SPCSC | 2. Pfeifenausstellung in Singapore

Wie so oft berichtet, besteht eine enge Verbundenheit mit dem SPCSC – dem Singapore Pipe & Cigar Smokers Club. Im jetzt ruhenden Forum Pfeifen und mehr haben wir zahlreiche Artikel über diese Liaison veröffentlicht. Zum Gründer und dem „Heart & Soul“ des Clubs, Dr. Michael Loh, besteht eine fast 20 jährige, enge Freundschaft und noch heute treffen wir uns einige Male im Jahr in Singapore. Die bisherigen samstäglichen Zusammenkünfte der zahlreichen Clubmitglieder sind zwischenzeitlich legendär und werden durch zahlreiche Lunch- oder Dinnerveranstaltungen und gemeinsame Besuche in Zigarren- und Whisky Bars abgerundet. Erfreulicherweise haben einige Mitglieder von PUM und Pfeifenblog in den vergangenen Jahren dem SPCSC Besuche abgestattet.

Volle Besetzung: Der Singapore Pipe & Cigar Smokers Club, eine wichtige soziale Institution, ohne Nachwuchsprobleme und mit ständigem Neuzugang von Mitgliedern.

Das Interesse an Pfeifen aus Europa ist sehr groß. Und wer vermutet, Singapore sei eine Brachlandschaft, was Tabak betrifft, der irrt. Denn die Clubmitglieder bestellen regelmäßig Tabak aus aller Welt. Und da viele Mitglieder beruflich, geschäftlich oder in der Freizeit nach Übersee reisen, ist die Versorgungslage gut. So unterscheidet sich denn auch das Sortiment keineswegs von unserem. Besonders beliebt sind die HU-Tabake und Balkan, Epikur und Diablo Nero von Pfeifen Huber. McClelland, Cornel & Diehl, Gawith, Dunhill, MacBaren und die STG Tabake sind gängig im Club vorzufinden. Eine große Leidenschaft und das damit verbundene Wissen gibt es für Whisky, Rum und andere Geiststärker und die vielen Clubs, Bars und Lounges, in denen auch geraucht werden darf, sind die geeigneten Genußtempel in Singapore. Einem Stadtstaat, in dem ansonsten ein rigoroses Rauchverbot gilt.

Ab sofort gilt in Singapore für Personen unter 20 Jahren, daß sie sich nur noch mit aufgesetzter Gasmaske in der Nähe von Rauchern aufhalten dürfen.

Die Erste im November 2011

Der SPCSC hat die 1. Singapore Pipe Show im Jahre 2011 veranstaltet. Pfeifensammler wie Jörg Wittkamp, Heinz Schwarzkopf und ich hatten Gelegenheit, neben anderen eine Auswahl ihrer Exponate auszustellen. Ein interessantes Rahmenprogramm und ausgezeichnete Verpflegung ermöglichten einen wundervollen Tag unter Gleichgesinnten, der allen in Erinnerung geblieben ist.

Ein ehemaliges Offizierskasino mit Küstenblick bot 2011 ein ansprechendes Ambiente.

Und nun: Oktober 2017

Zwei Jahre hat das Organisationsteam um Dr. Mike Loh, Avril Gun und Landrick Tan benötigt, um die 2. Singapore Pipe Exhibition am 7. Oktober 2017 vorzubereiten. Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, eine geeignete Lokalität zu finden. Denn die meisten Anbieter winkten ab, wenn sie „Tabak & Zigarren hörten. So ist das nun mal in einer weitgehend globalisierten Welt, in der Gleichmacherei und weitführende Angleichung zum Primat geworden sind.

