Kater Mikesch – wider die Dummheit in der Welt

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Die Welt dreht am Rad. Nicht erst, seit es einen 45. Präsidenten in den USA gibt, „dessen Name nicht genannt werden darf“. Eine Floskel, die ich gerne von meinem Freund Harry übenommen habe.  Es ist wichtig, jetzt weiterhin klarsichtig zu bleiben, nicht jedem Tölpel und Rabauken zuzuhören und sich wieder den wirklich wichtigen Themen zu widmen. Eines davon wurde in Deutschland im Dezember 1964 in die Welt gesetzt und zwar von einem der bedeutendsten und einflußreichsten Think Tanks der modernen Welt überhaupt: der Augsburger Puppenkiste.

Vielleicht geht es Ihnen so wie mir: ein Leben lang habe ich die wunderbaren und wundersamen Marionettentheaterstücke in mir aufbewahrt. Diese herrlichen Inszenierungen, die  das heutige perfekte, überrealistische Plastik-Kino mit seinen überdrehten Geschichten von Sternenkriegen, Martial Arts Kämpfen und Aliens, über Idioten-Horror und peinliche Kokowähs so etwas von alt aussehen lassen. Und das südmährische Dörfchen Holleschitz, oder richtiger Holešice, in den Mittelpunkt des Weltgeschehens rückt. Denn hier lebt der Kater Mikesch mit seinen Freunden und Nachbarn Pepik und seiner Großmutter, Bobesch und Paschek. Erstmals ins Leben gebracht wurde der Mikesch schon 1930 vom tschechischen Illustrator und Autor Josef Lada (1887-1957), selbst in Holešice geboren und deshalb mit den speziellen Verhältnissen vertraut, mit denen der Mikesch befasst ist. Der deutsche Kinderbuchautor Otfried Preußler (1923-2013), selbst Böhme, hat später die Geschichten um den sprechenden Kater übersetzt und nacherzählt. Da wurden sie auch bei uns bekannt. Die Augsburger Puppenkiste brachte eine erste Schwarzweißfassung 1964 ins Fernsehen, so lernte ich den Mikesch kennen und wurde ihn nicht mehr los. 1985 erlebte der farbige Mikesch seinen Durchbruch. Später dann waren die vier Folgen auf DVD erhältlich und jetzt endlich auch im Streaming Angebot von Amazon Prime Video, kostenlos anzusehen oder als Kaufvideo.

Schusters in Holleschitz haben einen Kater, der heißt Mikesch. Er ist ein ganz besonderer Kater. Er kann sprechen! Und das hat ihm der Pepik beigebracht. Mikesch liebt die Geschichten, die Pepik ihm vor dem Einschlafen erzählt. Besonders zufrieden schnurrt der Kater, wenn Pepik ihm Märchen erzählt. Die Geschichte vom gestiefelten Kater hat es auch Pepik angetan. Und eines schönen Tages überrascht er Mikesch mit einem wundervollen Paar Stiefel. Diese trägt er stolz und ist für alle im Dorf immer wieder eine Attraktion. Zusammen mit seinen Freunden, dem Schwein Paschik und dem Ziegenbock Bobesch, heckt er allerhand Blödsinn aus. Sie halten nicht nur den bösen Tonda zum Narren, sondern haben Spaß an vielerlei Streichen an den Dorfbewohnern. Doch als dem Kater Mikesch der große Rahmtopf zerbricht, hat er der Großmutter gegenüber ein so schlechtes Gewissen, dass er beschließt, in die weite Welt zu wandern. Ein Klassiker, der schon Generationen begeistert hat und von seinem liebevollen Charme bis heute nichts verloren hat. Auf unvergleichliche Art nacherzählt von Otfried Preußler. [Zitat: Fischer Verlag]

Kater Mikesch tanzt auf alle Medien – die Ausnahme bleibt Twitter



Zeitlos aus dem Fischer Verlag

Kater Mikesch · Josef Lada und Otfried Preußler · illustriert von Josef Lada · Geschichten vom Kater, der spechen konnte · Hardcover · ISBN: 978-3-7373-6277-1

Bodo Falkenried

exemplarischer Niederrheiner, seit fast 50 Jahren in München daheim, genauso lang Pfeifen- und Tabaksammler, versessen auf Musik, Literatur und andere Künste. Segler, Reisender [..unser Mann in Asien], Intensiver Marktgeher, immer am Herd.

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2 Antworten

  1. Ulrich sagt:

    Moin Bodo,

    herrlich !

    Ein phantastischer Kommentar – und sogleich wurden auch die anderen jahrzehntelang so ein bißchen an den Rand der eigenen Erinnerung gedrückten Geschichten der Augsburger Puppenkiste wieder lebendig.

    Das hat uns damals als Schüler sehr gut gefallen und war zum Teil Thema auf dem Schulhof. Das waren noch Zeiten…

    Rauchige Grüße !

    Uli

    • Servus Uli,

      ja-der Mikesch ist wohlige Nostalgie. Und folgt man den heutigen, täglichen Speed-Nachrichten mit den aktuellen Dauerthemen über einen extra-dummen, aber weltbedrohenden Simpel jenseits des Atlantiks, so sehnt man sich ein wenig nach Holleschitz……

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