Dunhill | Dark Flake

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Tabakdose Dunhill Dark FlakeEingeführt 1970 – vom Markt genommen Ende der 70er Jahre noch vor der Produktionsverlegung zu Murray’s! Eine Erfolgsgeschichte liest sich anders. Dabei hat der Dunhill Dark Flake so ein geradezu stiefmütterliches Dasein gar nicht verdient, zumindest wenn man auf den jetzt neu aufgelegten und von STG produzierten Tabak referiert.
Wie die Dunhill’sche Originalversion war, weiss ich nicht.

Diese wurde eingeführt, um eine vollmundigere, tiefere Alternative zum „Dunhill Flake“ (den in der blau-weissen eckigen Dose) anzubieten, dessen Namen man auch unmittelbar mit der Einführung des „Dark Flakes“ in „Light Flake“ änderte. Heute stehen der „Dunhill Flake“ und der „Dunhill Dark Flake“ also zum ersten Mal in dieser Namensversion nebeneinander im Regal.

Im Gegensatz zum „Dunhill Flake“ ist der „Dunhill Dark Flake“ in der runden 50g Dose konfektioniert, was laut Händlerauskunft mit den Warnhinweisen zusammenhängt. Das empfinde ich als sehr unglücklich, denn dieses „Geschwisterpaar“ im Dunhill-Sortiment sollte auch optisch nebeneinander stehen. Zwar orientiert sich das Etikettendesign des „Dark Flake“ am alten Original, das natürlich ebenfalls in der eckigen Flakedose konfektioniert war und sich logischerweise am Graphikdesign des „Dunhill Flake“ bzw. „Dunhill Light Flake“ orientierte, aber hier wären auch identische Dosenformen unabdingbar – ob nun beide rund oder beide eckig mag man STG überlassen…

Dunhill Flake und Dark Flake

Dunhill Flake und Dunhill Dark Flake Dosenvergleich

Dass der „Dark Flake“ nun im Vergleich zum „Dunhill Flake“ deutlich dunkler daherkommt, verwundert nicht, auch nicht, dass er sich stilistisch nicht so „frisch“ präsentiert wie der „Dunhill Flake“ – nur dass er im Gegensatz zum „Dunhill Flake“, der immerhin einst wegen des „Dark Flakes“ den Zusatz „Light“ bekam, dass der also nun „Full“ wäre, das kann man zumindest von der aktuellen Version nicht behaupten. Die bietet nämlich nur hinsichtlich ihres Geschmacks eine – in meinen Augen sehr sinnvolle – Alternative zum „Dunhill Flake“.

Der „Dunhill Dark Flake“ präsentiert sich, wie alle STG Flakes, in wundervoll gleichmäßig dünn geschnittenen Flakescheiben. Farblich haben wir größtenteils eine wunderschöne Abstufung verschiedener dunkelbrauner Tabakblätter, die  von helleren goldgelben Farbtupfern aufgelockert wird.

Tabakbild Dunhill Dark FlakeDer Duft, der einem aus der Dose entgegenkommt entspricht genau den Erwartungen, die man mit einem dunklen Virginia/Perique Flake verbindet: Aromen von Rosinen, getrockneten Feigen und etwas Schokolade vermischen sich mit süßer Erdigkeit. Das macht schon mal große Lust auf den Tabak und diese Lust wird auch beim Anzünden nicht enttäuscht, denn der Tabak kann alle geruchliche Attraktivität in eine geschmackliche umsetzen. Dass das Stopfen und Anzünden des „Dark Flakes“ vollkommen unproblematisch ist, versteht sich von selbst, denn der Tabak ist perfekt konditioniert.

Während der „Dunhill Flake“ geschmacklich auf der frischen Seite steht mit seinen vielschichtigen hellen Virginias, quasi wie ein weitläufiger Verwandter der „Orlik Golden Slices“ nur ohne deren mitunter aufgesetzte Zitrus-Blumigkeit, wartet der „Dark Flake“ sofort mit vollmundigeren malzigen Tönen auf, zu denen sich die schwerere Fruchtigkeit des Periques gesellt. Nicht überbordende süße Malzigkeit mit getrockneten Feigen. Dieses Wechselspiel hält der „Dark Flake“ kontinuierlich bis zum Ende der Füllung ohne an Kraft zuzulegen. Dabei wirkt der Tabak aber nie schwer und fordert den Raucher auch weder mit Stärke noch großer geschmacklicher Komplexität. Ein wohlschmeckender, sehr attraktiver, auch für Anfänger geeigneter, All-Day-Smoke ohne Ecken und Kanten, aber auch ohne großes geschmackliches Entwicklungspotential: ein wunderhübsches Aschenputtel, das die Verwandlung zur Prinzessin letztlich aber nicht ganz schafft!