Die Organisatoren waren dann auch sehr froh, mit dem am Marina South Pier vertäuten Steword Riverboat einen außergewöhnlichen Ort für die Pfeifenausstellung gefunden zu haben. Und die internationalen Aussteller und VIP-Gäste konnten sich sehen lassen: Kyozanuro Tsuge, Präsident der Tsuge Pipe Company und Barnabas Suzuki, Vice President of the Comité International of Pipesmokers Clubs, beide aus Japan, Carlos P. Fuente Jr, Präsident des renommierten Zigarrenherstellers Arturo Fuente aus der Dominikanischen Republik. Die Pfeifenmacher Lee von Erck aus den USA, Li Zhesong aus China und Jerry Zenn aus Taiwan, Satoshi Kosaka aus Japan,  Peter Hemmer (Foundation Pipes, Rom), Maurizio Fraternale von Ser Jacobo aus Italien, Charly Brown von Tabac101, sowie einer der Sponsoren, die Grande Vida Cigars aus Singapore und die deutschen Sammler Jörg Wittkamp, Heinz Schwarzkopf und Bodo Falkenried. Allein die drei Letztgenannten legten den über 100 geladenen, sachverständigen Gästen Exponate in einem schwindelerregendem Wert vor: zum Betrachten, aber auch zum (sorgfältigen) Anfassen.

Die Location

Unterdeck mit Aussenbereich, ideal für den Lunch der Ausstellungsgäste

Die Ausstellung im Zwischendeck

…. aufmerksame Zuhörer bei der Eröffnungsrede ….

Dieses Foto birgt eine gewisse Tragik: Pfeifenfreund Daniel Yeo verstarb nur wenige Wochen nach unserem Fest überraschend und viel zu früh an einem Herzversagen. Er war mit Mitglied im SPCSC von Anbeginn an.

Maurizio Fraternale, Ser Jacobo aus Italien, weiter oben im Bild Tsuge

Pretiosen von Jörg Wittkamp, aus seiner außergewöhnlichen Sammlung: darunter Bo Nordh, Jess Chonowitsch, Jörn Mikke, Björn of Sweden, Lars Ivarsson und andere Ausnahmepfeifen mehr.

Pfeifenmacher Satoshi Kosaka aus Jaan

Erstaunliche Pfeifen aus China und Taiwan

… aus einer Sammlung aus München ……

Charly Brown, Inhaber von Tabac101, Singapore

Charly Browns Shop in bester Lage in Singapores Orchard Road bietet zunehmend eine große Auswahl von europäischen Pfeifen, darunter Castello.

Grande Vida aus Singapore, bekannt für eine große Auswahl an Zigarren und Accessoirs und einer der Sponsoren der Veranstaltung

Eine wichtige Zeremonie in Singapore, die nur wenigen Auserwählten zuteil wird: die Ernennung zum „Uncle“, eine respektvolle Bezeichnung und Anrede. Unerlässliche Utensilien sind die namentliche ausgestellte Urkunde und der seidene Hut. Ernannt wurden in diesem Jahr Peter Hemmer und Jörg Wittkamp, Bodo Falkenried und Heinz Schwarzkopf sind bereits seit einigen Jahren „Uncles“.

Ein sichtlich erfreuter „Uncle Peter“ Hemmer, mit einer Auswahl von römischen Foundation Pfeifen.

Uncle Peter, nicht zum ersten Mal in Singapore, in anregender, natürlich italienisch geführter Unterhaltung mit Maurizio Fraternale von Ser Jacobo.

„Uncle“ Jörg Wittkamp und der Laudator, Dr. Micheal Loh

Keine „Uncles“, aber VIPs aus Japan: Kyozanuro Tsuge und Barnabas T. Suzuki mit Dr. Michael Loh

 

Pfeifen von Foundation, Rom und Peter Hemmer, München

Schnell noch einige Fotos fürs Album, bevor die schönen Stücke den Besitzer wechseln: Steffi & Peter Hemmer, München

Und nach dem Finale der gelungenen Ausstellung ging es dann auf das überdachte Oberdeck. Ein feiner Ort, um im Freundeskreis zu rauchen und zu fachsimpeln. Das kurzfristige Tropengewitter mit gigantischen Regenstürzen liess die Raucher unbeeindruckt.




Joep Beving … und die Zeit hält an. Ohne Worte. Zunächst.

