Benjamin Stein | Die Leinwand

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Benjamin Stein, Autor, Publizist und konvertierter, orthodoxer Jude, hat 2010 den renommierten Tukan Preis für sein faszinierendes Werk DIE LEINWAND  erhalten. Ein literarisches Werk der Sonderklasse. Überläßt es doch dem Leser, welchem Protagonisten und dessen Schilderung er den Vortritt läßt, dem Analytiker Amnon Zichroni oder dem Journalisten Jan Wechsler. Er muss das Buch nur entsprechend wenden. In der Mitte des Buches treffen die beiden Erzähler aufeinander.

Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, studiert er in den USA und lässt sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion …
Zehn Jahre später wird eben diesem Jan Wechsler ein Koffer zugestellt, der ihm bei einer Reise nach Israel verloren gegangen sein soll – doch Wechsler kann sich an den Koffer nicht erinnern. Auf den Spuren fragwürdig gewordener Erinnerungen reist er nach Israel und gerät in ein Verhör. Tatsächlich, stellt sich heraus, ist er schon einmal dort gewesen, und sein damaliger Gastgeber, Amnon Zichroni, gilt seither als vermisst … Ein faszinierender, spannender Roman über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen und das Ringen um Identität. Meisterhaft konstruiert – und als Buch zum Wenden zugleich eine Liebeserklärung an das Medium Buch.

 

Die Arbeit an der »Leinwand« wurde im Blog des Autors, dem Turmsegler [click] von der ersten Idee über die Recherchereisen, frühe Text- und Tonproben und die Zusammenarbeit mit Agentin und Lektor bis zur finalen Gestaltung und dem Zusammentreffen mit den Buchhandelsvertretern dokumentiert. Die Beiträge sind unter der Rubrik »Die Leinwand«  zusammengefasst, blogtypisch in umgekehrt chronologischer Folge.

 

Der Tukan-Preis wird seit 1965 von der Stadt München jährlich für die beste belletristische Neuerscheinung eines Münchner Autors verliehen. Die Verleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Tukan-Kreis, einer Künstlergruppe aus Schwabing, die sich früher im Gasthaus Seerose traf und in den 1950er und 1960er Jahren in München bekannt war.

 

 

Benjamin Stein »Die Leinwand«
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten, 19,95 €
Verlag: C.H. Beck; Auflage: 3. (27. Januar 2010)
ISBN-10: 3406598412
ISBN-13: 978-3406598418

Voraussicht

Demnächst erfahren Sie hier mehr über den letzten Roman von Benjamin Stein, der all Ihren wachen Geist fordern wird: Replay

 

Bodo Falkenried

exemplarischer Niederrheiner, seit fast 50 Jahren in München daheim, genauso lang Pfeifen- und Tabaksammler, versessen auf Musik, Literatur und andere Künste. Segler, Reisender [..unser Mann in Asien], Intensiver Marktgeher, immer am Herd.

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