Tabak Dunhill Dark FlakeIm Dunhill-Sortiment ist der „Dark Flake“ die perfekte Ergänzung zum „Dunhill Flake“, quasi als das logische Zwischenglied vom „Dunhill Flake“ zu den „Dunhill Navy Rolls“. Deren Niveau und Komplexität vermag der „Dark Flake“ aber zu keinem Moment auch nur annähernd zu erklimmen – er bleibt eine hübsche ehrliche Haut, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Allerdings, das sei abschließend dazu gesagt, auch wenn der „Dunhill Dark Flake“ ein durchaus eigenständiger Tabak ist, gibt es in den zahlreichen deutschen „Händlersortimenten“ diverse STG produzierte „Haus-Dark-Flakes“, wie auch immer genannt, die stilistisch nicht allzu weit vom „Dunhill Dark Flake“ entfernt angesiedelt sind. Hier muss dann der Kunde entscheiden, wie viel ihm der kleine Unterschied wert ist…

 

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6 Antworten

  1. Jens Meyer sagt:

    Hallo Peter,

    Auch hier lese ich wieder eine fundierte und gedankenvolle Review, Glückwunsch. Ich freue mich über jeden Beitrag der mit soviel Herzblut geschrieben wird. Der Preis für alle Dunhill Tabake ist im Premiumbereich angesetzt und zielt auf die Geniesser und Verzückten, nicht unbedingt auf den Konsumraucher. Diesen Anspruch wird der Name gerecht.

    Jens Meyer

    • Peter Hemmer sagt:

      Hallo Jens,
      vielen Dank! Das Problem ist nur, dass man den Namen nicht rauchen kann und auch der Geniesser und Verzückte nicht zwangsweise mit einer Rechenschwäche gesegnet sein muss? Der Umkehrschluss wäre ja dann, dass sich etwa Euer „Louisiana Flake“ im Gegensatz zum „Dark Flake“ (die beiden turnen gemeinsam in derselben Schublade) an den Konsumraucher richtet. Das stimmt aber nicht, denn ich kenne einige Geniesser, die den „Louisiana Flake“ sehr gerne rauchen während ich den Dunhill Durbar beispielsweise jederzeit auch „nur“ konsumieren würde… Ich meine, Diskussionen um Preise sind eh wenig erquicklich, weil wir, runtergerechnet auf eine Pfeifenfüllung (immerhin 1-2 Stunden Genuss), auf Preisunterschiede von wenigen Cents kommen. Wenn ein sehr individueller Tabak 13,50/50g kostet, ist das in meinen Augen OK – wenn aber ein sehr wenig individueller Tabak auch 13,50/50g kostet, dann ist das Marketing!

      Grüsse
      Peter

    • Gegen Marrkettting spricht erst mal nichts, sofern Qualität und Genuß im Vordergrund stehen. Für mich spielt das Preisthema beim Tabak aber so etwas von überhaupt keine Rolle. Nicht, weil ich im Geld schwimme, sondern weil es hier um meinen ambitionierten Genuß geht. Ob 50g jetzt 9,50€ wie der Huber Louisiana Flake kostet, oder ob der Dunhill Dark Flake 4€ teuerer ist, ist mir egal. Ich stelle auch keine dergestalten Überlegungen bei Whisky an oder beim Bierpreis in Münchner Brauhäusern. Auch nicht bei Schuhen, nicht bei Hemden……..
      Die GMT Master ist fast 2-3 mal so teuer wie die Omega Seamaster, dennoch wurde ich sie aus „Genußgründen“ immer vorziehen. Hinkt, weiß ich, ist aber symptomatisch.
      Es gibt oftmals dieses mittlerweile abgegriffene, aber immer noch realiter vorzufindene Beispiel vom braven Deutschen, der nicht mehr als 4,99€ fürs Olivenöl ausgibt, aber überzeugt das 7-8 fache für ein blödes Motorenöl. Das ist sicherlich nicht besonders klug, erscheint aber ambitioniert.

  2. Karl KJH Hirsch sagt:

    Und sei um Himmelswillen nicht knausrig, Bodo, wenns um Pfeifendochte geht! Wieviele haben sich schon die teuerste Bo Nordh ruiniert, weil der Billigdocht mitten bei der Reinigung und mitten in der Pfeife abgerissen und steckengeblieben ist. Diese Leute wollten sich in manchen Fällen sogar erschießen. Sie wurden nur durch den Umstand gerettet, daß sie es mit der Putzkette genauso hielten wie mit den übrigen Billigheimereien – sie ist im Lauf gerissen und der Freitod war vereitelt.
    Eigentlich wollte ich ernst bleiben: Ich vermisse das Stichwort „backen, buk, gebacken“?

  1. 11. Oktober 2016

    […] Mixture, Elizabethan, Durbar, Aperitif, Ready Rubbed und anderen mehr nun der nächste Einschlag: Dark Flake, Ye Olde Sign und 221B Baker Street. Bereits erhältlich im deutschen Fachhandel, sofern gut […]

  2. 17. Oktober 2016

    […] dem „Dark Flake“ und dem „Ye Olde Signe“ ist der „My Mixture 221B Baker Street“ der dritte unter den […]

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