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Mehr Video

zum Album des Monats

 




Viet Than Nguyen | Der Symphatisant – eine Geschichte aus dem Amerikanischen Krieg

Das gefällt den meisten Amerikanern nicht: eine andere Sichtweise auf den unseligen sogenannten Vietnamkrieg, der in Wahrheit ein weiterer Indochinakrieg war, in der Region übrigens wird er richtigerweise „American War“ genannt. Ein Roman, nicht als schwer verdauliche Dokumentation, sondern als flüssig lesbare und 2016 mit dem Pulitzerpreis belohnte spannende Lektüre. Spannend nicht, weil es sich im einen Reißer handelt, sondern weil uns Westlern endlich ein -wenn auch fiktiver- Blick gewährt wird, der erhellend wirkt. Gleichwohl ist es ein Spionageroman, den der in Vietnam geborene Amerikaner Viet Than Nguyen vorgelegt hat. Die USA und ihre selbstbehauptete publizistische Deutungshoheit für das aus niedrigsten, paranoiden Beweggründen und schizophrenen Sichtweisen und prognostisiertem Iirrsinn angezettelte Disaster hat weitere Risse bekommen.

Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: “Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“

Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.

Verlagsinfo Randam House

 


Literatur, die vieles erklärt:

Tim Weiner, CIA

Joshua Kurlantzick, The Ideal Man: The Tragedy of Jim Thompson and the American Way of War

Süddeutsche Zeitung

Laos – Fremdschämen

 


BIBLIO
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller
Originaltitel: The Sympathizer
Originalverlag: Grove/Atlantic
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 528 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-596-5
€ 24,99 [D] | € 25,70 [A]
Verlag: Blessing
Erschienen: 14.08.2017

 




John Abercrombie, Jazz † 1944-2017

Die Frage, wer gibt noch den Gitarrenton im Jazz vor, ist angebracht. Haben doch allein in diesem Jahr vier der führenden Protagonisten des Genres unsere Welt verlassen, allesamt musikalische Giganten und Erneuerer, stilprägend, innovativ. Larry Coryell (74) im Februar, Chuck Berry (90) im März, Allan Holdsworth (71) im April, Chuck Loeb (62) im July und nun John Abercrombie am 22.08. Wer bleibt? Ralph Towner, John McLaughlin, Pat Metheny, George Benson, Kurt Rosenwinkel, John Scofield? Al di Meola, der sich fast nur noch in der sogenannten World Musik zurechtfindet?

Abercrombie, der akustische und elektrische Gitarre gleichmassen abgehoben im modernen Jazz, im Fusion einsetzte, war immer perfekt: in den zahlreichen Duos, in kleinen Besetzungen, als Trio Gateland mit Jack DeJohnette und Dave Holland, in der Gruppe Baseline. Er war der typische ECM Musiker, lyrisch, einfühlsam, leise und doch so vordergründig. Nachrufe gibt es derzeit so zahlreich, dass ich mich auf die reine Nachricht beschränke und ein, zwei Beispiele dieses großen Musikers, dessen Alben ich seit Timeless gesammelt habe, seinem ersten mit Jack Dejohnette an den Drums und Jan Hammer an den Keyboards im Jahre 1972 bei ECM eingespieltem Album. Es wurden über 40.
Wunderbar das 2011er Album Speak to me, im Duo mit dem Pianisten Marc Copland, mit dem ihn eine eine Zeitspanne von fast 50 Jahren verbunden hat. Wer vermeint, darin den ebenfalls legendären, 2013 verstorbenen Meister Jim Hall herauszuhören, liegt nicht daneben.




Minimal-Ausstattung für das John Abercrombie Regal





Blog Pro domo: die widrige Sommerpause

Der Vorwurf ist nicht zu entkräften. Wir hätten es ankündigen sollen. Haben wir aber nicht. Die fast 2-monatige Sommerpause – immer noch zugange – hat auch unsere Blog-Aktivitäten eingeschlossen. Ein Ende ist in Sicht. Die Autoren trudeln allmählich – aus allen Himmelsrichtungen kommend – wieder ein. Bleibt uns gewogen, gleich gehts weiter.

