dem Ofen kaum zuträglich sein. Es gibt Empfehlungen, die Gummiringe mit Öl zu bepinseln, damit ein leichteres öffnen möglich sei. Ich unterlasse das, da das Problem bei mir noch nicht aufgetreten ist und jedes Speiseöl beim Erwärmen Geschmack abgibt, selbst sogenanntes neutrales Öl wie Soja-, Erdnuss- oder Pflanzenöl. Am besten bleiben runde 50g oder 100 g Dosen verschlossen, während rechteckige ab und zu aufgehen, auch nicht tragisch. Schließlich will man ja nicht nur lagern, sondern auch ab und zu rauchen.

Vorstellbar ist, daß gebackener Tabak auch bessere Lagereigenschaften hat, allerdings sehe ich einen aussagekräftigen Zeitraum bei mir erst in den nächsten 5 Jahren gegeben. Mir reicht das heute erzielbare Ergebnis. Denn ich will gerade jetzt das tolle Geschmackserlebnis eines „ge-ageten“ Tabaks haben, aber eben nicht so lange warten. Deshalb sind mögliche Veränderungen beim lagern ohne Interesse für mich.

 

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Escudo und Dunhill – nur die Verpackung unterscheidet sie

Eines bitte ich zu bedenken: Geschmack und Empfindung sind stets subjektiv und nur selten auf andere übertragbar. Während ich gerne gebratene Grüne Heringe esse (unbedingt begleitet von König Pilsener), bedeuted das für meine Kinder eine Ausgeburt der Hölle. Insofern toleriere ich auch gegenteilige Meinungen zum Thema Backen, übernehme sie aber erfahrungsbedingt nicht.

 

Backliste (Empfehlungen)
Escudo
Marlin Flake ACHTUNG! bei der 100g Dose den Plastik Deckel herunternehmen
Orlik Golden Sliced
Orlik Bulls Eye (+Davidoff Flake Medaillons, Peter Stokebyes Luxury Bulls Eye)
Fribourg & Treyer Vintage (Flake)
Richmond Medium Navy Cut
Germain`s Special Latakia Flake
MB Navy Flake
MB Mixture Flake
MB Stockton



MacBaren | Stockton – Curly extraordinaire

Diesen Tabak habe ich für mich wiederentdeckt. Die erste Bekanntschaft mit ihm machte ich in den früheren 70er Jahren (des vorherigen Jahrhunderts, natürlich), denn er ist der „Spun Tobacco“ (gesponnener Tabak), der seit 1953 von Mac Barens hergestellt wird. Heute würde man wohl eher die Bezeichnung Curly Cut wählen, obwohl Mac Baren selbst den Begriff Roll Cake verwendet. Der Stockton gehört zu den Virginias , er besteht aus zwei verschiedenen Tabaksorten: einem goldenen, reinen Virginia und einem Burley – dem Dark Fired Kentucky. Vielfach kann man hören, dass der Stockton auch Perique enthält, was sich aber weder optisch noch geschmacklich feststellen läßt und von mir nicht nachvollzogen werden kann. Heute bezweifele ich die Herstellerangabe, daß beide Tabake ausschließlich aus den USA stammen, da sowohl Virginia wie auch Burley in einigen Regionen und wesentlich billiger angeboten werden. Malawi z.B. hat heute einen höheren Anbauanteil als die USA. Aber entscheidend ist schließlich das Geschmacksergebnis, und ist das ist ein hervorragendes.

Zurück zum Burley. Wird der an der Luft (air curing) vorgetrocknete Burley über offenem Feuer weitergetrocknet (nicht geräuchert!), dann spricht man von einem fire cured oder dark fired Kentucky. Mac Baren setzt noch eins obenauf: man verwandelt den so getrockneten und bis dahin durch fire curing naturaromatisierten, eigentlich leicht gerösteten Burley durch Anwendung des Cavendish-Verfahrens, bei dem mittels heißem Wasserdampf und anschliessendem Druck ein Reifeprozess eingeleitet wird. Der rauchigen Natürsüße wird eine leichte Zuckerlösung zugesetzt. Da der Burley durch das Cavendish-Verfahren ohnehin leicht zitronen/essigartig daherkommt, ergänzt dieser Zucker das Aroma bestens, ohne das eine Süße wie bei den Mac Baren Mixtures entsteht.

Die zweite Besonderheit ist, das handgeerntete Tabake von MacBaren für den Stockton eingekauft werden, da man nur ganze Tabakblätter ohne Löcher, die oftmals bei der Maschinenlese entstehen, für den gesponnenen Strang verwendet. Insgesamt kann man also von einem hochqualitaiven Tabak mit einer exellenten Fertigungsgüte sprechen. Aber: schmeckt er auch so, wie man es erwarten kann ?