Verwendetes Foto im Titel



Joseph Pla – Die Schmuggler

Josep Pla (1897-1981) zählt heute noch zu den bedeutenden spanisch-katalanischen Schriftstellern, dem eine wesentliche Bedeutung zur Erneuerung der katalanischen Sprache zugeschrieben wird. Die Schmuggler aus dem Jahre 1980, im Original in Katalan geschrieben (Contraband), wurden 2014 in der Salto-Reihe des Wagenbach Verlages veröffentlich. Peter Hemmers Vorstellung von Puntarelle & Pomodori, dem wundervollen Brevier über die römisch-jüdische Küche, ebenfalls erschienen bei Wagenbach / Salto, brachte mir Joseph Plas Schmuggler wieder in Erinnerung. Ergo kann der geneigte Leser durchaus von einem digitalen literarischen Netzwerk sprechen.

Die Schmuggler, also. Drei Männer, 2 Fischer und ein Schriftsteller (der Erzähler selbst), segeln an der Costa Brava entlang, vom spanischen Cadaqués bis zum Cap Leucate, dem eigentlich französischen Teil Kataloniens. Angeblich wollen Sie nur Olivenöl in Frankreich verkaufen, tatsächlich aber schmuggeln sie auf dem Rückweg Fahrradersatzteile nach Spanien. Das ist nun nicht besonders aufregend. Aber sie sind Kinder des Mediterran und nichts ist so bedeutsam für die drei Segler wie kulinarische Themen und deren unmittelbare Verwirklichung.

Küstenlinie an der Costa Brava – zu einer seelenvolleren Zeit


So werden auf dem Weg dorthin sämtliche pittoresken Hafenstädtchen angesteuert und ausgiebig die lokalen kulinarischen Spezialitäten gekostet – als Alibi, wohlgemerkt.

Solange, bis ein veritabler Mistral, der starke, kalte Nordwestwind, die Geruhsamkeit der Reise zu Ende bringt. Ein wunderschöne Erzählung, die den Leser beruhigt, die Sinne aber belebt. Kein aufregender Stoff, viel mehr ein Gleiten durchs Wasser, an der Küstenlinie entlang. Lesestoff, den man nicht verschlingt, sondern langsam in sich hinein saugt.


 

Joseph Pla i Casadevall
Die Schmuggler (Contraband)
EAN (ISBN-13): 9783803113047
ISBN (ISBN-10): 3803113040
Gebundene Ausgabe, 2014, 17,00 €
Herausgeber: Verlag Klaus Wagenbach, Reihe SALTO

Josep Pla, geboren 1897 in Palafrugell und 1981 ebenda gestorben, ist bis heute einer der populärsten katalanischen Schriftsteller – obwohl er sich mit seiner eigenwilligen Prosa literarischen Konventionen stets entzogen hat. Neben dem Grauen Heft, seinem tagebuchartigen Hauptwerk, verfasste er u. a. Reiseberichte, Chroniken und allerlei kulinarische Betrachtungen – speziell übrigens zur Fischküche.




Rock`n Roll † – Chuck Berry (90) hat sich auf den Weg gemacht

Ein paar Jahre, bevor mich so um 1963 das Beatfieber packte, hörte ich bereits Chuck Berry. Er war zwar nicht der Erfinder des Rock`n Roll, aber bis in die heutige Zeit einer seiner wichtigsten Entrepreneurs. Ganz sicher war er es, der die Gitarre erstmals an die prominente Position in der populären Musik stellte und aus dem Schattendasein als reines Rhythmusinstrument herausführte. Die Gibson Modelle E 335 /E 355  und E345 (Stereo) blieben zeitlebens seine Werkzeuge. Die großvolumigen Körper passten denn auch perfekt zu dem von ihm ersonnenen „Duck Walk“, seinem Markenzeichen auf der Bühne.

Gibson ES-355 Bigsby 60s

Beatles und Rolling Stones, ja auch die Beach Boys hatten enormen Erfolg mit Berry Kompositionen wie Maybellene, Roll over Beethoven, You never can tell, Sweet little Sixteen, Memphis Tennessee, und natürlich Johnny Be Good. Obwohl Johnny ein begnadeter Gitarrist ist (who never ever learned to read or write so well..but he could play a guitar just like a ringing a bell) , hat Chuck Berry den Song eigentlich dem Pianisten Johnnie Johnson gewidmet, in dessen Band er ab den 1960ern fast 20 Jahre gespielt hat. Die Yardbirds mit dem gerade zum Überflieger propagierten Eric Clapton spielten 1964 Berrys „Too Much Monkey Business“ mit zwei überragenden Gitarrensoli (5 live Yardbirds) und die Rolling Stones verwendeten auf ihren ersten Alben die Lieder Around and Around, Carol, Little Queenie, Come on und Bobby Troups 1946er Komposition Route 66 in der Version von Chuck Berry. Auch Santana borgte sich 1983 Havanna Moon aus. Von den Beatles Interpretationen von Rock`n Roll Music und Roll over Beethoven wissen heutige Jugendliche kaum mehr, daß es Kompositionen und zuvor bereits Hits von Chuck Berry waren.

Der berühmte „Duck Walk“, hier mit einer Gibson ES 345 (Stereo)

Chuck Berrys Rock`n Roll brachte erstmals weiße Jugendliche in die Clubs und Bars, in seine Zuhörerschaft und machte diese Musik ab den ausgehenden 1950ern zu ihrer treibenden Popkultur, abseits vom rein schwarzen Jazz und Blues. Es war tanzfordernde Musik, die „ins Blut ging“. Die Texte haben es in sich und sind nur vordergründig banal. Sie sprachen das Lebensgefühl der Teens and Twens an, befassten sich mit deren Problemen, verpackten den Alltag in eingängige Melodien und Rhythmen.

Chuck Berry hat alle Stilrichtungen der populären Musik beeinflußt und so wird es  auch weiterhin sein.



Just let me hear some of that rock and roll music
Any old way you choose it
It’s got a backbeat, you can’t lose it
Any old time you use it
It’s gotta be rock roll music
If you wanna dance with me
I’ve got no kick against modern jazz
Unless they try to play it too darn fast
And lose the beauty of the melody
Until they sound just like a symphony
That’s why I go for that that rock and roll music
Any old way you choose it
It’s got a backbeat, you can’t lose it
I took my loved one over ‚cross the tracks
So she can hear my man awail a sax
I must admit they have a rockin‘ band
Man, they were blowin‘ like a hurrican‘


Chuck Berry Contributors




Tabakdosen sind nur leere Hüllen …..

Mit zunehmender Tendenz werden Tabakdosen zu einem wichtigen Stichwort in zahlreichen Artikeln des Pfeifenblogs. Von vielen Tabakliebhabern beklagt, haben die Amtsschimmel in Brüssel, unterstützt vom Gewieher der bundesrepublikanischen, wieder einen Saustall erzeugt, dem des Augias nicht unähnlich. Nur kommt kein Herakles und sorgt für Ordnung, schwappt all diesen Bevormundungsunsinn durch einen von Wut angreicherten Strom davon. Das der Konsum von Tabak nur in Ausnahmefällen lebenserhaltend und gesundheitsfördernd ist, zählt heute zum Grundwissen. Auch die üblichen Halb- oder Viertelwissenden können sich nicht auf einen Mangel an Information berufen. Ähnliches aber gilt für das weitgehend volksverdummende Fernsehen, das den ungezügelten Verbrauch von Zucker, Placebo-Medikamenten, von Coca Cola und Junk Food und … und ….. staatlich subventioniert allabendlich unterstützt. Da hält sich der Staat mit Hinweisen auf mentale oder physische Bedrohung zurück, ist ja vielleicht auch schon zu spät. Für den überbordenenden, blindwütig staatlichen Regulierungsaktionismus ist die Tabaksdose ein einfaches Ziel, das per Dekret versenkt werden konnte. Überzeugend, wo es doch ansonsten keine anderen wichtigen Themen gibt, in denen sich Politik und Exekutive austoben könnten.