Es ist ein paar Jahre her, daß ich den Stockton oft geraucht habe. Zum Glück, muß ich sagen, ansonsten hätte ich ihn heute wohl nicht so realistisch beurteilen können. Optisch ist der Tabak ein Genuß, die Scheiben sind nur halb zu groß wie beim Escudo und leicht oval. Heller Virginia schließt den dunklen Cavendish-Kern ein, ähnlich wie beim Orlik/Davidoff/Peter Stokkebye Bulls Eye Flake. Der mir vorliegende Tabak ist perfekt konditioniert, wie man es nach meinen Erfahrungen immer bei Mac Baren vorfindet.

Die kleinen Curlies knicke ich einmal und reibe sie ein wenig zur Auflockerung, aber nicht zu stark. Der Tabak brennt gut an, einmal wieder ausgehen lassen, leicht andrücken und erneut zünden. Und dann läufts. Wie immer bei Plugs, Flakes oder Curlies braucht der Tabak etwas „Betriebstemperatur“, unterstützt auch von der Erwärmung der Rauchkammer. Das dauert so 5-8 Minuten und dann geht es los. Ein wundervoll abgerundeter Tabakgeschmack, im Rauch und Geschmack fast naturrein zu bezeichnen. Die Virginiasüße ist deutlich, aber nicht überzogen zu spüren, der Burley in dieser Verwendung nicht wie üblich zu „zigarrig“. Gänzlich anders wie der geschmacksdunkle Escudo, der Stockton schmeckt heller, lichter, aber auch wesentlich kräftiger. Vor allem aber bietet er dem geübten Raucher einen kühlen, sehr gleichmäßigen Abbrand. Stockton ist ein mittel- bis starker Tabak, den ich nicht jeden Tag rauchen kann, excellent aber als Geschmacksauffrischung nach diversen anderen Tabaken.

Er glimmt perfekt, bei meiner langsamen Rauchart brauche ich in dieser Former Handmade gut 2 ,5 Stunden bis zum Ende, das sich als hellgraue, sehr feine Asche präsentiert.

Prädikat: ein hervorragender Tabak, der zwischendurch und mäßig genossen werden sollte.

Mac Baren Stockton – Roll Cake
100 g Runddose



MacBaren | Mixture Flake – eine Konstante

An der legendären, mittlerweile über 50 Jahre alten MacBaren Mixture ist wohl bisher kaum ein Tabakeleve vorbeigekommen und vielfach verlief der Weg dann von dort zum Norwood und zu den zahlreichen Gepressten und Geflochtenen des dänischen Herstellers. Selbst heute, nach Äonen von Latakia und Oriental Genüssen, greife ich immer mal wieder in mein „MacBaren Lager“, in dem sich der Latakia Blend und der Club Blend, Dark Twist, Roll Cake und Norwood fein nach Kaufdatum gestapelt betrachten lassen. Wie den nach langer Vergessenheit gottlob wiederentdeckten Stockton haben alle eines gemeinsam: sie bestehen aus besonders hochqualitativen Tabakkompoenten und ich rauche sie ausschließlich gebacken.

Nachdem einige Thomasse aus dem Kreise meiner (Münchner) Pfeifenfreunde bezweifelten, das man die MacBaren Mixture selbst in der Mixture Flake Variante durch die ihr angeblich eigenen schweren Süße rauchen kann und das vergangene Wochenende wegen einer frisch eingetroffenen Schiffsladung Escudo ohnehin zur Backnacht wurde, ließ ich kurzerhand eine Dose Mixture Flake mitbacken. Das Ergebnis war für mich erwartungsgemäß, aber es wird hier folgend beschrieben. Natürlich soll dieses Review als Empfehlung zur Nachahmung betrachtet werden.

…. für die Nacht des langen Backen……

Die Basis: Goldgelbe Virginias und kräftige Burleys sowie ein erstklassiger Cavendish (getrockneter Burley wird mit heißem Wasserdampf und anschliessendem Druck einem zusätzlichen Reifeprozeß zugeführt). Das war`s auch schon, sieht man davon ab, dass MacBaren nach eigenen Angaben 35 verschiedene Tabake für den Mixture Flake verwendet. Über die jeweiligen Mengen der einzelnen Sorten sowie das Mischungsverhältns mag ich gar nicht nachdenken. Muß ich auch nicht. Würde er mir nicht schmecken, wäre das eine überflüssige Information. Da er mir von Zeit zu Zeit schmeckt, ebenfalls.

Im Backofen verblieb er etwas über 5 Stunden, konstante 85 ° C, auskühlen lassen. Rechteckdosen öffnen sich meistens und anders als Runddosen verschliessen sie sich nicht immer vakuumiert. Der Tabak ist wenig dunkler geworden und unverändert perfekt konditioniert.