Nahezu die Hälfte der Fläche eines Etiketts ist ab 01.05.2017 für Hinweise auf die Gesundheitsrisiken durch Takakkonsum vorgesehen. Merkmale über die Geschmacksrichtung des Tabaks oder verwendete Komponenten dürfen nicht mehr aufgeführt werden, auch nicht beim Tabaknamen. Hersteller müssen reagieren. So heißt der allseitsbekannte Rum and Maple bereits R & M, Begriffe wie Cherry, Rum, Honey etc. sind gleichsam verboten. Ob dann bald meine bevorzugte Kirschmarmelade zukünftig nicht mehr so heißen darf und wegen des hohen Zuckeranteils als gesundheitsgefährend gekennzeichnet wird, bedarf zunächst der Einberufung einer parlamentarischen Expertengruppe unter der Leitung von Katrin Drönig-Eckwart, ein Widerspruch per se.

Zwar nicht mein Favorit, aber das hat er nicht verdient!

… es könnt so schein…..

Lassen wir das alles unbeachtet, denn bis heute hat wohl kaum ein Tabakliebhaber die bisherigen „Todesbanderolen“ je gelesen und den Zweck verstanden. Sie werden schlichtweg ausgeblendet und sind nur ein optischer Störfaktor, dessen inhaltliche Wirkung verpufft. Der wichtige, wenn auch meistens ohnmächtige staatsbürgerliche Widerstand rührt sich bereits durch intelligente, kreative Aktion, die unsere Bürokraten wieder einmal richtig vorführt.

Schmuckdose heißt das Medium und bald wird wohl jeder Tobacconist so etwas im Angebot haben. Rund- oder Viereckdosen mit schönen Etiketten, die – da der Todesaufkleber fehlt – das Auge des Geniessers zusätzlich erfreuen. Diese Behältnisse werden ohne Inhalt angeboten. Pfeifen Huber hat es bereits vor einiger Zeit mit den schönen München-Motiv Dosen vorgemacht und setzt jetzt noch eins drauf. Da z.B. zukünftig  die Huber Flakes in Runddosen verpackt werden, was den Gepreßten kaum zuträglich ist, gibt es ab sofort eine Rechteckdose mit einem schön gestalteten Aufkleber, frei von Hirnrissigkeit. Aber nicht nur bei Pfeifen Huber ist man kreativ. Allseits bekannte Künstler lassen es sich nicht nehmen, in die umwälzenden Geschehnisse einzugreifen. Da seine Stärken eindeutig in der Landschaftsmalerei zu finden sind, hat sich Pfeifenblog-Chef Alexander B. selbstlos in den Dienst der Sache gestellt und den delikaten Flanagan von HU Tobacco kurzerhand nach Helgoland verortet. Die kurze restliche Lebenszeit der Langen Anna wohl einkalkulierend, hofft er, das bald nur noch eine irische Küstenlandschaft beim Flanagan-Label vermutet wird.

50 g Flake Dose

100 g Runddose


Es gibt bereits postfaktische Berichte, die von einer neutralen Dose aus Silber von Sillems sprechen, die über eine APP-gesteuerte alphanumerische Digitalanzeige mit dem Namen der jeweiligen Befüllung, dem Feuchtigsgrad, der aktuellen Menge und des Preises (und mit alternative Bezugsquellen) aufwarten  soll. Programmtechnisch kein Problem, werden auch Zolltarife und Zolltarifnummern für die beliebten, preiswerten Eigenimporte zukünftig von der Sillemsdose berechnet.

 




Italien verloren?

Nicht genug, daß gebildete Europäer täglich einem unsäglichen Mediengewitter durch und über den transatlantischen infantilen Irren behelligt werden, nun auch noch das: Trump-Unterstützer Howard Schultz, noch-CEO von Starbucks Corporation, hatte es bereits vor einiger Zeit angekündigt und jetzt ist es real fact: Italien bekommt in Mailand die erste Starbucks Filiale, der  dann stiefelweit ca. 300 weitere folgen sollen. Ein Aufschrei geht durch die – auch deutsche – Presse: „das Ende der Espressokultur“ wird skandiert, namhafte Intellektuelle sprechen von einer „Demütigung Italiens, „es drohe der Untergang des gesamten italienischen Staates“ und so fort. Als ob der nicht ohnehin täglich stattfindet, immerhin seit 480 p.Chr. Den Starbuck-Bang gibt es dann ab Herbst 2018. Ein neues Risorgimento, diesmal als annientamento?

Tatsache ist, daß ein amerikanisches Unternehmen außerstande ist, die Kultur des schnellen, kleinen Schwarzen zu begreifen, die bedeutsam hinter diesem steht und für unsere italienischen Nachbarn und Freunde zu einem individuellen und für den im idealen Fall ungeregelten Tagesablauf elementar ist. Der schnelle Halt, der abrupte Schwenk in die ordinäre Bar, das unprätentiose Bestellen (un caffè… per favore!), die kurze, stehend-körperliche Gemeinsamkeit mit ebensolchen Pausierenden, mit Dottore und Professore, mit Vice Questore oder der geachteten Signora. Ansatzlose Diskussion, Konversation, Austausch von Ansichten, Einschätzungen – alles beschränkt auf die Zeitspanne zwischen zwei, drei Schlucken. Mehr gibt die kleine Tasse nicht her. Bis zum Mittag, zum Nachmittag, wenn die rituelle Wiederholung ansteht. Hinter allem der Dirigent, der diese Szenerie beherrscht: ein Berserker, ein feiner Eleganter, ein Arroganter oder Liebenswürdiger, ein Diener oder Herr: der Barrista. Ohne allseits bedrucktem Company Outfit, ohne Käppi und Polohemd, ohne Namensschild. Ihn braucht man nicht nach dem Wlan zu fragen, dazu hat hier niemand Zeit, niemand hockt mit geöffneter Laptopklappe bräsig und schweigsam vor seinem undelikat riesigen Pappeimer mit Milchplörre und irgend etwas Geschmackslieferndem, von dem ich gar nichts wissen will. Es reicht wenn ich weiß, daß es das gibt. Schlimmer noch, es gibt Mitmenschen, die das trinken. Freiwillig. Womöglich unwissend.

Ludwig Passini: Künstler im Cafe Greco in Rom, 1856

Starbucks wird Italien überrollen, da nützen alle heutigen wortreichen Drohgebärden nicht. So ist es in Deutschland passiert. Wenn auch kulturell anders ausgelegt, waren wir Deutschen mal ein „Kaffeeland“, alles vorbei. Starbucks, Coffee Fellows, Nespresso Cafès domierenden unsere weitgehend uniformen Innenstädte. München als nördlichste Stadt Italiens kommt mit zahlreichen Bars noch ganz gut weg, wenn auch die angeeignete Espressokultur meist präpotent als „aber Hallo, Italia, des san scho mir“ zur Schau gestellt wird.

Mit dem Starbucks zieht die Ort- und Zeitlosigkeit in einen historischen Ort ein… [und, für die Espressobar] …Eine solche Intimität kann nur im öffentlichen Raum entstehen, unter stabilen Bedingungen

schreibt Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 06. März. Treffender und tiefschürfender kann eine Zusammenfassung nicht sein.



Italiener wissen, dass sie den besten Kaffee in der Bar auf dem Weg oder um die Ecke bekommen. Die typische deutsche Spinnerei (von der ich nicht befreit bin), das im Jahresrhythmus das nächsthöhere Modell der besten aller besten Espressomaschinen angeschafft wird, erscheint meinen italienischen Freunden nicht nur als Witz, sondern krankhaft und nicht besonders klug. Es reicht daheim die Bialetti, denn die Beste gibt es in der Bar: alle Modelle, alle Altersklassen. Supermodern oder mit Patina.