Im Vergleich zu Samuel Gawith, die nach über 210 Jahren Tabakproduktion vielfach immer noch keine konstante Flakequalität und keinen gleichbleibenden Schnitt zustandebringen, ist der Mixture Flake ein Augenschmauß. Die verschiedenen Tabaksorten zeigen sich in feiner Mengenverteilung mit absolut glatter Oberfläche – und das bei allen Flakescheiben, die außerdem eine perfekte Stärke (Dicke) aufweisen.

Der Duft ist -anders als beim Original- zurückhaltend und nur noch leicht süßlich, es überwiegt ein fast naturreines Virginia-Stroh. Kann das sein ? Kein Topflavour, kein Casing ? Keine MB Mixture Bombe, bei deren Genuß man den Tee ohne Kandis trinken muß ?

Mit der einzig wahren Knick & Falt Methode wird eine 1975er Bang befüllt, sie hat derlei Eskapaden bereits hinter sich. Zwei Flakescheiben nimmt sie auf und ist damit reichlich dreiviertel voll. Anfeuern, 2-3 Züge, leicht andrücken, wieder anfeuern und fertig ist die Geschichte über den gebackenen MB Mixture Flake. Ach so, das hätte ich jetzt fast vergessen: langsam glimmt er, bleibt relativ kühl im Rauch und im Gaumen, hat keine Geschmacksspitzen mehr, eine gleichbleibende Geschmacksdecke, bis zum weißen Ascherest. Vorausgesetzt, man ist kein Volldampfraucher.

 

Kein Tabak für alle Tage, aber ein wundervoller Flake, der den alltäglichen Latakia- und Orientalgenuß ab und zu vollendet bereichern kann. Wer das nicht mag, für den gibt es ja immer noch Rum & Maple und Indigo. Rolling Eyes

 

MacBaren Mixture Flake
100gr Rechteckdose, erhältlich im Fachhandel und gut sortierten Tankboutiquen in ganz Europa

 




MACBAREN | Pure Virginia

MacBaren hat viele Pfeifenraucher bei den ersten Rauchversuchen begleitet, wohl wie kaum ein anderer Tabakhersteller. Das Viele später zu anderen bevorzugten Tabaken gewechselt sind , liegt wohl an den sehr typischen Aromen, die allen MacBaren Tabaken eigen sind. Das ist sicherlich für zahlreiche Raucher kein Nachteil und auch ich habe immer einige MacBaren Tabake in meinem „Lager“ : Stockton, Virginia Flake, Navy Flake, Roll Cake, Club Blend und andere. Eines haben alle gemeinsam: sie sind von höchster Qualität (Blattgut, Herstellungsverfahren). Vor allem bei den Flakes und Roll Cakes (oder Spun Cuts, wie der Hersteller sie bezeichnet), zeigt sich ein Tabakbild, bei dem man vermuten kann, das dänische Elfen jede einzelne Tabaklage von Hand in die Dose gelegt haben.

Der Pure Virginia besteht nur aus Virginiatabaken, die luft- und röhrengetrocknet werden, ein besonders schonendes Verfahren. Anschliessend erfährt diese Mischung unter Hitzezufuhr eine Pressung, aus der ein Flake mit besonders feiner Struktur entsteht. Diese wird natürlich erst nach dem Schnitt sichtbar. Die gleichmäßige Schnittstärke und die Anordnung der Flakescheiben in der kleinen Rechteckdose ist von einer Akkuratesse, die mich immer wieder erfreut. Die Fotos sprechen eine deutliche Sprache. 

Soweit das Auge. Der Pure Virginia, ohne das manchmal hervorstechende MacBaren Top Flavour und nur mit ganz gelinden Aromen ausgestattet, duftet so fein und süffig, wie ein edler Virginia es sollte. Ein wenig erinnert er mich an einen Mix aus dem strohtrockenen Richmond Medium Navy Flake und dem

Ein Flake „wie gemalt“………..

kräftigen Orlik Golden Sliced, ohne mit der Geruchsintensität des Letzteren aufzuwarten. Knick&Falt, meine bevorzugte Füllmethode, ist dann auch für die feinen Flakescheiben die richtige. ein wenig Brösel oben auf, wie gewohnt anzünden, ausgehen lassen und erneut befeuern. Und schon beginnt ein besonderer Genuß.Der Virginia ist optimal konditioniert, brennt sofort, gleichmäßig und schmeckt von Beginn an. Bei ruhigem Rauchen bleibt er kühl, kein Brennen an Zunge oder Gaumen. Und immer virginiatypisch, weder süß noch scharf, keineswegs strohig – einfach angenehm zu rauchen und sehr lecker.

Dazu einen LBV Port, auch ein Vino Santo kommt gut, ich genehmige mir einen milden Grecale aus Sizilien, dessen Farbe nur ein wenig heller als die des Pure Virginia ist. Meine unveränderten Virginia Favoriten, der Dunhill Flake und der Huber Honeydew Flake, haben einen Dritten im Bunde gefunden.