Es scheint mir auch wichtiger, statt der amerikanischen Brühe oder dem italienischen delikaten Schwarzen das System Starbucks zu betrachten, das für mich einen kulturellen (und natürlich gustatorischen) Niedergang darstellt. Leider haben wir uns schon so an die Starbucks-Unsäglichkeit gewöhnt, daß sie in der Uniformität fast aller modernen Städte kaum noch auffällt. Welcher Schaden aber durch solche „Versammlungstätten“ angerichtet wird, läßt sich durch die zunehmende Sprachlosigkeit und den damit verbundenen Verlust von  humanoider Kommunikationfähigkeit feststellen. Für den zuvor beschriebenen Kurzaufenthalt in einer italienischen Espressobar bedient sich der Gast wortreich seiner Sprache. Die befähigt, treffend und verständlich ein Thema auf den Punkt zu bringen, eine sofortige Entgegnung zu erhalten und sich dann-freundlich verabschiedet- dem individuellen Alltagsgeschehen zu zuwenden. In den aldiesken Starbucks redet kaum einer, es sei denn mit seinem SmartIrgendEtwas oder dem Laptop. Zu beobachten ist auch, daß sich zwei gegenübersitzende Menschen mittels Smartxxxx unterhalten, wobei oftmals der Papp-Eimer mit Brühe vergessen wird. Anschauen muß man sich ebenfalls nicht mehr.


Die Italiener werden sich also auf den Weg machen. Garibaldi, Verdi, Adriano, Gina, Sophia, Claudia und Marcello, Ippolito Nievo vergessen und damit bald auch Passalacqua, Illy, Vergnano, Kimbo und Hausbrandt. Zahlen dann bereitwillig statt 1€ für einen Göttertrank gut und gerne 6€uro für ein undefinierbares Geschlürf und beginnen, sich in der Öffentlichkeit anzuschweigen.



Dabei wäre eine Abwehr des Unvorstellbaren
so einfach: nicht hingehen. Meiden!

Zeigen, das „un Caffè“ mehr ist als Pappe und trübe Brühe. Statt Abzocke schlichte Lebensart, für die eine ganze Nation steht, auch in der Betrachtung durch die Nachbarn. Italia – laß uns nicht im Stich und erhalte unsere lateinische Weltsicht, so unrealistisch, so rückwärtsgewandt und romantisch verbrämt sie auch sein mag!




Singapore Pipe & Cigar Club

Seit langen Jahren verbindet uns eine intensive Freundschaft mit dem Singapore Pipe & Cigar Club, der unter der Ägide von Dr. Michael Loh ein stabiler Fels in der immer raucherfeindlicheren Umgebung in Singapore ist. Da ich 3 bis 4 mal im Jahr für mehrere Wochen in Singapore bin – und das seit über 30 Jahren – kann ich an den zahlreichen, mittlerweile legendären samstäglichen „gatherings“ teilnehmen. Auch so manche gemeinsame  Ausflüge, von denen einige weiter unter nach zu lesen sind, bringen Vorfreude für meine nächste Reise im kommenden April.

An der ersten Singapore Pipe Collectors Exhibition 2011 haben auch Jörg Wittkamp und Heinz Schwarzkopf mit mir teilgenommen, siehe die Links weiter unten. Eine Delegation der Münchner Runde (Bodo II Mauk, Peter Hemmer, Dietmar Böck†) und Heinz Schwarzkopf aus Köln besuchte Singapore im vergangenen Jahr und es steht ein erneuter Besuch der Münchner im Oktober 2017 zur 2. Singapore Pipe Collectors Exhibition an, diesmal auf einem Mississippi-Dampfer auf dem Singapore River.

Anläßlich des 60. Geburtstages von Dr. Mike, wie wir ihn alle respektvoll nennen, wurde dieses Foto gemacht und es ist eine Freude, eine solch große, aktive Gruppe von Genußrauchern vorzufinden. Auch Heinz Schwarzkopf hat an der Feier teilgenommen, wie zu sehen ist.

Unterste Reihe, Vierter von Links -mit rotem Fächer: Dr. Mike Loh. Er schreibt auch regelmäßig in seinem gesellschaftskritischen Blog „Loh & Behold“ als Lohcifer.

Links (in Bearbeitung)

  1. Singapore Pipe Collectors Exhibition 2011
  2.  Ausflug mit dem SP&CC nach Johor Bahru (Malaysia)
  3. Ausflug mit dem SP&CC nach Pulau Ubin
  4. Das Marina Bay Sands – fast ein Weltwunder